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Datum des Eintrags:
15.04.2013 05.46 |
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Datum des Eintrags:
02.06.2011 09.25 |
 |  |  | | | David davidwarnecke@web.de
| |  | ....auch nach acht Jahren noch immer lesenswert.
Ich musst grad an so einige Dinge denken, da kam mir diese Seite wieder in den Sinn.
Viele Grüße und den Rest weißt Du ja! |
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Datum des Eintrags:
22.12.2003 15.22 |
 |  |  | | | Angi ag413@web.de
| |  | Hallo Kleiner,
tja jetzt bist Du heute Abend schon wieder zu Hause.
Ud wie ich Dich kenne, hättest Du gern noch um ein weiteres verlängert, was?? Ich habe Deine Berichte regelrecht verschlungen und gehe ganz stark davon aus, dass es nicht die letzten waren!?!
Denn wen einmal das Fernweh gepackt hat....
Freue mich trotzdem riesig auf ein Wiedersehen.
Ich wünsche Dir ein tolles Weihnachtsfest, laß Dich von Deiner Familie richtig verwöhnen und genieße die Tage, bevor es bei der Conti wieder richtig losgeht.
Alles Liebe Angi
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Datum des Eintrags:
22.12.2003 15.22 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Hallo an alle treuen Leser,
bin seit heute wieder in Deutschland. Leider bin ich mit meiner Berichterstattung noch nicht ganz fertig. Ich hoffe das ich mir ueber die Feiertage die Zeit nehme, um meine Reise auch in diesem Tagebuch zum Abschluss zu bringen.
Allen froehliche Weihnachten, Euer Timo |
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Datum des Eintrags:
19.12.2003 06.29 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.tiger-club.ch/weltreise/
| |  | Zurueck in Nelson fahre ich noch schnell im Supermarkt vorbei, hole Bier und einen halben Hahn, bevor ich weiter zum Brook Valley Campingplatz fahre. Andy und Markus sind bereits dort und nicht nur die zwei. Marcel und Flavia, das schweizer Ehepaar das seit zwei Jahren auf einer Triumph Tiger (s. Link) um die Welt reist, sind ebenfalls zu “besuch”. Marcel und Flavia habe ich in Auckland kennengelernt, als sie ihr Motorrad reparieren liessen und auf Ersatzteile aus England warten mussten. Und ueber die beiden habe ich dann Markus und Andy kennengelernt, die auf die Verschiffung ihrer Maggie von Australien gewartet hatten. So haben wir fuenf zusammen im CCB Hostel in Auckland gewohnt und sind danach auf unterschiedlichen Routen und zu unterschiedlichen Zeiten ueber die Nordinsel gecruist. Wir hatten immer wieder email Kontakt und so kam es, dass wir jetzt alle zeitgleich in Nelson sind. Es wird ein netter Abend und Marcel kocht Schweizer Leckereien. Dazu gibt es Bier und wir erzaehlen von unseren Erlebnissen der letzten Wochen und von den Plaenen der naechsten Tage. Marcel und Flavia brechen morgen auf, um den Abel Tasman Coastal Track zu laufen, ich dagegen mache erstmal 2 Tage Pause in Nelson. Es regnet und der Wetterbericht zeigt bis zum Wochenende keine Besserung.
Ausserdem habe ich das Problem, dass der Einstieg in den Heaphy Track mitten in der Wallachei liegt und das Ende an der Westkueste kann auch nicht einfach so erreicht werden. Von Bill und Maryann habe ich vom Leslie Karamea Track erfahren, der es mir ermoeglicht, einen Loop zu gehen. Ich komme nicht exakt am gleichen Ort raus, aber bin zumindest wieder in der Region Nelson. Trotzdem bin ich auf Hin- und Abtransport angewiesen, denn irgendwie muss ich ja wieder an mein Auto kommen. Vom oertlichen Touristenbuero erfahre ich, dass die oeffentlichen Busse zu den Start- bzw. Endpunkten der Tracks nur waehrend der Saison (also in gut einem Monat) fahren. Jetzt sei nur die Moeglichkeit mit privaten Transportunternhmen zu fahren, was einer Taxifahrt gleichkaeme. Das Geld habe ich nicht und in meiner Verzweiflung macht Marcus mir den Vorschlag, dass er mich fahren kann. Wir sehen uns also die Karte an und beschliessen, dass er mich mit meinem Auto an den Anfang des HeaphyTracks faehrt und in zwei Wochen den Bus ans Ende des Leslie Karamea Tracks abstellt, von wo ich dann zurueck fahren kann. Am Samstag soll es losgehen.
Wie klein die Welt mal wieder ist, zeigt ein Zeitungsbericht in der Nelson Mail, wo ueber die Reise von Andy und Markus berichtet wird. Ein Foto zeigt die beiden vor ihrem Fahrzeug. Die Autorin schreibt darind, dass die zwei aus Detmold kommen, was in der Naehe von Hamburg liegt. Das dies nicht ganz richtig ist, scheint fuer die Neuseelaender eher nebensaechlich zu sein. Ausserdem treffe ich am gleichen Tag, Elke und Andreas wieder, das Paar aus Frankfurt mit denen ich die Whanganui River Journey gemacht (bzw. abgebrochen habe). Sie haben derzeit einen Job als Bautischler in Nelson und bleiben auch erstmal hier.
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Datum des Eintrags:
17.12.2003 06.50 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Frueh um halb 8 mache ich mich auf meine letzte Etappe. Um 1 Uhr moechte ich zurueck in Marahau sein und bis dahin sind es noch mindestens 4 Stunden Marsch. Auch wenn es jetzt zum groesstenteil Bergab geht und ich schon wieder den Blick auf die Kueste habe, ist dieser letzte Tag nicht weniger Anspruchsvoll. Ich bin ein wenig traurig, dass es wieder in die Zivilisation geht, aber ich weiss ja, dass es bald auf den naechsten Track geht. Nach 3 Stunden bin ich zurueck auf dem Coastal Track. Die letzten drei Kilometer der beiden Tracks sind identisch. Ich komme nocheinmal an der schoenen Tinline Bay vorbei und setze mich nochmal fuer eine halbe Stunde an den Strand. Kaum bin ich wieder auf diesem Teil der Wanderung, kommen mir auch schon wieder massenhaft Menschen entgegen. Man merkt das es vom Parkplatz in Marahau bis hierher nur rund 30 Minuten sind und ich gehe die Strecke zuegig zurueck. Am Infokiosk trage ich mich im DoC Buch aus und gehe wieder in das kleine Cafe. Die Leute sehen mich ein wenig schraeg an, wahrscheinlich stinke ich erbaermlich, aber dennoch bestelle ich mir ein grosses Bier und einen Burger mit Pommes. Das habe ich mir jetzt irgendwie verdient. Hinterher noch einen Kaffee und dann hole ich mein Auto ab. An MacDonnalds Farm treffe ich einen Polizisten, der mir erzaehlt, dass es in der letzten Nacht mehrere Autoaufbrueche auf dem Parkplatz gab. Einer schottischen Familie hatte man die gesamte Skiausruestung geklaut. Wie froh bin ich, dass ich mein Auto auf der Farm geparkt habe und nicht auf dem Parkplatz. Gut angelegte 12 Dollar und so bedanke ich mich auch herzlichst bei den Leuten der Farm, bevor ich zurueck nach Nelson fahre. In Motueka stoppe ich nochmal beim DoC und teile ihnen meine Rueckkehr mit und hole mir schon Infos ueber den Heaphy Track. Mein naechstes Ziel. |
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Datum des Eintrags:
17.12.2003 06.43 |
 |  |  | | | Timo Timo.walkabout@web.de
| |  | Die erste Etappe des 40 KM langen Inland Tracks hat es wirklich in sich. Nach 5 ¿ Stunden komme ich Schweissgebadet und voellig erschoepft an der Awapoto Hut an. Der Weg ging staenig auf und ab und ueber steile Berghaenge und rutschige Wurzeln. Das Regenwasser der letzten Tage floss mir entgegen und von ueberall stuerzten kleine Baeche die Waldhaenge hinab. Selten bin ich auf so einem anstrengenden und gleichzeitig schoenem Wanderweg gewesen. Die Ruhe hier im Wald war so zauberhaft und beruhigend, da war ich anfaenglich schon etwas entaeuscht und ueberrascht, als ich zwei Menschen in der Hut angetroffen. Bill und Maryann waren aber genauso erstaunt und hatten auch niemanden erwartet. Die beiden sind ein aelteres Paarchen aus Motueka, die hier oefters mal fuer ein oder zwei Tage herkommen und ohne TV und Telefon ihre Ruhe suchen. Und dafuer bin ich ja auch hier. Wir verstehen uns gut und schliesslich freue ich mich, dass ich mich nicht mehr um das Feuer kuemmern muss. Bill und Maryann arbeiten als Wanderfuehrer im benachbarten Kahurangi Nationalpark und geben mir gute Tips fuer meine naechsten Tracks. Ausserdem erfahre ich einiges ueber die deutschen Einwanderer in dieser Gegend. Sie kamen damals alle aus Hannover, was von Ernst August und seiner Verwandschaft bzw. Beziehung zum englischen Koenigshaus zu tun hatte. Das hier Hopfen und Tabak angebaut wird, hat man diesen deutschen Einwanderern zu verdanken, von denen auch Maryann in der dritten Generation abstammt.
Ueber Nacht regnet es wieder. Ein Storm mit lautem Donner und Blitzen fegt ueber uns hinweg. Hoffentlich kann ich morgen weiter gehen. Aber meine Sorge war unbegruendet. Am Morgen scheint sogar leicht die Sonne hinter den Wolken hervor und ich kann im Trockenen auf die naechste Etappe gehen. Der Tag ist aehnlich dem gestrigen. Der Pfad ist auesserst Anspruchsvoll und hat sich durch den Regen zu einem kleinen Bach entwickelt. Durch das ganze waten durch Regenwasser und feuchten Waldboden, habe ich bald klamme Fuesse. Meine Wanderstoecke bewahren mich vor einigen Stuerzen und ich komme nur muehsam und langsam vorran. Nach 4 Stunden Marsch komme ich an die Moa Park Hut, wo ich ein ausgiebiges Mittagessen mit Toast, Kaese und Peanutbutter zu mir nehme. Dazu trinke ich aufgefangenes Regenwasser, was erfrischendes kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Mein Etappenziel liegt noch 2 ¿ Stunden vor mir. Die Castle Rock Hut und der Weg fuehrt groesstenteils Bergab. In der Hut angekommen schuere ich erstmal ein ordentliches Feuer, was mit dem feuchten Holz garnicht so einfach ist. Aber irgendwann habe ich die Huette einigermassen warm und meine Klamotten werden wieder trocken. Inzwischen hat es wieder heftig angefangen zu regnen, als ploetzlich die Tuer aufgeht und ein voellig durchnaesster Typ herein kommt. Ein Englaender, der den Track von der anderen Seiten begonnen hat. Wir reden nicht viel miteinander, hatten wohl beide gehofft die Nacht alleine zu verbringen.
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Datum des Eintrags:
17.12.2003 06.40 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Die Possums sind Beutelratten, die irgendwann aus Australien eingefuehrt wurden. Man zuechtete sie wegen des schoenen Felles und setzte sie als Jagdtier aus. Irgendwann war es auch in Neuseeland verpoent, echten Pelz zu tragen und die Zuechter liessen setzten Tiere einfach aus. Da die Possums in Neuseeland keine natuerlichen Feinde haben und hervorragende Lebensbedingungen vorfinden, breiteten sie sich rasend schnell aus und entwickelten sich zu einer Plage. Heute schaetzt man den Bestand auf ca. 1 Mrd. Tiere und sie zerstoeren unaufhaltsam den Wald. Die Possums ernaehren sich von kleinen Tieren, Voegeleiern und jungen, spriessenden Pflanzen. Sie fressen mehr oder weniger alles. Das DoC setzt daher gezielt ein Pflanzengift namens 1080 ein. Dieses Gift wird in kleinen, gruenen Bohnen im Wald verteilt, teilweise mit dem Flugzeug grossflaechig abgeworfen. Dieses giften ist teilweise sehr erfolgreich und vor allem die billigste und evtl. auch effektivste Methode, gegen diese Pest anzukommen. Nur hat das ganze auch einen Haken. Denn natuerlich werden diese Koeder nicht nur von den Possums gegessen. Es toetet sozusagen das ganze Leben in den entsprechenden Gebieten. Man versucht durch eine grell, gruene Faerbung wenigstens Voegel abzuschrecken, aber die Erfolge sind umstritten. Das ganze ist auch eine grosse Diskussion und teilt die Kiwis in zwei Lager. Fakt ist, dass alle wissen welche Probleme die Possums anrichten und es gibt sogar schon den offiziellen Beruf des Possumhunters, aber welches Opfer mit dem Giften gebracht werden, ist umstritten. Alle Tiere, die nicht nativ sind, wie z.B. Hirsche, Wildschweine und vor allem Ratten, sollen ebenfalls von dem 1080 getoetet werden, nur unsere schoenen einheimischen Voegel bitte nicht. Aber ob das geht? |
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Datum des Eintrags:
17.12.2003 06.32 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.wild-nz.de/track_photo.de.php?which=track24&type=large
| |  | In aller Ruhe verlasse ich nach dem Fruehstueck gegen 9 Uhr das Whariwarangi Farmhous und breche auf , um ueber den Abel Tasman Inland Track (s. Fotolink) zurueck nach Marahau zu gelangen. Der Inland Track ist entgegen dem Coastal Track kein GreatWalk und zaehlt zu den sogenannten BackCountry Walks. Der unterschied liegt in erster Linie an zwei Dingen. 1. Es wandern dort wesentlich weniger Menschen und 2. Ein BackCountry Track wird ist nicht so gut ausgebaut. Das DoC beschreibt diese Tracks als anspruchsvoll, bisweilen anstrengend und schwierig. Der Weg fuehrt oft durch Fluesse, die nicht immer ueberbrueckt sind, oft sind es alte Trampel- oder Viehpfade, die als Weg genutzt werden. Die Abstaende zwischen den einzelnen Huetten sind oft groesser und die Hoehenunterschiedesind ebenfalls anspruchsvoller. Die Huts sind oftmals nicht so gut ausgestattet wie auf den GreatWalks und sein Feuerholz muss man sich selber sammeln. Als ich meine Informationen ueber den Inland Track gesammelt habe, hat mir die Mitarbeiterin im DoC noch nahe gelegt, nicht alleine loszugehen. Aber gerade das ist es, was ich hier suche. Die Einsamkeit, nur mich und die Natur. Alleine mit Wind, Wetter, Voegeln und anderen Tieren im Wald. Das was man in Deutschland viel zu selten macht. Hier in Neuseeland frage ich mich oft, warum? Denn einsame Plaetze in der Natur gibt es ja schliesslich auch noch vor der eigenen Haustuer.
Aber egal, mein Weg fuehrt mich von der Kueste weg ueber den 400 Meter hohen Gibbshill. Von hier aus habe ich nocheinmal einen fantastischen Ausblick auf die umliegenden Buchten und Straende. Hinter mir liegt eine kleine Ortschaft in der Wainui Bay, dem Endpunkt des Coastal Tracks und vor mir bekomme ich nochmal mit aller Schoenheit den Blick auf die Totaranui Bay. Auch jetzt gegen 10 Uhr ist noch niemand an diesem paradiesischen Fleck zu erkennen. Ich gehe durch Kuhwiesen und werde von den grasenden Rindern mistrauisch beaeugt, bevor ich in einem kleinem Wald verschwinde. Und hier bekomme ich einen ersten Eindruck vom Inland Track. Der Pfad schlaengelt sich ueber Stock und Stein, um Baeume herum, durch Pfuetzen und Schlammloecher, ueber rutschig, feuchte Wurzeln und im Hintergrund singt leise ein kleiner Robin. Jetzt weiss ich wieder, warum ich nach Neuseeland gekommen bin. Endlich tue ich das, was ich mit diesem Land so eng in Verbindung bringe.
Am Piggeon Saddle ueberquere ich eine Strasse und schreibe mich in das DoC Book fuer den Inland Track ein. Wie ich aus den letzten Eintragungen erkenne, ist hier seit einer Woche niemand mehr langgegangen. Ich kann also davon ausgehen, den Track fuer mich alleine zu haben. Sehr schoen.
Direkt hinter dem Piggeon Saddle geht es ueber eine matschig, rutschigen Erdwall in den Wald hinein. Ich stosse auf ein Warnschild des DoCs. Hier wird PossumControl durchgefuehrt. |
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Datum des Eintrags:
16.12.2003 00.07 |
 |  |  | | | Stefan wulfhoop@freenet.de
| |  | Mensch Timo,
ich hatte gerade das Gefühl als würde ich auch den Fluß / die Bucht durchschreiten so anschaulich hast Du es beschrieben. Echt spannend - solltest Dir doch überlegen ein zweites Standbein als Tourenguide & Autor aufzubauen. Weiter so - ich hoffe nur das Du Dein Gästebuch auch nach der Rückkehr weitervervollständigst.
Wir freuen uns schon auf Dich!!
Gruß von Stefan & Family
aus Seckenhausen Downtown
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Datum des Eintrags:
15.12.2003 11.46 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.vnz.co.nz/photos/coast/082d.shtml
| |  | Die Totaranui Bay bzw. der gleichnamige Strand ist fuer mich die schoenste Beach der Welt. (siehe Fotolink) Zumindest von den Straenden an denen ich bisher gewesen bin. Und das sind nicht wenige! Der Sand ist fein wie Pulver und wenn etwas die Farbe gold hat, dann dieser Sand. Die Brandung kommt in kleinen Wellen in die Bucht und das Gerausch ist ein Rauschen wie es nur von Mutter Natur komponiert werden kann. Ich bin das zweitemal in meinem Leben hier, doch fuehle ich mich als wenn ich gerade erst das Paradies entdeckt haette. Gluecklicherweise habe ich den Luxus, diese Beach fuer mich alleine zu haben, denn in einem Monat wimmelt es hier wahrscheinlich von Badetouristen. Jetzt, im September, ist das Wasser noch zu kalt zum Baden und das erste Wassertaxi legt erst um 11 Uhr, also in drei Stunden, an.
Aber es liegt noch eine Nachmittagsetappe vor mir und der noerdliche Teil des Parks bzw. des Tracks wartet auf mich. Es sind nocheinmal knapp 8 Kilometer bis zur naechsten Huette in der Whariwharangi Bay. Es geht nocheinmal ueber einen kleinen Berg und vorbei an weiteren Traumbuchten und ueber Straende wie im Bilderbuch. Dieser Abschnitt des Tracks gefaellt mir bisher am besten. Die Straende sind alle faszinierend schoen und ich aergere mich ein bisschen, diesmal mein Zelt im Auto gelassen zu haben. Aber die letzte Hut auf dem Coastal Track entschaedigt dafuer etwas. Die Whariwarangi Hut ist ein altes, verlassenes Farmhaus und steht in einer gigantischen Natuer. Hier wachsen Palmen, hinter dem Strand tuermen sich duenen auf, es fliesst ein glasklarer Bach entlang und die Ruhe wird nur vom rufen des Tuis gestoert.
Ich habe den Coastal Track also relativ gut ueberstanden und bis auf die Regeneinlage beim Awaroa Inlet, war es auch immer trocken und teilweise sogar schoen sonnig. Morgen mache ich mich dann ueber den Inland Track auf den Rueckweg nach Marahau.
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Datum des Eintrags:
15.12.2003 11.43 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.artland.co.nz/index.html?c2525p.html
| |  | Das Awaroa Inlet (s.link) ist eine Bucht die ungefaehr 500 Meter breit ist und knapp einen Kilometer ins Landesinnere reicht. Durch das Inlet fliessen zwei kleine Fluesse und man kann rund zwei Stunden vor und nach lowtide trockenen Fusses durch die Bucht gehen. Die ganze Nacht ueber regnet es. Nein, es schuettet und giesst wie aus Kuebeln und das Ergebnis sehen wir am naechsten Morgen. Die Wassermassen die von den beiden kleinen Fluessen in die Bucht gebracht wurden, konnten von der ausgehenden Flut nicht bewaeltigt werden und so steht die Bucht bei lowtide voll mit Wasser. Was jetzt? Ich muss da durch, es ist der einzige Weg und die naechste Ebbe ist erst in 12 Stunden. Alle anderen gehen in die andere Richtung, haben ausser mir und einem Englaender also nicht dieses Problem. Ich ueberlege kurz, aber es nuetzt nichts. Ich ziehe die Wanderschuhe aus und die Teva Sandalen an, der Fotoapparat kommt nach oben auf den Rucksack und ich gehe ins Wasser. Der Englaender war so nett schonmal vorzugehen, dabei waere es fuer uns beide sicherere gewesen, dieses Unterfangen gemeinsam zu machen. Aber egal. Das ganze erinnerte mich an Wattwanderungen, die ich als Kind mit meinen Eltern gemacht hatte. Dabei musste wir auch oefters Fahrtrinnen durchwaten. Die ersten 200 Meter gingen auch ganz gut. Eigentliches Problem war das kalte Wasser und das es dreckig war. Ich konnte also nicht sehen, wo ich hintrete und ab und zu kam halt mal ein Loch oder ein Huegel. Ich konnte es aber schaffen, nur bis zur Huefte im Wasser zu stehen. Etwas Angst hatte ich vor den zwei Fluessen, die durch die Bucht fliessen, weil ich weiss, dass sie etwas tiefer sind. Und so stand ich auch kurze Zeit spaeter bis zur Brust im Wasser. Mein Rucksack war jetzt schon leicht feucht und ich hoffte, dass mein Schlafsack trocken bleibt. Womit ich nicht gerechnet hatte, war die Stroemung. Die Flut zog das Wasser mit einer gewaltigen Kraft aus der Bucht und da es die ganze Zeit weiter regnete, schob die Stroemung des Flusses nicht weniger nach. Ich brauchte alle Konzentration und Kraft, um nicht von den Fluten mitgerissen zu werden. Nach weitern 200 metern kam der zweite Fluss und meine Kraefte waren am Ende. Der Englaender lag erschoepft am anderen Ufer und mir stiegen die Traenen in die Augen. Ich kaempfte wirklich einen harten Kampf und dachte immer nur, bleib ruhig und geh weiter. Und dann trat ich in ein Loch. Ich viel vorne ueber und wurde sofort 20 Meter vom Wasser mitgerissen. Irgendwie kam ich wieder auf die Fuesse und ich rannte die letzten 50 Meter foermlich durch das Wasser. Es war sicher kein lebensgefaehrlicher Gang, weil ich gut schwimmen kann, aber dramatisch war es allemale. Und so war ich dann auch ziemlich fertig, als ich am rettenden Ufer sass. Die Klamotten waren nass, es regnete immernoch und morgens um sieben ist es auch noch kalt. Die naechste Huette liegt 5,5 KM entfernt und fast in Trance marschiere ich los. Gluecklicherweise kommt irgendwann die Sonne raus und 1,5 Stunden spaeter bin ich am Campground der Totaranui Bay. Hier treffe ich auf einen DoC Mitarbeiter und kann meine Klamotten trocknen. Mein Schlafsack ist nur ganz leicht feucht und ich kann schon bald weiter ziehen. |
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Datum des Eintrags:
15.12.2003 11.39 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Der erste Teil des Tracks verlaeuft auf einem Holzsteg ueber eine Meeresbucht, kurz danach kommen schon die ersten schoenen Straende. Dieser Teil der Strecke ist noch relativ ueberlaufen mit Tagestouristen und Kurzausflueglern. Nach einer halben Stunde kommt mein Gedanke auf den Hut Pass. Wo habe ich den eigentlich hingetan? Eine kurze Inspektion meines Rucksackes ist erfolglos, also nochmal zurueck zum Auto. Aber auch dort kann ich ihn nicht finden. Von dem kleinen Cafe aus rufe ich beim DoC in Motueka an, ob ich ihn da liegen gelassen habe. Aber auch negativ. Scheisse was mache ich jetzt? Aber die Frau vom DoC kann sich an mich erinnern und hilft mir. Sie spricht mit dem Personal des Cafes und die Stellen mir einen neuen, hilfsausweis aus. Ich mache mich wieder auf den Weg, inzwischen ist der Vormittag vergangen und die Sonne steht am hoechsten Punkt. Aber ich geniesse es, denn mit Sonne bin ich hier selten gewandert.
Mein Tagesziel fuer heute ist die Anchorage Hut. Es sind zwar nur 11,5 KM und ich bin nach drei Stunden schon da, aber von hier aus kann man noch einige Lohnenswerte sidetrips machen. Am Nachmittag sind Wolken aufgezogen, sodass es etwas zu kalt fuer den Strand ist, aber ich mache ausgiebige Touren in der Umgebund der Anchorage Bay. Die gleichnamige Huette hat Platz fuer 24 Schlaefer, heute sind aber nur rund 10 Leute anwesend. Am kleinen Oelofen machen wir es uns Abends bequem und kochen Nudeln, Reis oder irgendwelche Fertiggerichte. Wie immer beim Trekken geht man frueh zu Bett, denn morgens will man frueh weiter.
Ich habe mir fuer den naechsten Tag zwei Etappen vorgenommen, damit ich Abends auch weiss, dass ich wandern war. Von der Anchorage Hut zur Awaroa Hut sind es rund 20 KM die sich entlang der Kueste schlaengeln. Bei Ebbe kann man eine Abkuerzung durch eine Bucht machen und spart so ca. 1,5 Stunden. Als ich durch das Watt gehen will, faellt mir auf, dass das Wasser schon wieder zurueck kommt und mein Blick auf den Tidenkalender sagt das gleiche. Um von der Flut nicht ueberrascht zu werden, drehe ich also wieder um und nehme den Umweg um die Bucht herum. Durch diesen laengeren Weg habe ich aber die Gelegenheit, in Cleopatras Pool zu baden. Eine Felsauswaschung in einem kleinen Fluss. Bitterkalt, aber erfrischend. Der Tag wechselt zwischen tiefen Wald und goldigen Sandstraenden, es geht mal durch Baeche, mal ueber Bruecken, aber alles in allem ist der Abel Tasman Coastal Track ein leichter Spaziergang bisher. Beieindruckend ist immer wieder der Blick von Huegel auf die Kuestenlandschaft. Das Wasser ist Glasklar und schimmert in den verschiedensten blau- und gruentoenen. Der gelbe Sand, das dunkelgruen der Baeume und der blaue Himmel bieten einen tollen Kontrast dazu und runden diese malerische Stimmung ab. Die letzte Stunde gehe ich fast nur noch im Sand, was mit einem 25 KG Rucksack auf dem Ruecken verdammt anstrengend werde kann und so bin ich froh, als ich endlich am Awaroa Inlet ankomme. In dieser Huette sind neben 7 anderen Wanderern auch noch vier Jaeger. Alles Kiwis aus der Nachbarschaft, die hier heute Nacht Plattfisch lanzen wollen. Es ist Vollmond und als kurz vor Mitternacht die Flut kommt, gehen sie mit Speeren und Kopflampen bewaffnet in das Huefthohe Wasser des Inlets auf Fischfang. Vorher bringen sie uns noch das Kartenspiel Black Bitch bei, bei dem die PikKoenigin soetwas wie der schwarze Peter ist.
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Datum des Eintrags:
15.12.2003 11.37 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Es ist gut das wir einigermassen frueh ins Bett gekommen sind, denn so kann ich schon am naechsten Tag aufbrechen, um meinen zweiten GreatWalk in Neuseeland zu machen. Mein Ziel ist der Abel Tasman Nationalpark. Der Park liegt an der nordwestlichen Spitze der neuseelaendischen Suedinsel und gehoert sicher zu einer der 5 Hauptattraktionen von Neuseeland. Der Abel Tasman NP erstreckt sich entlang der Kueste und reicht tief ins Hinterland hinein. Die meisten Besucher sind Tagestouristen, die mit Wassertaxis an eine der vielen geschuetzten Buchten fahren, um an den goldgelben Straende zu relaxen. Auf den ruhigen Gewaessern tummeln sich auch viele Seekayakfahrer, die den Park auf diese Weise erkunden. Entlang der Kuestenlinie schlaengelt sich ein Wanderweg ueber die Huegel, durch Buchten und ueber die unzaehligen Traumstraende. Der Abel Tasman Coastal Track. Der Track ist in vier Etappen eingeteilt und hat insgesamt eine laenge von etwas mehr als 50 KM.
Nachdem ich meinen Wagen und meine sieben Sachen gepackt habe, starte ich von Nelson aus in das 30 KM noerdlich gelegene Oertchen Motueka. Hier befindet sich das Department of Conservation (DoC) Office, wo ich mir Kartenmaterial besorgen moechte und den noetigen Papierkram erledigen muss. Das DoC betreibt ca. 900 Huetten und ein riesiges Netz an Wanderwegen in Neuseeland. 13 dieser Wege sind wegen ihrer Schoenheit und Beliebtheit zu den sogenannten GreatWalks deklariert wurden. Dies besagt, dass die Wege besonders gut ausgebaut und markiert sind und das die Huetten etwas groesser und besser ausgestattet sind, als die sogenannten BackCountryWalks. Die Uebernachtung in solchen Huetten kostet je nach Saison und Klassifizierung zwischen 5 und 15 Dollar pro Nacht. Bevor man auf einen Tramp geht, muss man sich beim zustaendigen DoC Buero einen Hutpass kaufen und sich in ein Buch eintragen. (Austragen nicht vergessen, sonst wird ein Suchtrupp losgeschickt) Das ganze ist hervorragend organisiert und man erhaelt genaue Trackbeschreibungen und gegen geringe Gebuehren gute Karten. Ausserdem kann man beim DoC aktuelle Informationen ueber Zustand der Huetten und Tracks bekommen, sowie genauste Infos ueber Wetter und Gezeiten (die bei einer Kuestenwanderung notwendig sind)
Ich hatte mir in Wellington einen AnnualHutPass gekauft, der mir fuer ein Jahr die Uebernachtung in allen BackCountryHuts erlaubt. Nur leider gilt er nicht auf den GreatWalks und so muss ich mir hier fuer 30 Dollar einen Abel Tasman Hut Pass zulegen. Der Coastal Track ist kein LoopWalk und da ich nicht gerne den gleichen Weg zurueck gehe, suche ich nach Alternativen. Und beim Blick auf eine Topographische Karte entdecke ich den Abel Tasman Inland Track. Ich beschliesse also diese beiden Touren zu kombinieren und plane die 96 KM in 6 Tagen zu laufen. Nachdem ich in Motueka alles erledigt habe, fahre ich nach Marahau zum suedlichen Eingang des Parkes. Hier packe ich meinen Rucksack und mache mich auf die Suche nach einem sicheren Parkplatz fuer meinen Bus. Leider ist die Kriminalitaet auf den overnight Parkplaetzen an hochfrequnetierten Wanderwegen in der letzten Zeit dramatisch angestiegen und das Risiko eines Autobruchs moechte ich nicht eingehen. Auf MacDonnalds Farm (heisst tatsaechlich so) darf ich meinen Wagen fuer 3 Dollar die Nacht abstellen. Hier steht er sicher. Bevor ich losmarschiere trinke ich noch einen Flatwhite in einem kleinen Cafe am Parkeingang, um mich einzustimmen. |
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Datum des Eintrags:
13.12.2003 20.44 |
 |  |  | | | Hacky ulfh@onlinehome.de
| |  | Hallo, nur mal schnell einen schönen Gruß aus München.
Hoffe Du bist noch der Alte. Freue mich auf Silvester. |
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Datum des Eintrags:
12.12.2003 20.08 |
 |  |  | | | Markus wagmac@onlinehome.de
| |  | Hi Timo,
wollte mich nur mal auf die schnelle melden, dass ich gut angekommen bin. Hier ist es echt ganz schön grau und kalt! Ich kann immer noch nicht glauben, dass der Monat schon rum ist. Der Reisebericht kommt natürlich noch, aber es gibt auch in Deutschland eine Menge Arbeit. Kannst Du Dir eigentlich vorstellen, dass die Leute wirklich denken, das wir da in Australien nur rumgelegen und gefaulenzt haben?!? Die wissen ja gar nicht wieviel Arbeit wir da unten hatten!!! Unmöglich! Bei Deinem Tagebuch hat sich ja wirklich eine Menge getan. Das gibt mir ja jetzt doch zu denken, hattest wohl schlechten Umgang in Australien ;) Ich wünsche Dir auf jeden Fall noch eine schöne Zeit in Bali. Gruss Markus |
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Datum des Eintrags:
12.12.2003 06.23 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.worldtrucking.info/
| |  | Mein Nachtlager schlage ich in einem Parkaehnlichen Gelaende kurz ausserhalb der Stadt auf. Hier fliesst ein Bach, hinter Baeumen kann ich ungestoert parken und nicht weit entfernt steht eines der vielen, sauberen Toiletenhaeuschen. Ein perfekter Spot also. Kurz vorher war ich noch im Bottle-Shop um zur Feier des Suedinsel Einmarsches einige Dosen Speights zu kaufen. Das Bier aus der Studenten Stadt Dunedin wirb mit dem Slogan "The Southern Man" und genauso fuehle ich mich derzeit! Das Sixpack schmeckt zu meinem Pastagericht und der Sternenhimmel ist klar. Ich fuehle mich wohler und freier wie selten zuvor.
Am naechsten Tag hole ich mir eine Tageszeitung und entdecke dabei ein deutsches Magazin. Die GQ kostet zwar unglaubliche 11,-- $, aber beim Fruehstueck mal wieder deutsche Fashion-News zu lesen, ist genau das richtige jetzt. Nachdem ich mir einen Flatwhite und einen Creamcheese Bagel gegoennt habe, schlendere ich ein bisschen durch die Innenstadt. Und wie der Zufall will, treffe ich Marcus und Andy. Die Freude ist gross und wir verabreden uns gleich fuer heute Abend. Es gibt viel zu erzaehlen, wir alle haben grosse und kleine Abenteuer hinter uns und die wollen wir bei Bier und Wein zum besten geben. Die beiden stehen inzwischen auf dem Brook Valley Campingplatz. Dieser Caravanpark ist ca. 5 KM suedwestlich des Stadtzentrums und liegt idylisch in einem Tal. Ein kleiner Fluss windet sich entlang der Strasse ins Brook Valley und rechts und links steigen die bewaldeten Berghaenge auf. Das Hinterland von Nelson ist auch ein Wanderparadies, was bisher von Touristen noch nicht wirklich entdeckt wurde. Auch ich mache hier keine grossen Touren, da ich fuer die naechsten Tage andere Tramping-Plaene schmiede. Bis heute Abend ist noch viel Zeit und so setze ich meinen Stadtbummel fort. Ausserdem fahre ich an der Kueste entlang uns sehe mir das Umland von Nelson an. Bei einem kurzen Stop im Billig-Supermarkt Pak'n'Save kaufe ich eine Palette Bier und etwas zu essen fuer heute Abend.
Kurz vor fuenf fahre ich dann zum Brook Valley Campingplatz und lasse mir eine "Parzelle" neben Maggie, dem Auto von Marcus und Andy, geben. Die Nacht kostet mich 10 Dollar und dafuer kann ich alle Einrichtungen wie Kueche, TV-Room, Laundry und Waschraeume nutzen. Der Besitzer des Campingplatzes macht einen lockeren und sympatischen Eindruck und heisst mich herzlich willkommen. Ich bleibe wohl 2 oder 3 Tage. Endlich kann ich mal wieder meine Waesche und mich richtig waschen. Und die Duschen sind heiss hier. So heiss, dass man den kalten Hahn fast voll aufdrehen muss, um sich nicht zu verbrennen. Ich koennte hier stundenlang duschen und geniesse diesen Luxus auch mehrmals am Tag. Das Wetter in Nelson ist tatsaechlich freundlicher, die Sonne scheint und ich kann sogar den Pullover weglassen. Die Wind- und Wettergeplagten Kiwis laufen sogar schon in kurzen Hosen.
Andy und Markus kommen gegen halb 7, wie verabredet, mit ihrem fahrenden Haus auf den Campground. Sie parkten neben mir und gehen auch erstmal duschen. Danach darf ich in ihrer Luxuskueche sogar kochen. Ich habe ja schon viel von Maggie gehoert, aber heute sehe ich sie zum ersten Mal von innen. Die beiden haben die kompletten Innenausbau selber gemacht und ich bin beeindruckt. Wenn ich mal gross bin, fahre ich auch mit sowas um die Welt. Man muss seine Transportart immer mal veraendern denke ich. Alleine der Platz, was die beiden alles mit haben. So z.B. 700 CDs, Laptop, Kochtoepfe und Pfannen in verschiedenen Groessen, 14! Paar Jeans (soviele habe ich zuhause nicht) usw.
Wir erzaehlen und trinken relativ lange, aber die beiden muessen morgen frueh zeitig raus und auch ich werde irgendwann muede. Es ist aber schoen, wieder mit Freunden zusammen zu sein. |
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Datum des Eintrags:
12.12.2003 04.09 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.picture.co.nz/misc/kaikoura.shtml
| |  | Die Ostkueste hinunter, ca. 100 KM suedlich von Blenheim, liegt das kleine Hafenoertchen Kaikoura. Die Stadt Kaikoura hat garnichts zu bieten, ist aber dennoch einer der Haupttouristenorte von Neuseeland. Jeder der die Suedinsel bereist, macht hier stop. Das liegt mehr an der Lage des Ortes, als am Ort selber. In den Kuestengewaessern vor Kaikoura fliessen zwei Meeresstroemungen zusammen. Warmes Wasser aus dem Nordpazifik und kaltes Wasser aus der Arktik. Dies hat zur Folge, das es hier ein ausgesprochen hohes Vorkommen an Plankton gibt, was wiederum ein hohes Vorkommen an Meeresbewohnern mitsichbringt. So ist in Kaikoura das ganze Jahr ueber Whalewatching angesagt. Natuerlich kann man auch Delphine und mit etwas Glueck Haie sehen.
Ich fahre also nach Kaikoura, um mein Walerlebnis zu buchen. Doch das Buero von Whalewatching Kaikoura sagt mir, dass aufgrund des Sturmes keine Schiffe in den naechsten 2 Tagen rausfahren. Wiedermal das Wetter. Als ich vor 8 Jahren hier war, ging es mir genauso. OK, bleiben tue ich nicht. Also rein ins Auto, Blick auf die Karte und ich fahre Richtung Lewis Pass ins Landesinnere. Mein Ziel ist Nelson. Die Stadt liegt am noerdlich und ich bin einen riesen Umweg gefahren, aber so kann ich den ersten von drei alpinen Paessen der Suedinsel befahren. Die Berge um Hamner Springs liegen vor mir und auf 600 m Hoehe komme ich in den ersten Schnee. Sommerreifen! Aber als alter Harzer macht mir das natuerlich nichts und die einzige Gefahr strahlt der Mietwagen vor mir aus. Irgendwann bringe ich den Fahrer aber dazu, das er links ran faehrt und mich vorbei laesst. Der Lewis Pass ist nur knapp 900 Meter hoch, doch hat hier der Winter voll zugeschlagen und ich komme nur langsam vorran. Wie gut das ich mir in Auckland noch neue Barum Reifen gekauft hatte, auf die ist verlass. Auf der anderen Seite der Berge schlaegt das Wetter um. Schnee und Regen sind vorbei und die Sonne strahlt vom Himmel. Ich halte mich Richtung Nordosten und bin am spaeten Nachmittag in der Stadt Nelson. Nelson ist Boomtown und hat inzwischen 40.000 Einwohner. Das Meer ist voller Fische, die Straende in der Umgebung laden von Oktober bis Mai zum baden ein und im Hinterland liegen grosse Waelder und Nationalparks. Ausserdem ist hier ein international, anerkannte Kunstszene zu Hause und Nelson schimpft sich nicht nur Sonnenstadt Neuseelands, sondern auch Kunsthauptstadt. Mein eigentlicher Besuchsgrund sind aber Andy und Markus. Die beiden worldtrucker, die ich in Auckland kennengelernt habe, hatten mir ein mail geschrieben, dass sie sich erstmal hier niedergelassen haben. Sie stehen irgendwo ausserhalb der Stadt und freuen sich ueber einen Besuch. Da es schon zu spaet ist, die beiden zu suchen, fahre ich durch die Gegend, um mir auch einen Parkplatz fuer die Nacht zu suchen. Und dabei kommen mir die beiden in ihrem leuchtend, orangenen MagirusDeutz Truck entgegen. Man kann das Fahrzeug einfach nicht uebersehen, aber sie uebersehen mich in meinem kleinen, weissen Toyota Liteace Bus. Naja, und das Mobilphone ist auch auf mailbox geschaltet. Aber morgen finde ich die beiden schon wieder. |
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Datum des Eintrags:
12.12.2003 03.49 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.linuxsoftware.co.nz/sounds/track_day1.html
| |  | Mein Hauptanliegen auf der Suedinsel von Neuseeland sind die vielen Wanderwege. Das Trampen, wie das Wandern von den Kiwis genannt wird, ist eine weitverbreitete Freizeitaktivitaet. Und der Neuseelaender meint mit Trampen nicht spazieren gehen oder mal 'nen laengeren Marsch machen, sondern er geht raus in den Busch. Er will die Natuer erleben, bezwingen, verspueren und geniessen. Dazu gehoeren gute Stiefel mit Gamaschen ein Rucksack, ein Schlafsack, das Fernglas und viel Pioniergeist. Ob ein Fluss eine Bruecke hat, ist egal, man geht halt durch. Denn waer mit trockenen oder gar sauberen Schuhen nach Hause kommt, war nicht Trampen. Auch ist es nicht selten, dass ein Gewehr mit sich gefuehrt wird. Es kann ja immer mal ein Hirsch oder ein Wildschwein den Weg kreuzen. Auf jeden Fall aber kann man ein paar Possums schiessen. Dies sind alles eingefuehrte Tierarten, die den Wald und die Natuer Neuseelands zerstoeren und die Regierung ist daher froh um jedes tote Tier, was nicht nativ ist. Eine Jagdlizenz bekommt man wie eine Telefonkarte am Kiosk und die Waffenlizenz beantragt man bei der Polizei. Ist man ueber 15 und hat keine kriminelle Energie, erhaelt man innerhalb 24 Stunden seinen Waffenschein. Auch in der Schule erlernt man ab der 7 Klasse den Umgang mit Schusswaffen, Messer, Angeln und Netzen. Das Fach nennt sich outdoorkunde und beinhaltet ausserdem Dinge wie Kompass- und Kartenlesen, Pflanzen- und Tierkunde, Tauche, Segeln, Kanufahren etc. Also alles, was fuer das ueberleben in der Natuer wichtig ist. Daran erkennt man deutlich, welchen Stellenwert der Busch fuer die Kiwis hat.
Mein erster Track auf der Suedinsel soll eigentlich der QueenCharlotteTrack sein. Eine Kuestenwanderung noerdlich von Picton durch die Marlborough Sounds. Doch schon die Faehrueberfahrt hat mich dieser Idee beraubt und als ich bei der oertlichen Tankstelle nach dem Wetterforecast frage, bekomme ich nur ein mitleidendes Laecheln. Es regnet mindestens die naechsten drei Tage weiter so heftig wie jetzt.
OK, Planaenderung. Vielleicht komme ich nochmal wieder. Ich setze mich in mein Auto und fahre in das 25 KM suedlicher gelegene Blenheim. Die 20000 Einwohnerstadt ist das Weinzentrum der Suedinsel. Hier wachsen hervorragende Rotweine. Der Shiraz aus dieser Gegend ist guenstig und schmeckt sehr gut zu Wild und Lamm. Auf einem Parkplatz ausserhalb der Stadt parke ich und koche mir ein paar Nudeln. Danach geht es frueh ins Bett. |
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Datum des Eintrags:
12.12.2003 03.31 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.picture.co.nz/franksevek/franksevek-masound2.shtml
| |  | Die Faehrverbindung von Wellington auf der Nordinsel nach Picton auf der Suedinsel ist eine der wichtigsten Verbindungen zwischen den beiden Inseln. Meist muss man sein Ticket weit im vorraus buchen, ich habe allerdings keine Probleme mein Auto auf die Suedinsel zu bringen. Um 14 Uhr soll die Interislander Faehre ablegen, wegen einer stuermischen Cookstreet hat das Schiff aber ueber eine Stunde Verspaetung. Als ich dann endlich an Bord bin, das Auto im Rumpf geparkt ist und wir aus dem Hafen von Wellington auslaufen, weiss ich warum wir Verspaetung haben. Draussen tobt ein Sturm wie lange nicht erlebt. 40 Knoten Wind peitschen uns entgegen und der riesiege Kahn faehrt Fahrstuhl! Immer gegen den Wind, eine Welle rauf, um dann mit getose in das Wellental zu knallen. Natuerlich kann der Kapitaen nicht voll Fahrt gehen und so kommen auch wir etwas spaeter in Picton an. Bei den meisten Passagieren ist diese Seefahrt nicht lustig. Gleich zu Anfang verteilt das Bordpersonal kleine, reisfeste Papiertueten an alle. Auf jedem Tisch liegen Stapelweise dieser Beutel, die man sonst nur aus Flugzeugen kennt. Auch gibt es extra angeordnete Sitzplaetze in der Mitte des Schiffes. Hier haben rund 80 Personen Platz und die Stuehle sind recht bald belegt. Kurz bevor die Bordkueche wegen zu starker Kraenkung (das Schwanken von rechts nach links) schliesst, bekomme ich noch eine fettige Portion Fish&Chips. Als ich dieses kulinarische Highlight verspeise, gucken mich meine blassen Tischnachbarn voellig entgeistert an, als wenn ich gerade kleine Enten in den Teich geschubst haette. Seefahrer oder Seefahrer frage ich mich da. Die GorchFock formt halt doch Maenner fuer Deutschland. Aber im Ernst, irgendwann bei dem Anblick sovieler elender und kotzender Menschen, ist mir auch fast schlecht geworden und ich habe mich etwas schlafen gelegt. Als wir dann aber in die MarlboroughSounds eingebogen sind, bin ich am Oberdeck gestanden und habe mir den Wind und das Wasser um die Ohren wehen lassen. Ein Blick auf die Ladeflaeche der Faehre, zeigte mir, dass wir in ruhigere Gewaesser fahren. Dort stand naemlich ein Schaftransporter und die Schafen haben kraeftig fuer Nachwuchs gesorgt. So schlimm kann der Sturm dann doch nicht gewesen sein! Die Fjordlandschaft im Norden der Suedinsel ist traumhaft schoen. Die MarlboroughSounds, wie dieser Abschnitt genannt wird, ist wohl nur mit Suedchile und Norwegen vergleichbar.(s.link) Auch hier haben die eiszeitlichen Gletscher Buchten, Straende und Taeler und Berge geformt, wie es kaum zu beschreiben ist. Gegen 18 Uhr legen wir dann in dem kleine Hafenort Picton an, gehen zu unseren Autos und verlassen die Faehre. |
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Datum des Eintrags:
11.12.2003 03.38 |
 |  |  | | | timo timo.walkabout@web.de
http://www.havana.co.nz/wgtn_pics.htm
| |  | Wellington ist seit 1865 Hauptstadt von Neuseeland und loeste damals Auckland als Capital ab. Alle wichtigen Einrichtungen wie das Nationalmuseum TePapa, die Nationalgalerie, Nationalbibliothek, Theater, Oper usw. befinden sich hier. Natuerlich hat auch die Regierung ihren Sitz in Wellingtion. Das House of Parlament hat die Form eines Bienenkorbs und liegt direkt am riesigen Botanischen Garten. Der Spaziergang durch diese gruene Lunge der Stadt ist ein absolutes Highlight. Wellington liegt an der Port Nicholson Bay und ist mit der CookStreet verbunden. Daher ist Wellington auch ein wichtiger Hafen und grosses Transportzentrum fuer Neuseeland und die pazifische Welt. Die Stadt liegt in den umliegenden Huegel der Bucht und ist relativ harmonisch, ohne Hochhaeuser, angelegt. Zum Botanischen Garten kann man mit einer historischen Drahtseilbahn fahren und ein Fussweg fuehrt entlang des Hafens und der Kuestenpromenade.
Leider hatte ich immernoch kein gutes Wetter und so habe ich die meiste Zeit im Te Papa Museum verbracht. Auf fuenf Ebenen kann man hier alles ueber Neuseeland erfahren. Ein hochinteressantes Museum, aehnlich dem deutschen Museum in Muenchen.
Fuenf Tage war ich in der Stadt, habe einiges gesehen und war positiv angetan von der Stadt. Zum Leben wuerde ich aber das etwas groessere Auckland vorziehen. Fuer den 11. September habe ich mir ein Ticket mit der Interislander Faehre auf die Suedinsel gekauft. Fuer 180 Dollar werde ich gemeinsam mit meiem Auto verschifft. Ich freue mich schon auf den naechsten Abschnitt meiner Reise und hoffe, das jetzt endlich Fruehling wird. |
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Datum des Eintrags:
11.12.2003 03.22 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.vnz.co.nz/photos/cities/napier/041c.shtml
| |  | Mein Weg fuehrt mich durch die Stadt Hawera und nocheinmal durch Wanganui. Irgendwie bin ich aber nicht ganz so ueberzeugt direkt nach Wellington zu fahren und so gucke ich nochmal auf die Karte. Ich habe die ganze Zeit die verrueckte Idee, doch nochmal an das Eastcape zu fahren. Also einmal quer ueber die Insel. Denn in der schoen Stadt Napier gibt es eine deutsche Baeckerei. Und der Gedanke an richtiges Brot ist einfach zu verlockend und so nehme ich den Umweg von 200 KM auf mich und fahre Richtung Napier. In der Universitaetsstadt Palmerston North stoppe ich fuer die Nacht. Da ich erst im Dunkeln angekommen bin, war die Suche nach einem ruhigen Parkplatz nicht ganz leicht, bin dann aber auf einem Friedhofsparkplatz fuendig geworden. Hier gab es sogar Toiletten und fliessend Wasser.
Am naechsten Morgen bin ich dann frueh wieder auf der Strasse und fahre durch die Manawatu Schlucht, in der 150 Meter tiefer der gleichnamige Fluss dahinfliesst. Danach komme ich langsam in die beruehmte Weingegend der Hawkes Bay. Und hier scheint endlich einmal die Sonne. Ich drehe das Radio lauter, kurbele die Fenster runter und setze die Sonnenbrille auf. Napier ist eine der schoensten Staedte in dieser Gegend. 1930 von einem Erdbeben der Klasse 7,2 fast komplett zerstoert, wurde es danach im ArtDeco Stil wieder aufgebaut. Die Hauptstrasse und Promenade liegt direkt am Meer und die Pastellfarben der Haeuser passen zum Babyblau des Himmels. Alles scheint harmonisch aufeinander abgestimmt und die Stadt scheint sehr Lebenswert. Ich bummele gemuetlich durch die Strasse, geniesse ein leckeres Eis am Wasser, gehe zum Frieseur um die Wintermaehne abnehmen zu lassen und mache mich dann auf die Suche nach der Baeckerei. Den Tip habe ich von Markus und Elke bekommen, die mit mir auf dem Whanganui River waren. Und tatsaechlich finde ich Haralds Bread World auch relativ schnell. Und es ist als komme man in Deutschland in eine Baeckerei. Der Duft nach frischen Mehl und heissen Broetchen, die Auslagen sind voll mit mindesten 10 verschieden Brot sorten (richtiges Brot, kein Weissbrot!) und es gibt Broetchen in allen Variationen, belegte Sandwiches und und und. Es ist ein Paradies fuer mich. Immerhin hatte ich mein letztes richtiges Brot vor 8 Monaten! Ich kaufe zwei verschiedene Vollkornbrote und im benachbarten Supermarkt kaufe ich mir noch ein Glas Nutella, ein bisschen frischen Aufschnitt und Philadelphia Frischkaese und fahre ans Meer, um erstmal ein Gourmet Picknick zu veranstalten. Die naechsten 2 Tage esse ich zu jeder Mahlzeit das leckerste Brot der Welt (zumindest erscheint es mir derzeit so) und geniesse meinen Hunger! Ich hoffe das Harald und seine Frau Celestina Erfolg mit ihrer deutschen Baeckerei haben und den kulinarischen Banausen aus NZ das Brotessen beibringen koennen.
Meine Fahrt geht jetzt aber mit erhoehtem Tempo Richtung Sueden. Zur Hauptstadt Wellington sind es nochmal 200 KM und es liegen noch interessante Orte auf dem Weg. So halte ich nochmal in Hasting, der Nachbarstadt von Napier und das Weinzentrum der Hawkes Bay. Auf meinem Weg nach Sueden mache ich dann auch noch Bekanntschaft mit dem Ortssheriff der Gemeinde Bridge Pa. Hier gibt es fuenf Haeuser, eine Tankstelle, ein Laden mit Post, eine Schule und ein 50 Km/H Schild. Und das habe ich wohl uebersehen, jedenfalls behauptet das der Sheriff und knoepft mir 120 Dollar ab. Ich sei 70 gefahren, anstatt 50 und so sind die Gesetze hier! Er wuenscht mir mit einem freundlichen Laecheln ein gute Fahrt und ich solle die Sonne der Hawkes Bay geniessen, anstatt zu rasen! Ausserhalb faehrt mein Bus ja eh nur 100, aber jetzt passe ich echt auf. Ich komme noch an der TUI Brauerei und dem Ort Clive vorbei, bevor ich ueber einen Pass in die Vororte Wellingtons gelange. In Lower Hut fahre ich auf einen Campingplatz, es ist mal wieder Zeit fuer ein Dusche und ich will mein Zelt noch trocknen, bevor ich am naechsten Tag in die Hauptstadt komme. |
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Datum des Eintrags:
11.12.2003 02.53 |
 |  |  | | | timo timo.walkabout@web.de
http://www.vnz.co.nz/photos/volcanic/031c.shtml
| |  | Zurueck am Buero der Kanuvermietung verstauen wir die Ausruestungen, bekommen anteilig unser Geld zurueck und duerfen nochmal heiss duschen. Das Auto ist schnell wieder gepackt und beim Blick auf die Karte wird mir bewusst, dass ich jetzt kein genaues Ziel mehr habe. Also fahre ich einfach Richtung Westen nach Taranaki, denn dort bin ich noch nicht gewesen. Die Region Taranaki liegt im aeussersten Westen der Neuseelaendischen Nordinsel und wird vom Mt. Taranaki (Mt.Egmont) ueberragt. Der Vulkan ist Namensgeber der Region und diente vor kurzem als Filmkulisse fuer Tom Cruise Samurai Film. Aufgrund der Aehnlichkeit zum Fuji in Japan und den geringeren Drehkosten im Vergleich zu Japan hat man den Taranaki als Drehort gewaehlt. Seit Lord of the Rings wird Neuseeland immer interessanter fuer Hollywood.
Von Taumarunui muss ich allerdings noch 2 Stunden fahren, bis ich den Vulkan sehen kann. Die Fahrt fuehrt mich ueber den "Highway of the forgotten world". Und der phantasiereiche Name dieser Strasse ist gut gewaehlt. Mir kommen kaum andere Fahrzeuge entgegen und die Landschaft liegt tatsaechlich noch in einem Schlafzustand. Hier scheint die Welt wirklich langsamer zu laufen. Die Bruecken sind noch einspurig, die Strasse ist nur an wenigen Stellen geteert und die Weiden und Wiesen sind voll mit Schafen. Rechts und links sehe ich immerwieder ueber die Ufer getretene kleine Fluesse und Baeche und das braune Schmutzwasser zeigt mir nocheinmal deutlich, wieviel Regen hier in den letzten Tagen runtergekommen ist. Mein Wagen quaelt sich in Serpentinen ueber einige Berge und irgendwann komme ich in den kleinen Ort Stratford am Fusse des Taranaki. Nur kann ich den Berg nicht sehen. Eine dicke Wolken- und Nebelwand verschleiert den Ausblick und raubt mir all meine Wandergedanken. Ein kurzer Besuch im TouristInfo Buero und ein Abfragen des Wetterberichtes, bestaetigt meine Befuerchtung. Ein Besteigung oder Umrundung ist derzeit absolut unmoeglich, gar Lebensgefaehrlich. Also starte ich den Bus und fahre wieder Richtung Sueden. Aber wohin? In den naechsten Tagen will ich in Wellington sein, bis dahin sind es noch 300 KM und ich lenke meinen Bus auf den Highway in Richtung Hauptstadt. |
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Datum des Eintrags:
03.12.2003 21.27 |
 |  |  | | | Stefan wulfhoop@freenet.de
| |  | 6:1 für Werder !!!!!!!! Die schwachen Herthaner nach Hause geschickt.
Berlin wir kommen! Jetzt muß nur noch HSV gegen die Bayern gewinnen, sieht aber leider nicht danach aus!!
By the way - Timo - Marco wünscht sich ne Werder EIntrittskarte zu Weihnachten:
Ich glaube er freut sich riesig wenn Du mit ihm mal ins Weserstadion gehst.
Beste Grüße
Stefan |
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Datum des Eintrags:
01.12.2003 18.59 |
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Datum des Eintrags:
01.12.2003 09.42 |
 |  |  | | | Boxxa Boxxa@gmx.de
| |  | Hullu hullu alter Räuber,
für die 1.500 auch von mir noch fix n Eintrag ins online Tagebuch! Klingt faszinierend was Du so alles schreibst! Wünsche Dir noch gaaaanz viel Spass in den wenigen verbleibenden Tagen...zieh nochmal das entspannte Leben bis in die letzten Lungenwinkel, vergiss nicht, Dich bei einer Bürgermahlzeit ordentlich zu stärken und leck den Teller ab!!! |
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Datum des Eintrags:
26.11.2003 15.13 |
 |  |  | | | Keksi kruemelktm@aol.com
| |  | Hallo Timo, auch ich habe nun endlich zu Deiner Homepage gefunden.Hört sich ja alles super spannend an. Ich kann nur sagen, du machst es richtig.
Melde mich die Tage nochmal wenn ich alles in Ruhe gelesen habe.
Gruß Keksi und paß auf Dich auf. |
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Datum des Eintrags:
25.11.2003 20.46 |
 |  |  | | | hanna
| |  | hallo, timo, uebe grade mit henning am computer
viele gruesse mama |
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Datum des Eintrags:
24.11.2003 13.37 |
 |  |  | | | Anne lars.gorny@t-online.de
| |  | Hallo Timo,
einen schönen Gruss aus dem sonnigen Münchehof. Hier kehrt der Frühling ein! Teilweise Temperaturen um 18 Grad, wer will da schon hier weg.
Am Wochenende ist die Märchenstrasse aufgebaut worden, solltest du nach deiner Rückkehr besuchen.Ist fast so wie dein walkabout.
Freue mich schon auf Sylvester. Bis dahin noch gute Erholung und viel Sonne.
Gruss von Anne und Anhang |
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Datum des Eintrags:
19.11.2003 22.44 |
 |  |  | | | Marion Wagner mamowa@t-online.de
| |  | Hallo Timo vielen Dank für Deine Mail,hab mich riesig gefreut.Wie ich so höre laßt Ihr Beiden es Euch ja richtig gut gehen,bin schon ganz gespannt wie es so weiter geht.Freu mich das alles so gut klappt mit Euch Beiden.Genießt alles,vor allem das schöne Wetter,denn hier ist alles grau in grau!
Also dann machts mal gut,viele liebe Grüße aus der Heimat!Dicken Knutsch
Marion |
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Datum des Eintrags:
19.11.2003 09.19 |
 |  |  | | | Petra Petra.kuenzl@conti.de
| |  | Hallo Timo,
nun sollst Du auch einmal von einer sehr schreibfaulen Person ein paar Zeilen erhalten. Ich bin immer sehr gespannt auf Deine Reiseberichte und finde das Du ein super Talent hast. Also ich würde sagen, schreib doch mal ein Buch und du wirst sehen das wird ein Bestseller. Ich wäre schon Dein erster Fan. Auf ein Wiedersehen freu ich mich auch schon sehr und finde es auch toll das Du wieder in Hannover ansässig werden möchtest. Deinen Badminton - Partner habe ich versucht fit zu halten aber man merkt ja auch schon sein Alter an. (haha ich muss mich gerade melden)
Über Deine Einladung habe ich mich riesig gefreut. Leider kann ich nicht spontan zusagen da ich noch nicht weiß was bei uns so in der Familie geplant ist.
Darum möchte ich erst einmal nicht zu sagen. Ich werde aber gewiss an Euch alle denken und evtl. eine Rakete in Richtung Harz schicken.
Also wir werden uns auf jeden Fall noch in diesem Jahr hören und vielleicht sehen wir uns ja auch,
Es grüßt
Petra
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Datum des Eintrags:
16.11.2003 16.24 |
 |  |  | | | Stefan wulfhoop@freenet.de
| |  | Ja geschafft 200.-ter Beitrag,
Hi Timo,
wollte Dir nen kurzen WE Gruß zukommen lassen. Dein Patenkind hat gerade seinen ersten Turniersieg gefeiert und dabei 3 Tore gemacht. Danach war ich dann mit Daniel los. Seine Mannschaft hat den zweiten Platz von 6 Mannschaften gemacht immerhin gegen den ersten Turnierersten ein 1:1 erkämpft.
Mit den "All Blacks" wars ja leider nichts mit dem Finale. Naja gut gekämpft haben sie ja, aber die Aussies waren einfach besser.
Viel Spaß noch
Liebe Grüße von
Stefan & Familie |
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Datum des Eintrags:
12.11.2003 09.59 |
 |  |  | | | frankie frankie.99@web.de
| |  | ja , ja das shooters ......, hab mich schon gefragt ob unser " kleiner " denn ueberhaubt noch den bus gekriegt hatt. wuensch euch beiden auf jeden fall alles gute ,weil meine reise ist zu ende und wehmuetig blicke ich bereits heute auf eine schoene zeit zurueck . weden uns ja bald wieder sehen .....
gruss nach aussie-land ( und kleide dich ganz in schwarz bei dem naechsten rubgy spiel , gell ) frankie |
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Datum des Eintrags:
12.11.2003 08.01 |
 |  |  | | | Nils nilsneuseeland@aol.com
| |  | Das klingt ja sehr interessant haste gar nicht erwaehnt bei unserem pub besuch im shooters
Ich war uebrigens wale gucken habe 4 gesehen und delphine! der hammer!
Heute habe ich mir die marlborough sounds angeguckt aber keine zeit fuer queen charlotte!
Jedenfalls nicht zu fuss!
Ich war uebrigens so besoffen dass ich in der nacht noch geduscht habe und 400 dollar mal eben auf dem hof liegen gelassen habe ........am naechsten morgen glueklicherweise wieder gefunden!!
Nils |
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Datum des Eintrags:
10.11.2003 04.12 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.blazingpaddles.co.nz/oneday.htm
| |  | Fuer den naechsten Tag liegen 35 Km Flussabwaerts vor uns. Die Karte zeigt rund 40 Stromschnellen an und es regent immernoch. Egal, die Sachen sind wieder einigermassen trocken und die Laune ist weiterhin gut. Das haelt aber nur rund drei Stunden an, da liege ich schon wieder im Wasser. Diesmal allerdings nicht alleine. Elke und Andi sind mit ihrem Kanadier gesunken und mich hebt treibt die Stroemung gegen einen Baumstamm und die naechste Welle legt das Boot wieder um. Wieder kaempfe ich mich aus dem Kayak, kurz bevor mein Atem versagt. Allerdings kann ich an dieser Stelle nirgends ans Ufer, weil rechts und links Felswaende aufragen. Ich kralle mich an mein Kayak und lasse mich 50 Meter den Fluss runtertreiben. Andy rettet mit einem beherzten Sprung in den Fluss mein Paddel und die beiden stehen triefend nass am rettenden Ufer und helfen mir dann raus. Fuer einen Moment haben wir alle die Schnauze voll, aber es muss ja weiter gehen. Der Regen hoert nur selten auf und der Fluss gewinnt ein weiteres Mal gegen mich und daher bin ich heilfroh, dass unser heutiges Nachtlager eine Huette mit Ofen ist. Das Department of Conservation DoC, soetwas wie die Forstbehoerde, unterhaelt ueber ganz Neuseeland ein Huettensystem, wo man fuer ca. 5 Euro uebernachten darf. Hier angekommen, treffen wir auf einige DoC Mitarbeiter, die die Campingplaetze fuer die Saison vorbereiten. Sie geben uns noch den Tip, unsere Kanus moeglichst hoch anzubinden. Der Fluss droht anzusteigen, wenn der Regen nicht nachlaesst. Der Ofen und ein leckeres Nudelmahl wecken die Lebensgeister und als ich abends im Schlafsack liege, fuehle ich mich wieder wohl.
Doch der Regen hielt an und am naechsten Morgen zeigt ein kurzer Blick auf den Fluss, das unser Abenteuer wohl schneller vorbei ist, als geplant. Der Wasserspiegel ist um fuenf Meter gestiegen. Aus dem relativ ruhig dahinfliessenden Fluss, ist ein Monster geworden. Mitgerissene Baumstaemme stossen immerwieder aus den inzwischen, schlammbraunen Fluten hervor, das Wasser bildet Wirbel und Strudel und nur der Anblick dieses reissenden Stromes, bereitet mir Angst. Auch die DoC Mitarbeiter raten uns von einer Weiterfahrt ab, zumal man in den folgenden Abschnitt des Flusses keine Moeglichkeit hat, mit dem Auto ans Ufer zu gelangen. Eine Weiterfahrt wuerde bedeuten, dass wir fuer die naechsten drei Tage auf uns alleine gestellt sind. Ok, alle Vernunft zusammen getan und wir rufen vom naechsten Farmer die Kanuvermietung an. Ein paar Stunden spaeter sind die Kanus auf dem Autodach vertaut und wir fahren zurueck nach Tutaranui.
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Datum des Eintrags:
10.11.2003 04.08 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.vnz.co.nz/photos/rivers/001i.shtml
| |  | Als naechstes steht Kanufahren auf dem Program. Nicht weit vom Tongariro Nationalpark entfernt, befindet sich der Whanganui Nationalpark. Der Whanganuiriver ist einer der schoensten und groessten Fluesse der Nordinsel. Oft wird der Nationalpark mit dem Fluss als das Rheintal der suedlichen Hemispaehre angepriesen. Der Fluss ist ausserdem beliebtes Paddelrevier und ich moechte hier eine fuenftaegige Kayaktour machen. Ich fahre also nach Taumarunui und begebe mich auf die Suche nach einem Kanuverleih. Allerdings erfahre ich bei der Touristinformation, dass jetzt, im Winter, keine Agenturen aktiv seien. Es sei zuviel Wasser im Fluss und es sind zu wenig Kunden in dieser Zeit des Jahres da. Aber ich habe nunmal nur jetzt Zeit und lasse mir trotzdem einige Telefonnummern geben. Und tatsaechlich finde ich eine Agentur, die auch jetzt aktiv ist. Wir starten am naechsten Morgen um neun. Das erste Mal in meinem Leben sitze ich in einem Kayak. Etwas erleichtert erfahre ich, dass auch noch zwei weitere Leute dabei sind. Elke und Andy aus Frankfurt sind genauso verrueckt und haben einen Canadier gemietet. Wir starten also unsere fuenftaegige Whanganui River Journey. Der Fluss ist relativ ruhig und ich komme schnell mit dem Paddeln zurecht. Ab und an kommt mal eine Stromschnelle, die ich aber mehr oder wenig trocken ueberwinden ken. doch der Fluss hat tatsaechlich viel Wasser und durch Treibgut werden mir diverse Fallen gestellt. Irgendwann ist es dann auch soweit und ich kippe in einer Stromschnelle um. Wie kalt das Wasser ist, merke ich im ersten Moment garnicht. Ich stecke mit den Beinen im Kayak und der Oberkoerper ist unter Wasser. Kurz beevor Panik aufkommt, gelingt es mir, mich aus dem Ding zu befreien. Wobei ich gerade so noch meine wegschwimmende Brille zu fassen bekomme. Auch das Paddel will abhauen. Irgendwie komme ich aber ans Ufer und ich schaffe es auch, dass Kayak wieder umzudrehen und das Wasser rauszubekommen. Zu allem Ueberfluss beginnt es nun auch noch zu regnen. Aber ich lasse mich nicht klein kriegen. Dann lerne ich halt irgendwann die Eskimorolle! Bis zum ersten Lagerplatz ist es noch eine Weile und solange ich rudere, werde ich auch nicht zu kalt. Dennoch ist die heisse Suppe und der Tee am Abend eine Wohltat. Das Zelt ist im Regen schnell aufgestellt und zum Glueck ist der Schlafsack trocken geblieben. In dieser Nacht soll der Mars der Erde am naechsten stehen, jedoch sehen wir nur Wolken und Regen. Naja, eigentlich will ich auch schlafen und mir nicht die Sterne ansehen. Der Tag war anstrengend. |
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Datum des Eintrags:
10.11.2003 03.31 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.traumhafte-fotos.de/pictures/NZ01/NZ-2001-307%20++%20erster%20Blick%20auf%20Vulkane.htm
| |  | Ganz in der Naehe ist der Tongariro National Park. Hier liegen die drei aktiven Vulkane Tongariro, Ngauruhoe und der Ruapehu (der letzte Ausbruch war waehrend meines Aufenthaltes im Sept. 1995). Jetzt im Winter liegt am Mt. Ruapehu das Skizentrum der Nordinsel und im noerdlichen Teil liegt der beliebteste Daywalk Neuseelands. Der Tongariro Crossing Walk steht natuerlich auch bei mir auf der Liste. Doch der Wetterbericht laesst mal wieder nichts gutes erahnen. Also nehme ich mir Zeit, um auf besseres Wetter zu warten. Aber nach zwei Tagen gebe ich mich geschlagen. Wind, Nebel und Schneefaelle machen eine ueberquerung der Berge derzeit nicht moeglich. Ausserdem bin ich nicht der wirkliche Alpinist und meine Erfahrungen, um diese Winterueberquerung alleine zu gehen, sind nicht ausreichend. Aber ich gebe die Berge nicht ganz auf und fahre nach Ohakune im suedlichen Teil des Parkes. Dieses kleine Dorf verwandelt sich im Winter zum beliebtesten Skiort der suedlichen Hemisphaere und das nahegelegene Turoa Skifield am Mt. Ruapehu ist mein Ziel. In der gemuetlichen Rimulodge nehme ich mir ein Zimmer, ich leihe mir Schuhe und Skier und habe drei perfekte Skitage. Ausreichend Schnee und unglaublich! viel Sonne. An den oberen Liftanlagen ken man ebenfalls den Schwefel riechen, der aus dem aktiven Schlund des Kraters aufsteigt. Spannendes Skifahren! Um die Woche komplett zu machen, geht es um den Berg herum, in den noch kleineren Ort Nationalpark (Wie einfallsreich die Kiwis manchmal bei der Namensgebung ihrer Orte sind). Das Dorf ¿Nationalpark¿ ist Ausgangspunkt zum Whakapapa Skifield, wo ich die Skitage vier und fuenf am Mt. Ruapehu verbringe. Wieder Sonne und ueber Nacht Neuschnee, dazu den neuen Voelkl P60 RSL als Testski, Pistensau was willst Du mehr?
Ueber die Vulkane und die ganze vulkanische Region der Nordinsel gibt es eine schoene Maori Legende, die ich an dieser Stelle erwaehne: Man sagt der Ahne Ngatoroirangi (der Navigator des grossen Flosses) war kurz vor dem erfrieren, nachdem er die Berge und die Region erkundet hatte. Er rief seine Schwester in der pazifischen Heimat Hawaiiki, dass sie ihm Feuer sendet. Das Feuer kam auch, jedoch liess es auf dem Weg zu ihm einen Pfad von Feuer und Vulkanen hinter sich. Es verliess immer wieder die Erdoberflaeche, so bei Whakaari (White Island vor der Kueste Neuseelands), Rotorua und Tokaanu, bevor es Ngatoroirangi im Tongariro erreichte und ihm das Leben rettete.
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Datum des Eintrags:
10.11.2003 02.58 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.vnz.co.nz/photos/volcanic/062f.shtml
| |  | Zurueck im Auto und nach einem kurzen Blick auf die Karte ist das naechste Ziel ausgemacht. Richtung Osten fuer ca. drei Stunden durch Farmland, an Seen vorbei und durch ein grosses Waldgebiet bis nach Rotorua. Die Stadt ist Zentrum der geothermischen Aktivitaeten von Neuseeland. In dieser Region ist die vulkanische Vergangenheit der Nordinsel noch am Leben und man kann es ueberall sehen, erleben und vor allem riechen. Schon kurz bevor man in dies stadt kommt, ist der Schwefelgestank wahrnehmbar. Rechts und links am Strassenrand zischt und dampft es. Die Fluesse blubbern und der kochende Matsch spritzt aus allen Loechern. Es gibt vier bis fuenf Hauptthermal Gebiete, von denen ich mir die meisten bei meinem letzten Aufenthalt bereits angesehen hatte. Heute ist mein Ziel ein anderes. Das Polynesian Spa ist eines der schoensten Badehaueser der Welt. Mit verschiedenen Indoorpools, privat spas und diversen outdoor-rockpools die alle unterschiedliche Temperaturen haben. Direkt am Lake Rotorua gelegen, hat man hier besonders Nachts einen herlichen Blick auf die Lichter der Stadt und den Sternenhimmel. In 48 Grad heissen Wasser liegend, vergesse ich das kalte Wasser der Waitomo Caves ganz schnell. Ich erhole mich traumhaft und nach Tagen im Bus ist der hygienische Faktor auch nicht zu unterschaetzen. Zum Abschluss goenne ich mir noch eine Massage. Von oben permanent mit warmen Wasser berieselt, oelt mich eine polynesische Schoenheit ein und massiert mir Arme, Beine und Ruecken. Das Leben kann es gut mit einem meinen. Bevor ich wieder in meinen Bus ziehe, gehe ich noch ein Bier trinken und um den Tag abzurunden goenne ich mir auch mal einen Burger mit Pommes.
Am naechsten Morgen fahre ich frueh zum nahegelegenen Maori Dorf und Culture Centrum. Hier erlernen junge Maori Maenner die heilige Schnitzkunst ihrer Vorfahren, Frauen kochen in den heissen Quellen und waschen die Waesche in kochenden Fluessen. Die Erdwaerme wird voll genutzt und die ganze Kommune lebt damit und davon. Im ArtCraft laden kaufe ich einige schoene Schnitzereien. Als Material wird Knochen verwendet. Dieses Bone Carving hat eine alte Tradition und man schnitzt vier bis fuenf verschiedene Motive mit besonderen Bedeutungen fuer den Traeger und den Schenker. Danach geht es in das Thermal Reserve Waiotapu. Hier sehe ich mir Sintaterassen, heisse Schlammpools, kochende Fluesse, Vulkankrater usw. an (s. link). Es ist eines der unbekannteren, aber fuer mich schoensten der ganzen Thermal Gebiete. Und manchmal ist man sich sicher, das hier der Teufel wohnt!
Am fruehen Nachmittag geht es weiter. Auf dem Thermal Highway Richtung Sueden zum Lake Taupo und der gleichnamigen Stadt. Die Sehenswuerdigkeiten wie die Huka Falls und die Lake Walks kenne ich auch schon. Somit mache ich nur einen Stadtbummel und da es regnet, fahre ich noch ein bisschen weiter zum suedlichen Ende des Sees. In der kleinen Ortschaft Turangi mache ich halt fuer die Nacht. Ich nehme mir zur Abwechslung mal wieder ein Zimmer in einem Hostel und plane meine naechsten Schritte.
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Datum des Eintrags:
10.11.2003 02.33 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://goaustralia.about.com/library/weekly/aa072501a.htm
| |  | Am 20. August starte ich dann zu meiner Nordinselrundreise. Einen Monat verloren und mit einem stark geschrumpften Budget, muss ich meine Plaene etwas umwerfen. Einige der schoensten Gegenden der Insel, die ich z.T. 1995 besucht habe, wie z.B. die Coromandel, die Bay of Plenty und das Eastcape werde ich daher nicht bereisen.
Von Auckland aus fahre ich auf dem Statehighway No.1 diesmal in suedlicher Richtung aus der Stadt. Kurz vor der Stadt Hamilton halte ich mich rechts und bis ich nach 3 Stunden in der Region Waitomo ankomme. Ich habe mich immernoch nicht an die kurzen Wege hier gewoehnt und bin daher weit vor meiner Zeitplanung. Waitomo heisst auf Maori soviel wie Hoehlenwasser und das beschreibt die Region treffend. Das Land besteht ueberwiegend aus Karstgestein und unterirdische Wasserlaeufe haben im Laufe der Jahre riesige Hoehlensysteme gebildet. Dazu kommt eine weitere Besonderheit, die die Region Waitomo zu einer Haupttouristenattraktion machen. Ein Wurm der an feuchten, kalten Orten lebt und im dunkeln leuchtet. Die Waitomo Glowworm Caves sind daher auch mein Ziel. Allerdings will ich nicht mit den Busladungen an Japanern, Amis und anderen Touris auf Floessen durch die Hoehlen geschoben werden. Ich buche bei einer kleinen Agentur eine Adventuretour. Mit fuenf anderen Backpackern und unserem Maori Guide (der 10 Kinder mit zwei Frauen hat und uebersetzt Wasserfall heisst) geht es zu einem Hoehlensystem 25 ausserhalb des Ortes Waitomo. Hier ziehen wir uns Neoprenanzuege an, bekommen Wellingtonboots, wie die hier Gummistiefel liebevoll genannt werden , Seil und Klettergurt angelegt. Jetzt seilen wir uns 27m in die Tiefe ab. Am Grund der Hoehle stossen wir auf einen schnell fliessenden, eiskalten Bach. Ausserdem liegt hier unten fuer jeden ein aufgeblasener LKW-Schlauch bereit. Unsere Helmlampen eingeschaltet, den Schlauch unterm Arm, waten wir flussaufwaerts in die Hoehle hinein. Es ist totenstill, das Wasser ist eiskalt und reicht teilweise bis zur Brust. Oft muessen wir ueber Felsen klettern oder durch Loecher kriechen. In einer Art grossem Saal setzen wir uns auf einer Sandbank in die Ringe und loeschen unsere Helmlampen. Und jetzt bietet uns ein atemberaubendes Schauspiel. Unter der Hoehlendecke beginnen auf einmal tausende Lichter zu leuchten. Um uns herum ist alles schwarz und der Blick nach oben ist wie der Blick in einen Sternenhimmel. Die Glowworms (sie haben nichts mit unseren Gluehwurmchen gemeinsam) haengen hier unter der kalten, feuchten Decke und die Maennchen leuchten, um den Damen attraktiv zu sein. Es ist wunderschoen und erinnert mich an die klaren Sternennaechten auf den Ozeanen waehrend meiner GorchFock Zeit oder an die Naechte im australischen Outback. Nach rund 20 Minuten des stummen geniessens, beginnt jetzt unsere blackwater rafting Gaudi. Inzwischen an das kalte Wasser gewoehnt, werfen wir uns in unsere LKW-Schlaeuche und rauschen Flussabwaerts. Es ist ein riesen Spass und die Lampen lassen wir aus. Stockdunkel und ohne grosse Orientierung sind wir den Fluten des Flusses ausgeliefert. Wir stoppen erst an nach einer ganzen Weile und unser Guide verschwindet aufeinmal in einer Felsspalte. Etwas zurueckhaltend klettern wir ihm nach und er ueberrascht uns mit heissem Tee und Schokolade. Nach dieser Staerkung geht es durch einige Felsloecher zurueck zum Fluss und wir waten diesmal wieder Flussaufwaerts zurueck zu unserem Einstieg. Das Abseilen war ja ganz einfach, aber wie kommen wir wieder hoch. Unser Guide macht es uns vor. Gesichert klettert er an der Felswand hoch. Oben hakt er das Seil ein und sichert es fuer den naechsten. Einer nach dem anderen klettern wir die knapp 30 Meter aus der Hoehle hinaus. Es sieht von unten schwerer aus als es war, dennoch war diese Rockclimbing Einlage ein besonderer Abschluss dieser tollen Hoehlentour.
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Datum des Eintrags:
10.11.2003 00.07 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.pukenuilodge.co.nz/index.html
| |  | Wir rufen einen Abschleppdienst und ich lasse das Auto nach Pukenui, die naechste Ortschaft 40 KM suedlich, bringen. Hier gibt es eine Werkstatt, einen Campingplatz, ein Backpacker Hostel, ein Hafen mit Fischerbooten, einen Laden und ein Pub. Also alles was man braucht. Auf den Mechaniker muessen wir warten, er ist gerade raus zu einem anderen liegengebliebenen Auto. Der Abschlepper laedt mich aber schonmal fuer heute Abend in den Pub ein. Er ist sich sicher, dass ich laenger im Ort bleiben werde. Und so ist es auch. Mike, der Mechaniker ist irgendwann zurueck und sieht sich mein Auto an. Er sagt, er koenne es evtl. reparieren, hat aber vorher noch zwei andere Autos auf der Buehne stehen. Er faengt morgen an, ich kann im Auto schlafen und die Dusche und Kueche der Werkstatt nutzen. Carl, der nur einen Monat in Neuseeland hat, steigt hier aus. Er trampt Richtung Bay of Island, um seinen Trip ohne mich fortzusetzen. Ich habe Zeit, um mir ein bisschen die schoene Gegend anzusehen und gehe Abends auf ein Bier in den Pub. Mein Missgeschick ist schon ueberall bekannt und ich werde etwas bemitleidet und zum Bier eingeladen. Am naechsten Tag rollen wir meinen Bus in die Werkstatt, ich verabschiede mich bis morgen bei Meik und ziehe in den oertlichen Backpacker.Die Pukenui Lodge ist eine Oase und sicher einer der schoensten Backpacker bisher. Ich habe ein ganzes historisches Haus fuer mich alleine, der Garten, mit Pool, ist ein Traum und der Blick auf das Meer wirkt entspannend (s. Link). Das ist genau was ich jetzt brauche! Nachmittags trampe ich nach Kataia, in die 40 Km entfernte Stadt, wo es eine Bank gibt. Hier hebe ich Geld fuer die Reperatur ab und sehe mir die oertliche Maori Kunstaustellung an. Zurueck in Pukenui geniesse ich den Blick aufs Meer und versuche mich mit meiner Lage abzufinden. Meik kriegt den Wagen wieder hin, sagt er und ich glaube ihm.
Am naechsten Tag sagt er, das Teile aus Auckland unterwegs seien und wenn die Mittags eintreffen, schafft er es bis zum fruehen Abend. Und tatsaechlich steht gegen 5 mein Bus wieder auf dem Hof. Die Zylinderkopfdichtung war kaputt und er konnte es zumindest so reparieren, dass ich nach Auckland zurueck fahren kann. Es muss noch einiges gemacht werden, was er hier nicht kann. Ich bin trotzdem gluecklich und fahre zurueck nach Auckland. Doch fuer die 350 Kilometer brauche ich drei Tage, da ich alle 2 Stunden anhalten muss, um den Motor wieder runterzukuehlen. Am Berg, und davon gibt es hier viele, laeuft die Karre jedesmal wieder heiss.
Doch irgendwann schaffe ich es und total erledigt und niedergeschlagen stelle ich das Auto in einem Wohngebiet ab. Jetzt geht es erstmal zurueck ins CCB Hostal. Danach gehe ich zu Nick und frage, ob ich wieder arbeiten koenne. Er ist froh mich zurueck zu haben, da im Moment viel arbeit anliegt und es einige Personalengpaesse gibt. Ich kann somit meine Kosten wieder etwas einfangen und arbeite daher nochmal 14 Tage in Auckland. Das Auto habe ich inzwischen in eine Werkstatt gebracht, wo es komplett repariert wird. Der halbe Motor wird erneuert und letzendlich bekomme ich eine Rechung von 800 Dollar. Teurer Wagen, teurer Traum, aber ich habe ihn wieder und er laeuft! Wiedereinmal kuendige ich bei MoutainDesigns und bereite meine Abreise vor. Diesmal geht es in den Sueden und diesmal ist es endgueltig, wie ich hoffe.
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Datum des Eintrags:
10.11.2003 00.00 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Am naechsten Morgen starten wir nach einem Fruehstueck frueh, um zur Bay of Islands zu fahren. Den Weg zurueck fahren wir ueber die normale Strasse, die hier geschottert durch Far North geht. An einem Berg zehn Minuten unterhalb Cape Reinga, kommt auf einmal furchtbar viel Qualm unter unseren Sitzen hervor. Ich stoppe und schon ist mir klar, das mein Motor heissgelaufen ist. Der ganze Karren qualmt und kocht. Nein, bitte nicht denke ich. Ein Blick auf die Amaturen zeigt mir, das der Temperaturnadel auf Anschlag ist und die Benzinnadel auf empty. Ich kontrolliere das Kuehlwasser, aber der Tank ist ratzekahl leer! Scheisse, was machen. Carl faengt an das Handbuch zu lesen, hat aber keinerlei Erfahrung mit Motoren. Genau wie ich. Dafuer habe ich ja meinen Bruder. Das war schon immer so. Er repariert das Auto und ich mache seine arbeiten an der Schreibmaschine oder dem Computer. OK, es hilft nichts. Ich halte ein Auto an und lasse mich zur naechsten Tankstelle bringen, die zum Glueck nur 3 KM entfernt ist. Hier kaufe ich Oel und Benzin und frage schonmal vorsorglich nach einem Mechaniker. Zurueck am Auto fuelle ich Wasser, Benzin und Oel neu auf und versuche zu starten. Der Motor muesste inzwischen abgekuehlt sein. Doch nichts. Die Karre will nicht mehr. Ich verzweifele und bin kurz vor dem Heulen. Ich sehe meinen Traum dieser Reise wie eine Seifenblase zerplatzen. All mein Geld, meine Ziele, meine Wuensche und Hoffnungen stecken in diesem Auto. Das ist mein Leben im Moment, ich will es nicht verlieren. Das naechste Auto halte ich wieder an und wir schieben den Bus mit vereinten kraeften so, dass ich den Berg hinab rollen kann. Im zweiten Gang lasse ich den Wagen kommen und tatsaechlich springt er an. Ich schaffe es den Berg wieder hoch und stoppe auf der Spitze, um Carl zusteigen zu lassen. Doch dann geht er wieder aus. Nein, nicht schon wieder! Aber diesmal kann ich ja auf der anderen Seite runterrollen und wir schaffen es bis zur Tankstelle. Hier hilft mir das freundliche Personal und eine weibliche Mechanikerin sieht sich das Auto an. Doch was sie zu sagen hat, gibt mir den Rest: You cooked it, it¿s gone! Ich bin am Boden zerstoert. |
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Datum des Eintrags:
09.11.2003 23.27 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://goaustralia.about.com/library/weekly/blpic90mi.htm
| |  | Doch bevor wir das Cape Reinga erreichen, bestehen wir noch eines der grossen Abenteuer von Neuseealand. Eine Fahrt ueber den beruechtigten ninty-mile-beach. Das Nordkap der Nordinsel wird sinnigerweise ¿far north¿ genannt und ist 100 KM lang. An der Ostseite ist ein 90km langer Sandstrand (s.link), auf dem Mann bei Ebbe mit dem Auto fahren kann. Die Gezeiten sind hier genaustens einzuhalten, man muss immer wieder kleine Fluesse durchqueren und an einigen Stellen kann der Sand sehr weich werden. Motorradfahrer haben hier schon ihr Leben gelassen und viele Autos sind von der Flut ueberrascht wurden. So sieht man immerwieder verlassenen Autowracks im Sand stecken. Sicherheitshalbe erkundigen wir uns bei einer Feuerwache nach den Tidezeiten und fragen, ob mein Auto die Tour uebersteht. Aber wir bekommen gruenes Licht und es geht auf den Strand. Anfaenglich noch zoegerlich und etwas mulmig, fahre ich langsam dem Horizont entgegen. Doch schon bald bekomme ich mehr Mut und Vertrauen, kann den Strand ¿lessen¿ und peitsche teilweise mit 120 durch den Sand. Es ist einfach genial, diese Natuer, diese Freiheit. Links die tosende Brandung, rechts die Duenen und vor uns einfach nur Himmel und Sand. Doch nach einer Furt geht ploetzlich mein Motor aus. Scheisse was ist jetzt. Ich versuche zu starten, aber nichts. Das kann doch nicht sein, ich moechte mein Auto hier nicht verlieren. Nicht nur der finanzielle Verlust, mir wuerde genau das passieren, wovor immer gewarnt wird. Das Meer holt meinen Van. Doch nach einer Weile springt er an, puh, es ist wohl nur etwas Wasser in den Motor gekommen. Es geht weiter und man kann kein Ende entdecken. Wir sind mehr als 2 Stunden unterwegs, bevor es durch einen Fluss wieder vom Strand weggeht. Als wir uns wieder auf einer Strasse befinden, die hier oben alles ungeteert sind, atme ich doch ein wenig erleichtert auf. So genial das auch war, ich konnte meine Nervositaet nie ganz ablegen. Jetzt sind es nur noch 15 Kilometer bis zum Cape Reinga und damit dem noerdlichsten Punkt von Neuseeland. Puenktlich zum Sonnenuntergang sind wir da. An einem kleinen Leuchturm sitzend, den Blick auf das Meer, geniessen wir unser Leben bei einem traumhaften Sonnenuntergang und einem kuehlen Bier. Was kann es schoeneres in solchen Momenten geben? Ueber Nacht bleiben wir hier und wir sehen unser erstes Possum, was nachts ums Auto schleicht. |
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Datum des Eintrags:
09.11.2003 23.25 |
 |  |  | | | timo timo.walkabout@web.de
http://www.pbase.com/image/14332200
| |  | Vollgetankt, die Sonnenbrillen auf, Fenster runter und das Radio voll aufgedreht, fahren wir ueber die Auckland Harbour Bridge auf dem StateHighway Richtung Norden. Vorbei an den vielen Segelbooten in den Marinas der Vororte und mit einem letzten Blick auf die hinter uns liegende Skyline der ¿city of sails¿. Schon wenige Kilometer ausserhalb der Stadt verengt sich der Highway zu einer zweispurigen Landstrasse. Wir sind wirklich in Neuseeland und Carl ist fasziniert von dem satten gruen der Wiesen und den grasenden Schafen auf den Huegeln. Ich fahre diese Strecke heute schon zum fuenftenmal und freue mich trotzdem immerwieder ueber den Blick auf das blaue Meer und dieses gruen was man nicht beschreiben kann. Es ist gruener als das gruen was wir kennen, es ist tiefer, intensiver, irgendwie gesuender. Ich weiss es nicht, es ist einfach Neuseeland.
Unser erster Stopp ist die kleine Ortschaft Matakohe. Die Gegend hier war zur Pionierzeit noch mit grossen Waelder ueberzogen. Hier wuchsen die riesigen, einheimischen Kauribaeume und in Matakohe gibt es ein interessantes Museum dazu. Unsere Fahrt fuehrt uns weiter an die Ostkueste des Northlandes. Hier ist ein Teil des Waldes erhalten geblieben und hier stehen noch diese Baumriesen. Der Waipoua Kauri Forest beherbergt die groessten und dicksten Kauribaeume Neuseelands, die Namen wie Tane Mahuta oder Te Matua Ngahere (der Vater des Waldes mit einem Umfang von 16 m, s. link) haben. Den geplanten Yaks Trail, der durch diesen Wald fuehrt, koennen wir leider nicht komplett gehen, Abschnitte sind im Winter gesperrt. Die Nacht verbringen wir auf einem Parkplatz im Wald und haben mit Dosenbier und 2-Minute-Noodles ein herliches Dinner.
Weiter die Kueste hinauf, vorbei an den malerischen Kai Iwi Lakes, geht es zum Hakiango Harbour, wo wir einen traumhaften Blick auf riesige Sandduenen und die tosende Tasman Sea haben. Etwas landeinwaerts geht es mit einer Autofaehre ueber einen Meeresarm, um dann durch gruenes Farmland immer weiter in Richtung Nordcap der Insel. |
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Datum des Eintrags:
07.11.2003 14.37 |
 |  |  | | | Hacky ulfh@onlinehome.de
| |  | Hallo Chef,
ich hoffe bei Dir ist es etwas wärmer als im fast schon
winterlichen Bayern. Aber so lange es so schön trocken
ist und wir bald wieder Skifahren können ist für
uns die Welt noch in Ordnung. Ich wollte eigentlich
nur mal schnell bescheid sagen das ich mich zusammen mit
Anne gerne auf der kleinen Feierlichkeit sehen laasen würde:-)
Wenn es genehm ist. Meinen Schwager und meine Nicht sperren
wir irgendwo ein:-)
Ich wünsche Dir alles Gute
und komm gesund wieder.
Grüße aus München
Ulf |
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Datum des Eintrags:
06.11.2003 00.28 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www-2.cs.cmu.edu/afs/cs/user/ajw/www/auckland/images/DomainAndCity.jpg
| |  | Mit den anderen Langzeitlern im Hostal habe ich viel Kontakt und wir alle haben verdammt viele Reiseplaene und Erfahrungen, von denen es viel zu erzaehlen gibt. So z.B. Christoph, ein Sportstudent aus Muenster. Er war in China und Australien und will noch nach Suedamerika. Jetzt arbeitet er ohne Visa schwarz auf dem Bau. Genau wie Nicholas aus Wales, der in Asien und Australien war und nach Neuseeland ueber die Fijis nach Nordamerika und Mexiko will oder Will, ein Kanadier mit hollaendischer Abstammung. Er kommt gerade aus Thailand und will hier erstmal soviel Geld wie moeglich machen, um dann zu entscheiden, wie es weitergeht. Mit Clive aus England verbringe ich die meiste Zeit. Er studiert in Coventry Physiotherapie und arbeitet hier in den Semesterferien in einer Bank. Dann sind da noch Flavia und Marcel aus der Schweiz. Seit 2 Jahren reisen sie mit einer Triumph Tiger durch die Welt. Europa mit Skandinavien, den Baltik- und Ostblockstaaten, durch die Tuerkei in den Iran, nach Pakistan und Indien, Sudostasien bis nach Neuseeland. www.tiger-club.ch/weltreise Jetzt lassen die zwei ihr Motorrad general ueberholen, arbeiten zwischendurch auf einem Weingut und wollen schnellstens die Kiwiinseln erkunden, bevor es im Dezember nach Australien geht. Durch die beiden lerne ich dann auch Markus und Andy aus Dettmold (lt. Nelson Tageszeitung liegt das in der Naehe von Hamburg) kennen. www.worldtrucking.info Die zwei haben entschieden Deutschland den Ruecken zu zukehren, haben sich einen MagirusDeutz LKW umgebaut (11t, 700 CDs an Bord) und machten sich vor 14 Monaten auf, um Neuseeland ueber den Landweg zu erreichen. Jetzt warten sie auf ihr kleines Auto, was gerade von Australien verschifft wird, um dann in Neuseeland Fuss zu fassen.. Wir alle haben eines gemeinsam, kein Geld, aber viel Freude und Spass dabei. Abends ueberlegen wir uns, was zu tun ist und wie wir guenstig was erleben koennen. Doch meist sitzen wir in der Kueche und erzaehlen oder sehen uns Soaps und schlechte Filme im Fernsehen an. Oft gehen wir auch auf ein Pint oder Jug Lion Red in das Hasueigene pub. Das emBARgo ist im Keller und eine beliebte Kneipe in der Backpackerszene. Vor allem zu den Spielen der ALL BLACKs, ist der Laden gerammelt voll und wir sehen uns die grandiosen Siege in der Bar an. Die Rugby Nationalmannschaft ist der groesste Stolz des Landes (auch hier noch ein extra Bericht) und gewinnt die Prestigetraechtigen Turniere Trinations + Bledisloe Cup in diesem Jahr.
mit Clive verbringe ich die meisten Abende. Wir sind im gleichen Alter und haben den gleichen Geschmack was Bier, Zigarren, Frauen, Sport und Musik angeht. oft sitzen wir in der QF Tavern auf der Queenstreet und geniessen einfach das schoene Leben bei kalten Getraenken und Klassikern aus der Jukebox.
Ich habe die Moeglichkeit, als Tageloehner eine Segelyacht von Whangarei im Norden nach Nelson auf die Suedinsel mit zu ueberfuehren. Dummerweise kommt das Angebot gerade jetzt, wo ich schon Arbeit gefunden habe. So sage ich schweren Herzens ab und vermittele Christoph den Job. Er hat zwar keine Segelerfahrung, aber das muss der Bootsbesitzer ja nicht erfahren. hinterher erfahre ich, dass man aufgrund mangelndes Windes kaum segeln konnte. Fast die ganze Fahrt lief unter Motor und so habe ich nichts verpasst.
Anfang August zieht Carl aus Kanada im Hostal ein. Er ist 22. und in der Army. Soldaten sind sich untereinander sympatisch und so haben auch wir uns viel zu erzaehlen. Da es langsam an der Zeit ist, den Rest der Nordinsel zu erkunden, gruenden wir eine deutsch-kanadische Eliteeinheit und planen fuer eine Woche eine gemeinsame Reise mit meinem Van durchs Northland. ich kuendige meinen Job und am 3. August geht es los.
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Datum des Eintrags:
06.11.2003 00.26 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://pages.cpsc.ucalgary.ca/~rounding/photos/images/kiwi_05_17.jpg
| |  | Die naechsten fuenf Wochen gestalten sich relativ unspektakulaer. Zwischen 10 und 17 uhr arbeite ich in den Mountain Designs Filailen in der High Street oder in Newmarket.
Ich sehe mich nach einem Zimmer oder einer WG um und probiere verschiedene Hostals in Auckland aus, doch irgendwie lande ich immer wieder im CCB. Hier zahle ich 120 dollar (60 Euro) die Woche, habe eine zentrale Lage und allen Komfort den ich benoetige. Das ich das Zimmer mit sechs anderen Teilen muss, stoert dabei nicht. im Gegenteil, ich lerne immer wieder neue Leute kennen und es wird nie langweilig. Neben mir sind noch eine ganze Reihe anderer longterm Traveller im CCB. Wir sind eine nette Runde und treffen uns taeglich gegen 17:30 zum gemeinsamen kochen und Abendessen in der Hostalkueche. Ich fange an, mich in Auckland wohl zu fuehlen.
An den Abenden oder freien Tagen verbringe ich viel Zeit in der Auckland Domain, einem riesigen Stadtpark in dem man sich fuehlt, als sei man mitten in der Wildniss. Oder ich schlendere ueber den Uni Campus und durch den kleinen Albert Park, der sich direkt hinter unserem Hostal befindet. Bei schoenem Wetter ist es auch immer wieder ein Erlebniss runter zur Waterfront zu gehen. Hier im Hafen gibt es das spannende Maritime Museum, das alte FerryBuilding wo die Faehren nach Devonport, Waiheke Island und zu den vielen anderen Inseln des Huraki Gulfs ablegen. Und dann ist da natuerlich das Viaduct. Der neue gestaltete Americas Cup Hafen. Hier reiht sich eine gemuetliche Bar an die andere, von den teuren Terassen-Restaurants hat man einen Blick auf die noch teureren Yachten und hier kann man die Schoenen und Reichen flanieren sehen. Ein Bier im Loaded Hog, die Sonne und das Leben geniessen. Das funktioniert hier besser als anderswo. (Zum Americas Cup schreibe ich nochmal extra).
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Datum des Eintrags:
05.11.2003 00.39 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://210.9.64.23/index.cfm?CFID=4344012&CFTOKEN=47275026
| |  | Jetzt wo ich den Bus habe, kann ich aber Zeitgleich auch schonmal die groessere Umgebung von Auckland erkunden. So fahre ich mit Sarah und Seema zu den heissen Quellen Waiwera, wo wir einen relaxten Nachmittag in den thermal pools verbringen. Wir fahren mit dem Boot raus nach Waiheke Island, eine Insel unweit von Auckland im Hauraki Gulf, die mit traumhaften Straenden und tuerkisem Wasser auftrumpft und wo man in schoenen Gartenrestaurants lecker Essen und Kaffee trinken kann.
Uebers Wochenende mache ich meine erste laengere Ausfahrt mit dem Bus. Es geht nach Whangarei im Northland, wo ich abends im Lokal Pub die All Blacks gegen Wales sehe und tagsueber durch den schoenen Hafen schlendere und von der eigenen Segelyacht traeume. Ich fahre nach Tutukaka, wo ich einen Tauchtag buche. Wir fahren mit dem Boot raus nach Poor Knights. Das sind Felsinsel, eine Stunde vor der Kueste, die zum marine reserve erklaert wurden. Es ist hier verboten zu fischen und die Inseln zu betreten, um die einzigartige Tier-, Vogel- und Unterwasserwelt zu schuetzen. Die Tauchspots hier zaehlen zu den Top10 Plaetzen in der Welt und tatsaechlich ist es beeindruckend. Unterwasserhoehlen, soviele Fische das man kaum seinen Tauchpartner sehen kann und immer wieder farbige Korallen, die einen ins Staunen versetzen.
Ich fahre an die Surferstraende Piha und TeHenga und in die Waitakere Ranges, ein Waldgebiet im Westen Aucklands.
Zurueck in Auckland setze ich meine Jobsuche fort. Sarah und Seema sind inzwischen mit einem Backpackerbus auf ihre Rundtour ueber die Nordinsel gestartet.
In einem Geschaeft fuer Outdoorequipment bekomme ich dann eine ernstgemeinte Zusage. Man sucht derzeit Personal und wenn ich Erfahrung mitbringe, bin ich gern gesehen. Ich solle CV und Papiere (Visa etc) hierlassen und in ein oder zwei Tagen nochmal vorbeischauen. Und tatsaechlich stehe ich eine Woche spaeter das erste Mal als Verkaeufer im Geschaeft. Natuerlich habe ich meine Faehigkeiten und Erfahrungen etwas in die Richtung Camping-, Bergsport und Outdoorequipment Verkaeufer gedreht. Aber wie mein Chef, Robert Abele, immer sagt, ¿alte Regel: wer Reifen verkaufen kann, kann alles verkaufen¿, bin ich ueberzeugt das ich das hinbekomme. Mein Chef, Nick, ist Schotte und genau wie ich, mit einem work&holiday Visa nach Neuseeland gekommen. Auch er ist als Backpacker unterwegs gewesen und prophezeit mir, das ich hier leicht haengen bleiben koenne. Abwarten. Ich arbeite auf Teilzeitbasis, als Assist. Da es aber in Auckland zwei Geschaefte von Mountain Designs (australisches Unternehmen und eigene Marke) gibt, habe ich genuegend Einsaetze und kann ganz gut verdienen. Obwohl die Loehne in Neuseeland verdammt niedrig sind. Ich bekomme netto 10,37 $ die Stunde (5 Euro). Ein Hilfsarbeiter auf dem Bau bekommt ungefaehr das gleiche. Nick als Shopmanager hat ein Jahresgehalt von ca. 30.000,-- $. Allerdings sind Mieten, Lebenskosten, Benzin etc in NZ auch so billig, dass man davon gut leben kann.
Die Arbeit macht mir super Spass und schon nach zwei Tagen habe ich volle Freiheiten ueber Kasse und Verkauf. Ich arrangiere den Verkaufsraum etwas um und bin bemueht eine hohe Marge zu erzielen. Also keine Rabatte und immer das teuerste zuerst anbieten. Spezialist bin ich bei Skijacken und Rucksaecken. Es klappt alles ganz gut und Nick bietet mir schon nach zwei Wochen eine laengerfristige Beschaeftigung an. Ich zoegere aber, denn ich bin ja immernoch Reifenverkaeufer und nur auf Urlaub hier!
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Datum des Eintrags:
05.11.2003 00.37 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.backpackerboard.co.nz/photo_gallery/auckland/auckland_city
| |  | Irgendwann nach einer Woche wird mir allerdings bewusst, dass der Wechselkurs vom Neuseelanddollar nichts mit den Pesos in Suedamerika gleichhat und so stelle ich diesen Lebensstil schnellstens wieder ein.
Jetzt heisst es wieder selber kochen, Umzug in ein billigeres Zimmer und Jobsuche. Mein Plan ist es, fuer zwei Monate in Auckland zu arbeiten und dann fuer je zwei Monate ueber die Nord- und die Suedinsel zu reisen. Und da ich das ganze unabhaengig und in Freiheit machen will, brauche ich ein Fahrzeug. Ausserdem ist das bei fast 6 Monaten auch der guenstigste Weg, dieses Land kennenzulernen.
Mit Lebenslauf (Industrial Manager with skills in everything which is necessary) bewaffnet, mache ich mich auf und gehe von Shop zu Shop, in Kneipen, Bars und Restaurants, in Kinos, zu Weinguetern, zu Starbucks und McDonnalds, zur SkyTower Agency und zu Fullers Ferrys, die Faehren im Hauraki Gulf unterhalten. Ueberall fuelle ich Bewerbungsboegen aus und hinterlasse meinen CV (curriculum vitae). Zeitgleich klappere ich die SchwarzenBretter der Backpacker Hostel ab und halte Ausschau nach Stellen- und Autoanzeigen.
Dabei treffe ich Lisa, die gerade versucht ihren Toyota Bus zu verkaufen. Wir machen eine Probefahrt mit dem Van, der zu einem Camper umgebaut ist. Eigentlich im Vorfeld nicht das, was ich gesucht hatte, aber die Karre gefaellt mir. Ich handele 1000 Dollar runter und kaufe den Van fuer 1500 $. Dazu erhalte ich noch ein Zelt, zwei Schlafsaecke, Gaskocher und Kochgeschirr und ein Mobilphone. Ich fuehle mich zurueck in der Zivilisation. Schicke Klamotten, Handy, Auto und Job. War es nicht genau das, was ich vor meiner Reise hinter mir lassen wollte? Aber ich bin immernoch in Neuseeland, am anderen Ende der Welt, ich lebe immernoch meinen Traum und brauche dafuer nur ein paar Dollar. Also muss ich etwas arbeiten. Aber nicht als Kellner oder Barmann, was man mir schon am ersten Tag meiner Jobsuche anbietet. Ich kann arbeiten, wenn andere feiern.
Also mal abwarten was aus den anderen Bewerbungen wird und weiter suchen.
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Datum des Eintrags:
05.11.2003 00.28 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.econometricsociety.org/meetings/am01/content/nzpics/westhavennight.jpg
| |  | Neben der Queenstreet gibt es noch einige weitere Centren in der Innercity. So z.B. poshy Parnell mit seinen Botiquen, teuren Restaurants und Bars, Newmarket mit seinen Shoppingcentern und dem lebendigen Broadway ist die Einkaufsmeile der Locals, die K Road am suedlichen Ende der City bietet Discos, Restaurants, Bars, 2nd Hand Laeden usw. fuer die junge und alternative Szene, sowie ein bisschen Rotlichtviertelflair. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt Ponsonby. Fuer mich eines der besten Viertel Aucklands mit netten Haeusern im Kolonialstil, Kneipen, Bars und guten Restaurants in gemaessigter Preislage, Supermaerkte und nur ein paar Minuten zum Wasser, zu Parkanlagen und zur Queenstreet. Wie wir von Parker erfahren ist Ponsonby auch Zentrum der Schwulen und Lesbenszene.
Parker ist einer dieser Klischee-Schwulen. Frauentyp und schwiegermutterheld, gross, dunkelhaarig, strahlend blaue Augen, gepflegt, gutaussehend. Und Homosexuell. Und das lebt er bewusst und komplett aus. Wir haben viel gelacht, denn er nimmt sich und das Tuntige gern selber auf die Schippe.
Zum Abendessen an unserem 2. Tag in Auckland gehen wir nocheinmal in den Skytower. Das Panorama-Restaurant ¿Observer¿ bietet ein ausgezeichnetes Buffet fuer 30 $ an. Wir schlemmen: frischen Fisch, Meeresfruechte, Lamm, Rind, Hirsch, Schwein und viel frisches Gemuese. Zum Nachtisch gibt es Eis, Pudding, Tiramisu, Goetterspeise, Kaese und Schokolade. Auch der obligatorische Wein aus Neuseeland schmeckt vorzueglich. Leider ist hier Rauchverbot und ich ken meine Davidoff Zigarre, die ich Duty Free am Flughafen erstanden hatte, hier nicht rauchen. Aber zum Abschluss ziehen wir noch durch diverse Bars und Coktaillounges, wo wir einen ersten Eindruck vom Nachtleben dieser Stadt bekommen. Hier lerne ich auch, dass man auch mit 29 noch den Ausweiss bei sich haben muss, um in eine Bar Einlass zu bekommen.
Allerdings kam ich mir in meinen Trekkinghosen und Wanderstiefeln immer etwas undressed vor, so dass ich den Samstagnachmittag fuer eine kleine Shoppingtour nutzte. Ich kaufe ein stylisches Hemd und eine braune Feinkordhose. Obwohl ich Kord doch so hasse. Musste ich naemlich als Kind immer zum Nikipullover tragen. Diese Reise veraendert mich tatsaechlich.
Wir verbringen noch drei weitere Tage zusammen, haben jede Menge Spass, gehen viel aus und erkunden tagsueber die Stadt. Morgens beim Fruehstuecken erzaehlt Parker von seinen naechtlichen Aufreisstouren in den Schwulenbars der Stadt. Ganz im Stile einer Frau, wird dabei auch kein Detail ausgelassen und Sarah, Seema und Chrissie wollen dann auch genau ueber DIE Groesse informiert werden. Es stimmt also doch, dass Frauen immer darueber reden. Jetzt mit 3 ¿ Maedels am Tisch habe ich den Beweis! Obwohl die perfekte Groesse fuer Parker deutlich voluminoeser ist, als fuer die drei ¿echten¿ Frauen. Beim Besuch einer Desinger Botique fuer Sextoys wird darueber nochmal ausfuehrlich diskutiert.
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Datum des Eintrags:
05.11.2003 00.24 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.americaone.org/newzealand/auck2.html
| |  | Der Airport Shuttle Bus faehrt uns fuer 10,-- $ direkt zum Hostel. Es ist 6:30 Uhr , die Sonne geht langsam auf und die Millionenstadt AUCKLAND erwacht langsam. Der Berufsverkehr ist noch relativ gering und in den Vororten sehen wir vereinzelt einen morgendlichen Jogger um die Haeuser rennen.
Je naeher wir der City kommen, desto klarer und haeufiger faellt unser Blick auf ein neues Wahrzeichen der Stadt. Der Auckland Skytower ragt weit ueber die Skyline von Downtown hinaus. Mit 328 Metern ist der Tower auch das hoechste Gebaeude der suedlichen Hemisphaere.
Unser Bus haelt in der Lorne Street und wir beziehen im CentralCityBackpackers ein 4 Bett Dorm. Das Zimmer ist klein, mit 2 Stockbetten, einem Fenster zum Hinterhof und mit 22 $ auch relativ teuer. Egal, ist ja nur fuer die ersten Tage, solange ich mit Seema und Sarah zusammen bin. Jetzt gehen wir erstmal auf ein 2. Fruehstueck und auf einen ersten Bummel ueber die hektische Queenstreet. Die Queenstreet ist Aucklands pulsierende Lebensader, Stadt- und Finanzcentrum und beruehmteste Strasse. Es geht hektisch zu, ueberall stroemen aufgestylte Menschen aus Bussen, Seitenstrassen und Autos, um in ihre Bueros und Banken zu gelangen. Der Verkehr, die Menschen, die Art der Kleidung und die Geschaefte mit ihren grossen Schaufenstern zeigen mir deutlich, dass ich jetzt nicht mehr in Suedamerika bin. Jetlag und Kulturschock auf einmal. Wie anstrengend! Aber es ist auch faszinierend. Die Auswahl auf der Fruehstueckskarte stellt mich vor Probleme. Es gibt nicht nur Jam+Toast or Eggs+Bread, sondern Bagels, Muesli, Joghurt, Sausages usw. Und dann die Kaffeauswahl: Cappuccino, Moccacino, Latte, Espresso, Long Black¿ ich weiss garnicht was ich will. Gibt es denn hier kein Nescafe?
Gegen Mittag treffen wir dann einen Freund von Sarah aus den USA. Gerade zurueck von den Fidschis, ist er gemeinsam mit einer Freundin ebenfalls fuer ein paar Tage in Auckland. Parker und Chrissie kommen aus Kalifornien und Sarah hat Parker in einem Hostel in Malibu kennengelernt. Zu fuenft erkunden wir jetzt die Stadt. Mit dem Fahrstuhl geht es fuer 12 $ zur Aussichtsetage vom Skytower. Der 360 Grad Rundblick ueber die Stadt ist faszinierend. Auckland ist eingerahmt von zwei Meeren. Im Westen die Tasman Sea und im Osten der Pazifik. Von hier sieht man auch warum Auckland ¿City of sails¿ genannt wird. Im Hafen unter uns liegen tausende kleiner und grosser Segelboote. Man sagt jeder Aucklaender haette sein Boot, aber nicht jeder Aucklaender kann segeln. Dennoch ist Wasser- und Segelsport des Kiwis liebste Freizeitbeschaeftigung. Und hier in Auckland und dem Hauraki Golf mit seinen vielen Inseln geht das natuerlich besonders gut. Beeindruckend ist auch die Auspraegung und Weite der Stadt. Abgesehen vom absoluten Stadtzentrum sieht man kaum Haeuser die mehr als zwei Etagen haben. Ausserhalb des CityCenters kommt man sich daher immer vor wie in einer Kleinstadt und das gibt der Stadt ein besonderes Flair. Eine weitere Besonderheit der Stadt laesst sich ebenfalls deutlich von hier oben sehen. Auckland ist auf 48 Vulkankegeln errichtet, von denen einige als Parkanlage dienen, das Stadtbild praegen und gute Orientierungspunkte bilden. Der hoechste von Ihnen ist Mt. Eden und auch ein Blick von diesem 196m hohen Berg ist fantastisch. |
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Datum des Eintrags:
01.11.2003 18.25 |
 |  |  | | | Schnieke M.u.F.Anders@t-online.de
| |  | Hi Timo,
Deine Reiseberichte lesen sich wie immer super. Doch eins kann ich nicht so richtig glauben.
Es soll in der Politik wirklich jemanden geben, der häßlicher als Angela ist. Bist Du dir da sicher ?
Laß es dir den Rest Deiner Zeit gut gehen.
Bis demnächst,
Schnieke und Familie
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Datum des Eintrags:
28.10.2003 13.20 |
 |  |  | | | Anne lars.gorny@t-online.de
| |  | Hallo Timo, jetzt ist etwas Zeit und ich melde mich nochmal.
1. ich komme Sylvester gerne zu deiner Party, habe aber mit Mann und Kind noch nicht gesprochen. Die müssen aber mit!!!!
2. können bei uns auch noch 2-3 Personen übernachten, falls Bedarf da ist.
3. helfe ich euch gerne bei den Vorbereitungen .
Tja, ansonsten ist das Leben mit Kind fast so aufregend wie dein walkaround
und solllte die nächste Herausforderung an dich stellen!
Obwohl, so ein bisschen neidisch bin ich ja schon, ABER ich wollte es nicht anders.
Bis demnächst Grüsse aus Münchehof von Anne und Familie |
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Datum des Eintrags:
28.10.2003 02.22 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Geographisch ist NZ klein, aber oho! Die Hauptinseln sind Nord- und Suedinsel. Es gibt aber noch zwei weitere interessante Inseln von Bedeutung. Im Sueden Stewart Island und 800 KM oestlich die Catham Islands. Ausserdem gehoeren natuerlich noch unzaehlige weitere kleine Inslen und ein Teil der Antartic gehoert ebenfalls zu NZ. Insgesamt hat NZ eine Flaeche von 268000 qkm und liegt damit groessenmaessig zwischen Grossbritanien und Deutschland. Allerdings leben hier nur ca. 3,8 Mio Menschen. Davon alleine 1,2 Mio in Auckland, der groessten Stadt des Landes. Insgesamt wohnen 70% der Bevoelkerung in den fuenf groessten Staedten. (Auckland, Wellington, Christchurch, Hamilton und Dunedin) Auf der gesamten Suedinsel leben nur 1 Mio Menschen, die Bevoelkerungsdichte von NZ ist 13,7 Menschen/qkm (im Vergleich Deutschland 230/qkm). Neben Europaeern und Maori leben noch rund 6% Polynesier und ca. 6% Asiaten in NZ.
Landschaftlich wurde und wird (wie ich immer wieder zu spueren bekam) NZ von der Grenzlage an zwei Kontinentalplatten gepraegt und gebildet.Die Indisch-Australische und die Pazifische Erdplatte treffen hier direkt aufeinander. Druckt uebt ausserdem die antarktische Platte aus, die im Sueden anschliesst, sodas es auf der Nordinsel ein auesserst aktives Vulkanleben gibt und die Suedinsel mit staendigen Erdbeben zu leben hat. Waehrend meines Aufenthaltes im September 95 brach der Vulkan Mt. Ruapehu aus und verspruehte wochenlang Steine und Asche ueber die Nordinsel. Am 22. August diesen Jahres gab es im Fiordland der Suedinsel das staerkste Erdbeben der juengeren Geschichte (7,2 auf der Richterskala).
Abschliessend noch etwas zu den Kiwis: Urspruenglich bezeichnete man nur den bedrohten, flugunfaehigen Vogel als Kiwi. Der Kiwi ist ein nachtaktiver, brauner, bis zu 50cm grosser Laufvogel mit einem langen Schnabel und grossen Fuessen. Er ist Wappen- und Nationaltier der Neuseelaender, die den Spitznamen Kiwis aufgrund des Vogels bekommen haben. Einen Neuseelaender als Kiwi zu bezeichnen oder ihn so anzusprechen gilt als hoeflich, freundschaftliche Art. Die Kiwi-Frucht, heisst eigentlich Chinese Gooseberry und wurde aus China eingefuehrt. Erst in der 50ern wurden Plantagen angelegt und man brauchte einen Marketing-tauglichen Namen. In einer Wahl kam dann der Name Kiwi-fruit zustande, unter der die Frucht seither erfolgreich exportiert wird. Ein Kilo dieser Koestlichkeit kostet hier ca. 1,-- Euro!
Ueber weitere Themen, die unmittelbar mit NZ verbunden sind, wie z.B. Rugby und die All Blacks, Segeln und der Americas Cup und natuerlich, derzeit aktuell, Lord of the Rings schreibe ich in spaeteren Berichten. Auch die einzelnen Landschaften und Regionen werden noch genauer erwaehnt. Jetzt geht es ersteinmal in die Metropole von NZ, Auckland.
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Datum des Eintrags:
28.10.2003 02.07 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Kurz nach Cook kamen die ersten Europaeer um das neue Land zu besiedeln (und auszubeuten). In kurzer Zeit waren Robben und Wale annaehernd ausgerottet und die Bevoelkerung der Maori wurde durch eingefuehrte Krankheiten dahingerafft. Das kriegerische Volk der Maori metzelte sich aber mit den neuen Feuerwaffen auch gegenseitig nieder, so das ihre Zahl sich weiter reduzierte.
Dann kam die Kirche, uebersetzte die in Bibel in Maori und christianisierte die ¿Wilden¿. Es dauerte nicht lange und die Kultur, die Tradition und die spirituellen Werte der Maori waren ebenfalls fast verschwunden.
Die Besiedelung durch Europaeer nahm zu und damit auch das Problem der Landrechte. 1840 wurde dann zwischen 45 Maori Haeuptlingen und der britischen Krone der Vertrag von Waitangi aufgesetzt und unterschrieben. Er sicherte den Maori die gleichen Rechte und Pflichten zu wie den britischen Buergern und sollte fuer faire Verkaufspreise fuer die Laendereien sorgen. Natuerlich klappte dies nur bedingt und der Vertrag ist noch heute ein heiss diskutierter Gespraechsstoff.
Neuseeland fing als selbstverwaltete britische Kolonie an, wurde dann Staat des britischen Commonwealth und ist seit 1947 ein formal, unabhaengiges Land.
NZ Soldaten kaempften in div. Kriegen an der Seite der Briten und die NZ SAS gilt heute als eine der besten Eliteeinheiten der Welt, von deren Existenz kaum jemand weiss.
In der Zeit zwischen 1950 und 1980 war NZ ein Hauptlieferant von Agrarprodukten innerhalb des Commonwealth und es ging Land und Buergern wirtschaftlich so gut, dass eine weitere Bevoelkerungswelle aus Europa und Asien einsetzte. Mit der EU kam dann die wirtschaftliche Krise. Viele Kiwis verliessen das Land in Richtung Australien, England und Amerika. In den 80ern wurde das gesamte Steuer-, Sozial-, Arbeits- und Finanzsystem geaendert. Es folgten Regierungs- und Politikerwechsel und diverse Parteien- und Kabinettsumbildungen. Seit den 90ern orientiert man sich nicht mehr nach Europa und Amerika, sondern man ist sich seiner Stellung im Pazifikraum bewusst. Maerkte wie Australien, Japan und die Pazifischen Inseln sind jetzt die Hauptwirtschaftspartner. Der wirtschaftliche und politische Aufschwung kam und derzeit geht es NZ besser als vielen anderen Laendern auf der Welt.
Helen Clark ist derzeitige Premiereministerin (und noch haesslicher als Angela Merkel) und die Labourpartei in Koalition mit den Gruenen bildet die Regierung. Die Maori sind zu einer politischen Kraft zurueckgekommen und kaempfen vermehrt fuer ihre Rechte und Traditionen.
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Datum des Eintrags:
27.10.2003 20.31 |
 |  |  | | | Anne Gorny lars.gorny@t-online.de
| |  | Hallo Timo, habe heute durch Zufall von deiner Seite erfahren. Ulf hat mir nichts davon erzählt, dieser Lümmel!
Jetzt bringe ich erstmal die kleine Svea ins Bett und melde mich später nochmal.
Bis dann Anne |
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Datum des Eintrags:
27.10.2003 20.22 |
 |  |  | | | Hacky ulfh@onlinehome.de
| |  | Moin Cheffe, was macht die Kunst??? Hoffe läuft alles Plan mäßig.
Einen lieben Gruß aus München. Hoffe wir sehen uns Silvester in alter Frische. Bei mir war im Moment ein wenig Streß auf der Arbeit. Samstag und Sonntag arbeiten. Das hat jetzt hoffentlich bald ein Ende. Das Wetter ist hierr im Moment eigentlich für bayrische Verhältnisse nicht schlecht. Zwar kalt aber doch eigentlich sehr schön. Bei Dir wird es bestimmt ein paar Grad wärmer sein. Also, ich wünsche Dir alles gute und wäre froh mal wieder was zu hören. Grüße aus München.
Ulf |
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Datum des Eintrags:
26.10.2003 00.49 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Im Gegensatz zu Australien, Amerika oder anderen Laendern, gab es in NZ keine Ur-Einwohner. Durch die fruehe Abspaltung von Australien bzw. Gondwana (dem Ur-Kontinent) gab es, bis auf zwei Fledermausarten, nicht einmal Saeugetiere. Die ersten Siedler kamen aus Polynesien. Diese Zeit der Besiedlung, ca. 500-800 n.Chr., ist nicht ganz bekannt. Manche sagen auch, dass schon wesentlich frueher Menschen in Neuseeland an Land gingen, nur weiss man nicht, ob sie blieben. Erwiesen ist allerdings, das diese Menschen brilliante Seefahrer waren und die Navigation nach den Sternen wie kaum andere beherschten. So haben sie ueber viele Jahre hinweg den gesamten pazifischen Raum, in einem Dreieck von Hawaii ueber die Osterinsel bis nach Neuseeland, besiedelt. Der Sage nach kamen sie von Hawaiki (vermutlich bei Tahiti) und Maui war der Schoepfergott. Wissenschaftler sagen, sie kamen aus Asien, andere, wie Thor Heyerdahl, sagen, sie kamen aus Suedamerika.
Man nannte/nennt die ersten Siedler Maori, deren Nachfahren heute noch knapp 15% der NZ Bevoelkerung ausmachen. Sie nannten das Land AOTEAROA, das Land der langen weissen Wolke. Ihr Alphabet kennt kein S, daher ist die Mehrzahl auch MAORI und nicht, wie es oft falsch geschrieben wird, Maoris.
Mit der 1. und 2. Besiedlungswelle durch die Maori kam auch die erste Zerstoerungswelle des Landes. Man jagte den Moa, ein riesiger Straussenvogel der die einzige Fleischquelle war, bis zu seiner ausrottung. Eingefuehrte Ratten und Hunde sorten fuer das gleiche Ergebnis bei vielen kleineren Vogelarten.
Die ersten Europaeer kamen 1642 aus Holland. Abel Tasman entdeckte NZ auf der Suche nach dem unbekannten suedlichen Kontinent (der das Gegengewicht zu den Kontinenten auf der Nordhalbkugel darstellen sollte), verlor aber das Interesse, nachdem er beim ersten Landgang drei seiner Seeleute verlor. (Die von Maori getoetet und verspeisst wurden). Erst 120 Jahre spaeter, 1769, kam James Cook nach NZ. Er umsegelte die Inseln mehrfach, hatte freundliche Kontakte zu den Maori und erhob Anspruch fuer die britische Krone auf das neu entdeckte Land. Der Name Neuseeland geht aber auf Abel Tasman zurueck, der es nach der hollaendischen Provinz Nieuw Zeeland benannte.
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Datum des Eintrags:
26.10.2003 00.27 |
 |  |  | | | Timo Timo.walkabout@web.de
| |  | Neuseeland hat, wie Deutschland auch, vier ausgepraegte Jahreszeiten. Das Klima auf der Nord- und Suedinsel unterscheidet sich leicht. Generell gilt jedoch, im Sommer ist es warm, im Winter wird es kalt (bitterkalt). Fruhling und Herbst kommen teilweise mit Wind und Regen, aber auch Sonne und waerme, daher. Der Norden ist milder und sub- tropisch, der Sueden rauher und kaelter. Von heissen, tropischen Inseln im Suedpazifik ist also nicht die Rede.
Die Westkueste ist rauh und der regenreichste Abschnitt des Landes (ca. 7200mm/Jahr). Die Ostkueste ist dagegen sonnig, flach und laedt zum baden ein. Surfer fuehlen sich an der Westkueste der Nordinsel am wohlsten. Auf der Suedinsel erstreckt sich von Nord nach Sued ein riesiges Gebirge, die sogenannten southern Alps. Diese Bergkette hat ueber 20 Berge, die hoeher als 3000 Meter sind und ganzjaehrig Schneebedeckt sind. Es gibt Gletscher die sich aus diesen Hoehen bis auf Meeresniveau hinab bewegen und die Skisaison geht von Juni bis November und ist damit wesentlich laenger als in Europa. Der Norden beider Inseln ist dagegen ganzjaehrig mild und es gibt traumhafte Straende die von Oktober bis Mai zum baden einladen.
Neuseeland (NZ) ist auch das Land, welches am weitesten von Deutschland entfernt liegt. Wuerde man von Deutschland aus ein Loch durch die Erdkugel bohren, kaeme man ziemlich genau in NZ raus. Der Flug hierher dauert ca. 25 Stunden. Es gibt keine giftigen oder gefaehrlichen Tiere (ausser zwei seltenen Spinnen, die wohl auch noch niemanden gebissen haben und wahrscheinlich aus Australien stammen). Das was wirklich gefaehrlich ist, ist das WETTER. Die Sonne kann schnell zu Verbrennungen verursachen und Regen und Kaelte, gerade im Busch, koennen leicht zu lebensgefaehrlichen Situationen und Unterkuehlung fuehren. Kriminalitaet beschraenkt sich auf Autoaufbrueche und Diebstaehle und ist ansonsten im Vergleich zu Europa kaum vorhanden. Allerdings haben sich einige Banden auf das Aufbrechen von Miet- und Camperautos spezialisiert, sodas man sich ueberlegen sollte, wo man sein Auto ueber Nacht parkt.
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Datum des Eintrags:
26.10.2003 00.07 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Jetzt bin ich also wieder in NEUSEELAND. Dem Land wo wahrscheinlich fuer mich alles angefangen hat. Zumindest ist mein Fieber, das Reisefieber, hier ausgebrochen. Im September 1995, also ziemlich genau vor 8 Jahren, bin ich zum ersten Mal hier gewesen. Anfaenglich eine geplante Reise zu zweit, die unfreiwillig zu einem Solotripp wurde. Im nachhinein das beste was mir passieren konnte. Neuseeland war damals immer mein Traumland. Irgendwann habe ich als Kind gehoert, dass es hier moeglich ist, an einem Tag im Meer zu baden und in den Bergen skifahren zu gehen. Das wollte ich auch, da musste ich hin. Die damaligen vier Wochen im Mietcampervan haben mir eine Idee gegeben, welche Moeglichkeiten dieses wunderschoene Land zu bieten hat. Natuerlich brauche ich mehr Zeit und so stand irgendwie schon damals fuer mich fest, hier komme ich wieder her. Und jetzt bin ich wieder da! In Neuseeland, bei den Schafen und verrueckten Menschen, die ueberall runter springen, was hoeher als drei Meter ist. Aber was weiss man eigentlich sonst so ueber dieses Land? Kiwis, Inselstaat irgendwo im Pazifik, Greenpeace + Versenkung der Rainbow Warrior, Sir Edmond Hillary, die All Blacks und die Fussballfans wissen, dass von hier die entscheidene Stimme zur Vergabe der WM2006 gekommen ist. Um das ganze mal aufzufrischen bzw. zu vertiefen, hier die fur mich wichtigsten und interessantesten Fakts ueber dieses Land und seine Menschen. |
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Datum des Eintrags:
25.10.2003 23.55 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Der Flug verlaeuf ansonsten angenehm. Das Essen ist gut, die Auswahl der Viedeos ist aktuell und vielfaelltig. Ich sehe mir JLo in Maid in NewYork und Sandra Bullock mit Hugh Grant in einer weiteren Romanze an. Der Bildschirm ist im Ruecksitz des Vordermannes und man kann Zeitpunkt und Film jederzeit frei waehlen. Will man zwischendurch schlafen oder essen, drueckt man Pause. Auch die Wahl der Sprache ist interessant. Hier kann man endlich mal Originalversion mit der Uebersetzung vergleichen und feststellen, wie beschissen sich manchmal die deutschen Stimmen anhoeren. Auch gibt es oft Uebersetzungsfehler bzw. es gibt Bezeichnungen in Englisch, die man nicht eins zu eins uebersetzen kann. Die Stimme von JLo ist im original auch viel erotischer!
Die 13 Stunden vergehen im wahrsten Sinne des Wortes wie im Fluge. Aber es passiert nocht etwas anderes, etwas nicht erklaerbares. Ein Diebstahl, ein Wunder, ein Disaster? Ich weiss es nicht? Fuer 24 Stunden gehe ich verloren. Ich verschwinde von dieser Welt. Einen ganzen Tag gibt es mich nicht. Oder anders, es gibt einen ganzen Tagen in meinem Leben nicht. Am Dienstag den 04.06.2003 fliege ich in Santiago de Chile ab. Der Flug dauert 13 Stunden und ist bei Start und Landung puenktlich, aber ich komme erst am 06.06.2003 in Auckland , Neuseeland an. Wo ist Donnerstag der 05.06.2003? Mir fehlen 24 Stunden, ein ganzer Tag!
Na klar, wer von Amerika ueber den Pazifik fliegt, ueberquert die internationale Datumsgrenze. Irgendwo muss ja einmal ein Tag anfangen bzw. aufhoeren. (An dieser Stelle muss ich einmal das Buch ¿Fruehstueck mit Kaengurus¿ von Bill Bryson empfehlen, der in diesem Buch ueber Australien ein aehnliches Gefuehl beschreibt).
Als ich dann morgens um 5:30 Uhr in Auckland am Gepaeckband stehe, habe ich mich mit dem Verlust abgefunden und freue mich auf einen neuen Abschnitt meiner Reise. Bevor ich jedoch richtig in Neuseeland einreisen darf, wird mein Gepaeck von einem Hund beschnueffelt (auf der Suche nach Lebensmitteln) und mein Zelt muss zum Veterenaerdienst, um den Boden von Bakterien und Erdresten zu befreien. Neuseeland achtet naemlich peinligst genau darauf, dass keine Krankheitserreger oder andere Keimzellen eingefuehrt werden, die es hier noch nicht gibt. Die Tier- und Pflanzenwelt muss geschuetzt bleiben. Aber irgendwann bekomme ich alles wieder und in der Zwischen zeit trinken Seema, Sarah und ich erstmal einen Kaffee und Fruehstuecken etwas. Es gibt hier richtigen Filterkaffee. Boah, wat nen Luxus! Danach fahren wir mit dem Airport-Shuttle in die Stadt. Sarah hat in Auckland mal fuer 6 Monate gelebt und kennt ein gutes Hostal im Zentrum.
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Datum des Eintrags:
25.10.2003 23.54 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Kurz nach dem check-in treffen wir Sarahs Mitbewohnerin aus London. Die beiden haben Suedamerika zum Teil gemeinsam, in den letzten vier Wochen aber getrennt bereist. Die Freundin heisst Seema und ist Englaenderin mit indischen Wurzeln. Sie ist verdammt huebsch und bestaetigt mal wieder, dass die schoensten Frauen doch aus Indien kommen (in harter Konkurenz zu Argentinien). Seema ist zudem auch noch aeusserst sympatisch und auch mit ihr verstehe ich mich daher natuerlich auch sehr gut. Wir besteigen den A320 (?) Airbus und suchen unsere Plaetze auf. Neben mir sitzen Sarah und eine Australierin mit einer heftigen Erkaeltung. Sie schnauft, schnieft und hustet ein Taschentuch nach dem anderen voll. Als die Flugbegleiterinnen, die bei LAN CHILE auch ausgesprochen huebsch sind, sich immer wieder nach dem Befinden meiner Nachbarin erkundigen und fuer neueTaschentuecher sorgen, denke ich noch, dass das Top Service ist. Doch als spaeter die SARS Infoblaetter verteilt werden, faellt mir schockierend auf, das die Frau neben mir ja endeutige Symptome aufweist. SARS ist immernoch in der kritischen Phase und breitet sich weiter zunehmend ueber den Erdball aus, obwohl in Suedamerika noch kein bekannter Fall aufgetreten ist. (Wie auch, der fliegt ja gerade nach Neuseeland!) Naja, irgendwodran muss man sterben und so machen wir unsere Witze ueber die Evakuierung und die Karantaene in Auckland.
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Datum des Eintrags:
21.10.2003 17.26 |
 |  |  | | | Wagner Imke + Jens jnswag@aol.com
| |  | Hallöchen Timo,
wir hoffen beide das es dir gut geht und deine Reise, hoffentlich hält was sie in deinem Vorspann verspricht.
Wir sitzen zur Zeit in unserem Keller es ist ätzendes Oktoberwetter und wir dachten uns nachdem man nun endlich deine Web Adreese besitzt können wir uns ja wenigsten mal mit Leuten in Urlaubsländern unterhalten.
Wäre schön wen Du, dich mal bei uns meldest.
Liebe Grüße
Imke und Jens
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Datum des Eintrags:
16.10.2003 21.28 |
 |  |  | | | Tanja roebbelchen@gmx.de
| |  | Hi Timo, wünsche Dir alles Gute in Neuseeland. Schicke Dir am WE eine ausführlichere Mail. Hoffentlich bekommst Du Dein Tagebuch wieder. Viele liebe Grüße Deine Namensvetterin ;-) |
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Datum des Eintrags:
16.10.2003 17.25 |
 |  |  | | | Katharina KathiAnders@gmx.de
| |  | hi timo na dann viel spaß in neuseeland...!achja falls du mir zurückgeschrieben hast ist es nicht angekommen (e-mail)!hab ne neue adresse KathiAnders@gmx.de da kommt bestimmt alles an!!!!
naja bis dann und 1000 liebe grüße von katharina +familie |
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Datum des Eintrags:
16.10.2003 11.34 |
 |  |  | | | Danika danika22@hotmail.com
| |  | Mit dem Straßenverkehr hast du recht.Das war auch so das einzige, was ich gefährlich fand. Wie kann ich mir denn das mit dem intensiven Kontakt zur einheimischen Bevölkerung vorstellen????;-) |
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Datum des Eintrags:
16.10.2003 04.59 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Jetzt verlasse ich also Suedamerika. Eine tolle Zeit geht zu Ende und ein grosses Abenteuer liegt hinter mir.
Alles in allem waren es fuenf aufregende, erlebnissreiche und wunderschoene Monate. Ich habe NUR gute Erfahrungen gemacht, tolle Menschen kennengelernt. Verrueckte und interessante Traveller getroffen und haeufig intensiven Kontakt zur Bevoelkerung gehabt. Das war sicher ein wichtiger Teil der Reise. Manchmal habe ich mir gewuenscht, dass mein Spanisch noch besser waere, aber ich bin ueberall zurechtgekommen und hatte ansonsten immer Hilfe von den vielen Menschen die ich traf. Es ist wirklich schade, dass Laender wie Bolivien und Peru so einen kriminellen Ruf haben und ich hoffe das Laender wie Chile und Argentinien mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung bei uns bekommen. Es lohnt sich all diese Laender zu bereisen und wenn man sich anstaendig verhaelt, ist man ueberall willkommen. Natuerlich gibt es ueberall gefahren, aber gibt es die bei uns nicht auch? Fuer mich war die groesste Gefahr der Strassenverkehr und die Sorglosigkeit einiger Touristen, die sich selbst zur Zielscheibe machen. OJO, Augen auf und immer laecheln und freundlich sein, ist fuer mich der Schluessel zum sicheren Reisen.
Wahrscheinlich fragen sich viele, was der Hoehepunkt meiner Suedamerikareise war. Ich kann das nicht wirklich beantworten, weil nichts miteinander vergleichbar ist und weil es eigentlich immer die Menschen waren, die ein Erlebniss zu einer Besonderheit werden lassen. Aber es gab schon in jedem Land etwas, was ich wohl nie vergessen werde. In Argentinien sind es die Menschen, in Chile ist es die Landschaft des Suedens, in Bolivien die traditionelle Lebensweise und in Peru ist es die Kultur der Inkas. Als etwas ganz besonderes wird wohl Patagonien als Einheit tief in mir bleiben. Dort sind es die Himmelsfarben von Feuerland, die rotleuchtenden Berge im Torres del Paine Nationalpark, die Granitspitzen vom CerroTorre und ElChalten (FitzRoy), die Farben der Seen in der argentinischen und chilenischen Schweiz, der Vulkan Osorno, die Stadt Bariloche mit dem Cerro Cathedral und die Szenerie auf dem Camino Austral von Chaiten nach Puerto Montt.
Jeder hat seinen eigenen Traum, aber ich habe meinen hier ein Stueck weit leben koennen. Und ich hoffe das ich dieses Glueck auch in Neuseeland und auf den weiteren Stationen meiner Reise finden werde. |
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Datum des Eintrags:
16.10.2003 02.54 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.solfari.com/Places/Endurance/page3.htm
| |  | Die Fahrt zurueck nach Santiago ist fuer alle ruhig und traurig, mir kommen nochmal all die tollen Abenteuer, Erlebnisse und Menschen in den Sinn. Der Abschied faellt schwer, aber ich freue mich auch auf Neuseeland.
Zurueck im La Casa Roja packe ich meinen Rucksack und stelle dabei fest, dass mein Tagebuch fehlt. Scheisse denke ich, alles kann weg sein, nur das nicht. Ein leichter Panikanfall deutet sich an. Es kann doch nicht sein, dass ich das Buch in Valparaiso vergessen habe? Nach einem Anruf im El YoYo die Bestaetigung. Es ist dort. 2 Stunden Autofahrt entfernt und in drei Stunden geht mein Flugzeug nach Neuseeland. Was machen? Nach Beratung mit allen Beteiligten, Simon dem Hostalbesitzer aus Santiago und Katta der Hostalbesitzerin aus Valparaiso und weil die Welt ein Dorf ist, gibt es eine Loesung! Katta faehrt in den naechsten Tagen nach Santiago und gibt das Buch bei Simon ab. Derzeit sind zwei Leute im Hostal, die nach mir nach Neuseeland fliegen und dann das Buch mitbringen koennen. Ich muss dann nur in Auckland die Uebergabe organisieren. Eine dieser Personen ist Tanja aus Hamburg. Sie wird die Unterhaltung mit einbezogen und wie sich herausstellt, haben Tanja und ich uns vor 4 ¿ Monaten in Patagonien getroffen und kurz kennengelernt. Tanja fliegt am 18.6. nach Auckland und verspricht mir, mein Tagebuch mitzubringen. Puh, geschafft! Jetzt bringt uns Claudio zum Flughafen und wir haben sogar noch Zeit fuer einen Abschiedshamburger im Terminal.
(Link: die Aufzuege von Valparaiso) |
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Datum des Eintrags:
16.10.2003 02.49 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.lacasaroja.cl/
| |  | Claudio schlaegt mir einen Ausflug in die Kuestenstadt Valparaiso vor. Er faehrt und macht den Tourguide. Wir nehmen noch drei weitere Leute aus dem La Casa Roja mit und fahren also als Abschluss nochmal an die Pazifikkueste. Unsere Mitfahrer sind drei Englaender, Dave und Lorda, sowie Sarah aus London. Ausserdem verabreden wir uns fuer den Abend mit Peter, einem neuseelaendischen Freund von Dave und Lorda.
Valparaiso liegt ca. 2 Autostunden westlich von Santiago. Der Ort ist Parlamentssitz von Chile und eine der wichtigsten Hafenstaedtedes Landes. Direkt daneben, fast ineinnder uebergehend, befindet sich Vina del Mar. DER Badeort der Santiagoer Stadtbevoelkerung. Sozusagen das Westerland von Chile. Beide Staedte haben ihren Charme und wir machen ausgiebige Stadtrundgaenge. Eine Besonderheit von Valparaiso sind die 16 hydraulischen Aufzuege aus dem letzten Jahrhundert. Die Stadt geht direkt vom Meer in steile Huegel und Haenge hinauf. Um schneller im Ort umher zu kommen und Lasten leichter zu transportieren, baute man an strategischen und besonders steilen Stellen diese Aufzuege. Heute dienen sie immernoch dem Personentransport und sind natuerlich ein Hauptattraktion fuer Touristen.
Abends gehen wir nocheinmal ordentlich Essen. Es ist mein letzter Abend in Chile. Morgen verlasse ich Suedamerika in Richtung Neuseeland. Und natuerlich gibt es nocheinmal lokalen Fisch und heimischen Wein. Wie sich herausstellt, fliegen Sarah und ich mit der gleichen Maschine nach Auckland und Claudio bietet sich an, uns morgen zum Flughafen zu fahren.
Aber erstmal feiern wir ordentlich Abschied. Nach dem leckeren Mahl geht es in eine Kneipe, wo wor Peter treffen. Der Neuseelaender bringt Pablo, ein chilenischer Freund, mit. Die beiden haben sich in Santiago kennengelernt und besuchen die Kusine von Pablo und sehen sich ebenfalls Vina del Mar und Valparaiso an. Wir trinken ordentlich Pisco, den die Chilenen auch als Nationalgetraenk ansehen und treffen wenig spaeter Pablos Kusine und drei Freundinnnen. Jetzt in grosser Runde haben wir viel Spass und stuerzen uns ins Nachtleben von Valparaiso. Wir landen in einem Club und trinken, lachen und tanzen die Nacht hindurch. Es wird eine unvergessliche Nacht, und gegen 6 Uhr sind wir zurueck im Hostal ¿EL YoYo¿, wo wir uns im Vorfeld ein Zimmer gebucht hatten. Wir schlafen am naechsten Morgen lange und kippen unser geplantes Touristprogramm. Stattdessen treffen wir nocheinmal Peter und Pablo im Hafen und essen ein letztes Mal fangfrischen Fisch. Der Abend war klasse und die Nacht war ¿latinomaessig¿ heiss. Ein guter Abschied!
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Datum des Eintrags:
16.10.2003 02.12 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.lacasaroja.cl/
| |  | Jetzt habe ich noch genau eine Woche in Suedamerika. SANTIAGO DE CHILE habe ich ja schon auf meinem Weg nach Norden, im Maerz, besucht. Somit habe ich genuegend Zeit, alte Reisebekanntschaften wiederzutreffen und mir zum Abschluss nochmal das ¿nicht-Touristen-Programm¿ mit viel Schlaf, feiern und lesen zu geben.
Auch hier habe ich wieder einen Hostal Tipp. Das ¿La Casa Roja¿ ist relativ neu in Santiago, hat sich aber schon in kurzer Zeit einen guten Namen unter den Travellern gemacht. Simon, ein Australier, hat im Studentenviertel ¿Barrio Brasil¿ dieses alte und voellig runtergekommene Haus gekauft (s. link). Nach und nach restauriert und renoviert entsteht ein grosses, gemuetliches und familiaeres Backpacker Hostal mit viel Flair und Atmosphaere. Zentrums-, U-Bahn-, Busterminal und Szenenah liegt es strategisch gut. Das beste aber ist die Kommunikation untereinander. Man kommt mir allen Gaesten ins Gespraech, tauscht Erfahrungen, Tipps und Gaunergeschichten aus, trinkt, feiert und arbeitet zusammen. Denn Simon ist fuer jede Hand dankbar, um die notwendigen Arbeiten am Haus vorranzutreiben. Dafuer gibt es freie Unterkunft oder andere deals.
Claudio, der chilene, den ich in Mendoza/Argentinien kennengelernt habe, hat mir im Vorfeld schon ein Dorm-Bett im La Casa Roja reserviert, denn hier ist es immer recht voll. In den letzten zwei Monaten hatten wir regelmaessig email Kontakt und wir verabreden uns gleich fuer den ersten Abend. Das Wiedersehen ist freudig und Claudio zeigt mir in den naechsten Tagen seine Stadt, mit Nachtleben, Restaurants und anderen Ecken, in die man als Tourist nur selten gelangt. Bei einem Abendessen mit Freunden von ihm, habe ich das Vergnuegen mit vier verschiedenen Spanischsprechenden. Eine Argentinierinn, ein Spanier, ein Peruaner und natuerlich Chilenen. Es ist unglaublich wie unterschiedlich alle in Aussprache, Geschwindigkeit, Woertern und Verstaendlichkeit sind. Am besten komme ich immernoch mit dem argentinischen Castellano zurecht. Sicher liegt das daran, dass ich dort die Schule besucht habe.
Ausserdem treffe ich Marc, den Australier wieder. Inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen und nach absolvierten Spanischkurs in Bariloche (gleiche Schule und Familie wie ich zuvor), ist er mit seinem Fahrrad inzwischen auch in Santiago angekommen. Wir haben uns seit Februar nicht mehr gesehen und es gibt natuerlich viel zu erzaehlen. Wir treffen uns zum Abendessen, vergleichen anhand der Landkarte unsere Routen und tauschen diverse Tipps aus. Wir speisen gemuetlich, trinken chilenischen Wein dazu und spaeter faellt es schwer sich wieder zu verabschieden. Alles was hinter mir liegt, hat Marc auf seinem Weg nach Quito in Ecuador noch vor sich.
Am naechsten Tag mache ich Bekanntschaft mit Steffen aus den neuen Bundeslanendern. Steffen war 18 als die Mauer viel und ist kurz darauf nach Indien gereist. Ein halbes Jahr spaeter, zurueck im wiedervereinten Deutschland, Schule beendet, keinen Job gefunden und daraufhin zurueck nach Indien. Inzwischen ist er seit 13 Jahren in der Welt unterwegs, hat sich mit allen moeglichen und unmoeglichen Jobs durchgeschlagen und war seit 1990 erst einmal wieder in Deutschland. Derzeit lebt er in Chile vom Verkauf selbstgeknoteter Makrame Armbaender.
Ich habe Gelegenheit Evelyn und ihren Freund Ruediger aus Utingen bei Stuttgart kennenzulernen. Die zwei sind am Ende einer spannenden Reise und bereiten gerade ihren Rueckflug nach Frankfurt vor. Nett wie die beiden sind, nehmen sie meine Filmrollen mit nach Deutschland und schicken sie zu meinen Eltern. (vielen Dank nochmal) Evelyn und Ruedi sind mit Fahrraedern von Stuttgart die afrikanische Westkueste runter, dann mit dem Flieger ueber Paris nach suedamerika und hier dann auch kreuz und quer ueber den Kontinent. Insgesamt waren die beiden 2 Jahre unterwegs und hatten spannende Dinge zu erzaehlen.
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Datum des Eintrags:
16.10.2003 01.27 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.punto.de/index.php?l=de
| |  | Fuer LA SERENA habe ich von einer deutschen, mit der ich in Bariloche Raften war, einen Hostel Tip bekommen. Ich sehe mir den Laden mal an und entschliesse mich, hier fuer zwei Tage zu bleiben, bevor es endgueltig in die Hauptstadt geht. Das Hostal ¿El Punto¿ ist wirlich super schoen (s. Link), eine saubere und gut organisierte Oase in der ich mich hervorragend von meiner Bus-strapazen-tour erholen kann. Ein deutsches Paar, Katja und Jens, aus der Naehe von Hannover haben sich hier niedergelassen. Ein Haus mit Garten und Nebengebaeuden erstanden und dies mit viel Arbeit, Liebe und Leidenschaft zu einem der schoensten Hostels auf meiner bisherigen Reise ausgebaut. Alles ist in warmen Farben und natuerlichem Stein errichtet. Ueberall werden Blumenbeete und Relaxzonen kreeirt, es gibt ein leckeres Fruehstueck und echten Filterkaffee. Das Buecherregal von Jens enthaelt einige Schaetze und die beiden sind freundliche und hilfsbereite Gastgeber.
Ich sehe mir die Stadt La Serena an, gehe ins Kino, lese viel und lasse es mir einfach nochmal gutgehen. Im grossen und ganzen tue ich also nichts!
Zwei Tage spaeter sitze ich dann in meinem finalen Bus. Die Fahrt in die Hauptstadt Santiago de Chile dauert 7 Stunden und ein JLo Viedeo auf Spanisch verkuerzt auf angenheme Weise die Fahrtzeit. Sie ist immernoch die Beste!
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Datum des Eintrags:
15.10.2003 07.01 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.chile-web.de/baseportal/de/album/thum&range=23,1®ion==2&z=23&d=1
| |  | Nach CALAMA nehme ich also den naechsten Bus ueber Nacht. Somit spare ich Unterkunftskosten in einem Hostal und eine Menge Zeit. Als ich ankomme, ist Calama wie ausgestorben. Es ist Samstagmorgen 7 Uhr und die Geschaefte, Restaurants etc. machen erst um 9 Uhr auf. Ich sitze also solange gelangweilt im Buero der Busgesellschaft herum und schlendere danach ein bisschen durch diese Arbeiterstadt. Zu bieten hat der Ort nichts und ist fuer Touristen daher nur Durchgangsstation auf dem Weg nach San Pedro de Atacama oder nach Chuquicamata. Und Chuquicamata ist auch fuer mich Grund des Zwischenstopps. Die dortige Kupfermine ist die groesste Tagebaumine der Welt (s. link) und eine eigene kleine Stadt mitten in der Wueste. Doch dummerweise ist die Mine fuer Besucher an den Wochenenden gesperrt. Mir bleibt daher nichts und so nehme ich um 13 Uhr den Bus nach Antofagasta. Die Stadt liegt nur 3 Stunden Busfahrt suedlich und ist die Provinzhauptstadt und groesste Stadt des Nordens. Man hat in dieser Gegend angeblich den klarsten Sternenhimmel der suedlichen Hemisphaere und daher haben alle bedeutenden Laneder ihre Forschungs- und Beobachtungsstationen hier errichtet. So z.B. auch das/die? ESO (Europaeische Sued Observatorium) bei der Nico, der Belgier von meiner Salar de Uyuni Tour, arbeitet. Ansonsten ist Antofagasta fuer mich nur eine grosse, haessliche Industriestadt und nach einem dreistuendigen Aufenthalt mit Stadtrundgang und Restaurantbesuch, habe ich auch hier genug gesehen. Ich setze meine Hardcore-Busreise also fort und kaufe mir ein Ticket, um mit dem naechsten Nachtbus nach La Serena zu fahren. Ich fahre also immerweiter nach Sueden, um irgendwann in den naechsten Tagen in Santiago de Chile anzukommen. Wieder eine Nacht im Bus schlafen. Inzwischen habe ich mich daran gewoehnt, denn die Halbliegesitze sind recht bequem und die chilenische Busse bieten viel Beinfreiheit. Es wird aber Zeit fuer eine Dusche, denn immerhin bin ich seit Ariquipa (2500 KM in 3 Tagen) nur Busgefahren. |
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Datum des Eintrags:
07.10.2003 11.07 |
 |  |  | | | katharina
| |  | hey timo!
da so wenig gästebuch enträge von andern sind schreib ich eben mal...;)
haste meine e-mail bekommen?ich hab nämlich noch keine antwort nja das kann auch ein meiner e-mail adresse liegen manche mails kommen an manche wieder nich! liebe grüße von katharina + familie |
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Datum des Eintrags:
05.10.2003 00.20 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://gosouthamerica.about.com/library/blChilepixArica.htm
| |  | Tacna liegt noch 50 KM von der chilenische Grenzstadt Arica entfernt. Der Grenzuebergang ist aufgrund der strikten Drogenkontrollen beruehmt und beruechtigt. Es gibt zwei Arten des Grenzverkehrs, die normalen Busse oder private PKW-Taxis. Diese Taxis sind etwas teurer, aber die Kontrollformalitaeten gehen wesentlich schneller, da man ja weniger Leute zu kontrollieren hat. Am internationalen Busterminal von Tacna werde ich dann auch gleich von rund 25 Fahrern umringt. Jeder sei der schnellste, beste, billigste und sicherste Fahrer nach Chile. Nach lautstarke, agressiver und handfester Verhandlung gebe ich einem sympatischen, dicken Peruaner den Zuschlag. 5 Sol (knapp 2 Euro) sollen die 50 KM Fahrt kosten und es ginge gleich los. Ich nehme schonmal Platz in seinem Auto und bin tief beeindruckt. Ein altes Oldsmobil in Weinrot mit Holzinnen und aussenverkleidund. Die Sitze sind im Bordeauxroten Samt, Lenkrad und Schaltknauf aus Wurzelholz und die durchgehende Sitzbank bietet vorne drei Personen Platz. Allerdings ist mit dem, es ginge gleich los, in Peru mindestens eine halbe Stunde gemeint. Ich habe also noch Zeit, meine drei Aepfel zu essen. Man darf aufgrund von Bakterien, Fruchtfliegen etc. naemlich auch keine Lebensmittel nach Chile einfuehren. Als es endlich losgeht, weiss ich auch was noch solange gedauert hat. Fuer einen Passagier faehrt man die Tour natuerlich nicht. Und so starte wir die einstuendige Autofahrt mit sieben Passagieren. An der Grenze soll ich einzelnd und als letzter zur Gepaeck- und Passkontrolle. Unser Fahrer meinte, dass Rucksacktouristen und Europaer immer besonders kontrolliert werden. Aber ich bin ein guter Junge, biete dem Grenze ein Bonbon und mein Laecheln an und habe innerhalb von 2 Minuten meinen Stempel im Pass. Muchas Gracias, bonito pais, hasta luego, dann geht es zur Gepaeckkontrolle Nr. 2. Hier muss ich immerhin mal meinen Rucksack aufmachen. Man fragt wo ich herkomme, wo ich hinwill, warum ich hier war und schickt mich mit einem "suerte" (viel glueck) zu den chilenischen Kollegen. Die Kontrollposten liegen einige Kilometer auseinander, man will ja nichts miteinander zu tun haben. Aber hier das gleiche Spiel, die gleichen Fragen und eine etwas genauere Gepaeckkontrolle. Zu Essen habe ich ausser den Bonbons, die hier aber mit strenger Miene abgelehnt werden, nichts in meinen Taschen und die Coca-Blaetter hatte ich in Arequipa schon verbraucht. Die Zoellner sind nicht gerade freundlich, aber zielstrebig und fix. Und so sitze ich nach 15 Minuten wieder im Wagen. Die Fahrt bis Arica geht schnell, die Sonne scheint und die Fahrt geht weiter auf der Panamericana, immer der Kueste entlang. Die Kuestenstadt Arica ist die noerdlichste chilenische Stadt und ein wichtiger Hafen. Vor den Salpeterkriegen gehoerte diese Region zu Bolivien und seit kurzem duerfen die Bolivianer auch hier wieder ihre Gueter verschiffen. Das Stadtbild, mit dem grossen Hafen und den schoenen Straenden macht einen netten Eindruck (link) und ich schlendere den Nachmittag durch die Gegend, bevor ich mir ein Ticket fuer den Nachtbus nach Calama kaufe. |
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Datum des Eintrags:
05.10.2003 00.00 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Um 07 Uhr faehrt der Bus vom Terminal in Arequipa ab. Die Fahrt geht auf der beruehmten Panamericana Richtung Sueden. Links und rechts herscht gaehnende langeweile. Wueste, Sand und Steine, ab und an sieht man mal das Meer, aber schoen ist der Blick aus dem Busfenster nicht gerade. Und so versuche ich etwas zu schlafen. Kurz vor Tacna haelt unser Bus ploetzlich an. Mitten in der Wueste stehen rund 100 Menschen im Pulk zusammen und blockieren den Verkehr. Was ist jetzt los. Die Busfahrer streiken doch nicht mehr, sonst waere ich ja nicht hier. Nee, diesmal sind es Hochschullehrer, die aufgrund der schlechten Lehrbedingungen und der geringen Bezahlung den Verkehr lahmlegen. Es bildet sich schnell eine Schlange von 20 bis 30 Autos und rund 10 Reisebussen. Die Polizei ist auch da, doch anstatt sie die Lehrer auseinander treibt und fuer einen reibungslosen Verkehr sorgt, kuemmer sie sich darum, dass die Autofahrer friedlich bleiben. Auf welcher Seite sind die denn? Erstaunlicherweise kommt hier der Geschaeftssinn der Suedamerikaner schnellstens zu Tage. Ploetzlich stehen Privatautos zur Verfuegung, die als Taxi umfonktioniert, Schleichwege nach Tacna kennen und diesen Service fuer teures Geld anbieten. Jetzt werden Koffer, Taschen und Rucksaecke von den Bussen auf die diversen Autos umgeladen. Das ganze spricht sich schnell rum und da der Streik noch 6 bis 8 Stunden dauern kann, nehme ich mir gemeinsam mit einem Franzosen auch so ein Not-Taxi. Doch jetzt scheint das Abenteuer erst richtig loszugehen. Denn wie sich nach kurzer Zeit rausstellt, ist der Fahrer garkein Local, sondern er stand auch im Streik-Stau und nutzte die Gelegenheit ein paar Dineros zu machen. Den Weg kannte er natuerlich auch nicht und mitten in der Wueste ist die Orientierung auch nicht einfach. Er fuhr irgendwann einfach in einen Sandweg und wie durch ein Wunder trafen wir auf einen Trupp Bauarbeiter, kurz nachgefragt, in einen anderen Sandweg abgebogen und dann durch eine Art Canyon, ueber Schotterpisten und durch ausgetrocknete Flussbetten (das das Auto dies mitgemacht hat, ist ein Wunder) und ploetzlich tauchen die ersten Lehm- und Bretterhaeuser vor uns auf. Auf nochmaliger Nachfrage sind wir tatsaechlich in Tacna. Ich puste erstmal wieder durch. Welch ein Abenteuer. Der Franzose ist auch ganz bleich und hat waehrend der ganzen Fahrt kein Wort gesprochen. Wir wuseln uns durch die Engen Gassen bis zum Busterminal. Hier bezaehle ich dem Fahrer die versprochenen 10 Sol (3 Euro) und bedanke mich fuer die zielgenaue Ablieferung. |
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Datum des Eintrags:
04.10.2003 11.27 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.masitravel.com/imagecenter/colca.htm
| |  | Gegen 9 Uhr trenne ich mich von den anderen in der Gruppe und treffe mich mit einem lokalen Trekkingfuehrer. Gemeinsam mit zwei Englaendern beginnen wir den Abstieg in den Canyon. 1700 Hoehenmeter bergab liegen vor uns. Ziel ist eine die Oase, eine gruene Insel tief unten in der Schlucht. Hier wachsen, in der ansonsten von Bueschen, Graesern und Steinen beherschten Schlucht, Palmen. Baeume und der satter, gruener Rasen. Der Rio Colca, der durch den Canyon fliesst, speisst hier alles mit Wasser und die Steil aufragenden Felswaende lassen die Sonne nur fuer kurze Zeit am Tag alles austrocknen. Der Weg fuehrt uns dramatisch steil, steinig, eng und rutschig in Serpentinen immer tiefer in den Canyon hinein. Die Sonne knallt volle Pulle vom Himmel und es ist gut, dass ich meine Kopfbedeckung und die Wanderestoecke in Arequipa vergessen habe. Zum Glueck habe ich genug Wasser bei mir. Nach drei Stunden moerderischem Abstieg kommen wir in das Bauerndorf San Juan. Hier stehen ein paar Bambushuetten, die mit Schilf bedeckt behausung fuer Mensch und Vieh darstellen. Auf dem nackten Boden wird gekocht und gearbeitet, in einer Huette nebenan stehen einfache Bettgestelle fuer die Nacht. Tuern gibt es keine, wozu auch, wird ja nicht kalt ueber Nacht. In einem dieser Huetten wohnt der Schwager unseres Fuehrers. Hier machen wir Mittagspause. Es gibt eiskaltes, frisches Wasser aus dem Brunnen und wir koennen sogar Cola und Fanta kaufen, die im Wassereimer gekuehlt werden. Das lassen wir uns schmecken! Natuerlich wird auch fuer uns gekocht, was fuer ein Fleisch es ist, erfahren wir nicht, aber auch das war lecker. Gestaerkt und erholt brechen wir auf, um die letzten Kilometer durch die Schlucht zu gehen, um nach drei harten Stunden in der Oase angzukommen.
Quer durch den Canyon kommen wir immerwieder durch kleine Ortschaften, teilweise nur aus vier oder fuenf Haeusern bestehend, die hier noch voellig autark leben. Es gibt weder Strom noch Telefon. Jeder hat sein Maisfeld und einiges an Vieh. Gerade was die Familie zum Leben benoetigt. Der Ueberschuss wird mit dem Esel auf die Maerkte, ausserhalb des Canyons gebracht und verkauft. Die Welt erscheint in Ordnung. Die Kinder begegnen uns mit einer Freude und selten gesehenen Froehlichkeit. Irgendwann kommen wir relativ geschafft in der Oase an und werden hier von einem kalten Pool erwartet. Das Flusswasser speist diese kleine Ueberraschung mit frischem Wasser und wir koennen unsere mueden Leiber wieder in Schwung bringen. Wir schlafen in einfachsten Huetten auf Strohmatratzen, zum Abendessen gibt es Spaghetti und wir sitzen in einer grossen Runde um ein Lagerfeuer. Man koennte hier Wochen verbringen, wir muessen allerdings in der gleichen Nacht um drei schon wieder raus. Nach kurzem Zaehneputzen beginnen wir im Mondschein unseren Aufstieg aus dem Canyon. Bei Tageslicht waere der steile Weg, der hier viel direkter hinausfuehrt, als unser Weg hinein, nur unter Qualen zu meistern. Die Sonne rafft einen nach kurzer Zeit hin. Wir schaffen es jedoch und sitzen gegen halb neun zum Fruehstueck in dem kleinen Ort Cabanaconde. von hier faehrt um 11 der oeffentliche Bus ueber Chivay zurueck nach Arequipa. Wo ich abends um 6 voellig geschafft ankommen. Lourdes besuche ich heute nicht mehr. Ich gehe nur noch eine Pizza essen, trinke ein grosses Bier dazu und liege um 21 Uhr friedlich in meinem Bett. Die Wanderung durch den Colca Canyon war meine letzte Trekkingtour in Suedamerika und sicher eine der anstrengendsten.
Am naechsten Tag kaufe ich mir ein Busticket nach Tacna, die Grenzstadt zu Chile, verabschiede mich von Lourdes und gehe Abends auf ein letztes Bier in das "la casa de la Klaus". Morgen geht es zurueck nach Chile! |
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Datum des Eintrags:
04.10.2003 07.15 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://gosouthamerica.about.com/gi/dynamic/offsite.htm?site=http://personales.com/espana/barcelona/a
| |  | Da ich mich wieder besser fuehle und das spaete Fruehstueck bei mir bleibt, buche ich fuer den naechsten Tag eine gefuehrte Tour in den Colca Canyon. Ich plane drei Tage. Zwei Tage Trekking im Canyon und an einem Tag die normale Touristentour. Morgens um 7 soll ich abgeholt werden. Allerdings ist um 9 immernoch niemand da. Inzwischen habe ich schon 2 mal bei der Agentur nachgefragt. Irgendwann kommen sie dann. Man hatte mich tatsaechlich vergessen. Mit einem Kleinbus und 10 anderen Touristen geht es die 150 KM Richtung Canyon. Erstes Ziel ist die Provinzhauptstadt Chivay. Die Fahrt dorthin geht am Misti und den umliegenden 6000er vorbei. Wir haben atemberaubende Blicke auf die Berge und als wir ueber einen 4800m hohen Pass fahren, wird es bitterkalt und es beginnt leicht zu schneien. Chivay ist ein kleines Dorf, deren Hauptattraktion die heissen Quellen in der Naehe sind. Nachdem wir ein einfaches Hostel bezogen haben, machen wir uns auf einen halbstuendigen Fussmarsch zu den Quellen. Bis zur Dunkelheit verbringen wir den Nachmittag in den heissen Pools, lassen uns von einem Kellner Bier und Sekt bringen und geniessen die Ruhe. Abends gehen wir auf eine dieser typischen Folklore-Touri-Abzocke Abende und essen einmal mehr lecker Alpakasteak.
Am naechsten Morgen geht es um 5 Uhr raus und wir fahren zu dem Highlight des Colca Canyon. Das Cruz del Condor, ein Aussichtspunkt in den Canyon. Dieser Platz ist gut erreichbar und liegt direkt an der Strasse, die am Rand der Schlucht entlang fuehrt. Hier kann also jeder Bus halten und dem entsprechend ist eine Menschenmasse vertreten, die aus Touristen, Guides und Locals besteht. Die Locals verkaufen hier den typischen Nepp. Pullover, Handschuhe, Muetzen, Huete usw. Und natuerlich alles original Baby-Alpaka-Wolle. Hauptattraktion hier ist nicht der Blick in die Tiefe, sondern die Condore. Die Koenige der Anden und wahren Helden der Luefte schweben hier taeglich vorbei, um ihren morgendlichen Hunger zu stillen. Dabei kann man diese riesigen Voegel, die Spannweiten von 3 - 4 m aufweisen, aus kuerzester Distanz beobachten und Fotografieren. Fuer viele ist dies die einmalige Chance, diese anmutige Segelflieger in freier Wildbahn zu sehen. Fuer mich war es allerdings beeindruckender, die Tiere bei meinen Bergtouren zu sehen. Denn was die meisten nicht wissen und die Tourismusbehoerde auch nicht erwaehnt, die Tiere werden hier mit Tierkadawern angefuettert. Tote Tiere aus Unfaellen oder von den Bauern werden hier unterhalb des Cruz del Condor auf die Felsvorspruenge geworfen. Das wissen die Voegel und so fliegen sie jeden morgen puenktlich und verlaesslich hier vorbei. Trotz dieses Wissens ist es ein toller Anblick und der Flug dieser Voegel ist faszinierend. |
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Datum des Eintrags:
04.10.2003 06.45 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://gosouthamerica.about.com/gi/dynamic/offsite.htm?site=http://personales.com/espana/barcelona/a
| |  | Nach der Landung in Arequipa nehme ich ein Taxi und lasse mich, wie so oft, zur Plaza de Armas fahren. Zwei Blocks suedlich des zentralen Platzes, finde ich das Gasthaus "Hostal Tumi de Oro", in dem ich fuer 6 Euro ein Einzelzimmer mit Bad beziehe. Fuer einen Euro mehr wuerde ich sogar Fruehstueck bekommen, darauf verzichte ich aber. Arequipa ist die suedlichste Grossstadt Perus, hat ca. 800000 Einwohner und ist beruehmt fuer seine Architektur und Sillar, dem weissen Stein, mit dem die meisten Haeuser erbaut sind. Das Stadtbild ist besonders imposant und zeigt eine Reihe grosser, schoener und beeindruckender Bauten. Natuerlich sind die groessten auch hier wieder der Kirche zugehoerig. so z.B. die Kathedrale, die ebenfalls aus dem weissen Stein errichtet ist und eine ganze Seite der Plaza einnimmt. Die Plaza de Armas ist tatsaechlich wunderschoen. In der Mitte des Platzes ist der obligatorische Brunnen, umgeben von Palmen, Rasenflaechen und Parkbaenken. Die umliegenden Haeuser haben fast alle eine Balkongallerie und im Hintergrund thront der Vulkan Misti mit seinen 5822 Metern. Durch die Naehe zur Kueste (75 KM) und der moderaten Hoehenlage (2325m) ist das Klima der Stadt besonders angenehm. Die sonne scheint hier eigentlich taeglich. Arequipa ist aber auch Ausgangsort zum 150 KM noerdlich gelegenen Colca Canyon. Der Canyon ist einer der tiefsten in der Welt und mit seinen fast 3000 m wesentlich tiefer als der weitaus beruehmtere GrandCanyon in den USA, der lediglich 1800m Tiefe misst.
Doch bevor es dorthin geht, will ich erstmal fuer einige Tage die schoene Stadt Arequipa erkundigen. Schon im Vorfeld habe ich den Namen einer beruechtigten Kneipe gehoert. Das "La Casa de la Klaus"ist bei deutschsprachigen Perureisenden ein Begriff und da ich am ersten Abend nicht mehr gross auf Entdeckungstour gehen will, suche ich gezielt nach dieser Gaststaette. Klaus ist ein ziemlich "durchgeknallter"deutscher, der hier irgendwann einmal haengen geblieben ist. Ein liebenswerter, kumpelhafter Wirt, der sehr gerne mit seinen Gaesten mittrinkt. Leider gibt es derzeit kein deutsches Bier hier, da der Lieferant in Lima Probleme macht. Dafuer braet Klaus mir einen "hausgemachten" Leberkaese mit Bratkartoffeln. Das lokale Bier, Arequipena, schmeckt auch dazu und es ist nett hier. Neben mir an der Theke sitzen einige Peruanerinnen und zwei Schweizer, die auf Motorradtour sind. Eines der peruanischen Maedels fragt mich, ob ich Englisch spreche und ihr kurz bei einer Uebersetzung ins Spanische helfen kann. Sie ist Studentin und muss eine Art Aufsatz mit vorgegeben Woerten schreiben. Ich helfe hier, so gut ich das kann und wir quatschen uns ein bisschen fest. Gegen 10 muss sie Nachhause und bittet mich, sie die 15 Minuten zu begleiten. Natuerlich bin ich Gentleman und bringe die huebsche Studentin heim. Zwei Stunden spaeter bin ich wieder bei Klaus, wo noch Livemusik gespielt wird. Inzwischen weiss ich dass sie Lourdes (wie Madonnas Tochter) heisst und das wir uns morgen wiedersehen. In den naechsten Tagen treffe ich mich mit Lourdes, sie zeigt mir die Stadt und wir haben viel Spass zusammen. Spaeter am Abend bin ich oft bei Klaus, wo es immer wieder gute Livemusik und nette Gespraechspartner gibt. Viele deutschsprachige Reisende machen hier Stop. Nach einem dieser Abende, ueberrascht mich in der Nacht die Uebelkeit. Ich hatte nicht viel gegessen und getrunken, aber dennoch entlaedigt sich mein Koerper fuer drei Stunden saemtlicher Inhalte. Ich kotze mir sozusagen die Seele aus dem Leib und weiss nicht warum. Ich moechte sterben und bei meiner Mama sein. Den Vormittag bleibe ich im Bett und komischer Weise geht es mir am Nachmittag schon wieder viel besser. Vielleicht vertrage ich die deutsche Kueche nicht mehr? |
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Datum des Eintrags:
01.10.2003 01.50 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://maxi.freubel.net/JaRe/peru_16.jpg
| |  | Der Flughafen von Boca Manu besteht aus einer Landepiste, einer offenen Terminal-Huette und einigen Holzbuden (s. Link). Insgesamt sind wir 12 Passagiere und damit ist die kleine Propeller Maschine auch voll besetzt. Boca Manu wird von Cusco 2x in der Woche angeflogen und bringt neben der Post und Touristen auch Lebensmittel in diese Abgeschiedenheit. Der Rueckflug nach Cusco ist beeindruckend und wir haben tolle Sicht auf den Dschungel, die braunen Fluesse die sich durch diese gruene Hoelle winden und spaeter auf die schneebedeckten Berge der Anden.
In Cusco angekommen, werden ich von Pantiacolla am Flughafen abgeholt und lasse mich ins Buero fahren, wo ich meinen Rucksack in Empfang nehmen kann. Endlich frische Sachen, Zaehneputzen und Haare waschen. Ich bin ein neuer Mensch und bleibe noch zwei Tage in der Inkastadt. Mein sightseeing Program ist aber erstmal gestillt und so relaxe ich tagsueber in Cafes und auf der schoenen Plaza. Abends geniesse ich nochmal ausgiebig die peruanische Kueche und das Nachtleben Cuscos.
An meinem letzten Tag treffe ich nochmal einige Leute meiner Manu Gruppe und sie erzaehlen mir, wie sie kurz nach meiner Abreise einen Puma gesehen haben. Unglaublich! Aber ich kann ja nicht immer glueck haben.
Mein naechstes Ziel ist Ariquipa. Da die Busfahrer derzeit streiken, habe ich mir fuer 40 US$ ein LAN PERU Flugticket gekauft. Der Flug in den Sueden Perus dauert nur eine 3/4 Stunde und das ist doch besser als 13 Stunden Busfahren. |
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Datum des Eintrags:
01.10.2003 01.37 |
 |  |  | | | Timo timos.walkabout@web.de
http://maxi.freubel.net/JaRe/peru_27.jpg
| |  | Am naechsten Morgen geht unsere Fahrt zurueck nach Boca Manu. Wieder geht es fuer fuenf Stunden den Rio Manu runter. Schade das ich dieses einmalige Oekosystem schon verlasse, aber hier ensteht der feste Entschluss, einmal den Amazonas von Iquitos nach Brasilien zu befahren. Traeume! Und waehrend ich so Traeume, tauchen am Ufer ploetzlich Capybaras auf. Diese riesen Meerschweinchen oder Flussschweine haben hier ihren bevorzugten Lebensraum und lassen sich beim grasen nicht stoeren (s. Link). Wir sehen noch viele Kaimanen, Ibisse und meinen Lieblingsvogel, der Kingfisher. Auch die Papageien begleiten mich auf der Fahrt zum Flughafen. Zurueck in Boca Manu kaufen wir nochmal Proviant ein und trinken ein Abschiedsbier. Ich werde jetzt zum Flughafen am anderen Flussufer gebracht, der Rest der Gruppe faehrt den Rio Alto Madre de Dios herunter und bleibt noch fuer 2 bzw. 4 Tage in dieser herlichen Gegend. |
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Datum des Eintrags:
01.10.2003 01.28 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://maxi.freubel.net/JaRe/peru_23.jpg
| |  | Meine letzte Nacht im MANU NATIONALPARK wird eine ganz verrueckte. Nach Einbruch der Dunkelheit machen wir uns mit Taschenlampen auf den Weg in den "gefaehrlichen" Busch. Wir sind auf der Suche nach TARANTULA, den riesigen Vogelspinnen Suedamerikas. Unsere Lichtstrahle reflektieren sich in hunderten Augen links und rechts in Baeumen und Bueschen. Ich muss bescheuert sein, dass ich mich freiwillig auf die Jagd nach diesen Monstern mache. (Wo ich doch schon vor einer kleinen Hausspinne Angst habe) In meinem Kopf laeuft der Horrorfilm "Arachnophobia, doch nach einer Weile ueberwiegt die Neugierde und die Abenteuerlust. Irgendwann laeuft uns dann auch dier erste Tarantula ueber den Weg. Dies ist allerdings noch eine sehr junge und kleine Spinne und wuerde vielleicht gerade so in eine Kaffeetasse passen. Wir suchen also weiter und dann sehen wir etwas unter ein Blatt krabbeln. Bei genauem hinsehen und vorsichtigem anheben des Blattes entdecken wir sie. Eine Handteller grosse, behaarte, ekelhaft schoene Vogelspinne. Wir sind alle so euphorisch, dass wir den schwarzen Skorpion, der 30cm neben meinem Kopf an einem Baumstamm sitzt (s. Link), beinahe uebersehen haetten. Welch ein Glueck, diese possierlichen Tiere in freier Natur direkt nebeneinander anzutreffen.
In dieser Nacht traeume ich natuerlich von Spinen. |
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Datum des Eintrags:
01.10.2003 01.15 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://maxi.freubel.net/JaRe/peru_47.jpg
| |  | Hier am LAGO OTORONGO hat man eine 30 m hohe Aussichtsplattform installiert, von der wir einen schoenen Blick auf den See haben. Wir sehen viele Schildkroeten und Voegel und halten auch hier ausschau nach den Ottern. Und diesmal haben wir Glueck. Ganz am Ende des Sees ist das Wasser etwas rauher und beim Blick durchs Fernglas koennen wir sie sehen. Fuenf dieser seltenen Tiere gleiten elegant durchs Wasser. Sie schwimmen und tauchen wie im Formationsflug quer durch den See, als wollen sie uns zeigen, wer der Herr im Hause ist. Als sie in unserer Hoehe ankommen und schnell vorbeigleiten, ist es wie auf einer Parade. Ein koeniglicher Anblick. Ich bin schwer beeindruckt und gluecklich diese Natur erleben zu duerfen. Wir machen uns schweigend auf den Rueckweg. Jeder scheint das gleiche zu empfinden und geniesst die Ruhe dieser Landschaft. |
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Datum des Eintrags:
01.10.2003 01.08 |
 |  |  | | | Timo timos.walkabout@web.de
http://maxi.freubel.net/JaRe/peru_26.jpg
| |  | Auf dem LAGO SALVADORE machen wir auf einer Ruderplattform "Jagd" auf die Otter (s. Link). Doch wir haben Pech und diese seltenen Tiere diesmal nicht. Dafuer aber weitere Affenarten, die in den Baeumen sitzen, grosse schwarze Kaimane und wieder neue Vogelarten. Unter ueberhaengenden Aesten koennen wir Pyranias im Wasser sehen, wie sie nach Muecken schnappen. Nach zwei Stunden auf dem See gehen wir zurueck ins Camp. Es faengt an zu daemmern und wir haben einen riesen Hunger. Nach dem Essen besteht die Chance auf eine Dusche und die tut richtig gut. Die Hitze und die Luftfeuchtigkeit hier ist erdrueckend und da ist es doppelt schlimm wieder in die gleichen, durchgeschwitzten Klamotten steigen zu muessen. Aber ohne Rucksack, kein frisches Tshirt!
Am naechsten starten wir frueh um 5 vor dem Fruhstueck zu unserer zweiten Rudertour auf dem See. Auch diesesmal in der Hoffnung, die scheuen Giantotter au entdecken. Aber leider wieder nichts. Wo sind sie nur? tina, unsere Fuehrerin macht sich schon ernsthaft sorgen, weil die Otter jetzt schon seit 10 Tagen nicht gesehen wurden. Dafuer entdecken wir unsere 5. Affenart, insgesamt gibt es hier 13 verschiedene Arten. Ueber uns gleitet ein weiterer Tukan und wir geniessen diesen schoenen Morgen trotzdem. Die Sonne scheint am Himmel, der See strahlt diese unbeschreibliche Ruhe und Kraft aus und die Schreie der Voegel und Affen in den Baumkronen runden diesen einmaliegen Tagesstart ab. Gegen 9 Uhr sind wir zurueck im Camp und das Fruehstueck schmeckt jetzt besonders gut. Als alle gestaerkt sind, besteigen wir wieder unser Boot und fahren den Rio Manu ca. eine halbe Stunde Flussabwaerts. Wir steigen am anderen Ufer und stehen nach fuenf Minuten von einem riesigen Urwaldbaum. Dieser Riese scheint in den Himmel zu wachsen und der Stamm hat den Umfang eines Einfamilien-Hauses. Wir gehen tiefer in den Busch hinein und kommen nach 30 Minuten an das Ufer des LAGO OTORONGO. Auch dieser See war einmal, genau wie der Lago Salvador, ein Teil des Rio Manu. Bei Hochwasser ist der Fluss einfach in einem direkteren Weg geflossen und Seitenarme oder alte Flusslaeufe sind im Laufe der Jahre isoliert wurden und haben dadurch neue Lebensraeume geschaffen. |
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Datum des Eintrags:
01.10.2003 00.46 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
| |  | Die Nacht war gut, obwohl ohne Matte oder Schlafsack habe ich geschlafen wie ein Baby. Wir machen uns an diesem Morgen frueh auf den Weg bzw. auf den Fluss. Mit unserem Motorkanu fahren wir den RIO MANU hoch und somit in die Reserved Zone des Nationalparks. Die Landschaft wird immer faszinierender. Auf den Sandbaenken rechts und links des Flusses liegen die boesartig reingucken Kaimane, wir sehen Schildkroeten die auf aus dem Wasser ragenden Baumstaemmen die Sonne geniessen und natuerlich wieder zahlreiche Voegel. Beeindruckend sind die Papageien, rot/gruen oder gelb/blau, die immer als Paar laut kreischend ueber uns durch die Luefte fliegen oder in den Baeumen sitzen. Nach kurzer Fahrt stoppen wir an einem Parkcenter, um unsere Permitts vorzuzeigen und uns ins Besucherbuch einzutragen. Jetzt sind wir also offizielle Forschungstouristen im MANU NATIONALPARK PERU! Die Reise geht weiter Flussaufwaerts. Wuerden wir jetzt in einen der Seitenfluesse fahren, koennten wir auf die hier lebenden Naturvoelker treffen. Aber das kan Lebensgefaehrlich sein, da diese Menschen ihr Terretorium noch mit Pfeil und Bogen verteidigen. Diese Voelker haben tatsaechlich keinen Kontakt zu unserer Welt und teilweise noch nie einen weissen Mann gesehen. Ein aufregender Gedanke. Nach fuenf Stunden erreichen wir am rechten Ufer ein kleines Camp im dichten Dschungelwald. Pantiacolla hat hier ein paar kleine Huetten, in denen wir die naechsten 2 Tage verbringen werden. Ganz in der Naehe liegt der Lago Salvadore, in dem u.a. die seltenen Giant Otter zuhause sind. Diese Otterart ist die groesste der Welt, das Maennchen kann bis zu 2m lang werden, und ist vom aussterben bedroht. Diese Tiere in einem ihrer letzten Lebensraeume live zu erleben, ist eines unserer Highlights des Besuches im Manu Park. Nachdem wir unsere Huetten bezogen haben, machen wir uns auf einem schmalen Pfad durch dichten Busch auf dem Weg zum Lago Salvadore, um vielleicht einen ersten Blick auf die Otter zu werfen. Hoch in den Baumkronen ueber uns entdecken wir unsere ersten Affen. Black Spyder Monkeys turnen in den Bauemen und wir bleiben langen stehen und beobachten diese schoenen Tiere. Aber auch unter uns gibt es einiges zu entdecken. Feuerameisen, Spinnen und viele andere Insekten. Ueberall krabbelt und kriecht es. |
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Datum des Eintrags:
18.09.2003 15.08 |
 |  |  | | | Katharina Eknet-AndersK@lo-net.de
| |  | hi timo!
na wie gehts dir wie ich gelesen habe gehst du auf wandertour wünsche dir dabei viel spasß!
uns gehts hier ziemlich gut das wetter is auch ganz in ordnung!die neuigkeiten hab ich dir als e-mail geschrieben!
viele liebe grüße von katharina +familie |
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Datum des Eintrags:
11.09.2003 06.55 |
 |  |  | | | TIMO timo.walkabout@web.de
| |  | Ich gehe jetzt 14 Tage wandern, daher werde ich keine Gelegenheit haben, irgendwelche mails zu beantworten. Aber ich freue mich natuerlich trotzdem oder gerade daher, ueber neue mails und Eintraege auf dieser Seite.
Gruss Euer Timo
PS Schade das sich die No Angels auflosesen und RUUUDYY Nationale packt das schon und SchottenBerti bleibt zuhause! |
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Datum des Eintrags:
08.09.2003 06.27 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.pantiacolla.com/
| |  | Und hier, auf dem ALTO MADRE DE DIOS RIVER bekommen wir einen ersten richtigen Eindruck vom Amazonasbecken und von dem, was uns in den naechsten Tagen erwarten wird. Rechts und links dichter Urwald, ab und zu sieht man Kinder im Fluss baden und spielen und Frauen waschen ihre Waesche. Und dann natuerlich diese Vogelwelt. Ich kann garnicht mehr alle Adler, Reiher, Ibisse, Kingfischer, Papageien, Tukane usw. aufzaehlen. Ueberall flog es bunt und kreischte laut ueber unseren Koepfen. Am Zusammenfluss vom MANU River und dem Madre Alto de Dios River liegt das Dorf Boca Manu. Hier machen wir unseren naechsten Stopp und hier sind wir auch zum letzten Mal in der "Zivilisation", wenn man das hier ueberhaupt so nennen kann. Immerhin gibt es eine Landebahn fuer Flugzeuge, einen Sportplatz, einen Laden und eine Bar. Wir trinken ein kaltes Bier, welches bei der schwuelen Hitze verdammt gut tut und bevor wir Abends unsere Zelte auf einer gegenueberliegenden Sandbank aufschlagen, gehen wir noch im Fluss baden. Ausserdem machen wir noch eine kleine Nachtwanderung und stoebern einige Kaimane auf. Zurueck im Lager gibt es Abendessen und ein grosses Lagerfeuer. Doch jetzt stellt sich heraus, das mein Rucksack weg ist. Scheisse, was nun. Wo koennte er sein. Vermutlich wurde er in Atalaya vergessen, doch ein Funkruf zur Lodge und eine lange Suche bleibt ergebnisslos. Wie gut das ich meinen Fotoaparat bei mir im Boot hatte. Ansonsten bleiben mir nur die Klamotten die ich trage. Vier Tage die gleichen stinkenden und verschwitzten Kleider, keine Zaehne putzen und keinen Schlafsack. Naja, es koennte schlimmer kommen und zumindest bekomme ich von Andres ein Laken fuer die Nacht. Kalt ist es jedenfalls nicht und den Geruch muessen die anderen aushalten, man riecht sich ja nicht selber. |
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Datum des Eintrags:
08.09.2003 06.08 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.worldbirder.com/photo/photo.asp?PID=659
| |  | Am naechsten Morgen geht es um 4:30 uhr aus den Federn. Ganz in der Naehe haben wir die einmalige Gelegenheit, den auesserst seltenen und huebschen "cock-of-the-rock" zu beobachten. Der Nationalvogel Perus hat einen grossen, roten Kopf und buhlt hier in den fruehen Morgenstunden um die Gunst des Weibchens. Das ganz wie in der Menschenwelt eher unscheinbar und haesslich ist. NEIN, sorry! Nachdem wir diesen wunderschoenen Vogel ausgiebig beobachten konnten (s. Fotolink) und unser Fruehstueck hinter uns haben, geht es weiter in den Dschungel hinein. Wir stoppen an Coca und Bananenplantagen, schlendern ueber einen kleinen Markt in einem Dorf. Danach geht es weiter in die Siedlung Atalaya am Alto Madre de Dios River. Hier hat Pantiacolla eine kleine Lodge und hier steigen wir vom Bus um ins Boot. Jetzt liegen noch zwei Halbtaegige Bootsfahrten vor uns. In einem dieser typischen Urwaldmotorkanus geht es den Fluss herunter, der irgendwann einmal in den Amazonas fliesst. |
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Datum des Eintrags:
08.09.2003 05.57 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.enjoyperu.com/germany/guiadedestinos/manu/intro/index-gr.html
| |  | In Cusco habe ich einen Tag Zeit, um meine Sachen zu waschen und den Rucksack fuer das naechste Abenteuer umzupacken. Es geht in den MANU NATIONALPARK. Dieses riesige Schutzgebiet liegt eine Tagesreise noerdlich von Cusco und ist ein Dschungelgebiet im Amazonasbecken.
Der Nationalpark Manu wurde am 1973 gegruendet und 1977 von der UNESCO zur Kernzone des Reservats für Biosphäre und 1987 zum Naturerbe der Menschheit erklärt.
Der Nationalpark Manu erstreckt sich über eine Fläche von 1 532 806 Hektar und beherbergt einen Teil der grossen biologischen Vielfalt, die im Amazonasgebiet existiert.
Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlage, von 200m bis 4000m, besitzt dieses Gebiet fast alle subtropischen ökologischen Formationen des Ostens Perus. In dieser enorm grossen Zone exitieren Spezien und Ökosysteme, die von grösstem wissenschaftlichen Interesse sind. Daher ist es verboten, diesen Park zu betreten. Nur ein auesserst kleines Randstueck, die Cultural Zone, ist fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich. Eine weiteres Gebiet, die Reserved Zone, ist fuer Wissenschaftler und Touristen mit einem Permitt zugaenglich. Dies ist unser Ziel. Ausserdem leben in dem Park noch Indianerstaemme, die zum Teil noch nie weisse Menschen gesehen haben und die Ihr Terretorium noch mit Pfeil und Bogen verteidigen. Es ist also nicht nur verboten, sondern auch Lebensgefaehrlich.
Dieser Park beschützt eine grosse Vielfalt an Tierspezien: mehr als 800 Spezien an Vögeln und 200 an Säugetieren (unter diesen befinden sich 100 Spezien von Fledermäusen). Es gibt auch 120 Fischspezien und zahlreiche unterschiedliche Reptilien. Ebenso existieren hier Insekten und andere Wirbellose, die gemeinsam mehr als eine Million an Spezien ausmachen.
In dieser Region kann man Vögel beobachten, die in anderen Gebieten des Urwaldes nur sehr schwer zu finden sind.
In dieser Zone sind aber nicht nur die vielfältige Flora und Fauna oder die wunderschöne Landschaft interessant, sondern auch die Bevölkerung, die in 30 bäuerlichen Dorfgemeinschaften leben. Ihre Muttersprache ist immer noch Quechua. Es gibt aber auch einheimische Bevölkerungsgruppen des Amazonasgebietes, die verschiedenen linguistischen Gruppierungen angehören und die diese Zone schon immer bewohnt haben.
Die Tour habe ich bei Pantiacolla Tours gebucht. Eine Hollaenderin, die sich waehrend ihres Studiums der MANU Affen in ihren Bootsfuehrer verliebt hat, ist hier sesshaft geworden, hat Kinder bekommen und diese Agentur gegruendet. Das ganze ist professionell und wissenschaftlich aufgezogen und durch die hohen Permittkosten auch verdammt teuer. Aber ich will nicht meckern, da ich gerade die Nachricht meiner Praemienzahlung aus dem letzten Jahr bekommen habe. Wir sind 7 Leute, Ein spanisches Ehepaar in den Flitterwochen, ein Geschwisterpaar aus den USA mit argentinischen Wurzeln, zwei Girlies aus NewYork und Tina, unsere englische Fuehrerin. Alle ungefaehr in meinem Alter. Von Cusco aus fahren wir, mit einem zum Personentransport umgebauten LKW, Richtung Norden. Der Weg fuehrt recht bald durch einsame Bergdoerfer und an Haengen entlang schlaengelt sich die Strasse ueber einen 3800m hohen Pass. Auf der anderen Seite wird es gruener und es geht hinab in den sogenannten Nebelwald. Aufgrund der Temperaturunterschiede haengen in dieser Hoehe die Wolke fast permanent in den Baeumen. Wir erreichen in den fruehen Abendstunden die suedlichen Auslauefer des Parkes und machen einen Spaziergang, um einen ersten Eindruck der Tier- und Pflanzenwelt zu bekommen. Wir uebernachten in einer gemuetlich, offenen Lodge und schlafen unter Moskitonetzen. |
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Datum des Eintrags:
08.09.2003 03.00 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.lydvo.com/gallery/showpic.asp?name=/gallery/03Machu%20Picchu/385Aguas%20Caliente%20-%20Ra
| |  | Unser letzter Abend findet in einem Hostel in AQUAS CALIENTE statt. Der Ort ist ein Touristen-Retortendorf und wurde, wie der Name schon sagt, nach heissen Quellen benannt, die ganz in der Naehe zum baden einladen. Ich checke allerdings lieber die Bundesliga Ergebnisse, denn auch hier gibt es einen oeffentlichen Internetanschluss. H96 hat gegen Stuttgart verloren. Jetzt wird es nochmal eng! Ansonsten besteht der Ort aus Souvenirlaeden, Kneipen, Restaurants, Gaststaetten und Hotels. Am wichtigsten und Zentrum ist aber der Bahnhof, bzw. die Bahnstrecke, die hier von Cusco kommend Endstation ist. Auf der Hauptstrasse fahren also keine Autos, sondern hier steigen die Machu Picchu Touristen ein und aus (s. Fotolink)
Wir feiern mit einem Abschlussbuffet und vielen Pisco Sour in den Geburtstag von Percy hinein und haben eine schoene Abschiedsparty. Dieter, Jan Danielle und ich sind gegen 2 Uhr mal wieder die letzten im Bett. Doch schon um 6 Uhr sitzen wir alle wieder am Fruehstueckstisch und um 7 Uhr besteigen wir den Zug. Wir haben zum Glueck reservierte Plaetze und mir gegenueber sitzt ein aelteres Ehepaar. Sie sind aus Canada, pensioniert und seit ihrem Ruhestand reisen sie um die Welt. Als Basislager dienen zwei Wohnwagen, einer in der Naehe Torontos, der andere an der Ostkueste Australiens. So stelle ich mir meinen Ruhestand auch vor :-)
In Ollantaytambo wechseln wir vom Zug in den Bus. Wir verabschieden uns von Percy und Linda, die noch ein paar Tage hier verbringen werden und handeln dann die Preise fuer die Bustickets aus. Wir kaempfen uns durch die Menschenmassen aus Touristen, Haendlern und Gauklern und sind froh, als wir im Bus sitzen. Jetzt liegt das Abenteuer, auf dem Inkatrail nach Machupicchu, also hinter mir. Ich habe neue Eindruecke, neue Freundschaften, neue Erfahrungen sammeln koenne. Das macht zufrieden und gluecklich. Auffallend ist aber wiedermal, das der Weg fast schoener war als das Ziel.
In Cusco angekommen, tauschen wir emailadressen und letzte Reisetips aus und verabschieden uns voneinander. Mit Jan und Danielle gehe ich noch fruehstuecken in die Stadt, bevor ich zurueck ins Hostel Suezia2 gehe und nach einer lange dusche, aufs Bett falle und einschlafe. |
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Datum des Eintrags:
08.09.2003 02.16 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.tierra-inca.com/album/photos/index.php?lg=es&album=machu&photo=001.jpg
| |  | Ich bin fasziniert und komme aus dem Stauenen nicht mehr raus. Die baukunst, die Praezision, der Ideenreichtum, einfach der ganze Ort ist spannend und gehoert sicher zu einem der beeindruckendsten Plaetze, an denen ich bisher war. Inzwischen hatte es aufgehoert zu regnen, wir haben jetzt Zeit fuer Erkundungen auf eigene Faust und beim "Schlendern" durch die Strassen von Machupicchu treffe ich John wieder. Ein Englaender, der seit fast 2 Jahren durch die Welt reist und den ich in San Pedro de Atacama kennengelernt habe. Ich befinde mich derzeit auch im Zentrum des Gringotrails und daher ist diese Begegnung nicht verwunderlich. Zum Abschluss besteige ich noch mit John, Jan und Fred, einem Suedafrikaner der sich unserer Gruppe angeschlossen hat, den Waynapichu. Der Berg ragt im Hintergrund hervor und ist rund 300 Meter hoeher als der hoechste Punkt in Machupicchu. Ueber steile Treppe, Leiter und rutschigen Pfaden geht es hinauf und nach 35 Minuten werden wir mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. von hier oben sieht man wie geschickt die Stadt angelegt ist, wie riesig ihre Ausmasse sind und das noch laengst nicht alles fertiggestellt war. Auch ist noch laengst nicht alles vom Wildwuchs freigelegt und ausgegraben.. Ganz unten fliesst der Urubambariver und man kann alte Bahnschienen und eine Haengebruecke sehen.
Als wir wieder bei den anderen sind, goennen wir uns ein Bier und einen Hamburger am Besucherkiosk, bevor wir mit dem letzten Bus nach Aquas Caliente fahren. |
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Datum des Eintrags:
08.09.2003 02.02 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://rhein-zeitung.de/magazin/reise/galerie/peru/main.html
| |  | NOCH EINIGE FAKTEN: Die Bedeutungt des Wortes "MACHUPICCHU": Der Name in Quechua ist der Name eines Berges, den man Machupicchu nennt. Machu bedeutet "alt" und Picchu "Berg". Nach Manuel Chavez Ballon besteht die Moeglichkeit, dass Machu Picchu auch als "Kuntur Kancha" (oder "Nest des Kondors") bezeichnet wurde.
>> STANDORT: Das archaeologische Gebiet liegt am linken Ufer des Rio Vilcanota, in der Schlucht von Kusichaca, im Distrikt von Machupicchu, in der Provinz von Urubamba, im Departement von Cusco.
>> GEBIET: Das historische Schutzgebiet umfasst 32,592 Hektaren.
>> HOEHE: Das Zentrum von Machu Picchu befindet sich auf einer Hoehe von 2490m.
>> WETTER: Da Machu Picchu in subtropischem Gebiet liegt, variieren die Temperaturen zwischen 8 und 22 Grad Celsius. Die Regenzeit ist von Dezember bis April.
Ein Bericht in der Rhein Zeitung beschrieb u.a. folgendes: Religiöses und astronomisches Zentrum für die Gelehrten...
...So dauerte es 400 Jahre, bis Hiram Bingham die versunkene Stadt entdeckte. Selbst Jahrzehnte nach seiner Entdeckung gibt Machu Picchu immer noch Rätsel auf. Wer lebte hier? Und warum verließen die Bewohner die "Stadt in den Wolken", wie Bingham Machu Picchu nannte, bevor sie überhaupt ganz fertig gestellt war?
"Neuesten Forschungen zufolge war Machu Picchu ein religiöses und astronomisches Zentrum für die Gelehrten. Eine Art Universitätscampus. Dafür spricht unter anderem das Observatorium", erklärt Reiseleiterin Elena Garcia. Die 500 Einwohner hätten 1520 die erst 100 Jahre zuvor erbaute Stadt verlassen, um dem Inka-König Manco II. zu folgen, der vor den Spaniern auf der Flucht war.
Von Machu Picchu geht eine geradezu mystisch-beruhigende Ausstrahlung aus. Weit reicht der Blick ins tiefe Tal des Urubamba-Flusses. Der dichte Nebelwald lässt die Berggipfel wie tiefgrüne Teppiche erscheinen.
Beginnen sollte jeder Rundgang vom Haus des Grabfelsen-Verwalters. Von dieser Stelle aus hat man eine gute Übersicht über das 20 Hektar große Areal. Vorbei an Terrassenflächen und einfachen Bauern- und Handwerkerhäusern gelangt man ins sakrale Zentrum der Stadt: Zahlreiche Tempel, Paläste und Bauten zur Beobachtung der Gestirne umgeben hier den Sonnentempel, das Wahrzeichen Machu Picchus.
"Ankerplatz der Sonne"
In den Wänden des Rundturms befinden sich Nischen für Opfergaben, und am Sockel des anstehenden Felsens vermuten Forscher das Königsgrab der Inka-Herrscher. Von hier aus erreicht man Intihuatana, den "Ankerplatz der Sonne". Er stellte das wichtigste religiöse Heiligtum der Stadt dar und war das Zentrum für astronomische Beobachtungen. Er ist der einzige Sonnenstein der Inka, der nicht von den Spaniern zerstört wurde. Mit ihm berechneten die Priester die Sonnenwende und konnten so den Beginn der Regen- und Trockenzeit bestimmen.
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Datum des Eintrags:
08.09.2003 01.56 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.cuscoperu.com/deutsch/qosqo/1t1_machupicchu.htm
| |  | INFOS MACHU PICCHU
Nach 2 Stunden haben wir die Schnauze voll, die Zeit rennt uns davon und wir beginnen unseren Rundgang durch die Stadt im Regen. Hilmer erklaert uns die Bedeutung, die Geschichte und die Raetsel die sich um die verlorene Stadt der Inkas drehen. An dieser Stelle fuege ich jetzt u.a. Auszuege der offizielen Peru Tourist Site ein:
Machu Picchu ist wohl die beruehmteste und faszinierendste archaeologische Staette in ganz Suedamerika und wurde von der UNESCO in die Reihe der Weltkulturerben aufgenommen. Das historische Schutzgebiet von Machu Picchu ist sowohl ein kulturelles wie auch ein Erbe der Natur. Es besteht aus 35 archaeologischen Staetten.
Machupicchu erweckt in der ganzen Welt Interesse und ist eines der besten Beispiele, um die Faehigkeiten der Voelker der Anden aufzuzeigen. Heutzutage kennt man verschiedene Theorien ueber diese Stadt voller Mythen:
Die erste Theorie geht davon aus, dass die Stadt den Inkas unbekannt war und von einem prae-inkaischen Volk errichtet wurde. Verfechter dieser Theorie stuetzen sich auf die Art der Konstruktion und auf das Fehlen historischer Daten. Die zweite Theorie nimmt an, dass Machu Picchu als Zufluchtsort fuer die Uestas (Jungfrauen der Sonne) waehrend der spanischen Eroberung diente.Die Herrscher der Inkas versteckten die Uestas an einem geheimen, heiligen Ort in den Anden, um noch mehr Grausamkeiten zu verhindern. Diesen Ort waere das heutige Machu Picchu. Diese Theorie wuerde auch erklaeren, warum fast 70% der 107 gefundenen, menschlichen Ueberrreste Koerper von Frauen waren. Eine dritte Theorie besagt, dass Machu Picchu die letzte Hauptstadt des Imperiums der Inkas war. Im Jahr 1563 besiegten dann die Spanier den letzten Herrscher, Manco Inca, in Vilcabamba.Und Vilcabamba, die letzte Zufluchtsstaette der Inca, war lange Zeit ein unbekannter Ort. 1911 machte sich eine Expedition der Yale Universitaet, unter der Leitung von Hiram Bingham auf, um die verlorene Stadt zu entdecken. Dabei stiess er, mehr zufaellig, auf Machu Picchu.
Machu Picchu wurde ungefaehr im 15. Jahrhundert erbaut. Am 14. Juli 1901 entdeckten drei Peruaner die Stadt und hinterliessen ihre Namen eingemeisselt in den Mauern. Offizieller "Entdecker" ist aber Bingham und die Yale Universsitaet in den USA hat auch heute noch die damals "geraubten" Schaetze und Aerchologischen Funde in Besitz. Ein Streit darum zw. den Regierungen der USA und Perus dauert schon seit Jahren an und es wird gemunkelt, das daran auch Wirtschafts- und Entwicklungsforderungen haengen. So ist Peru natuerlich, wie soviele andere Laender auch, ein Spielball der US-Regierung. (Wir behalten die Funde, ihr bekommt die Dollar). |
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Datum des Eintrags:
08.09.2003 01.10 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.peruhotel.com/espanol/photo.php3?idimage=199
| |  | TAG 4, auf nach MACHU PICCHU: Wir werden um 3:30 Uhr geweckt, um 4 Uhr gibt es Fruehstueck. Langsam erwacht der ganze Campingplatz. Alle wollen zum Sonnenaufgang am beruehmten Sonnentor sein. Es hat die ganze Nacht hindurch geregnet und erst waehrend unserer 2 stuendigen Wanderung durch die Nacht aufgehoert. Alle sind muede, angespannt und etwas schlechtwettergelaunt und als wir am "Inti Punku", dem Sonnentor ankommen und tatsaechlich die Sonne langsam aufgeht, sehen wir... NICHTS! Wir starren in eine graue Wand. Nirgends sieht man die verlorene Stadt, kein Blick auf Machu Picchu. Und dafuer sind wir vier Tage gealufen und haben 250 $ bezahlt? Der Frust ist bei allen riesengross und als Gale sich auch noch den Knoechel verstaucht, schlaegt die Entaeuschung fast in Wut um. Aber wer kann schon was gegen Nebel? Das ist Natur, wir sind ein Teil davon und muessen uns damit arrangieren. Aber als Hilbert dann auch noch anfaengt, zu erklaeren, was man ON A CLEAR DAY alles zu sehen bekommt, ist er ganz schnell das Ziel unserer Wut. Etwas unfair, aber dadurch fuehlen wir uns besser und koennen das ganze bald mir Humor nehmen. ON A CLEAR DAY wird fortan an fast jedes Satzende gesetzt und entwickelt sich zum Slogan unserer Truppe. Uebrigens scheint die Sonne nur einmal im Jahr, naemlich zum Sommerbeginn am 21. Dezember, durch das Sonnentor. Wir machen uns also trotz Nebel an den einstuendigen Abstieg in die Stadt. Und dann reisst der Himmel irgendwann fuer einige Minuten auf und wir kommen tatsaechlich zu unseren Fotos. Das typische Postkartenmotiv, was jeder auf der Welt kennt (s. Link), landet auch in meiner Kamera. Und dann oeffnen sich wieder alle Himmelsschleusen und es regnet die bekannten Bindfaeden. Wir versuchen in einer Schutzhuette unterzukommen, doch inzwischen sind natuerlich auch die Bustouristen aus Aquas Caliente angekommen und wir finden keinen Platz. Also retten wir uns in das nahegelegene MachuPicchu-Luxushotel. Doch mit unseren dreckigen und nassen Trekkingklamotten trauen wir uns nur in die Eingangshalle. Ein Versuch, im Kaminzimmer einen Nescafe fuer 6,-- US$ zu bekommen, scheitert am kritischen Blick auf unsere Schlammverschmierten Schuhe des Kellners. Wir begnuegen uns damit, den Toilettenfoen zum trocknen unserer Kleider zu nutzen und uns dann auf die Foyertreppe zu setzen, um den Regen abzuwarten. |
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Datum des Eintrags:
08.09.2003 00.25 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.tierra-inca.com/album/photos/index.php?lg=es&album=camino_inca&photo=002.jpg
| |  | Der 3. TAG DES INKATRAILS, hat den Ruf am schoensten zu sein. Wir stehen natuerlich wieder in aller Herrgottsfruehe auf und obwohl wir gestern Abend ein Flasche Rum gekoepft haben, scheint keiner einen hangover zu haben. Vom 2. Pass der Tour geht es nun hinab und wir kommer in immer tieferes gruen. Nach einigen Stunden erreichen wir weitere Ueberreste einer Inkastaette. "Sayacmarca" liegt auf 3500m und war wohl eine Art Herbergs- und Vorratsstadt zwischen Cusco und Machupichu. Waehrend Hilbert uns die Bedeutung der Mauern und Steine erklaert, oeffnet sich der Himmel und es giesst in stroemen. Ruckzuck haben wir unsere Regensachen an und laufen schutzsuchend bis zu einem nahegelegenen Campingareal. Hier stellen wir uns fuer eine Weile im Toilettenhaeuschen unter und warten den Schauer ab. Nun steht uns der 3. und letzte Pass, der Puyupatamarca, bevor. Und hier beginnt ein wirklich bezaubernder Teil des Camino del Inca. Ich komme mir vor als laufe ich durch einen botanischen Garten. Einen gruenen Daumen habe ich nicht wirklich, aber auch ich erkenne mehr als drei verschiedene Orchideenarten am Wegesrand. Ich bin gefangen von den vielen Vogelstimmen und den leuchtenden Farben am um mich herum. Die Wolken und der Dunst vom Regen machen das ganze auch noch mystisch. Durch die Szenerie bin ich motiviert und das Laufen faellt mir leicht. So habe ich bald alle anderen Gruppenmitglieder abgehaengt, ueberhole andere Gruppen und trabe zuegig den Berg hoch. Ich geniesse die Einsamkeit, diese kurzen Momente, nur ich und die Natur. Der Weg ist jetzt richtig in den Hang gebaut, teilweise geht man durch kleine Tunnel und links faellt es steil ab. Oben, auf 3800 m angekommen, habe ich einen fantastischen Blick und Alex unser Koch, bereitet mit einem Teil der anderen Traegern gerade unseren Lunchstop vor. Auch jetzt bekomme ich wieder ein heisses Getraenk gereicht. Nach rund 20 Minuten treffen die anderen ein und nach einem ausgiebigen letzten Lunch machen wir uns an unsere Nachmittagsetappe. Es geht jetzt zum groessten Teil nur noch bergab. Teilweise ueber steile Treppen und nach weiteren 2 Stunden haben wir unser letztes Nachtlager erreicht. Winaywayna ist auch zeitgleich Einstieg in den Inkatrail fuer die 2-Tages Touristen, die bei KM 104 gestartet sind. Es ist also eine Art grosses Auffanglager und hat daher jeglichen Luxus bekommen und jeglichen Charme verloren. Es gibt ein grosses Gemeinschaftshaus mit Betten, Kueche, Kiosk an dem man alles teuer kaufen kann, heisse Duschen und einen grossen Gemeinschaftssaal. Ganz in der Naehe liegen aber auch noch weitere Ueberreste der Inka. Und anstatt duschen zu gehen, besichtige ich die Ruinen von Winaywayna, diese Staette war angeblich ein Meditationsort. An einen steilen Hang sind Terrassen mit einem ausgekluegelten Bewaesserungssystem angelegt. Am rechten unteren Teil dieses Steilen Hanges stehen die Mauern eines kleinen Dorfes. Man erkennt deutlich die Haeuser mit ihren Hinterhoefen, den Dorfplatz und auch hier Wasserleitungen. Jedes Haus hatte fliessend Wasser. Genial! Komischerweise hat dieser Ort einen tiefen und intensiven Einfluss auf mich. Ich weiss nicht recht wieso, ich klettere die steilen Terassen bis ganz nach oben und setze mich unter einen Baum. Ich geniesse zwei Stunden lang einfach nur den Blick auf die unter mir liegende Anlage und bin stumm und gluecklich. Vielleicht ist es tatsaechlich ein Meditationsort! Als die Sonne langsam untergeht, bin ich voller Energie und mache mich auf den Rueckweg zu den anderen. Um 6 Uhr ist Abschluss-Happyhour. Unser letzter Abend gestaltete sich, nach anfaenglich Diskussion ueber die Hoehe der Trinkgelder fuer Guides, Koch und Traeger, zu einer netten Abschlussparty. Danielle, Jan und ich werden zum Schluss vom Personal vor die Tuer gesetzt und gehen nach einem letzten Bier gegen 01 Uhr in unsere Zelte. |
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Datum des Eintrags:
21.08.2003 13.37 |
 |  |  | | | Eike Kirchner eike.kirchner@eplus.de
| |  | Timo altes Haus,
hört sich weiterhin alles sehr sehr spannend an. Viel Spaß weiterhin.
In Deutschland ist es zum Glück nicht mehr so heiß. Man bekommt in seinem Büro sogar mal wieder Luft.
Beide HSVs am We total verkackt, nicht zu fassen.
Dafür ist Dein Arbeitgeber im Dax gelandet. Geht also bergauf.
Bis die Tage, schöne Grüße vom Rhein
Eike |
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Datum des Eintrags:
19.08.2003 10.04 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.tierra-inca.com/album/photos/index.php?lg=es&album=camino_inca&photo=008.jpg
| |  | Gegen 06:00 Uhr werden wir geweckt und haben dann bis zum Fruehstueck 45 Minuten Zeit um wachzuwerden, uns zu waschen und die Rucksaecke zu packen. Alex bereitet in der Zwischenzeit ein koestliches Fruehstueck mit Porridge, Eiern, Brot, Kaffee und Tee zu. Auch hier gibt es ausreichend und gutes Essen. Waehrend wir in Ruhe Fruehstuecken, bauen unsere Traeger die Zelte schon wieder ab, packen und schnueren ihre Lasten und starten ca. 30 Minuten vor uns. Die Jungs sind echt tough.
Die heutige Etappe ist legendaer und hat es tatsaechlich in sich. Von Wayllabamba, unserem Nachtlager geht es ueber den ersten und hoechsten Pass. Der Paso Warmiwanusca ist 4200m Hoch und ist als der ¿dead womans pass¿ bekannt. Mit etwas Fantasie sieht der Berg aus wie eine liegende Frau.
Aufgrund der angeblichen Qualen, die diese Passbezwingung mit sich bringt, geben heute noch mehr Mitglieder der Gruppe ihre Rucksaecke an die Traeger ab. Nur Dieter, Danielle die Hollaenderin und ich bleiben hart und tragen weiterhin unser Gepaeck selber. Das soll sich auch bis zum Ende nicht aendern.
Nach 30 Minuten kommen wir an einen weiteren Kontrollpunkt. Hier werden nochmals die Eintrittskarten und unsere Paesse kontrolliert. Die peruanische Regierung macht das individual Trekken also tatsaechlich unmoeglich. Aber auch die Traeger werden kontrolliert. Jeder muss auf eine Waage steigen, um sicher zu gehen, dass die 25 KG Gepaecklimit eingehalten werden.
Kurz nach diesem Checkpoint loest sich unsere Gruppe in kleine Teile auf. Jeder geht sein Tempo, denn die steilen Treppen und Steinstufen verlangen wirklich ein gehoeriges Mass an Kondition und Konzentration. Nach ca. 2 Stunden strammen Bergauf Marsch kommen wir in ein kleines Dorf. Die Frauen verkaufen hier bachgekuehlte Getraenke und selbstgemachtes Maisbier. Extrem Obergaerig, dickfluessig, mit ¿Fruchtfleisch¿ und leicht
suesslich. Ein scheussliches Getraenk und wir brauchen dann auch die komplette Gruppenstaerke, um einen Halbliterkrug zu leeren. Baeh, aber halt typisch Peru!
Nach einer weiteren Stunde stehe ich im leichten Nebel auf dem ¿dead womans pass¿ und Blicke auf ein atemberaubende Kulisse. Rings um uns sieht man schneebedeckte 6000er und der Blick nach unten zeigt ein gruenes Blaettermeer. Aber ersteinmal verschnaufen. 1200 Hoehenmeter in drei Stunden, mit 20 KG Gepaeck. Damit kann man ganz zufrieden sein, denke ich.
Der Abstieg ist relativ leicht und wir kommen an weiteren Inkaruinen vorbei. Nach weiteren drei Stunden haben wir unser zweites Nachtlager erreicht. Auf 3600m liegt der Ort Ricaymayo. Hier hat die Nationalparkverwaltung einen kleinen Campingplatz mit Toiletten und kalten Duschen angelegt.
Auch dismal kocht Alex kleine Wunder auf dem Gaskocher und zur happy hour macht er sogar Popcorn in ein Pfanne. Also Highlight gibt es nach dem Essen eine Flasche Rum, die wir uns alle gemeinsam schmecken lassen. Die Gruppengemeinschaft ist aussergewoehnlich gut und alle haben Spass und etwas zu erzaehlen. Besonders John hat diesen typischen, englischen Humor und mit Jan und Danielle verstehe ich mich auch blendend. Dieter, mit dem ich mir das Zelt teile, ist zwar ein etwas ruhiger Vertreter, doch auch ein Prima Typ. Oft unterhalte ich mich auch mit den Traegern. Teilweise kann ich unterwegs mit ihnen mithalten, oder ich komme vor den anderen Gruppenmitgliedern im Camp an und dann haben die Jungs immer einen Tee fuer mich ueber. Auch hier merke ich mal wieder, wie wichtig es ist. ein bisschen Spanisch zu sprechen. So erfahre ich dass die meisten sehr gut von den 100 Sol pro Tour leben koennen und das SAS ein besserer Arbeitgeber ist, als viele andere Agenturen, bei denen die Traeger auf die Trinkgelder der Touristen angewiesen sind.
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Datum des Eintrags:
19.08.2003 09.29 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.tierra-inca.com/album/photos/index.php?lg=es&album=camino_inca&photo=011.jpg
| |  | Leider ist der Vorbericht aufgrund von Speicher- und Serverproblemen doppelt erschienen. Sorry! Hier die Fortsetzung:
Gestartet sind wir heute auf 2380m, der Weg fuehrte gemuetlich und stetig Bergauf, sodass unser erstes Nachtcamp in Wayllabamba auf 3000 Meter Hoehe aufgeschlagen wurde.
Wir waren schon gegen 16 Uhr in dem kleinen Bergdorf, die Zelte waren schon vor unserer Ankunft von den fleissigen Traeger errichtet und so hatten wir Zeit, fuer ein Fussballspiel. Gringos gegen Traeger, 2 mal 10 Minuten, Hartplatz auf 3000 Meter. Hammer! Ich spielte in Sandalen, was sich spaeter aufgrund der blutenden Zehen als Fehler herausstellte. Zur Halbzeit lagen wir mit einem 0:0 noch aussichtsreich auf der Siegerstrasse. Mit Perry dem
US-Fighter hatten wir einen ausgezeichneten Keeper und John und Tochter Lizzy gaben einen brandgefaehrlichen Sturm ab. Hilbert und Carlos wirbelten im Mittelfeld und Dieter und ich versuchten hinten dichtzumachen. Aufgrund von taktischen unzulaenglichkeiten und einem nicht zu erklaerenden Konditionseinbruch mussten wir uns in der zweiten Haelfte mit einem ausserst knappen 0:5 geschlagen geben. Die Abendsonne stand in einem unguenstigen Winkel und der Halbzeittee unseres Koches (der im Team der Traeger im Tor stand) hat uns schwere Beine gemacht. Einige der Spieler meinten Abschliessend, das sie mit der Hoehe nicht zurecht kamen, dies soll jedoch nicht als Entschuldigung dienen.
Vor dem Abendessen wurde taeglich eine Happyhour im Gemeinschaftszelt abgehalten, in der Hilbert den Tag zusammenfasste und ein Ausblick auf die naechste Etappe gegeben wurde. Dazu machte Alex leckere Apfel- und Bananentaschen. Zum Abendessen gab es eine leckere, traditionelle Suppe als Vorspeise, ein grossen Teller Nudeln mit Fleischsosse und als Abschluss ein Pudding. Der Service und die Qualitaet des Essens rechtfertigte bisher den teuren Preis.
Wir gingen frueh schlafen, schliesslich war es ein anstrengender Tag bei herlichem Wetter und morgen erwartet uns der angebliche Horrortag des Inkatrails. Warten wir es einmal ab.
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Datum des Eintrags:
18.08.2003 12.41 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.7bello.ch/fotos/peru/200109181808InkatrailStartbeikm82.jpg
| |  | Als alle Ihren Rucksack aufgeschnallt hatten, die Traeger mit unseren Nahrungsvorraeten, den Gemeinschafts- und Zweimannzelten und den diversen Rucksaecken der faulen und kranken Gruppenmitgliedern ausgestattet waren, ging es im Gaensemarsch los. Nach fuenf Minuten kommen wir zum ersten Kontrollpunkt. Hier muss jeder seine Eintrittskarte und seinen Reisepass vorzeigen. Alles wird abgestempelt, doppelt kontrolliert und in drei Listen eingetragen bzw. abgehakt.
Ein erstes Foto vom offiziellen Beginn des Camino del Incas wird gemacht und dann geht es auf einer Haengebruecke ueber den Rio Urubamba, der hier ein reissender Gebirgsfluss ist. Unsere Traeger, die zum groessten Teil Sandalen aus recycelten Reifen tragen, sind schon, im wahrsten Sinne des Wortes, ueber alle Berge.
Wir 13 starten gemuetlich und bald findet jeder sein richtiges Tempo. Und hier zeigt sich das erstemal die gute Qualitaet der Agentur. Durch zwei Guides ist es moeglich, das jeder seine eigene Geschwindigkeit und seine eigene Frequenz gehen kann. Carlos geht einfach mit dem Schnellsten vorweg und Hilbert macht am Schluss den Besenwagen. Unterwegs wird immer wieder ein Punkt vereinbart, an dem alle aufeinander warten, um eine gemeinsame Snackpause einzulegen. Dieses System kommt mir sehr entgegen und meist bin ich mit Marlies und Dieter vorne an der Spitze. Im Laufe der vier Tage entwickelt sich ein kleines Rennen zwischen Team England, angefuehrt von John aus Newcastle und Team Deutschland. Natuerlich muss ich mir auch hier immerwieder die Geschichte vom 5:1 Sieg der Englaender anhoeren, aber im Trekking sind wir deutschen dismal nicht zu schlagen.
(Im Vorbericht ist ein kleiner Fehler. Die KM Angaben zeigen natuerlich wieviel KM man schon hinter sich hat von Cusco aus. Nicht was noch vor einem liegt)
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Datum des Eintrags:
18.08.2003 12.36 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.7bello.ch/fotos/peru/200109181808InkatrailStartbeikm82.jpg
| |  | Als alle Ihren Rucksack aufgeschnallt hatten, die Traeger mit unseren Nahrungsvorraeten, den Gemeinschafts- und Zweimannzelten und den diversen Rucksaecken der faulen und kranken Gruppenmitgliedern ausgestattet waren, ging es im Gaensemarsch los. Nach fuenf Minuten kommen wir zum ersten Kontrollpunkt. Hier muss jeder seine Eintrittskarte und seinen Reisepass vorzeigen. Alles wird abgestempelt, doppelt kontrolliert und in drei Listen eingetragen bzw. abgehakt.
Ein erstes Foto vom offiziellen Beginn des Camino del Incas wird gemacht und dann geht es auf einer Haengebruecke ueber den Rio Urubamba, der hier ein reissender Gebirgsfluss ist. Unsere Traeger, die zum groessten Teil Sandalen aus recycelten Reifen tragen, sind schon, im wahrsten Sinne des Wortes, ueber alle Berge.
Wir 13 starten gemuetlich und bald findet jeder sein richtiges Tempo. Und hier zeigt sich das erstemal die gute Qualitaet der Agentur. Durch zwei Guides ist es moeglich, das jeder seine eigene Geschwindigkeit und seine eigene Frequenz gehen kann. Carlos geht einfach mit dem Schnellsten vorweg und Hilbert macht am Schluss den Besenwagen. Unterwegs wird immer wieder ein Punkt vereinbart, an dem alle aufeinander warten, um eine gemeinsame Snackpause einzulegen. Dieses System kommt mir sehr entgegen und meist bin ich mit Marlies und Dieter vorne an der Spitze. Im Laufe der vier Tage entwickelt sich ein kleines Rennen zwischen Team England, angefuehrt von John aus Newcastle und Team Deutschland. Natuerlich muss ich mir auch hier immerwieder die Geschichte vom 5:1 Sieg der Englaender anhoeren, aber im Trekking sind wir deutschen dismal nicht zu schlagen.
(Im Vorbericht ist ein kleiner Fehler. Die KM Angaben zeigen natuerlich wieviel KM man schon hinter sich hat von Cusco aus. Nicht was noch vor einem liegt) |
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Datum des Eintrags:
18.08.2003 12.23 |
 |  |  | | | timo timo.walkabout@web.de
http://www.sastravelperu.com/english/inkatrail.html
| |  | Die Inkas haben (aehnlich wie die Roemer) ein ausgekluegeltes Wegenetz in ihrem Reich angelegt. Dies diente neben schnellen Truppenverlagerungen auch einem schnellen Informationsdienst. Um Nachrichten moeglichst schnell und effektiv in dem riesigen Reich verbreiten und uebermitteln zu koennen, schuf man diese Bootenwege. Sternenfoermig gingen sie von Cusco aus in alle bedeutenden Gegenden. Der Inkatrail nach Machu Picchu ist Teil des inkaischen Strassensystems mit einer Länge von mehr als 23 000 Kilometer. Dieses Strassensystem verband die vier Regionen des weit ausgebreiteten Imperiums Tawantinsuyo - von Kolumbien bis nach Chile führt der Weg vorbei an den Städten Quito in Ecuador, Cajamarca, Huanuco, Jauja, Huamanga und Cusco in Peru, La Paz und Cochabamba in Bolivien, Salta und Tucumán in Argentinien. Grösstenteils befanden sich diese Strassen an der Küste und in den Bergen und in einigen Fällen auch im tropischen Bereich der Berge, wie zum Beispiel der Inkatrail nach Machu Picchu. Das meiste davon ist heute von der ueppigen Vegetation eingenommen und nur wenige Kilometer dieser Steinpfade sind entdeckt und freigelegt.
Der Abschnitt, der so beruehmt und als DER Inkatrail oder Camino del Inca bekannt ist, wurde in den fruehen 80er Jahren entdeckt und fuer den Tourismus freigegeben. Er entwickelte sich schnell zu der Haupttouristenattraktion in Suedamerika und heute gehen wie o. e. bis zu 500 Menschen taeglich durch diese herliche Landschaft.
Eine Alternative zum Pilgerpfad bietet die Eisenbahn. Zwischen Cusco und dem kuenstlich angelegtem Ort ¿Aquas Caliente¿, unterhalb von Machupichu, faehrt mehrmals taeglich eine Schmalspurbahn. Die Strecke wird in Kilometern von Cusco aus gemessen und die
Einstiege in den Inkatrail sind mit den Kilometern angegeben, die noch vor einem liegen.
So kann man z.B. den Inkatrail in 2 Tagen begehen, wenn man bei KM 10 aussteigt. Die meisten Gruppen starten bei KM 88 und gehen dann vier Tage bis Machupichu.
Unser Startpunkt ist kurz hinter der Ortschaft Ollantaytambo bei KM 82. Hier kommt man
nur mit einem Auto oder einem Bus hin. Nach einem Fruehstueck und dem organisieren unseres Gepaecks, werden uns Alex der Koch und die Traeger vorgestellt. Insgesamt stehen 18 Einheimische Traeger zur Verfuegung und wer es vorzieht sein Gepaeck abzugeben, kann dies fuer ein Tagegeld von 15 US Dollar (an die Agentur wohlgemerkt, wer weiss wieviel der Traeger davon bekommt) tuen. Ich bin geizig und auch zu stolz und so trage ich
meine 20 Kilo wie immer selber. Ich finde es schon albern, dass ich nichtmal mein eigenes
Zelt tragen brauch. Aber so ist das mit einer gefuehrten ¿Luxustrekkingtour¿.
Von hier aus liegen 49 KM, 2700 Meter Hoehenunterschied, drei Bergpaesse (der hoechste mit 4198 m) und vier Tagesetappen vor uns. Der Inkatrail fuehrt durch drei verschiedene
Vegetationszonen zwischen 2000m und 6000m, die Flora ist wie in einem botanischen Garten und angeblich kann man mehr als 400 Orchideenarten entdecken. Ich habe nicht so einen gruenen Daumen und kenne kaum einen Namen der vielen Blumen, Straeucher und
Baeume, aber auch ich bin beeindruckt von der vielfalt und buntheit dieser Umgebung. Man kommt immer wieder durch kleine Bauerndoerfer und vorbei an vielen, gut erhaltenen Inkabauten. Zum groessten Teil sind es Versorgungsposten und Orte die den Menschen zum Uebernachten dienten. Evtl. aber auch Verteidigungsanlagen. Auch dies weis niemand genau.
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Datum des Eintrags:
18.08.2003 12.10 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.pervan.de/reiseberichte/bild.asp?bid=12351
| |  | Morgens um fuenf Uhr treffen wir uns vor dem SAS Buero an der Plaza de Armas in Cusco. Wir fahren mit dem Bus aus der Stadt, vorbei an den restlichen Steinen und Mauern von
SAQSAYWAMAN. Saqsaywamán liegt oberhalb von Cusco und ist von der Plaza ueber steile Steintreppen in einer ¿ Stunde erreicht. Fuer nicht akklimatisierte oder faule Touristen steht aber auch eine Strasse mit Bussen und Taxis zur Verfuegung. Dieser schwer auszusprechende Name bedeutet in Quechua soviel wie Falke und man streitet sich darueber, ob es eine Festungsanlage, ein Tempel, ein Schloss oder eine Zeremonien- und Festanlage ist. Fest steht jedenfalls, dass hier drei dicke Mauern im Zickzack verlaufen, dass man einen grossen Platz vorfindet und die Lage oberhalb von Cusco strategisch guenstig liegt. In einer der 600 Meter langen Mauer befinden sich plangeschliffene Felsen von bis zu 350 Tonnen Gewicht. Niemand weiss wie diese Kolosse bewegt wurden und in die Moertellose Mauer eingefuegt wurden. Das ganze ist beeindruckend und dient noch heute der grossen Inty Raymi Fiesta (dem Fest der Sonne am 24. Juni) als Kulisse.
Saqsaywamán wird von allen liebevoll ¿sexy woman¿genannt. Der Legende nach hat dies
ein angetrunkener Tourist zum Taxifahrer gesagt, als er sich zu den Ruinen fahren lassen hat.
Unser Busfahrt geht weiter aus Cusco heraus und hinein ins oestlich gelegene heilige Tal der Inkas. Hier befinden sich viele kleine Staedte mit Wunderschoenen Maerkten und zum Teil weiteren, sehr gut erhaltenen Inkabauten, -anlagen und ¿ruinen. So z.B. Ollanta, wo sich die sehr eindrucksvollen Ruinen von Ollantaytambo befindet, die über eine steile Treppe zugänglich ist. Oder Pisaq der kulturell bedeutsame Ort ist auch wegen seines Marktes am Sonntag und eines Ruinenkomplexes sehr sehenswert. Und natuerlich der heilige Urubambafluss und der gleichnamige Ort. Der Urubambafluss ist die Lebensader der hier ansaessigen Inkas und deren Nachkommen und er wird uns bis Machupichu begleiten.
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Datum des Eintrags:
18.08.2003 12.06 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.sastravelperu.com/
| |  | Bevor ich meine INKATRAIL Tour buche, muss ich mir erst einmal klar werden, mit welcher der verschiedenen Agenturen ich gehen will. Seit 2001 ist es leider nicht mehr moeglich, die 50 KM lange Wanderung auf eigene Faust zu unternehmen. Die Regierung von Peru will mit dieser Massnahme Schaeden in der Natur und an dem historischen Weg und am Weg liegenden Ruinen vorbeugen. In der Hauptsaison befinden sich bis zu 500 Menschen taeglich auf dem Pfad. Leider sind in der Vergangenheit allzuviele sorglos mit ihrem Muell umgegangen und auch die nicht vorhandenen Zeltplaetze und sanitaeren Einrichtungen entwickelten sich zum Problem. Ein weiterer Grund (und wie ich glaube, der Hauptgrund) ist allerdings die wirtschaftliche Seite. Die Regierung gibt jetzt Permitts aus, die nur ueber autorisierte Agenturen zu erhalten sind. Damit rutscht kein Tourist mehr durchs Netz, jeder bezahlt seine Park- und Eintrittsgebuehren, die Agenturen zahlen natuerlich Steuern und sonstige Abgaben und verpflichten sich, einheimische Traeger zu engagieren. Dadurch ist auch gleich die Arbeitslosenquote gesenkt. Nach einigen Gespraechen und Erkundungen bei anderen Travellern und im Internet, entscheide ich mich fuer SAS Travel. Diese Agentur ist nicht nur mit am laengsten auf dem Markt, sondern hat auch die beste Reputation. Haken an der Sache, mit 260 US Dollar ist sie auch gleich 50 $ teurer als alle Wettbewerber. Begruendet wird dies mit den hohen Personalkosten, der Menge und Qualitaet des Essens und der guten Ausruestung. Und tatsaechlich ist SAS eine der wenige Agenturen die ihren Traegern ein Gehalt bezahlt, auch wenn es mit 100 Sol (rund 15 Euro) fuer vier Tage nicht viel ist, wir bekommen von unserem Koch Alex drei Mahlzeiten und zwei Snacks pro Tag und die Zelte, Schlafsaecke, Matten etc. sind von der chilenischen Topfirma Doite. Am Abend bevor es losgehen soll, treffen wir uns zu einem Briefing. Hier lernen wir unseren Guide Hilbert und seinem Hilfsguide Carlos kennen. Und natuerlich ist hier erste Gelegenheit die anderen Gruppenmitglieder kennenzulernen. Ich scheine Glueck zu haben. Insgesamt sind wir 13 Personen, ein englisches Ehepaar aus Newcastle mit 18jaehriger Tochter, Dieter aus Deutschland, Marlies eine Berlinerin die aber schon seit 15 Jahren in Zuerich lebt, Danielle aus Holland und Jan aus der Schweiz, die sich in Mittelamerika kennen und lieben gelernt haben, ein amerikanisches Ehepaar Mitte 50 aus Pasadena und Claire mit Mutter und Freundin der Mutter aus England. Also eine bunte Mischung aus Alter und Nationalitaet. Aber das macht es ja aus. Und tatsaechlich harmoniert die Gruppe in vielen Belangen und wir haben maechtig Spass in den naechsten vier Tagen. |
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Datum des Eintrags:
14.08.2003 09.45 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.ilatintravel.com/cuz_foto2.htm
| |  | Aber CUSCO ist nicht nur Zentrum der Kultur und Religion der Inkas, Cusco ist wohl auch der Backpacker-, Traveller-, Touristen- und Aussteigerort Suedamerikas. Es wimmelt hier von Gringos und daher sind die Schuhputzkinder, Postkarten- und Souvenirverkaeufer und andere Nepper natuerlich auch in besonders hoher Anzahl vertreten. Es gibt ausserdem unendlich viele Touristenagenturen und Reisebueros, die Touren in der Stadt und in die Umgebung anbieten. Nicht zu vergessen die vielen Restaurants, Kneipen und Discotheken, die Hotels in allen Preiskategorien und alles was sonst zu einem Ort gehoert, der vom Tourismus gepraegt ist. Cusco ist Multi-Kulti wie London, NewYork, Tokio und Leipzig (waehrend der Olymp. Spiele 2012). Und dann ist da natuerlich noch Machupichu. Cusco ist Ausgangspunkt und Tor zu dieser geheimnisvollen Stadt. Der weltberuehmte Camino del Inca wird von Cusco aus gestartet. Und das ist ja schliesslich auch mein Hauptgrund, fuer einen Besuch des Nabels der Welt. Der Inkatrail zum Sonnentor von Machupichu ist der meistbegangene Wanderweg des Kontinentes und sicher neben Galapagos, den Wasserfaellen von Iguazu und dem Zuckerhut in Rio einer der Hoehepunkte einer jeden Suedamerikareise.
Aber Peru hat noch etwas anderes, ganz besonderes zu bieten. Die Kueche mit all ihren Leckereien. Bei den vielen Restaurants in Cusco musste ich das natuerlich ausnutzen. Ganz besonders hat mir Alpaka geschmeckt. Eine von vier andinen Kamelarten. Das Alpaka wird wie das Llama als Nutztier gehalten, die verwandten Guanacos und Vicunas sind dagegen wildlebend und geschuetzt. Llama habe ich mehrfach in Bolivien probiert, das Alpakafleisch ist allerdings wesentlich besser. Kaum Fett, zart und saftig. Eine weitere Delikatesse ist das Cuy. Uns allen ist das Cuy mehr oder weniger sympathisch und bekannt aus den Kinderzimmern in Deutschland. Genau, das guinea pig oder wie man bei uns sagt, dass Meerschweinchen. Meine Mutter behauptet immer, dass seien Ratten, aber dafuer schmecken die Biester verdammt gut. Dem Cuy wird das Fell abgezogen und im ganzen in den Ofen geschoben. Und so wird es auch serviert. Die Meersau liegt mit Kopf und Pfoten auf einem ovalen Teller und guckt einem vor dem ersten Biss mit verzerrtem Blick an. Wem dieser Anblick des geroesteten Tieres nicht liegt, der kann das ganze vom Kellner mit einer Gefluegelzange zerkleinern lassen. Viel ist an so einem Tier allerdings nicht und man braucht schon die Kartoffeln (die uebrigens hier in den Anden ihren Ursprung haben) und ein bisschen Gemuese, um satt zu werden. Geschmacklich kommt das ganze an eine Mischung aus Haehnchen, Ente und Kaninchen wuerde ich sagen. Wirklich lecker und zu empfehlen! Da das ganze allerdings leicht fettig sein kann, empfiehlt sich hinterher ein Pisco. Der Nationalschnaps der Peruaner ist ein klarer auf Zuckerrohrbasis. Ahnlich wie ein weisser Rum, aber milder.
Neben der kulturellen und kulinarischen Seite hat Cusco natuerlich auch ein hervorragendes Nachtleben. Clubs wie das Kamikaze oder besonders das MamaAfrika sind weit ueber die Grenzen von Peru hinaus bekannt. Besonders die Salsa tanzenden Schoenheiten, die typischen Panfloetenmusiker mit Ihren Ponchos, die heissen Rhytmen der Latinos, lassen die Stadt kaum zum schlafen kommen. Meinem Hostel gegenueber liegt das Los Perros. Eine kleine, gemuetliche Bar mit Sofas zum rumluemmeln und leckeren Kleinigkeiten aus der Kueche. Das LosPerros gehoert einer Australierin, die fuer Prada gemodelt hat und fuer mich wohl die huebscheste Kneipenwirtin der Welt ist. Aber auch der Barkeeper, Guilermo, ist cool. Guilermo mag es nicht alleine zu trinken und so hatte ich immer einen kleinen Tequilla zum Bier. Hier habe ich auch Rike und Stefan aus Koeln wiedergetroffen und hier gab es wohl den besten Pisco Sour, die Coktailvariante des Nationalgetraenkes. Alles in allem waren die 10 Tage in Cusco abwechslungsreich, spassig und hoch interessant. Es lohnte sich! |
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Datum des Eintrags:
13.08.2003 04.58 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.infocusco.com/modules/uskolaxgallery/index.php?subcarpeta=&carpeta=nochecusco&foto=foto02
| |  | Und CUSCO haelt was es verspricht! Cusco liegt im südöstlichen Teil der Anden Perus im Tal des Huatanayflusses, auf 3360 Metern. Die sagenumwobene Hauptstadt des Inkareiches ist auch archäologische Hauptstadt Südamerikas. Cusco galt im Inkareich als Nabel der Welt und das bedeutet auch der Name der Stadt. Man kann hier die Mythen hautnah erleben und das besichtigen der vielen historischen Staette ist eine besondere Erfahrung meiner Reise. Die Altstadt rund um die Plaza de Armas ist wunderschoen. Die Kombination aus Inkagebaeuden und Kolonialbauten ist sehr harmonisch, wenn nicht sogar traumhaft schoen. Ich aergere mich aber auch hier wieder ueber den Prunk in den Kirchen und ueber die vielen abgerissenen und zerstoerten Inkatempel, auf deren Grundmauern die Kirchen und Kloester gebaut wurden. Aus dem Gold und Silber der spanischen Raubzuege wurden Altare errichtet und Kirchen ausgeschmueckt. Die Architektur der Inkas ist beeindruckend, durch eine bestimmte Schleifart haben die Inka riesige Felsbloecke plan geschliffen und durch Zapfen miteinander verbunden und aufeinander gestapelt. Man sparte sich dadurch den Moertel und die Bauten sind auch heute noch Erdbebensicher (siehe Fotolink) Viele dieser Mauern sind in Cusco und Umgebung zu besichtigen. Aber es gibt natuerlich noch viel mehr zu sehen, so z.B. prekolumbine Denkmäler wie unter anderen den Qorikancha (Sonnentempel), das Ajilla Wasi, den Amaru Cancha (Schlangenkreis), den Kiswar Kancha; und die Schmuck(oder Schand)stücke der Verschmelzung zweier Kulturen wie die Kathedrale, die Kirche und das Kloster La Merced und die Kirche von San Blas. (Man hat hier tatsaechlich einen Tempel zerstoert, das Gold gestohlen und mit den Steinen ein Kloster gebaut) |
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Datum des Eintrags:
13.08.2003 04.34 |
 |  |  | | | timo timo.walkabout@web.de
http://www.medienarchiv.com/Lateinamerika/Peru/previewpages/previewpage12.htm
| |  | VON PUNO NACH CUSCO - Das ich wieder in einem anderen Land bin, merke ich nicht nur durch den veraenderten Kleidungsstil der Menschen, sonder auch durch die Busreise bzw. durch die Art der Busse. Es gibt wieder Reisebusse mit viel Platz und sogar richtige Luxusbusse. Ich goenne mir ein Ticket fuer den Bus Cama fuer die 7 stuendige Reise nach Cusco. Ein Doppeldecker mit Schlaf- (Cama) und Liegesitzen wie in der Firstclass eines Jumbos, Getraenkeservice und Viedeo. Highlight ist aber sicher eine Bordtoilette.
Neben mir sassen zwei Israelis. Aufgrund ihres sozialen Verhaltens, sind dies nicht die beliebtesten Reisebegleiter, um es einmal vorsichtig auszudruecken. Kurz vor der Abfahrt steigen dann noch zwei Amerikaner zu und komplettieren damit unseren kleinen "Salon". Auf Viedeo wird Judgment Day gezeigt. Arnie auf Spanisch! Vor einigen Wochen haben die Amis den Irak angegriffen, natuerlich war dieser Krieg ein staendiges Thema unter uns Travellern und es dauerte auch hier nicht lange, das einer der Israelis darauf zu sprechen kam. Er fragte uns, was wir neues wuessten und was wir ueber den Krieg denken. Allerdings war er sehr ueberrascht, als die 2 US-Boys das Verhalten von George W. und dem Krieg an sich, aufs schaerfste kritisierten. Es entwickelte sich eine heftige Diskussion unter uns fuenf und als ich sagte, das der einzige Grund fuer diesen Krieg das Oel der Irakis sei und die beiden Amis mir beipflichteten, sagten die Israelis, das es doch egal sei. Hauptsache man bekaempft die Araber und toetet so viele wie moeglich von denen. Und wenn man dann am Ende auch noch Oel dafuer bekommt, sei das doch noch besser. Darauf wusste ich erstmal nichts zu sagen. Dieser Hass war mir bisher neu, bestaetigte aber einiges. Auch die US-Boys zogen es jetzt vor, weiter Terminator 2 zu verfolgen, als diese Diskussion fortzufuehren.
Um 03:00 Uhr Nachts kommen wir auf dem Busbahnhof von Cusco an. Da ich um diese Zeit wahrscheinlich kein Hostel finden werde, nehme ich das Angebot der Busgesellschaft an und schlafe bis 07 Uhr weiter im Bus. Zum Sonnenaufgang nehme ich mir ein Taxi in die Stadt und lasse mich zum Hostel "Suezia 2" fahren. Die Adresse hatte ich aus einem Reisefuehrer und da das Hostel ziemlich zentral in der Altstadt liegt und ein Einzelzimmer fuer rund 5 Euro zu haben ist, war meine Entscheidung frueh gefallen. Und tatsaechlich war die Herberge ein Volltreffer. Ein altes koloniales Gebaeude mit dem typischen Innenhof, heissen Duschen und mal wieder ein Zimmer fuer mich alleine! Nach einigen Stunden schlaf und einer langen Dusche, begebe ich mich auf meinen ersten Stadtrundgang durch die Altstadt von Cusco. |
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Datum des Eintrags:
09.08.2003 13.36 |
 |  |  | | | Klaus Moritz klaus.moritz@conti.de
| |  | Hallo Timo,
tolle Reise, tolle Berichte, weiterhin alle guten Wünsche, bleib gesund und munter und melde Dich wieder
Ursel u. Klaus |
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Datum des Eintrags:
09.08.2003 00.24 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.indianer-welt.de/sued/inka/inka-geschi.htm
| |  | Cuzco war das politische, religiöse und kulturelle Zentrum des Reiches. Nicht nur der Herrscher residierte in Cuzco, sondern auch das Hauptheiligtum, der Sonnentempel, und die Hauptbildungsstätten, u.a. das Yachayhuasi, die Eliteschule für die Söhne aus dem Hochadel des Reiches, befanden sich dort. Zur Ankunft der ersten Spanier in Peru dürften in dieser Stadt bis zu 200 000 Menschen gewohnt haben.
Die Staatsprache im Inkareich war Quetchua. Das war die Muttersprache der Völker, die schon in vorinkaischer Zeit im Tal von Cuzco lebten. Auch heute wird diese Sprache noch von mehreren Millionen Indianern in Peru und Ecuador gesprochen.
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Datum des Eintrags:
09.08.2003 00.24 |
 |  |  | | | timo timo.walkabout@web.de
http://www.indianer-welt.de/sued/inka/inka-geschi.htm
| |  | Ausbreitung der Inka (54 KB)
Zwischen 1430 und 1440, als der Inka Viracocha (der 8. Inka) schon sehr alt war, trauten sich die Chanca, ein Nachbarvolk, einen Überfall zu. Der Inka Viracocha floh mit seinem Sohn und ausgewählten Nachfolger Urco in die Festung Caquia-Xaquixahuana und überließ Cuzco sich selbst. Zwei andere Söhne von Viracocha namens Roca und Yupanqui beschlossen, Cuzco zu verteidigen. Yupanqui übernahm das Kommando und suchte bei den Nachbarvölkern möglichst viele Verbündete, die er mit Geschenken bestach. Deswegen stellten die Cana und die Canchi Soldaten zur Verfügung. Als die Chanca nun angriffen, leisteten die Inka erfolgreichen Widerstand und in vielen weiteren Schlachten wurden die Chanca endgültig besiegt. Nach dem Sieg bestand der alte Inka darauf, daß der Triumph Urco zuzuschreiben ist. Yupanqui war darüber sehr erzürnt und kehrte nach Cuzco zurück, um sich selbst die borla, das Symbol der Inkamacht, auf den Kopf zu setzen. Er nahm den Namen Pachacuti an, der "Umwälzung" bedeutet.
Am Anfang verfügte Inka Pachacuti Yupanqui über begrenzte Machtmittel und viel zu wenig Arbeitskräfte. Deshalb rief er die Herren der umliegenden Gebiete zusammen und überhäufte sie mit Geschenken aus seiner Beute aus dem Sieg über die Chanca. Erst danach bat er sie, rund um Cuzco Speicher zu bauen, die nur denen am Bau beteiligten Herren zugänglich sein würden. Nach diesen System stellte der Inka nach und nach weitere Forderungen, u.a. daß die Speicher mit Lebensmittel gefüllt werden.
Er war es auch, der die gesamte wirtschaftliche und politische Struktur umorganisierte, so daß ein zentralistischer Staatsapparat entstand. Erst danach begann der 9. Inka Pachacuti mit größeren Eroberungen, indem er oder ein Vertreter dem feindlichen Herrscher vorschlug, sein Land dem Inkastaat anzugliedern. Dafür würde er natürlich reiche Geschenke erhalten. Stimmte der Herrscher zu und nahm die Geschenke an, wurden große Festlichkeiten gefeiert. Im anderen Fall kam es zum Kampf, den gewöhnlicherweise das Inka-Heer gewann.
So eroberten die Inka um 1450 ohne große Mühe das Territorium der Colla, die am Ufer des Titicacasees siedelten. Kurz danach nahmen sie die Region von Arequipa bis zur südlichen Küste ein. Weiter gingen die Eroberungen im Norden bis zur Stadt Cajamarca, ca. 1 000 km von Cuzco entfernt. Auch das Chimúreich viel 1470 in die Hände der Inkas.
Sein Sohn Inka Topa (oder auch Túpac) Yupanqui, der 1471 den Thron bestieg, führte Eroberungen nach Süden, bis nach Chile und nach Norden, bis ins mittlere Hochland von Ecuador. Nach 22 Jahren Regierungszeit herrschten die Inka über den größten Teil der südlichen Anden. Nach der Ermordung Yupanquis wurde sein Sohn Huayna Capac der neue Inka.
Huayna Capac, er starb um 1528, vergrößerte das Reich noch bis Bolivien und den Nordteil Ecuadors. Neben den Eroberungen war er auch noch damit beschäftigt auflammende Revolten in seinem Reich niederzuschlagen. Es war sehr schwer, ein Reich von dieser Größe zu regieren und zu kontrollieren. Dazu kam, daß in seiner Regierungsperiode ein großer Teil der Bevölkerung an einer unheilbaren Epidemie erkrankte und starb. Wahrscheinlich verursachten Pocken diese Epidemie, die durch die Spanier eingeschleppt wurden. Diese landeten ein paar Jahre früher das erste Mal an der peruanische Küste. Auch der Inka starb wahrscheinlich an den Pocken. Durch den unerwarteten Tod von Huayna Capac war die Erbfolge nicht geregelt und es entstand ein Bruderkrieg zwischen Huascar, dem legitimen Erbe und dem ehrgeizigen Atahualpa. Dadurch waren die Inka geschwächt und auch abgelenkt und die Spanier konnten das Reich relativ leicht erobern. 1533 wurde Atahualpa ermordet. Das war das Ende des glanzvollen Reiches, obwohl es danach noch Aufstände gegen die Eindringlinge gab. Sie waren aber nicht erfolgreich.
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Datum des Eintrags:
09.08.2003 00.22 |
 |  |  | | | timo timo.walkabout@web.de
http://www.indianer-welt.de/sued/inka/inka-geschi.htm
| |  | Die Inka
Von Cuzco ausgehend bis nach Chile und Nordwestargentinien und im Norden über ganz Ecuador breitete sich das Reich der Inka auf dem Höhepunkt ihrer Macht aus. Erstaunlicherweise bestand der Inka-Staat nur etwa 90 Jahre und das was wir als Inka-Imperium bezeichnen können, existierte nur wenig mehr als 50 Jahre.
In diesem Land herrschen große klimatische Gegensätze. An der Küste befanden sich Wüsten, die nur ab und zu ein Fluß durchquerte. An dem Flußtal entstanden dann Oasen, in denen sich auch Menschen niederlassen konnten. Weiter nach Westen kommen dann die unwirtlichen Anden (einige Gipfel sind bis zu 6 000 m hoch), an deren höchsten Stellen es eiskalt ist und dann gibt es auf der anderen Seite feuchtheiße Bergregionen (Ceja de Selva) mit undurchdringlichen Wäldern.
Ursprünglich bezeichnete man nur den Herrscher, der als Sohn oder als Wiedergeburt der Sonne galt, als Inka. Später nannte man das ganze Eroberervolk so, dessen ursprünglicher Name noch immer unbekannt ist.
Geschichte
Der Ursprung des Reiches liegt in und um Cuzco. Um 1000 n. Chr. tauchte dieses Volk das erstemal in diesem Gebiet auf. Es war zahlenmäßig kleiner und nicht so mächtig wie die anderen umliegenden andinen Kulturen. Die Herkunft der Inkas ist nicht bekannt. Es gibt aber Legenden, die die Inkas selbst über ihre Herkunft erzählen. Die bekannteste Legende ist die von Manco Cápac und seiner Schwester und Gattin Mama Ocllo, die den Wassern des Titicacasees entstiegen, um im Auftrag des Sonnengottes oder Shöpfergottes Viracocha, ihres Vaters, die Gebiete um Cuzco zu zivilisieren. Viracocha war nämlich traurig darüber, daß die Menschen so kulturlos wie die Tiere lebten. Eine andere Legende erzählt von vier Halbgöttern und Brüdern, die die Region um Cuzco gemeinsam mit ihren Ehefrauen, die auch gleichzeitig ihre Schwestern waren, befriedeten. Zum Schluß war nur noch einer der Brüder, Ayar Manco, und seine Ehefrau Mama Ocllo am Leben und zusammen gründeten sie Cuzco.
Man geht davon aus, daß der Inkastaat um 1200 n. Chr. gegründet worden ist.
Leider ist nicht nur ihre Herkunft legendenhaft, sondern auch ein großer Teil ihrer Geschichte und ihrer Herrscher. Es sollen insgesamt 13 Herrscher von Manco Cápac bis Atahualpa gewesen sein, aber erst ab dem neunten Herrscher, Pachacuti (oft auch Pachacutec geschrieben) Inca Yupanqui, der 1438 den Thron bestieg, gibt es gesicherte Daten.
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Datum des Eintrags:
09.08.2003 00.17 |
 |  |  | | | timo timo.walkabout@web.de
http://www.inkatour.com/album/photos/index.php?lg=en&album=titicaca&photo=009.jpg
| |  | PERU - Von Copacabana nehme ich also den Bus nach Puno und fahre in das Land der Inkas. Zumindest nach heutigen, politischen Grenzen sagt man dies ueber Peru. Und tatsaechlich ist in der Bevoelkerung die Naehe zu einem Inkastaat deutlicher Vorhanden als in Bolivien. Die Fahrt dauert nur einige Stunden und geht zum Grossteil am Ufer des Titicacasees entlang. Die meiste Zeit verbringen wir, wiedermal, mit den Grenzformalitaeten. Drei Daenen haben ihr Visum um drei Tage ueberschritten. Die Beamten machen einen riesen Tanz darum und lassen sich erst beruhigen, als die Daenen sagen, dass sie nur laenger geblieben sind, weil Bolivien so ein schoenes und freundliches Land seil. Letzendlich kommen wir am Busbahnhof in Puno an. Die Stadt ist haesslich, aber trotzdem ein touristische Hauptziel in Peru. dies liegt an den sogenannten schwimmenden Insel im Titicacasee. Dort leben Indigenas auf geflochtenen Schilfinseln (siehe Fotolink). Das ganze diente frueher als Arbeits- und Wohnstaette. Man hatte die Forellen sozusagen direkt im Wohnzimmer. Heute ist das ganze nur noch ein grosser Nepp, um Geld zu machen. Ich habe mir die Sache dann auch gespart und bin drei Stunden spaeter in den Bus nach Cusco gestiegen. Mein eigentliches Ziel in Peru. Doch bevor ich darueber schreibe, folgt ein kleiner Ausflug in die Geschichte der Inkas und Perus. Da andere Leute das natuerlich schon alles
erforscht und aufgeschrieben habe, habe ich das ganze natuerlich nicht nochmal gemacht und stelle Euch ein Kopie aus dem Netz zur Verfuegungl. Viel Spass damit, mich faszinierte das ganze!
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Datum des Eintrags:
06.08.2003 15.02 |
 |  |  | | | Toddy Info@human-fortress.com
http//www.human-fortress.com
| |  | Hi Timo,
ich kann es kaum erwarten die Fortsetzung auf Deiner Homepage zu lesen.
Hier ist zur Zeit eine Hitzewell bis zu 39 Grad in Süddeutschland.
So einen Sommer habe ich in Deutschland jedenfalls noch nicht erlebt.
Überall herrscht Waldbrandgefahr.
Am Wochenende habe ich mit Human Fortress auf dem Wacken
Open Air vor gut 1000 Leuten gespielt. Leider nur auf der kleineren WET Stage!
An den drei Tagen waren wohl gut 40.000 Metalmaniacs dort und haben
ein Faß aufgemacht. Da hast Du echt was versäumt!
Bekommst Du in Südamerika überhaupt noch Nachrichten aus Deutschland mit?
Melde Dich wieder
Torsten
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Datum des Eintrags:
06.08.2003 13.30 |
 |  |  | | | Holger Dillei Holger.Dillei@htp-tel.de
| |  | Hi Timo, nun will ich hier auch noch mal was loswerden: Deine Berichte sind megastark, habe sie immer kopiert und in eine extra Datei eingefügt, da ist schon einiges zusammengekommen. Vielleicht solltest Du das hinterher bei einem Verlag mal einreichen, mit dem Buch kannst Du Dich dann gleich refinanzieren und brauchst so schnell nicht mehr in Sportgeschäften jobben *g*.
Was meinste zu 96? Als nächstes werden sich nun die Bayern ihre Klatsche abholen!
Ansonsten bin ich z.Z. überglücklich mit meinem neuen Mopped, und wenn Du wieder zurück bist, holst Du Dir hoffentlich auch eins, damit wir gemeinsam auf Tour gehen können.
Liebe Grüße,
Holger |
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Datum des Eintrags:
06.08.2003 11.36 |
 |  |  | | | Mücke
| |  | Hallo Izzak!
Hoffe, dir geht es gut. Sieh zu, dass du zurück kommst. Wir haben hier auch
gutes Wetter. Halt die Ohren steiff! |
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Datum des Eintrags:
05.08.2003 22.08 |
 |  |  | | | Claus Brod die.brods@t-online.de
http://www.reifen-brod.de
| |  | Hallo walkabouter !
wir sinds bloss - die Lauterbacher Grossfamilie.....alle Plagen schlafen....Zeit zum Surfen.......hitzefrei gibts bei uns leider nicht.....Hannover 96 liegt im Moment vor Schalke.......nur eine Momentaufnahme.......bei Rueckkehr droht Arena-Besuch........Letzte Woche bin ich am Lausitzring Formel Eins gefahren - endlich ein ernsthafter Gegner fuer Schumi.....vielleicht auf COnti ?.....demnaechst laenger und mehr aus der aufregenden Kleinstadt LAuterbach
Claus |
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Datum des Eintrags:
04.08.2003 15.51 |
 |  |  | | | Bettina Gohlke bettina.gohlke@conti.de
| |  | Hallo Timo,
habe heute zum ersten Mal einen Reisebericht von Dir gelesen, echt klasse!!
Genieß noch die verbleibende Zeit und ich hoffe, wir sehen uns dann mal
in der alten " VBü".
Liebe Grüße aus dem zu heißen Hannover
Bettina |
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Datum des Eintrags:
04.08.2003 15.33 |
 |  |  | | | David davidwarnecke@web.de
http://frisch-auf.com
| |  | Tja, dem Kommentar von Frankie ist wohl nicht viel hinzuzufügen...
Ich sonne mich in Fußballsachverstand und bereite mich auf meinen Feierabend vor, bei der Hitze bleibe ich nicht länger im Büro :)
Gruss
David
PS: TSC Ildehausen - TSV Münchehof 1:2 (Kreisligapokal)
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Datum des Eintrags:
03.08.2003 10.13 |
 |  |  | | | Petra und Frank FrankKlages@t-online.de
| |  | Hallo Timo, vielen Dank für Deine Mail,war wie immer spannend zu lesen. Na, Deine HSVer haben ja richtig Federn gelassen (wie von David prophezeit, der Tip von Henning lag ja völlig daneben). Noch 4 Tage, dann geht¿s los Richtung Alpen, wir wollen einige Großtouren incl. Gipfel machen. Hauptsache, das Wetter spielt dann auch mit. In nicht ganz 3 Wochen habe ich schon wieder eine Großparty anläßlich meines 40. Geb., kaum zu glauben.
Leider bist Du wieder mal nicht dabei. Bis demnächst mal wieder Frank/Petra
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Datum des Eintrags:
31.07.2003 14.55 |
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Datum des Eintrags:
29.07.2003 09.47 |
 |  |  | | | Henne roebbel.h@duraauto-ein.de
| |  | Hi Bruder,
da hat sich der Warnecke wohl geirrt, zum einen siegt der GROSSE HSV, zum anderen ist es mit Deinen Lieblingsvereinen ja auch anders rum. Die Hamburger haben übrigens gestern den Ligapokal im Finale gegen Dortmund 4:2 gewonnen.
Wie sieht's sonst aus da unten wann geht's auf die Bretter? Hier ist das mit dem Skifahren ne Katastrophe, aufgrund des extrem warmen Sommers und zwei Wintern mit nahezu keinen Niederschlägen, haben alle Gletscherskigebiete geschlossen. Wir mussten einen Lehrgang schon absagen. -Ein Sport ohne Zukunft- !?
Naja, Samstag war ich mal wieder mit dem Radel unterwegs. Rennen von Werni auf den Brocken, 24km, 1000hm, hat Spass gemacht. Mehr unter Brockenkoenig.de
So, bis die Tage dein Bruder
PS Ich bin Sa im Stadion
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Datum des Eintrags:
29.07.2003 09.03 |
 |  |  | | | David davidwarnecke@web.de
http://frisch-auf.com
| |  | Hallo Sportsfreund,
sieh zu, dass Du bald wieder nach Hause kommst. Die Roten siegen am WE bei Deinem Lieblingsverein No. 2 und Du bist nicht live dabei...
Und --> bleib diesmal sauber & benimm Dich bei der Arbeit, sonst ruft mich Dein Chef aus NZL wieder an!
Gruss & mehr per E-Mail
David |
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Datum des Eintrags:
25.07.2003 02.55 |
 |  |  | | | Timo timos.walkabout@web.de
http://www.bolivien-tours.de/titicaca.html
| |  | COPACABANA wird links und rechts von zwei Huegeln eingerahmt (der link im vorrigen Bericht zeigt ein Foto von einem der Huegel), die beide Besonderheiten beherbergen. Auf dem linken und etwas hoeherem wurde von den Inkas oder ihren Vorfahren eine Art Kalender errichtet. Durch Steinanordnungen und exakt gebohrten Loechern in den Felsen, konnte man Jahreszeiten bzw. Agrarzeiten bestimmen (siehe auch folgenden Fotolink: http://www.bergdias.de/boliv/bol099.jpg ). Je nachdem wann die Sonne durch welches Loch oder auf welche Stelle im Stein scheint, wusste man, welches Getreide oder Gemuese gepflanzt bzw. geerntet werden muss. Unglaublich genial! Der andere Huegel ist soetwas wie ein Kreuzweg. Auf dem Weg nach oben kommt man an 14 steinernen Kreuzen vorbei und oben erwartet einem ein freiluft Altar. Die Aussicht auf den friedlich vor einem liegenden Titicacasee und die im Hintergrund erstrahlenden, schneebedeckten Gipfel der Cordillera Real waren allerdings fuer mich heiliger als die Kreuze. Hier war ich "Apu", dem Berggott der Inkas ganz nah! Ich habe es genossen, einfach auf diesem Huegel zu sitzen, die Ruhe zu spueren, ein Buch zu lesen oder den Priestern beim beten zuzusehen. Ich freute mich dann immer, wenn Pachamama angebetet wurde, weil ich dann wusste, dass die Inkareligion von den Missionaren nur Oberflaechlich verdraengt wurde. Abends war ich dann immer bei Andres. Andres hat eine kleine Strandbar im Hafen von Copacabana und heisst eigentlich Andreas. Er ist aus der Naehe von Stuttgart und hat sich hier mit seiner argentinischen Freundin den Aussteigertraum verwirklicht. Coole Type mit leicht gescheiterter Existenz. In Deutschland vom Vater bei Mercedes untergebracht und nach der Lehre kein Bock mehr gehabt, angefangen zu Reisen, mit einer Disco nicht die erhofften Millionen gemacht und dann diese Idylle am Titicacasee, ohne Stress und mit wenig Sorgen, lieben gelernt. Wir haben uns viel erzaehlt, ueber die typische deutsche Gesellschaft gelaestert und taeglich unser "Feierabendbier" getrunken. War schoen in seiner "Timmerbude"!
Ein weiteres Highlight ist natuerlich ein Ausflug auf die Sonneninsel. Mit einem Boot legt man morgens um 8 Uhr ab und nach 2 Stunden traumhaften dahinschippern legt man auf der Isla del Sol an. Man braucht rund fuenf Stunden um auf dem Bergkam der Insel von Norden nach Sueden zu wandern und kommt dabei an etlichen Ruinen und heiligen Inkastaetten vorbei. Unter anderem kann man hier auch den Pumafelsen besichtigen. Ein Fels oder grosser Stein in der Form eines Pumas. Und Puma-Felsen in der Inkasprache Quechua, die uebrigens in Peru wieder offizielle Landessprache neben dem Spanischen ist, soll Titi-Caca heissen. Daher also der Name des Sees. Es gibt aber auch noch div. andere Theorien und da Quechua keine Schrift kennt, weiss das auch so genau niemand.
Man kommt noch zu einem heiligen Stein, an ein Ruinendorf, was wie ein Labyrinth gebaut ist und wo alle Gebaeude durch Gaenge miteinander verbunden sind und natuerlich zum Sonnentempel. Der Ausblick war aber auch hier wieder das schoenste. Die Farbenkombination aus See, Himmel, Bergen und das Gruen der Insel. Man kann das nicht in Worte fassen, da Ausdruecke wie faszinierend, traumhaft, atemberaubend, wunderschoen, liebevoll etc. ja inzwischen schon in der Waschmittelwerbung verwendet werden.
Naja, ich habe diese Woche jedenfalls mehr als genossen und war jetzt bereit fuer Neues. Und da der 1. Mai war, wurde es Zeit fuer Peru! |
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Datum des Eintrags:
25.07.2003 02.02 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.bergdias.de/boliv/bol104.jpg
| |  | Von LA PAZ nach COPACABANA! Ich haette noch lange in dem angenehmen Klima von Coroico und den Yungas bleiben koennen. Die Hostels hatten meist einen Pool und die Bananenstraeucher spendeten Schatten. Aber "ich hatte noch einen Koffer in La Paz" und so sind wir mit dem Minibus unsere Hoellenstrasse hinauf gefahren, um zurueck in die kaelte der Grossstadt zu kommen.
Ostern und eine Erlebnissreiche Woche mit neuen Erfahrungen liegen hinter mir, also wird es Zeit um zu einem weiteren Eckpfeiler meiner Route aufzubrechen. Der Lago Titicaca! Ich weiss nicht wieso, aber dieser See fasziniert mich schon solange ich denken kann. Groesster See Suedamerikas (ca. 15 mal groesser als der Bodensee), hoechstgelegener schiffbarer See der Welt (3820 m), in der Mitte verlaeuft die Grenze zu Peru und der Titicacasee ist Geburtsstaette der Inkas und ihrer geheimnisvollen Kultur.
Ich nehme also den Bus von La Paz nach Copacaban, der 3 mal taeglich vom Friedhof abfaehrt und rund vier Stunden fuer die Strecke benoetigt. Die Fahrt fuehrt ueber El Alto und fuehrt lange an den Ufern des Sees entlang, bevor man auf einer speziellen Busfaehre uebersetzt, um nach Copacabana zu gelangen. Die Passagiere muessen uebrigens ein extra Boot nehmen, da der Bus besetzt zu schwer fuer die Faehre ist. Wer jetzt allerdings glaubt, dass man von La Paz bis Rio de Janeiro nur vier Stunden Busfahrt benoetigt, der denkt bei Copacaban an den weltberuehmten Strand der brasilianische Metropole. Nee, Copacabana ist ein heiliger Ort am Titicacasee, der auch touristisch von Bedeutung ist. Die heilige Jungfrau von Copacabana hat dem Strand den Namen gegeben - und nicht umgekehrt! (Auszug aus einem Spiegelbericht: Im Jahr 1580 soll Mutter Maria einem Inka-Nachfahren im Schlaf erschienen sein, der sie nach dem Aufwachen sofort in Holz schnitzte. Bald wurden der Figur allerlei Wunder zugeschrieben. Erst viel später geschah es, dass ein Seefahrer im Sturm um sein Leben bangte, die Jungfrau anrief und gelobte, ihr eine Kapelle zu errichten, sollte er lebend Land erreichen. Zufällig landete er an einem Strand in Rio - deshalb heißt dieser nun ebenfalls Copacabana.)
Dieser ganze Zauber um die Marienstatuen und die dazugehoerige Kathedrale wurde/wird natuerlich von der katholischen Kirchen im grossen Stil genutzt und Copacabana ist einer der wichtigsten Walfahrtsorte in Bolivien. Beim Anblick der riesigen und prunkvollen Kirche sind mir wieder die Zweifel gekommen, ob das alles richtig ist, was der liebe Papst hier macht!? Die Marienfigur bekommt regelmaessig ein neues Gewand und die Frauen der Kirche haben schonmal die Gewaender fuer die naechsten Jahre im vorraus genaeht. Man hat ja sonst nichts zu tun!
Aber nicht nur fuer die christliche Kirche ist Copacabana etwas besonderes, auch fuer die Inkakultur ist der Lago Titicaca und die Umgebung heilig. Im See befinden sich unter anderem zwei Inseln, die Isla de Sol und die Isla de la Luna (Sonnen- und Mondinsel). Auf der Isla del Sol, so die Inka-Mythen, wurden Manco Kapac und Mama Ocllo als Kinder von Viracocha, dem Weltenschöpfer, geboren, von dort brachen sie auf, um Cusco zu gründen. Zu den Inkas werde ich noch etwas mehr schreiben, sobald ich mit meiner Berichterstattung in Peru und Cusco angekommen bin.
Der eigentliche Ort, die Lage und der tiefblaue See machen einen gemuetlichen, sonnigen und beruhigenden Eindruck. Und da ich nach jetzt vier Monaten Reisen und Eindruecken sammeln, einen vollen Kopf habe und das Verlangen nach einer Verschnaufspause immer groesser wird, bleibe ich hier eine Woche und mache erstmal Urlaub vom Urlaub! Ich habe gute Buecher, die Sonne scheint fast taeglich und der kleine Hafen mit dem Dorfstrand und den Garstaenden, wo die riesigen und leckeren Titicacaforellen zubereitet werden, hat viel flair und das schoene Licht hier strahlt einfach Ruhe aus. Genau so brauche ist das jetzt. |
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Datum des Eintrags:
24.07.2003 12.29 |
 |  |  | | | Jessi + Andi Jessika.Scheer-Henss@eu.omgi.com
| |  | Hallo Timo,
wir verfolgen und lesen immer ganz gespannt (in zweierlei Hinsicht: a) sie sind seehr interessant und b) der Bauch spannt immer mehr :-) ) Deine Reiseberichte. Man bekommt richtig Lust, auch irgendwann noch mal mehr von diesem Planeten sehen zu wollen. Bei uns wird es wohl wahrscheinlich einige Zeit(en) dauern, aber die Hoffnung werden wir nicht aufgeben.
Eigentlich dachte ich, dass Du schon längst in NZ bist und mir die Kiwis grüßt - auf die Berichte bin ich noch am Meisten gespannt - deshalb freue ich mich umso mehr, wenn`s endlich soweit ist.
Übrigens, Sylt war wirklich sehr schön - es haben nur noch die Palmen gefehlt :-)))
Viele Grüße auch Fritze-Flink-Team und alles alles Gute
Tschö Jessi |
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Datum des Eintrags:
23.07.2003 14.01 |
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Datum des Eintrags:
23.07.2003 14.01 |
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Datum des Eintrags:
23.07.2003 11.09 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.lansu.com/lapaz.html
| |  | Zurueck in LA PAZ habe ich erstmal die Schnauze voll von gefuehrten Bergtouren. Und daher komme ich das erstemal auf meiner Reise wirklich in die Situation, dass ich es schade finde, alleine unterwegs zu sein. Nicht weit von La Paz entfernt startet naemlich eine bekannte und wohl wunderschoene Trekkingtour. Der Chorotrail von La Cumbre nach Coroico. Diese 4 taegige Tour sollte man nicht alleine gehen, da es zu ueberfaellen auf Touristen gekommen sei, ausserdem ist der Weg auch kaum markiert. Naja, ich ueberlege lange hin und her, verzichte aber letztendlich darauf, weil ich nicht in einer gefuehrten Gruppen gehen will. Allerdings gibt es eine Alternative. Man kann auch mit dem Rad fahren. Die Strasse von La Cumbre auf 4650 m bis in den Dschungelort Yolosa auf 1200 m ist 75 KM lang und gilt als die gefaehrlichste Strasse der Welt. Es geht vier Stunden Abwaerts. 3500 Meter Hoehenunterschied downhill auf einer Schotterstrasse. Der Hammer! Gemeinsam mit einer Amerikanerin, einem Inder, einem Israeli und zwei Englaendern fahre ich von La Paz aus auf den Pass nach La Cumbre. Hier bekommen wir Helm, Bike und Signalweste. Die ersten 25 KM sind noch asphaltiert, zweimal geht es fuer rund 10 Minuten leicht bergauf, ansonsten ist die Strecke kurvig und steil abfallend. Wir haben einen heidenspass, nur die anderen Verkehrsteilnehmer (hauptsaechlich LKWs) stoeren. Die naechsten 50 KM sind Schotterpiste mit Schlagloechern, Pfuetzen und Fussballgrossen Steinen. In einer Schneebedeckten kargen, alpinen Umgebung gestartet, wird es nach unten hin immer gruener. Die abfallende Andenseite, Yungas genannt, ist ein Naturparadies. Wir heizen im hohen Tempo die Piste runter, es ist leicht Nebelig und bewoelkt, machmal regnet es sogar, aber man merkt deutlich das es immer waermer wird. Fast heiss, das Fleece ist laengst dem T-shirt gewichen und die Sonnencreme aufgetragen. Die Strasse ist jetzt in den Hang gebaut. Links faellt es hunderte Meter ab, ohne Leitplanke oder Begrenzung. Wir fahren durch Wasserfaelle, die die Strasse aufweichen und mir wie Regen vorkommen, durch Flussfurten, an Erdrutschen vorbei und muessen dabei immer wieder LKWs ueberholen oder die von unten kommenden vorbei lassen. Meistens ist besteht die Fracht aus Menschen, die froehlich von der Ladeflaeche winken. Da die Strasse in Bolivien so schlecht und eng sind, kommen in entlegenen Teilen die LKWs als Busse zum Einsatz. Der Staub wird jetzt immer schlimmer und auch die Kreuze und Gedenktafeln am Strassenrand, die an die vielen Verkehrs- und Absturztoten erinnern, werden immer mehr. Es ist schon irgendwie makabar (schreibt man das so?), als wir uns an einer Gedenktafel fuer eine israelische Bikefahrerin, die hier vor 2 Jahren abstuerzte, zum Mittagessen niederlassen. Irgendwann nach geilen vier Stunden downhill Vergnuegen sind wir erschoepft in Yolosa unserem Ziel angekommen. Wir machen uns ueber einen Wasserschlauch her und warten auf den Bus nach Coroico. Der Dschungelort liegt naemlich rund fuenf Kilometer oberhalb und bergauf fahren wollen wir jetzt nicht mehr. Der Link ist eine hollaendische Page mit vielen Fotos aus Bolivien. Ua. auch von dieser Biketour (etwas nach unten scrollen). |
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Datum des Eintrags:
23.07.2003 10.09 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://home.t-online.de/home/w.trumpfheller/bol1.htm
| |  | HUAYNA POTOSI! Ich buche also tatsaechlich meine erste richtige Bergbesteigung. Natuerlich kann ich das nicht alleine machen, nicht nur das mir Ausruestung wie Hueftgurt, Steigeisen, Eisaxt, Helm und das ganze Seilmaterial fehlt, es ist schlichtweg zu gefaehrlich ohne Fuehrer. Ich entscheide mich nach langen Gespraechen und Beratungen mit einer Agentur fuer den Huayna Potosi. Der Berg ist 6088 Meter hoch und in zwei Tagen auch fuer ungeuebte Bergsteiger zu bezwingen. Da ich in den vergangenen Wochen wenig getrekkt bin, moechte ich eigentlich eine dreitaegige Eingewoehnungstour machen. Trotz das ich mich jetzt schon mehrere Wochen auf 4000 m Hoehe und mehr bewege, denke ich, dass kann nicht schaden. Doch der Agenturmann meint, dass sei nicht noetig. Naja, wahrscheinlich ist im Moment nur keine Gruppe fuer eine Eingewoehnungs-tour vorhanden. Wie auch immer, morgen geht es also tatsaechlich schon los.
Wir starten morgens um 8:00 Uhr in La Paz. Neben mir ist noch Fabian, ein 20 jaehriger Schweizer dabei und natuerlich unser Guide, der seine Freundin mitbringt. Erst dachte ich, sie ist mit um das Auto zurueckzufahren, aber sie kommt tatsaechlich mit ins Basislager. Und das ganze in Slippern und mit Rock und Strickjacke. Von La Paz aus auf 3800 m sind wir mit einem Jeep zum Ausgangspunkt (ein Stausee) auf 4300 m gefahren. Danach ging es an den Aufstieg ins Basislager. Dies war mehr oder weniger Bergtrekking im steilen, felsigen Gelaende. Die Ueberquaerung einer Gletschermoraene, entlang auf Felsgraten und durch steile Geroellfelder. Bis auf die Hoehe (die Luft ist hier schon verdammt duenn) ging es ganz gut. Das gehen ist einfach um ein vielfaches anstrengender und der Rucksack fuehlt sich mit seinen knapp 20 KG dreimal so schwer an. Ich bin langsam und stetig mein Tempo gegangen und nach rund vier Stunden hatten wir das Basislager auf 5100 erreicht. Hier haben wir auf einer Felsplatte unser Zelt errichtet und hier begann ein riesiges Schneefeld, das wir noch vor uns hatten. Den restlichen Nachmittag haben wir mit ausruhen und Gipfeltraeumereien verbracht. Unser Guide hat Reis gekocht und dazu gab es Wuerstchen. Das ganze war nicht gerade lecker und ich war froh, meine Snickersriegel dabei zu haben.
In der Nacht sind wir um 12:00 Uhr aufgestanden und haben uns fuer den Aufstieg fertig gemacht. Mit Eispickel, Helm, Steigeisen ausgeruestet wurden wir angeleihnt und sind zu dritt im Gaensemarsch ueber das steile Schneefeld Richtung Gipfel gegangen. Doch nach gut 2 Stunden und in einer Hoehe von rund 5500 m war ich am Ende. Durch die Seilschaft war es nicht Moeglich, im eigenen Rythmus zu gehen. Jeder hatte eine andere Schrittfrequenz und das hat meinen Koerper und meinen Willen fertig gemacht. Dazu kam noch die psychologische Sperre im Kopf, vielleicht durch meine Schwaeche, den Erfolg des Schweizers aufs Spiel zu setzen. Die Hoehe und das vorrantreiben des Guides (Er schien es irgendwie eilig zu haben, vielleicht weil seine Freundin im Zelt wartete) , hat mich letzlich zur
Ueberzeugung gebracht, das es der Berg heute staerker ist und so habe ich
mich an den Abstieg gemacht. Vielleicht waere die Vorbereitungstour doch richtig gewesen? Trotzdem war es ein einmaliges Erlebniss. Ich war vorher noch nie in dieser Hoehe, immerhin 5500 Meter, und die Nacht war traumhaft schoen. Zwei Tage vorher war Vollmond, der Sternenhimmel spiegelte sich im Eis und die Ruhe und das alleine sein beim Absteigen, die Gewissheit das Verstand vor Risiko kommt und das ich dem Schweizer vielleicht einen Abstieg erspart habe, hat mir mehr gegeben als vielleicht das Gipfelgefuehl. Wer weiss? Nachdem ich einige Zeit im Zelt gepennt hatte, kam Fabian voellig erschoepft zurueck. Bevor er einschlief, erzaehlte er mir noch, dass unser Guide immer mehr Tempo gemacht haette und das sie noch im dunkeln wieder vom Gipfel runter sind. Er durfte nichtmal auf den Sonnenaufgang warten! Was habe ich verpasst?
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Datum des Eintrags:
20.07.2003 08.18 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.foto-reportage.de/bol/bol_bruja.htm
| |  | LA PAZ DIE 2. Es gibt einen offiziellen Schwarzmarkt, auf dem man mit etwas Glueck seine geklaute Kamera zurueckkaufen kann, aber auch "legale" Elektronikartikel fuer wenig Geld bekommt. Am besten hat mir aber der Hexenmarkt gefallen. Hier verkaufen die Indigenas Llamaphoeten, die in die Haeuserwaende gemauert werden, um die boesen Geister zu vertreiben. Man bekommt fuer und gegen jede Krankheit sein Puelverchen und ich habe mir ein Pulver gegen boese Blicke gekauft. Vielleicht habe ich deswegen in Bolivien spaeter fast nur freundliche Menschen getroffen :-). Das beste an La PAZ aber ist, das der Illimani staendig ueber einem thront. Und der schneebedeckte Gipfel hat meinen Abenteuerdrang wieder hervorgeholt. Einen 6000 Meter hohen Berg zu erklimmen, das waers es doch. Man kann hier auch auf 5000 m Skifahren gehen, aber da kann man mit dem Auto und mit dem Lift hinkommen, das ist langweilig! Ich gehe mich also erkundigen, wie die Moeglichkeiten fuer einen absolut unerfahrenen Bergsteiger wie mich sind, um auf so einen Berg der Cordillera Real (so heisst die Bergkette um La Paz) zu kommen. Es gibt unendlich viele Agenturen die um die Gunst der Touristen buhlen und es dauert eine Weile, bis ich mich in diesem Dschungel entscheiden kann. Aber ich weiss jetzt, das ich es versuchen will. |
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Datum des Eintrags:
20.07.2003 08.08 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.bolivien-tours.de/lapaz.html
| |  | Nachdem ich in LA PAZ am Busbahnhof angekommen bin und mich durch die Menschenmenge gewuehlt habe, nehme ich mir ein Taxi. Es ist inzwischen dunkel und daher moechte ich mich nicht zu Fuss auf die Suche nach einer Unterkunft machen. Auch wenn mir bisher nichts passiert ist, muss man sein Glueck ja nicht herausfordern und ich kenne die Stadt ja auch noch nicht. Ich sage dem Taxifahrer das ich zur Plaza de Armas moechte. Die Stadt und die Strassen sind voller Menschen und ich erfahre vom Taxifahrer das heute Nacht, ein Tag vor Karfreitag, alle Kirchen offen stehen und zur Besichtigung frei sind. Da man in die meisten der rund 50 Kirchen in La Paz nur zu Gottesdiensten oder als Ordensangehoeriger kommt, ist das fuer die Glaeubigen Bolivianer und Touristen natuerlich eine grosse Sache. Auf meine Frage, wieviele Einwohner denn La Paz haette, lacht der Fahrer und sagt das das keiner genau weiss. Vielleicht 5 Millionen, oder 10 mas o menos! Das sei aber auch egal. Gefaehrlich sei es hier ueberhaupt nicht, man solle als Tourist nur nicht Nachts in El Alto alleine rumlaufen. La Paz ist in einem Talkessel errichtet. An den Huegel wohnt die Mittelschicht und anders als in den meisten Staedten der Welt, wohne die wirklich reichen ganz unten in der Stadt (hier ist die Luft dicker). Umso hoeher man aus dem Talkessel nach oben geht, umso aermer wird es. Bis man dann in El Alto, dem 4200 m hohen Vorort von La Paz, angekommen ist. Hier leben nochmal ueber 1 Millionen Menschen in Lehmhuetten und kleinen Haeusern. Der Markt von El Alto am Donnerstag ist wohl der groesste Warenumschlagsplatz von Bolivien. Man kann hier alles kaufen, vom Apfel bis zur Zitrone und vom Auto bis zum Zug. Und natuerlich Kokablaetter. Das ganze ist dann auch noch um die Haelfte billiger als 500 m weiter unten auf den Maerkten von La Paz.
Ich lasse mich vom Taxifahrer zum Hotel Turino fahren, welches Rike und Stefan aus Koeln mir in Sucre empfohlen hatten. Mein erstes Hotel nach drei Monaten Reise. Die Lage war ideal und das Zimmer mit Bett und Schrank ausreichend moebiliert. Die Nacht fuer 20 Bolivianos, was ungefaehr 3 Euro sind. Nach einer Dusche, die hier uebrigens mit Elektrizitaet geheizt wird, Prinzip wie ein Tauchsieder, nur das die Kabel frei im Raum haengen und einer Saltena (mit Fleisch gefuellte Teigtasche), mische ich mich unters Volk und besichtige ebenfalls einige der Gotteshaeuser. Nach vier oder fuenf Kirchen hat sich meine Wut ueber den Prunk, die Gleichgueltigkeit und Machtausstrahlung der kath. Kirche aber wieder soweit angestaut, dass ich die Schnauze voll hatte und mich auf die Suche nach einem Restaurant und einer Kneipe mache. Aber das stellt sich als garnicht leicht heraus. Entweder sind nur irgendwelche Frittenbuden oder geschlossene Restaurants zu finden. Letzendlich bekomme ich aber doch noch mein Steak und eine Flasche Bier.
Am Karfreitag stehe ich bei herlichem Sonnenschein frueh auf und mache mich auf eine erste ausgiebige Stadterkundung. Aber irgendwie bin ich entaeuscht. La Paz scheint ausgestorben. Selbst auf den vielen Maerkten geht es ruhig zur Sache. Aber wie ich mir hinterher denke, liegt das am Karfreitag. Denn am Samstag sieht alles schon wieder viel freundlicher, bunter und aufregender aus. Ich schlendere durch die Altstadt, gehe im Indigenenviertel auf Fotosafari, schlendere durch die vielen Andenken- und Souvenirlaeden, nehme den Bus in die Villen- und Botschaftergegend um mal wieder einen Filterkaffee zu trinken und fange langsam an mich in der Stadt wohl zu fuehlen. Nachdem man einmal verstanden hat, wo der Hase langt laeuft, ist LA PAZ eine atemberaubende Metropole ganz ohne die HighTechGeschaefte, ohne Leuchtreklamen und ohne den Kommerz der westlichen Welt. Es gibt so gut wie keine Ladengeschaefte, alles wird auf der Strasse, aus der Garage oder auf Maerkten verkauft. |
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Datum des Eintrags:
18.07.2003 21.12 |
 |  |  | | | Markus Wagner wagmac@onlinehome.de
| |  | Hallo Timo,
ich hatte ja total verpennt mal auf Deiner Seite vorbei zu sehen, aber wie ich sehe, war dass ja ein verdammt grosser Fehler. Ich wusste ja gar nicht, wie gut Du schreiben kannst! Stellt sich die Frage, wieso Du in Deutsch so schlechte Noten hattest ;) Nein, nur Spass! Ich habe keine Ahnung wie Deine Deutschnoten waren!
Aber Du machst das echt super! Ich hatte gedacht, naja Timo haut da ab und an mal eine Message rein wo er gerade ist und das war es, aber Du warst wirklich fleissig. Habe das ganze Gaestebuch an einem Abend durchgelesen und ich muss wirklich sagen, Timo ich beneide Dich um jede Minute! Deine Begeisterung kommt beim lesen richtig rüber. Man will immer mehr. Deswegen mach auf jeden Fall weiter so!
Habe auch jeden Link von Dir verfolgt. Die Bilder sind echt der Wahnsinn und ich kann mir gut vorstellen, das es "live" ein atemberaubendes Abenteuer ist. Ich hoffe, dass ich nach Deiner Reise, ein paar Bilder von Dir zu Gesicht bekomme, ich bin so gespannt! Aber wahrscheinlich muss man sich dann ein Nummer ziehen :))) Wuerde mich aber echt freuen! Ich verspreche Dir auch regelmaessiger vorbei zuschauen. Muss ja gucken, wann Du in Neuseeland ankommst!
Ich werde Dich beim Sehusafest dieses Jahr auf jeden Fall am Andechserstand vermissen! Aber ein Bierchen trink ich dann auf Dich - oder auch zwei oder drei... :))) Ich versuche dann mal Bilder ins Internet zu setzen, dann kannst Du Dir ein paar Bilder aus der alten Heimat anschauen.
Dann wuensche ich Dir noch alles Gute für Deinen weiteren Weg und ich bin schon sehr gespannt auf Deine naechsten Berichte!
Viele Gruesse
Markus |
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Datum des Eintrags:
17.07.2003 04.10 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://home.t-online.de/home/w.trumpfheller/bol19.htm
| |  | COCHABAMBA NACH LA PAZ! Um 9:30 geht mein Bus nach La Paz. Beim fruehstuecken treffe ich ein hollaendisches Paar, das in Potosi bei der Minentour in unserer Gruppe war, wieder und da sie auch zum Busterminal wollen, nehmen wir uns gemeinsam ein Taxi. Der Busbahnhof von Cochabamba hat 12 bis 15 Rampen und ist genauso laut, hektisch und voll mit Menschen, Tieren und Gepaeckstuecken wie der Fischmarkt in Hamburg. Meine Busgesellschaft heisst TransCopacabana und nach kurzem suchen finde ich auch einen Bus, der ein "LA PAZ" Schild im Fenster hat und auf der Seite steht Copacabana in grossen Lettern. An der Rampe sitzen die Leute auf ihren typischen Plastiksaecken und ich erblicke eine junge Frau mit dem gleichen rosa Ticket in der Hand, wie ich eines in der Tasche habe. Sie ist 19, studiert in CBBA und moechte ihre Eltern ueber Ostern in El Alto besuchen. Carina, so heisst sie, erzaehlt mir viel vom Leben als Studentin in Bolivien und von den Problemen der Bevoelkerung. Die Zeit verfliegt und zur geplanten Abfahrtszeit bleibt der Bus verschlossen. Auch ist kein Busfahrer oder sonstiges Personal in der Gegend. Da aber alle Leute um mich herum ruhig bleiben und das Gespraech mit der huebschen Carina interessant ist, warte ich auch einfach ab. Als um 10 Uhr dann allerdings immernoch nichts passiert ist, wundere ich mich schon und Carina geht los, um eine Info zu bekommen. Es sei aber alles ok. und der Bus komme gleich. Komme gleich, der ist doch schon da, oder? Hm! Um 10:15 kommt dann tatsaechlich ein neuer Bus, gleiche Aufschrift und dazugehoerig Fahrer und Gepaeckpersonal. Ich muesse mir erst einen Gepaeckschein aus dem Buero holen, heisst es, als ich meinen Rucksack in den Bus wuchten will. Und dann die Ueberraschung. Im Buero teilt man mir mit, dass mein Ticket ungueltig sei. Dies sei Flota Copacabana, mein Fahrschein sei aber von Trans Copacabana. Ausserdem gebe es noch Embresa Copacabana und Tour Copacabana. Na wer soll da noch den Durchblick behalten. Ich bloeder Tourist jedenfalls nicht und dann auch noch abgelenkt von einer huebschen Bolivianerin. (Zur Erinnerung an alle, Verona Feldbusch ist auch Bolivanerin). Ich bin sauer auf mich selbst. Naja, also schnellstens zurueck zum Ticketschalter und hier erfahre ich, dass der Bus natuerlich schon laengst weg sei und fuer ein neues Ticket muss ich den vollen Preis bezahlen. Na super! Inzwischen hat auch Carina die Panne mitbekommen und diskutiert jetzt, halb heulend, halb schreiend, ueber den Preis fuer ein neues Ticket. Temparamentvoll diese Suedamerikaner! Aber auch sie hat keine Chance bei dem Verkaeufer und beginnt jetzt richtig an zu weinen. Da werde ich natuerlich wieder schwach und als sie mir erzaehlt, dass sie kein Geld hat und jetzt nicht zu Ostern nach Hause kann, kaufe ich halt zwei Tickets fuer den naechsten Bus. Alles zusammen kostet mich die Fahrt nach La Paz 80,-- Bolivianos (10 Euro). Nach fuenf Stunden Busfahrt durch dieses herliche Land, begruessen uns kurz vor La Paz die ersten 6000er Gipfel der Cordillera Real. Beim Blick auf den Illimani (6450m), dem Hausberg von LaPaz, ist mein Aerger voellig verflogen. Carina, mit der die Fahrt spassig und sehr interessant war, steigt in El Alto, dem Vorort von La Paz, auf 4200 m hoehe aus. Inzwischen ist es dunkel und ich fahre weiter bis zum Busterminal der Millionenstadt La Paz. |
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Datum des Eintrags:
13.07.2003 22.58 |
 |  |  | | | mella melone78@freenet.de
| |  | ja, ich wollte NR. 100 sein. geschafft-oder?
liebe grüsse aus DER SCHOENSTEN STADT DER WELT!!! -> Hamburg !!!
nicht hannover!!!
und übrigens: ich hab¿s geschafft. mit 2 abgeschlossen!!!!!
jipppiiiieeehhhh
viel spass weiterhin, gruss, mella |
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Datum des Eintrags:
09.07.2003 12.26 |
 |  |  | | | Harald Ahfeldt ahfeldt.stauffenburg@t-online.de
| |  | Hallo Timo
Alle Stauffenburger wünschen noch viel Spass, und bleib gesund !!
Georg, Timm, Kai Strobel, Malte und ich waren Ende Februar in Kalifornien
unterwegs, war auch nicht schlecht.
Gruß Harald
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Datum des Eintrags:
05.07.2003 07.14 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://fotos.terra.com.br/album.cgi/*297492:f4
| |  | COCHABAMBA
Vom Terminal gehe ich zu Fuss in die Stadt. Es ist 6 Uhr morgens und die Stadt erwacht gerade. Wie in Uyuni, Potosi und Sucre, sind auch hier ueberall kleine Marktstaende, Geschaefte und Garkuechen. Die rollenden Saftbars, wo man frisch gepressten Orangensaft bekommt, sind auch schon unterwegs. Ueberall werden Tueren, Tore und Staende geoeffnet. Eine halbe Stunde spaeter klingele ich an der Tuer des Hostals Florida. Ein verschlafener Bolivianer macht auf, drueckt mir einen Schluessel in die Hand und verschwindet wieder. Ich gehe durch die Tuer und stehe in einem der typischen Innenhoefe (Patios). Hinter einer grossen Palme entdecke ich meine Zimmertuer und knalle mich erstmal aufs Bett. Nach der typischen Busfahrt bin ich ziemlich muede und fuer die naechsten drei Stunden penne ich erstmal. Danach lasse ich mir ein Fruehstueck machen und gehe dann auf Entdeckungsreise in die Stadt.
Viele haben mir von Cochabamba abgeraten, dort gaebe es nicht viel zu sehen und die Umgebung sei nicht sehr sicher. Das ganze kommt bestimmt daher, das das Umland "el chapare" genannt, eines der groessten illegalen Kokaanbaugebiet von Suedamerika ist. Auch das auswaertige Amt hatte eine Reisewarnung fuer die Region Cochabamba ausgegeben. Aber das ganze ist mal wieder bullshit. Ich habe auf meiner Reise schon mehrmals festgestellt, dass man seine eigenen Erfahrungen machen muss. Aber zur Info folgen jetzt zwei Auszuege aus dem WWW:
"Nach Unruhen im Februar 2003, die bis zu gewaltaetigen Konfrontationen am 12. und 13.02. in La Paz und El Alto reichten, hat sich die Lage in Bolivien wieder beruhigt.
Aufgrund innenpolitischer Spannungen und bei anhaltender Gewaltbereitschaft muss jedoch weiterhin jederzeit mit landesweiten oder vereinzelten Strassenblockaden gerechnet werden. Bereits im Lande befindlichen Reisenden wird geraten, im Zweifelsfalle am Aufenthaltsort zu verbleiben. Von Versuchen, Blockaden gewaltsam zu durchbrechen, wird dringend abgeraten, da dies eine erhebliche persoenliche Gefaehrdung mit sich bringen kann.
Anfang der 80er-Jahre wanderten Zehntausende entlassener Bergwerkarbeiter in die dünn besiedelte tropische Zone "El Chapare" am Fuße der Anden, um dort ihr Glück als Kokabauern zu versuchen. Das Tiefland unterhalb der Millionenstadt Cochabamba entwickelte sich schnell zum Hauptanbaugebiet von Koka in Bolivien. 90 Prozent der Ernte von 38.000 Hektar gingen direkt in den internationalen Drogenhandel mit gigantischen Gewinnen für die Drogenkartelle und soliden Einkünften für die 40.000 ungelernten Bauern und ihre Familien.
Erst als die USA 1995 ihre Entwicklungs- und Militärhilfe an Erfolge in der Drogenbekämpfung koppelte, begann die bolivianische Regierung das Gesetz 1008 umzusetzen. Dies hatte 1988 sämtliche Kokapflanzungen im Chapare für illegal erklärt. Die Produktion von Koka ist seitdem nur noch auf 12.000 Hektar in den Yungas erlaubt. Die feuchtwarmen Nebelwaldtäler östlich von La Paz sind das traditionelle Kokagebiet Boliviens. Schon die Inka kauten die stimulierenden Blätter, nutzen sie für Tee und medizinische Zwecke."
Cochabamba hat wirklich nicht viel fuer Touristen zu bieten. Eine riesiege Christusstatue thront ueber der Stadt, aber ich kenne ja schon die von Rio und Lissabon. Aber der Name der Stadt hat fuer mich einen exotischen Klang "COCHA BAM BA" und das alleine macht Urlaubsstimmung. Und die habe ich auch. Die Sonne scheint und ich schlendere durch Parkanlagen, Maerkte und die Strassen dieser Universitaetsstadt. Mir fallen die vielen jungen Leute auf, die in den Caffes sitzen und anscheinend das typische Studentenleben fuehren, welches ich nie fuehren durfte (haette ich mal in der Schule besser aufgepasst).
Ich bleibe zwei Tage in Cochabamba, mache freundliche Kontakte mit einigen Studenten, mit denen ich abends um die Haeuser ziehe. Doch die Reiselust ist groesser als der Durst und ich kaufe mir ein Ticket nach LA PAZ.
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Datum des Eintrags:
02.07.2003 02.09 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.bolivien-tours.de/sucre.html
| |  | ZURUECK IN SUCRE
Mache ich erstmal einen ausgiebigen Stadtrundgang in dieser superschoenen Stadt. Alte Koloniale Gebaeude, eine grosse Plaza mit Palmen und hohen Baeumen, nette Geschaefte und natuerlich ueberall Marktstaende. Die Stadt hat Flair und ist bestimmt der richtige Ort, um zu relaxen und nach den ganzen Abenteuern die hinter mir liegen einfach mal nichts zu tun. Beim Abendessen in einer Pizzaria (die Pizza in Bolivien ist das einzige, was richtig teuer ist mit 7 Euro) treffe ich Rike und Stefan aus Koeln wieder. Die beiden haben im Bus von Uyuni nach Potosi vor mir gesessen. Wir unterhalten uns nett und verabreden uns fuer morgen Abend. Die beiden kennen ein vegetarisches Restaurant, was von einer deutschen gefuehrt wird. Hier in Sucre ist eine relativ grosse deutsche Gemeinde und dazugehoerigen Einrichtungen. Eine Schule zum Spanischlernen, ein "Kulturcafe Berlin", eine deutsche Kneipe und natuerlich ein Goetheinstitut. Sucre erscheint mir als idealer Ort, um Spanisch zu lernen. Ich halte mir das mal im Hinterkopf fuer die Zukunft. Nach der Pizza gehe ich dann auch nochmal ins Bibliocafe, eine nette kleine Kneipe mit deutschen Wurzeln. Der Laden ist gerammelt voll (keine deutschen ausser mir!) und dann kommen auch noch ein paar Leute rein und fragen, ob sie Musik machen duerfen. Nach kurzer Diskussion und Platzschaffung duerfen sie. In einer Ecke hinter der Tuer bauen sie sich, eine Box, ein Mikro und zwei Notenstaender auf und fangen an zu spielen. Wie sich herausstellt, sind es alles Traveller die sich erst gestern in einem Hostal kennengelernt haben. Sie haben ein bisschen Gitarre gespielt und kurzfristig entschlossen, irgendwo gemeinsam aufzutreten. Ein Ami, ein Japaner, ein Israeli, ein Franzose und zwie Englaender. Sie haben Coversongs gespielt und trotz das keiner von Ihnen gut singen konnte, haben sie und wir im Publikum einen Morsspass gehabt.
Mit Rike und Stefan esse ich einen leckeren Kartoffelauflauf bei der deutschen. Wir verstehen uns sehr gut, die beiden haben gerade ihr Studium beendet und reisen fuer vier Monate durch SA. Haben aber auch schon viele andere Laender besucht und daher haben wir natuerlich einiges zu erzaehlen. Der Abend mit den beiden ist wirklich schoen und zum Abschluss gehen wir noch ins "Joyride", eine hollaendische Kneipe mit gutem Bier.
Die beiden bleiben noch etwas laenger in Sucre, aber ich mach mich weiter. Bolivien ist so gross und es gibt noch viel zu entdecken. Also kaufe ich mir eine Fahrkarte und stuerze mich in mein naechstes 10-Stunden-Busabentuer.
Nach diversen Pinkelpausen (auf die Frage, ob ein Bus eine Toilette hat, wir meistens mit "Si, claro! banjo natural" geantwortet) und Reifenpannen, inzwischen an die Enge und Gerueche gewoehnt, komme ich am naechsten Tag morgens um 6 Uhr in Cochabamba an. |
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Datum des Eintrags:
02.07.2003 01.40 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.bolivien-tours.de/tarabuco.html
| |  | SUCRE - CAPITAL DE BOLIVIA
Meine drei derzeitigen Reisebegleiter (Nico, Marya und Hans) sind nach Oruro gefahren. Sie haben weniger Zeit als ich und lassen daher die bolivianische Hauptstadt aus. Ich nehme am naechsten Tag den Bus nach Sucre.
Die Busfahrt geht schnell und gegen 17 Uhr bin ich am hektischen Busbahnhof in Sucre. Natuerlich stehen auch hier wieder 57 kreischende und gestikulierende "Schlepper" an der Bustuer und wollen mir ein Hotelzimmer verkaufen. Jeder von ihnen hat das billigste, sauberste, sicherste, die beste Lage und natuerlich 24 Std. heisses Wasser! (das ist das Hauptargument bei der Hostalwahl in Bolivien u. Peru). Ich hatte mir aber aus meinem Reisefuehrer schon das richtige rausgesucht und nehme mir ein Taxi. Der Taxifahrer sagt mir aber schon auf der Fahrt, dass der Besitzer des Hostal gewechstelt hat und das es jetzt ein teures Hotel sei. Naja, ich lasse mich trotzdem in der Strasse absetzen und finde gegenueber das Hostal Bolivien. Ein Volltreffer! 30,-- Bolivianos (4,-- EUR) fuer ein Einzelzimmer mit Fruehstueck. Ausserdem treffe ich John, Rob und Emma aus England wieder, mit denen ich in San Pedro de Atacama einige Unternehmungen gemacht habe. Abends gehen wir zusammen auf ein open-air Konzert. Lokale Bands, die eigentlich sehr schlecht sind, spielen hier Folklore gemixt mit Pop und Rock auf den klassischen Instrumenten. Gitarre, Panfloeten, Ukulele etc. Es sind exakt die gleichen Typen wie die, die vor Karstadt in der Fussgaengerzone , mit Poncho und Muetze versuchen ihre CDs zu verkaufen. (ich muss immer noch lachen, Arne: My heart will go on)
Am naechsten Tag ist Sonntag. Und da findet in Tarabuco ein schoener, bunter Markt statt. Es fahren Busse in die 50 KM entfernte Stadt und auf dem Weg dorthin, steigen die Bauernfamilie mit Ihren Guetern ein, die sie in Tarabuco verkaufen wollen. Auch dieser Bus ist nach einer Weile gerappelt voll, mit Menschen, Tieren, Lebensmitteln, Tuechern und Stoffen und sonstigen Ramschkram. Der Markt ist tatsaechlich faszinierend. Das ganze Dorf ist auf den Beinen und die Strassen gleichen einen Grabbeltisch bei C&A nach dem ersten SSV Tag. Man bekommt hier natuerlich den kompletten Tourinepp vorgesetzt, aber in den Seitenstrassen sieht man auch noch ganz traditionelle Waren. Die Leute handeln was das Zeug haelt und ich bin natuerlich voll dabei. Obwohl ich mir garnichts kaufen will. Man muss ja auch alles schleppen! Also mit Souvenirs werde ich nicht nach Hause kommen koennen. Am besten gefaellt mir der Lebensmittelmarkt. In einem Hinterhof komme ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Farben der riesigen Obst und Gemuese Staende machen mich fast blind. Alles glanezt frisch und Gesund. Im Altiplano werden nur von 3-5% der Bauern Chemikalien o.ae. eingesetzt. Ich kaufe Orangen (die sind hier uebrigens gruen), Aepfel, Bananen, Avocados und Papayas. Jeweils drei Stueck fuer 1,5 Euro. Und wahrscheinlich hat die gute Lady mich noch uebers Ohr gehauen, jedenfalls grinnst sie mich an, als haette sie das Geschaeft ihres Lebens gemacht. Hinter den Fleischstaenden, ohne Kuehlung liegen hier die halben Schafe und Kuehe auf den Fliesen, sind die Garkuechen der Marktfrauen. Man bekommt hier die typ. Kartoffel-Fleisch-Eintoepfe und Reisgerichte fuer 1,5 Bolivianos. Lecker! Ganz Klasse sind auch die Saftstaende, die es Ueberall auf den Maerkten und in den Strassen gibt. Man kann sich das Obst aussuchen und bekommt den frischgepressten Saft pur, mit Milch oder Wasser fuer ein paar Cents. Kurz bevor ich wieder nach Sucre fahre, stehe ich noch vor einem Schuhstand. Es gibt hier Sandalen aus alten Autoreifen. Das LKW Profil als Sohle und Karkasstreifen als Riemen ueber den Spann. Fast 90% der Leute tragen diese Sandalen, wie mir spaeter auffaellt.
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Datum des Eintrags:
25.06.2003 16.25 |
 |  |  | | | eike eike.kirchner@eplus.de
| |  | mensch timo, alter räuber.
schon im supergeilen neuseeland angekommen? ohmann, könnte hier sofort ne biege machen und mich in den flieger setzen. viel besseres hab ich fast noch nicht gesehen.
war ja am we mit david, boxxa, meinem bruder etc. in einem partydorf. haben dort mächtig viel spaß gehabt. bis auf das ende. aber das müssen wir dir mal in ruhe erzählen.
ansonsten ist alles frisch. das gleiche wünsche ich bei dir !!!
bis die tage |
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Datum des Eintrags:
21.06.2003 22.47 |
 |  |  | | | gertrud,sigi,helge,maik u.strolch dk4oe@darc.de
| |  | Hallo Timo, wir haben Deine Reise natürlich auch online verfolgt. Es scheint so, als ob Du den härtesten (aber vielleicht auch schoensten) Teil Deiner Reise hinter Dir hast. Da kann man als bodenständiger Vorharzer nur neidisch werden.
Hanna hat die Erdbeerernte (mit einigen Mühen) fast überstanden und wird wohl erst einmal durchatmen.
Ansonsten gibts bei uns keine grossen Neuigkeiten.
Also bis irgendwann mal wieder.
Die Bockenemer |
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Datum des Eintrags:
21.06.2003 21.02 |
 |  |  | | | Katharina Eknet-AndersK@lo-net.de
| |  | hi Timo
na wie gehts dir?
also mir gehts super gut!!!naja so kurz vor den sommerferien is das auch kein wunder*g*!!!!schreiben 0 arbeiten mehr und alle zensuren stehen ....das heißt 3 wochen früher ferien ..keine hausaufgaben machen eigentlich nur noch in der schule abhängen um sich mental darauf vorzubereiten nachmittags schwimmen zu gehen o.ä *g*d.h man ist nur noch körperlich anwesend!!!!ich freu mich voll auf die sommer ferien max und ich fahren mit stefan birte daniel und marco nach frankreich*juhu....*2wochen*freude* wir haben hier super wetter!(ein wunder)übrigens deine einträge sind echt klasse hatte aber noch keine zeit alle zu lesen sind ja soooooooooooo viele!!!!hab grade sturmfreie!!!!!tja ich wünsche dir noch gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz super viel spaß und 1000 liebe grüße von Katharina |
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Datum des Eintrags:
19.06.2003 18.22 |
 |  |  | | | Max
| |  | Hallo Timo!
Wie geht es dir so?
Uns geht es allen gut.
Es war bisher gutes Wetter.
Wie ist das wetter bei dir schön oder nicht schön?
Wir freuen uns schon darauf wenn du wider kommst.
Viel Liebe Grüße
Katharina,Frank,Martina und Max |
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Datum des Eintrags:
15.06.2003 03.33 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://pervan.de/reiseberichte/bild.asp?bid=6766
| |  | OK. Nach dem deutlichen Eintrag von Henning, wird es wirklich mal wieder Zeit. Inzwischen bin ich auch schon nicht mehr in Suedamerika und ich muss noch den fast zwei Monate aufarbeiten.
Die Geschichte von Pachamama und Tio
Die Minenarbeiter von Potosi sind zwar zu 90% Katholisch, jedoch ist der Aberglaube und die Inkareligion immernoch wichtiger. Besonders fuer die Arbeit in der Mine und zum Schutz der Mineros, ist es von Bedeutung, an
2 Goetter zu glauben. Pachamama, die Muttererde und Tio, der Teufel. Muttererde ist ueberall und daher ist der Cerro Rico, der Minenberg, auch Pachamama. Tio, der Berggott ist dagegen in einer menschlich/teuflischen Figur dargestellt (siehe link). Tio heisst im spanischen Onkel, in diesem Fall leitet es sich aber von dem spanischen Wort dios, fuer Gott ab. Als die Spanier die Indigenas in die Mine schickten, um das Silber abzubauen, merkten sie bald, das die Produktivitaet herab ging. Da die Spanier sich selbst nicht in die kleinen Gaenge trauten, fuehlten sich die Sklavenarbeiter unbeobachtet und schliefen einfach. Die Spanier wussten dies und begannen, den Aberglauben der Leute auszunutzen. Sie kreirten eine Teufelspuppe und setzten sie in die Mine. Sie sagten den Arbeitern, dies ist euer Gott (Dios) und wenn ihr nicht arbeitet, wird er euch bestrafen. Erstaunlicherweise wirkte diese Drohung. Die Inka hatten kein D in ihrer Sprache (Quechua) und nannten den Teufel daher Tio.
Pachamama und Tio muessen regelmaessig mit Opfergaben bedacht werden, um ihre Gnade zu erlangen. Muttererde ernaehrt sich von Blut, daher schuetten die Arbeiter literweise Llamablut vor die Mineneingaenge. Bekommt Pachamama nicht genug Blut, nimmt sie es sich von den Arbeitern. Das sind dann die toedlichen Unfaelle.
Die Opfergaben fuer Tio sind etwas umfangreicher. Natuerlich raucht Tio und braucht daher regelmaessig seine Mentholzigarette. Im Berg muss alles rein sein, es ist nur Wasser oder reiner Alkohol gestattet. Und von dem reinen Alkohol schuetten die Arbeiter taeglich etwas ueber die Tio-Figur. "Ich gebe Dir reinen Alkohol, gib Du mir reines Silber" (auch Pachamama bekommt etwas davon) und die beiden werden mit bunten Gebetspapier und Fahnen geschmueckt. Wichtig ist auch eine ausreichende Versorgung an Cocablaetter, die das Hunger- und Muedigkeitsgefuehl bekaempfen.
Das wichtigste aber ist, Pachamama und Tio leben in einer Liebesbeziehung zueinander. Ueberall wo die beiden miteinander schlafen und Tio seinen Samen hinspritzt, entsteht eine neue Silberader. Die Tio-Figur ist daher auch mit einem besonders grossem Penis ausgestattet. Da Pachamama besonders eifersuechtig ist, duerfen keine Frauen im Berg arbeiten. Denn es koennte ja passieren, das Tio dann mit einer anderen schlaeft und dann kann kein neue Silberader entstehen. Auch werden kaum oder nur wenige Maschinen benutzt, damit Pachamama nicht komplett zerstoert wird und Tio immer die Moeglichkeit zum Sex mit ihr hat.
Diese Religion ist ein wichtiger Bestandteil der taeglichen Arbeit und Inhalt der Lebensweise der Mineros. Jeder respektiert dies und bringt Opfergaben mit in den Berg.
Meine Reise geht weiter nach Sucre, der Hauptstadt Boliviens. |
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Datum des Eintrags:
12.06.2003 21.16 |
 |  |  | | | Henning&Kati Kati.Singenstreu@t-online.de
| |  | Mensch Bruder,
sieh mal zu das hier mal wieder nen bisserl Leben in die Bude kommt. Fast einen Monat kein Eintrag mehr von Dir! Da brauchste Dich net wundern wenn hier bald keiner mehr "klickt". Sieh zu, Gruesse nach Neuseeland, Henning
PS Hier ist Top-Wetter und ich fahre am Samstag nach Bottrop in den Kuehlschrank zum Skifahren.
PSII Gruß auch von Kati |
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Datum des Eintrags:
05.06.2003 23.48 |
 |  |  | | | martina  M.u.F.Anders@t-online.de
| |  | hi timo,
ich krieg noch die krise, jetzt habe ich fast 'ne halbe stunde vor dem pc gesessen und dir geschrieben und nun ist wieder alles weg!!!!!
da es inzwischen wieder fast mitternacht ist und ich morgen arbeiten muß, kann ich keinen neuen versuch starten.
ich probier es wieder, man soll die hoffnung nicht aufgeben.
viele liebe grüße von uns allen,
deine martina |
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Datum des Eintrags:
03.06.2003 12.30 |
 |  |  | | | Hacky uhachmeister@farnellinone.com
| |  | Eh Du Zipfelklatscher,
alles klar am anderen Ende der Welt (Ich habe immer gedacht das wäre
Österreich).In München ist alles beim alten bei angenehmen 25°C. Ich sitze aber in der Knochenmühle und muss buckeln, scheiße. Melde mich bald mal wieder.
Bis dann alter Fahrensmann.
Ulf |
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Datum des Eintrags:
27.05.2003 10.24 |
 |  |  | | | david davidwarnecke@web.de
| |  | tjo timo,
erfolgreiche fussball-saison. der fcb meister und dfb pokalsieger, 96 hats gepackt, dein zweit-verein im uefa-cup und wir ebenfalls (fast schon) aufgestiegen.
wenn dir in peru der pizarro über den weg läuft, dann kannste ihn mal schön grüßen. ist ein guter junge - hehe...
also, glück auf & sauber bleiben!
gruss
david |
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Datum des Eintrags:
23.05.2003 08.12 |
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Datum des Eintrags:
19.05.2003 14.20 |
 |  |  | | | Stefan wulfhoop@freenet.de
| |  | Ja supergut das es Internet gibt. Europäische Tageszeitungen bei Dir??? Wahrscheinlich Fehlanzeige, oder?
Habe am Samstag auch RAdio Konferenzschaltung letzte 15 min gehört. Geil mit den 96-gern! Habens aber auch verdammt spannend gemacht.
Gruß
Stefan |
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Datum des Eintrags:
17.05.2003 18.09 |
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Datum des Eintrags:
15.05.2003 19.56 |
 |  |  | | | Denni daniela-friedrichs@t-online.de
| |  | Hey Supermann, ich lebe noch. Habe mir nun endlich mal die Zeit genommen, Deine Berichte ausgedruckt und vertieft. Ist schon der megawahnsinn, was Du auf die Beine stellst. Hut ab. Bin stolz auf Dich.... alles weiter per mail |
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Datum des Eintrags:
15.05.2003 18.36 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.challengingyourdreams.com/bo_eugenio.htm
| |  | In der Silbermine von Potosi:
Bevor wir auf den Berg fahren, bekommen wir erstmal Schutzbekleidung von unserem Fuehrer. Plastikhose und -jacke, Gummistiefel, Helm und Stirnlampe. Jetzt geht es auf den Minero-Markt von Potosi. Hier koennen wir kleine Geschenke fuer die Bergleute kaufen. Ich kaufe Coca-Blaetter, reinen Alkohol, hangestopfte Menthol Zigaretten und eine Stange Dynamit! Alles wichtige Dinge im Leben eines Potosi-Mineros. Das ganze kostet mich rund 1,50 ¿. Nun geht es in den Cerro Rico. Der Berg ist durchloechert wie ein schweizer Kaese, schon nach wenigen Metern koennen wir nicht mehr aufrecht gehen. Der Tunnel wird immer enger, kleiner, dunkler und schlammiger. Ich fuehle mich etwas beengt, bin aber irgendwie auch fasziniert, aufgeregt und gleichzeitig erschrocken. Es geht immer tiefer in die Stollen hinein. Durch Loecher im Boden klettern und krabbeln wir immer tiefer. Leiter, Treppen oder Aufzuege gibt es keine. Auch suche ich vergeblich Absicherungen oder aehnliches. Teilweise auf allen vieren kriechen wir in Richtung der Hammerschlaege. In einem kleinen Loch hockt ein Minero (s. Fotolink) mit Hammer und Meissel und schlaegt Steine aus einer Ader. Kein Silber, aber Zinnerz sagt er. Ausserdem erzaehlt er uns, dass er taeglich 12-15 Stunden hier arbeite und dafuer 30,-- Bolivianos (4,50 ¿) am Tag bekomme. Das reicht, sagt er, um taeglich Essen fuer seine 5-Koepfige Familie zu kaufen. Er sieht aus wie 45, ist aber wohl erst Anfang 30. Die Arbeit mache ihm Spass und er nimmt dankend die Coca-Blaetter und die Zigaretten von uns an. Als dankeschoen gibt er uns ein paar Steine mit Mineralien.
Wir gehen noch weiter und tiefer in die Mine, treffen noch weitere Mineros, darunter 15 jaehrige Burschen, die mit vereinten Kraeften die Steine in Tuechern aus dem Berg schleifen. In diesen Situationen wird mir bewusst, wieviel Glueck ich mit meiner Geburt hatte. In Deutschland geboren und aufgewachsen zu sein, zur Schule gehen zu duerfen (und scheiss auf die PISA-Studie, wir koennen wenigstens lesen und schreiben), reisen zu koennen, um wirklich zu lernen und festzustellen, dass ich auf der Sonnenseite des Lebens wohne und lebe! Nur wer wirklich einmal aus Deutschland rauskommt und soetwas sehen darf, wird verstehen wie gut es uns wirklich geht.
Die Jungs hier hocken, wie Ihre Vaeter und Grossvaeter schon, taeglich bis zu 15 Stunden im Dreck, arbeiten so hart wie niemand in Deutschland, bekommen kaum etwas zu beissen und sterben mit 35 an einer Staublunge oder an einer Quecksilbervergiftung. Aber sie sind zufrieden, wenigstens haben sie Arbeit und sind als Mineros angesehen. Und in den Pausen spielen sie mit Plastikflaschen Fussball und sehen genauso gluecklich aus, nachdem sie ein Tor geschossen haben, wie die Kids auf unseren Bolzplaetzen.
Das eigentlich erschreckende an der ganzen Sache ist, das das Land Bolivien und die Bevoelkerung nichts von dem Reichtum abbekommt. Erst waren es die Spanier und die achso heilige, katholische Kirche, dann die grossen Konzerne aus den USA und jetzt ist es die Korruption. Bolivien ist reich an Bodenschaetzen, das Land ist traumhaft schoen, aber die Bevoelkerung ist durch 3 Jahrhunderte Sklaverei und 5 Jahrhunderte Missionierung versaut und tut nur noch das noetigste. Die Politiker sehen nur ihren eigenen Profit und verkaufen die Innlandsproduktbringer an auslaendische Konzerne und schieben den Gewinn auf Konten in der Schweiz und der Karibik. Ganz zu Schweigen von der katholischen Kirche, die immernoch im Namen Gottes die Landbevoelkerung missionieren will und Ihre Gotteshaeuser mit dem Silber und Gold der Inkas ausschmueckt, egal wieviele der "Laemmer" darfuer sterben mussten! Aber das ist ein anderes Kapitel! |
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Datum des Eintrags:
15.05.2003 17.54 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.boliviaweb.com/photogallery/images/photos/pocerro2.jpg
| |  | Potosi:
Potosi ist die hoechstgelegenste Grossstadt der Welt (4065m und 125.000 EW). Eigentliches Highlight und auch Grund meines Besuches, ist die Silbermine im Cerro Rico de Potosi (auch hier wird der Spanischkenner ueber den Namen schmunzeln). Die reichste Silbermine der Welt wird seit 1545 ausgebeutet und ist immernoch groesster Arbeitgeber der Region.
Wir machen eine vierstuendige Tour in der Mine un erfahren neben vielen interessanten Details, auch jede Menge schreckliches. Die Spanier versklavten ganze Doerfer und befahlen die Indigenas in die Minen. Alleine bis zum 18. Jahrhundert sind 8 Mio. Menschen im Berg ums Leben gekommen. Durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen, die sich auch heute noch nicht geaendert haben, haben die Mineros eine Lebenserwartung von Durchschnittlich 35 Jahren! In der Regel beginnt man mit 15 seine Arbeit in der Mine. Derzeit verungluecken ca. 70 Mineros/Jahr im Berg toetlich (1,2/Woche). Neben Silber wird heute hauptsaechlich Zinn und etwas Zink abgebaut. Inzwischen sind mehr als 47000 t Silber aus dem Berg geholt wurden. Damit koennte man eine Bruecke reinen Silbers von Potosi nach Madrid bauen. Und Bolivien ist nachwievor 3. Weltland! |
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Datum des Eintrags:
15.05.2003 17.38 |
 |  |  | | | timo timo.walkabout@web.de
http://www.landsailing.co.uk/IMAGESbrazil/brazil-008x-April-LGE.jpg
| |  | Salar de Uyuni:
Am dritten Tag dann das Highlight. Der Salar de Uyuni, der groesste Salzsee der Welt, mit 160 km laenge und 135 km breite ein weisses Meer. Die Salzkruste ist blendend und schneeweiss, zwischen 2 und 7 Meter dick und jetzt nach der Regenzeit steht ein kleiner Wasserfilm auf ihr. In der Mitte dieses gigantischen Naturschauspiels ist die "Isla Pescado". Eine Insel in Form eines Fisches (Aha wird denken wer Spanisch kann) auf der riesige Kakteen wachsen. Bis zu 12 Meter hoch und 1200 Jahre alt. Die Aussicht von der Insel auf den See und die umliegende schneebedeckten Berge ist so mit das schoenste, was ich bisher auf meiner Reise gesehen habe. Wir besichtigen ein Hotel ganz aus Salz gebaut und fahren stundenlang ueber die Salzkruste des Sees. Ohne Sonnenbrille wuerde man wohl blind werden. Vor einigen Wochen hat sich hier eine Tour verirrt, nach fuenf Tagen Irrfahrt hat man sie mit einem Flugzeug ausfindig machen koennen. Wir schaffen es dank unseres Fahrers aber aus dieser Wueste herraus und fahren zum Ziel unserer kleinen Tour, in die Stadt Uyuni.
Nachdem wir uns in ein kleines Hostel eingemietet haben, gehe ich mit Hans und Marya und Nico Llama essen. Wirklich lecker! Da wir vier ungefaehr die gleichen Plaene fuer die naechsten Tage haben und uns recht gut verstehen, beschliessen wir, auch noch gemeinsam nach Potosi zu fahren. Wir nehmen den Bus am naechsten Tag. Und Busfahren in Bolivien ist eine ganz neue Erfahrung fuer mich. (aehnlich wie durch Chinatown in San Francisco, nur das die Tiere hier auch lebend transportiert werden). Die Busse sind erst dann voll, wenn es keine Passagiere mehr gibt. Und gibt es keine Passagiere mehr, wird solange gehupt und das Fahrziel auf die Strasse gebruellt, bis noch jemand mitfahren will. Es ist auch nicht die Enge, die durch 3-5 Personen pro Sitzbank entsteht, die dieses Erlebniss "aufregend" macht, auch nicht die Huehner, Hunde oder Schweine, die einem zwischen den Fuessen rumlaufen, sondern es sind die Gerueche. Und der Mensch riecht nunmal, sagt Ottfried Fischer im "Superstau". Naja, und die Strassenverhaeltnisse sind ebenfalls genial. Schlafen, lesen oder entspannt sitzen ist jedenfalls nicht drin. Aber wir kommen irgendwann nach fuenf Stunden und einer Reifenpanne in Potosi an. Immerhin waren es ja auch 215 KM! |
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Datum des Eintrags:
15.05.2003 16.47 |
 |  |  | | | Stefan wulfhoop@freenet.de
| |  | Hi Timo,
nachdem ich letzte Woche schonmal versucht hatte einen ausführlichen Eintrag ins Gästebuch zu bringen, der aber leider scheiterte, hier nun ein neuer Anlauf. Ich hatte in den zurückliegenden Wochen null Zeit um Deine Berichte ausführlich zu lesen. Ich bin derzeit mehr in Frankreich als in meinem Büro. Wir fusionieren mal wieder, und zwar mit EADS Launch Vehicles. Mit denen zusammen werden wir dann versuchen das ganze ARIANE Geschäft effizienter zu gestalten. DAs bedeutet dann ziemlich viel hin und her Reiserei
- eigentlich ja nicht schlecht (damit kennst Du Dich aus, oder?). Wäre da nicht auch noch die Arbeit die man in diesem Zusammenhang erledigen muss. Immerhin kann ich auf diesem Weg meine kaum noch vorhandenen Sprachkenntnisse in französisch ein bißchen aufbessern. Eine Kollegin hat sogar ein Weingut!! Ich glaub ich nehm das nächste mal den großen Koffer mit ;-)
Heute hab ich mir mal ne 1/2 Stunde genommen um all Deine Berichte aufzuarbeiten. Fantastique würde der Franzose sagen. Wirklich beeindruckend. Wie unterhältst Du DIch mit den Leuten vor Ort. Reicht Dein spanish Kauderwelsch schon aus? Oder ist es eine Mischung aus englisch und spanisch?
Hier ist gerade ne Regenpause, ich mach jetzt Feierabend und fahr nach Hause.
Machs gut.
Bess demnäx
Stefan & Family
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Datum des Eintrags:
15.05.2003 04.40 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://geocities.yahoo.com.br/ulexita/imagem/uyuni_02.gif
| |  | Bolivien
Von San Pedro aus fahre ich mit einer one-way-tour durch die Atacama-Wueste und den Salar de Uyni nach Bolivien.
In S.P. treffe ich mich mit Marya und Hans aus Holland, Nico ihrem belgischen Freund, der in Chile arbeitet und Juliet und Nico, ebenfalls aus Belgien und in den Flitterwochen. Mit einem Minibus werden wir zur chilenisch-bolivanischen Grenze gefahren. Die Zollformalitaeten werden in einem kleinem Haus im Nirgendwo erledigt. Wuerde in dieser Trostlosigkeit nicht ein Fahnenmast mit der bolivanischen Flagge stehen, koennte man auch auf dem Planeten Zempf sein. Nur das hier anstatt der beruechtigten Feuersuempfe eine Sand- und Steinwueste ist. Ausserdem befinden wir uns auf runden 4000 Metern und da spuert man, dass man noch am Leben ist. Was auf Zempf wahrscheinlich nicht mehr der Fall sein wuerde, oder Arne?
Wir steigen jetzt in einen Toyota Landcruiser, um uns auf den holprigen Weg zu machen. In den naechsten drei Tagen fahren wir durch eine unglaubliche Landschaft. Ich kann nicht glauben, das das immernoch Suedamerika ist. Der Kontinent, wo ich noch vor zwei Wochen in gruenen Regenwaeldern rumgelaufen bin. Hier gibt es Farben, die habe ich mit meinem Tuschkasten nie hinbekommen. Wir stoppen an tuerkisen, roten, smaragd-gruenen, violetten und blauen Lagunen in denen die rosa Flamingos stehen, hinter denen die 5000er Vulkane aufragen und bestaunen blubbernde und kochende Geysirfelder auf 4800m Hoehe. Bisher mein Altituderecord! Hans bekommt hier die Hoehenkrankheit und faellt fuer den Rest des Tages aus. Aber auch ich merke, dass man alles zwei Schritte langsamer machen muss.
Die erste Nacht verbringen wir in einem Dorf an der Laguna Colorado, die purpur rot leuchtet und die rosa Flamingos einen guten Kontrast abgeben. Die Unterkunft ist ein echter "6 Star Klassiker". 8 Bett Zimmer mit gruen-gelber Seidenbettwaesche von erlesener Schoenheit. Ich glaube man kann soetwas in den vielen Asialaeden rund um die Rotlichtviertel der deutschen Grossstaedte kaufen. Strom bzw. Licht gibt es zwischen 19 und 21 Uhr und das Wasser zum Toilettenspuelen holt man sich in einer Regentonne (entsprechend sahen die Klos am naechsten morgen aus). Unser Fahrer hat allerdings ein annehmbares Mahl auf seinem Gaskocher hinbekommen, der Sternenhimmel war atemberaubend und ein deutsches Paar aus Berlin, das mit ihrer 2-jaehrigen Tochter fuer 7 Monate durch Peru und Bolivien reist, hat ein Sixpack Bier dabei. Der Abend ist nett und wir quatschen ueber die vielen Ueberfaelle, die angeblich in Bolivien staendig vorkommen. Jeder hat eine dieser Horrorgeschichten parat, doch ist niemanden selbst etwas passiert.
Der naechste Tag geht so spannend weiter. Wir stoppen an heissen Quellen zum baden und fuettern Viscachas. Diese zierlichen Wuestenhasen mit den buschigen Eichhoernchenschwaenzen sind recht zutraulich. Allerdings schmecken sie nicht besonders. Sehr trockenes Fleisch. Man braucht gut Sosse oder Ketchup dazu. |
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Datum des Eintrags:
13.05.2003 17.00 |
 |  |  | | | martina  M.u.F.Anders@t-online.de
| |  | hallo timo,
hatte gerade einen halben roman geschrieben, da ist plötzlich alles weg - sch.. pc. melde mich demnächst mit einem neuen versuch, muß jetzt zum unterricht.
auf jeden fall erstmal danke für die geburtstagsgrüße
liebe grüße
deine martina |
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Datum des Eintrags:
12.05.2003 09.10 |
 |  |  | | | Tobias Wendt Tobias.Wendt@telekom.de
| |  | Aloha Timo...
ich hoffe das du deine kleine Weltreise gesund überstehst und alles das siehst was du dir vorgenommen hast.
Ich wünsche dir noch viel Spaß auf den Rest deiner wohl einzigartigen Reise .
Bis dann Tobias
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Datum des Eintrags:
11.05.2003 14.19 |
 |  |  | | | Kati Kati.Singenstreu@t-online.de
| |  | Hi Timo, hoffe bei Dir ist alles klar, warte schon ganz gespannt auf Deinen naechsten Eintrag, ist immer so ein bißchen wie Urlaub. Und da unser naechster Urlaub noch in weiter Ferne liegt ist es immer klasse etwas von Deinen Abenteuern zu hoeren. Hier wird es jetzt langsam Sommer, total schoen,alles ist wieder gruen und somit auch wieder viel freundlicher. Dein Bruder kann wieder wie ein Verrueckter durch den Harz biken. Also kurz gesagt ist hier alles wie immer.
So, dann sage ich jetzt Tschueß, wuensche Dir noch eine schoene Zeit, und laß mal wieder was von Dir hoeren.
Viele Grueße, Kati |
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Datum des Eintrags:
30.04.2003 11.41 |
 |  |  | | | Karl Bock akbock@ginko.de
| |  | Hallo Timo, endlich habe auch wir einen Blick in Deine Site geworfen. E-mail folgt in Kürze. Bis dahin herzliche Grüsse von Anne und Karl. |
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Datum des Eintrags:
29.04.2003 15.23 |
 |  |  | | | Katharina KatharinaA@lo-net.de
| |  | hi Timo
na wie gehts dir .ich hoffe gut .
ich hab schon ganz viele von deinen berichten gelesen die sind echt klasse.
das hört sich alles so cool an ,ich würde auch gern mal sowas machen .aber im moment muss ich ja noch zur schule gehen :-(! ich wünsche dir noch gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz viel spaß viele liebe grüße von Katharina
PS: Martina ,Frank, und ,Max grüßen auch ganz lieb!!!!!!!!!!!! |
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Datum des Eintrags:
24.04.2003 13.53 |
 |  |  | | | Konrad Soestmeyer Konrad.soestmeyer@conti.de
| |  | Hallo Timo,
habe gerade Deine Abenteuer tief eingeatmet.
Allein die Beschreibung der Reise ist verlockend. Mein 15 jähriger Sohn findet das ebenfalls.
Wenn mich die Familie nicht so binden würde, könnte ich Ähnliches tun...
Weiterhin alles Gute aus dem durchgestylten, langweiligen
good old Germany Gruß Konrad |
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Datum des Eintrags:
24.04.2003 13.09 |
 |  |  | | | Angela Leven a.leven@yokohama.de
| |  | Hallo Timo...
..hammer..hab ich mich gefreut mal was von Dir zu hören. Habe mich erstmal ausgiebig Deinen Berichten gewidmet. Stark. Ich wünsch Dir weiterhin das alles gut geht und halt die Ohren steif. Werde Deine Reise so oft ich kann weietr verfolgen.
Alles Liebe
Angi |
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Datum des Eintrags:
23.04.2003 20.23 |
 |  |  | | | Danika danika22@hotmail.com
| |  | Hallo! Ich hätte dich ja gerne in Bariloche die Hüften schwingen sehen...vielleicht ein anderes Mal.Wie Du siehst gibt es jetzt noch einen der Deine Berichte liest, allerdings werde ich das eher sporadisch machen, da ich Depressionen kriege, wenn ich sowas lese und hier im ganz tollen multikulturellen (türkisch-englisch) Güterslo(c)h sitze und vorläufig auch nicht mehr weg kann, da ich mein ganzes Geld unters südamerikanische Volk gebracht habe (sind glaube ich noch 50 Euro auf meinem Konto). Da fällt mir noch was ein:Ich glaube Juanes ist ein Argentinier, weil der singt doch auch immer "vos" anstatt "tu" ist aber auch eigentlich scheissegal....viel Spaß noch und mach doch mal ein Foto wenn du nochmal irgendwo ganz Latin-Lover-mäßig die Hüften kreisen lässt |
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Datum des Eintrags:
23.04.2003 00.24 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.geotop-bildarchiv.de/laender/amerika/chile/pedro/gallery.php3?action=thumbs&from=17
| |  | San Pedro de Atacama
San Pedro ist eine Kleinstadt inmitten der Atacama Wueste. In der naeheren Umgebung gibt es einige Oasen, die von unterirdischen Schmelz- und Regenwasser gespeisst werden. Da in dieser Gegend aber starke vulkanische Aktivitaeten sind, ist das Wasser mit verschiedenen Salzen und Chemikalien verseucht. Man kann es also nicht trinken. Dafuer haben sich in S.P. Geschaefte auf den Verkauf von Trinkwasser spezialisiert.
Die Stadt macht auf mich einen schaebigen und duesteren Eindruck. Die Haeuser sind aus braunem Lehm gebaut, stehen dicht beieinander, sind meist klein und einstoeckig und mit einem Bretterzaun oder einer Mauer umschlossen. Es gibt im Grunde nur eine Strasse, wo etwas atmosphaere herscht. Hier haben zum grossen Teil Auslaender Restaurants und Souvenirlaeden eroeffnet. Ausserdem sind diverse Touristenagenturen vertreten. Denn im Gegensatz zur Stadt, bietet das Umfeld wahre landschaftliche Schaetze. Die schoensten und wohl bekanntesten sind das "Valle de la luna", die "Tatio-Geysire", der Salar de Atacama und der Lincacábur (mit 5916 m der hoechste Vulkan der Region).
Theresa und ich buchen fuer den naechsten Vormittag eine Tour zu den Tatio-Geysiren, mit einem Abstecher zu heissen Quellen in denen man baden kann und fuer den Nachmittag eine Sonnenuntergangstour in das "Mondtal".
Die Geysire sind fuer mich eine Entaeuschung. Ich hatte spritzende Fontaenen und speiende Pools erwartet, stattdessen sehen wir nur dampfende und blubbernde Wasser- bzw. Erdloecher. Allerdings ist es ein schoener Morgen mit viel Sonne (wir sind um 04:00 Uhr losgefahren) und das Fruehstueck zw. der blubbernde und qualmenden Erde um 07:30 Uhr tut gut. Das baden danach in den mit ca. 30 Grad heissem Tuempel ist, wie immer, entspannend. Unsere Rueckfahrt fuehrt uns quer durch die Atacama Wueste. Vorbei an Llamaherden, durch gruene Taeler und Kakteenfelder, bis zu einem kleinem Dorf. Hier leben 9 Familien von der Viehzucht (Llamas, Ziegen, Schafe und ein paar Esel). Inmitten von Staub und Stein haben sie einige Wohnhuetten, eine Kirche (wichtig!), einen kleinen Friedhof und eine Kneipe!
Nachmittags um 15 Uhr geht es mit einem Minibus auf die naechste Tour, zum Valle de la luna. Das Tal ist nicht nach Silkes neuem Hund benannt, sondern weil die bizarren Felsformationen, steilen Schluchten und Sandduenen in der 60er Jahren an den Mond erinnerten. Nach 2 Stunden interressanter Wanderungen durch diese faszinierende Landschaft, begeben wir uns zum Highlight der Tour. Das Farbenspiel auf den Bergen, welches sich taeglich beim Sonnenuntergang abspielt. Die umliegenden Vulkane, Berge, Huegel und Taeler wechseln dann von braun in rot ueber rosa und violett ins blau, schwarz und zum schluss grau. Nur an meinem Tag war soviel Dunst in der Luft, das die Farben nicht klar erkennbar waren und ich schonwieder! entaeuscht nach Hause fuhr. Aber egal, das ist Natur pur und der Tag war trotzdem schoen.
Danach sind Theresa und ich hungrig und waehrend wir in einem Restaurant auf einen freien Tisch warten, passiert etwas unglaubliches. Ploetzlich habe ich das Gefuehl, nicht mehr fest auf meiner Bank zu sitzen. Der kleine Couchtisch vor mir macht einen Satz zur Seite und meine Knie zittern eigenartig. Ich gucke Theresa an und bevor ich etwas sagen kann, schon wieder! Das Haus wackelt, die Erde schuettelt sich. Jetzt realisiere ich, was los ist: Mein erstes ERDBEBEN! Genial, aber leider nach nichtmal 10 Sekunden ist schon wieder alles vorbei.
Am naechsten Tag nimmt Theresa den Bus nach Antofagasta, sie will noch auf die Osterinsel und sich vorher eine Sternwarte der ESO ansehen.
Ich buche meine Weiterreise nach Bolivien und mache einen Gammelsonntag.
Morgen geht es dann also in mein drittes Land. Nachdem ich 1999 den 2. groessten Salzsee der Erde, den Lake Eyre in Australien gesehen habe, freue ich mich auf den Salar de Uyuni. Den groessten Salzsee der Erde! |
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Datum des Eintrags:
21.04.2003 10.29 |
 |  |  | | | Frank und Petra FrankKlages@t-online.de
| |  | Ich habe richtig Lust, mal wieder ein Bierchen oder einen Roten (anno domini 1994 in Bella Italia) mit Dir zu trinken. Das werden wir sicher spätestens bei Deiner Nullung am 31.12. nachholen. Bis dahin erst mal weiter viel Spaß in
Süd-Amerika, Petra/Frank |
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Datum des Eintrags:
21.04.2003 10.24 |
 |  |  | | | Frank und Petra FrankKlages@t-online.de
| |  | Hi Timo, leider finde ich erst heute Zeit um Deine Mail aus Barriloche zu beantworten. Ich habe mich erst mal in Deinem Gästebuch umgesehen, Deine Berichte sind ja wirklich geil und machen Lust auf Urlaub. Aber Du weißt ja wie das so ist als Schreibtischtäter, man kommt selten mal raus. Ab
jetzt beginnt für mich endlich die Bike-Saison, obwohl ich durch das Haus/den Garten einfach zu wenig Zeit dazu habe. Neulich habe ich David getroffen, wir wollen erst mal den Mail-Kontakt aufnehmen. Er ist mittlerweile Goalgetter in der 1. Herren geworden, ist in der 2. Kreisklasse wohl auch nicht so schwierig. Leider bist Du im August noch nicht wieder zurück, ich werde wohl ne¿ kleine Party anläßlich meines Geburtstages (39 A) machen. |
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Datum des Eintrags:
16.04.2003 18.58 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://home.arcor.de/dav.chemnitz/mitteilungen/infoheft_1_2001/aconcagua_bilder_2001.html
| |  | 2. Teil Mendoza / Aconcagua / Salta
Wir veranstalten Spiele- und Grillabende, gehen die Naechte durch tanzen, ins Kino (Señor de los anillos, 2 torres, geile N.Z. Aufnahmen, viel besser als der erste) Teil) und ich mache mit einigen anderen einen 2 Tagesausflug in die hohen Berge der Umgebung. Hier komme ich das erste mal in meinem Leben auf ueber 4000 m. In Cristo Redentor stehen wir auf 4200m, der Blick nach vorne geht nach Chile, wenn wir uns umdrehen, sehen wir Argentinien. Ausserdem haben wir fast den ganzen Tag den Aconcagua im Blick und wandern fuer ca. 2 Stunden im gleichnamigen Park auf etwas 3600m. Wir baden in heissen Quellen, besuchen eine alte Jesuitenstadt mit Minenschaechten und veranstalten abends ein typ. arg. Asado mit viel Grillfleisch und gutem Wein.
Mendoza war wie alle Stationen in Argentinien einfach schoen und nett. Aber es geht weiter in den Norden. Nach Salta. 20 Stunden Busfahrt liegen vor mir. Hammer! Aber die Busse sind super bequem und haben Liegesitze wie in der 1. Klasse im Flugzeug. Es gibt Videos und Kaffee.
In Salta angekommen, werde ich schon erwartet. Das Personal vom CampoBase war so freundlich, mir ein Hostel zu reservieren. Auch hier, im Backpacker, fuehle ich mich wohl. Die Stadt ist ganz nett, macht aber einen etwas schaebigen Eindruck. Inzwischen ist der 1. April und ich wollte schon laengst in Bolivien sein. Daher entschliesse ich mich, auf die schoene Umgebung von Salta und dem hohen Norden Argentinien zu verzichten und nach 2 Tagen weiter zu reisen. Naechstes Ziel und Pflicht jeder Chile Reise, ist San Pedro de Atacama. Die Stadt in der Atacama Wueste liegt 12 Stunden Busfahrt entfernt. Also gleich um die Ecke. Die Fahrt geht, logischerweise, wieder ueber die Anden. So langsam gewoehnt man sich an die Hoehe und ein Pass ueber 4500 m ist inzwischen "normal". Obwohl man den kurzen Atem, den leichten Druck im Kopf und das Herzrasen deutlich spuert. Schnelle Bewegungen sind nicht drin. Alles immerschoen "tranquillo", viel trinken und den Koerper beobachten. Aber im Gegensatz zu vielen anderen, habe ich zum Glueck wenig Probleme mit der Hoehe.
Die Fahrt ist wieder ein Traum. Die Landschaft wird immer karger und wuestenaehnlicher. Die braunen Berge sind, umso hoeher wir kommen, mit immer mehr Farben durchzogen. Gruen, viollet, rot, pink, gelb, grau und 100er brauntoene. Wuerde es nicht schon in Australien ein "painted-dessert" geben, wuerde ich diese Gegend so nennen. Eins ist aber auch deutlich spuerbar. Die Menschen hier oben im Norden, sind viel aermer und verschlossener als im Sueden. Nicht nur das wenige Wasser, der karge Boden, jetzt auch noch die wirtschaftskrise in Argentinien. Man kann den Verdruss in den Gesichtern ablesen.
Im Bus treffe ich Theresa aus Bruessel. Sie spricht 5 Sprachen fliessend und war bei Sony Europa. Man hat sie gekuendigt und jetzt reist sie fuer 6 Monate durch Suedamerika. In San Pedro nehmen wir uns zusammen ein Zimmer und buchen einige gemeinsame Touren. Das demnaechst in diesem Theater. |
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Datum des Eintrags:
16.04.2003 18.36 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.aconcagua.com.ar/
| |  | Hallo zusammen,
na jetzt ist ja doch nochmal ein bisschen Leben in die Bude gekommen und ich weiss jetzt, dass ich nicht nur fuer drei "Stammleser und -schreiber" meine Berichte verfasse. Weiter so. Das ganze macht mir ja auch Spass, ist allerdings haeufig zeitaufwendig und doppelt (da ich ja auch noch ein privates Tagebuch schreibe. Alles geht Euch ja auch nicht an). ;-)
Nach den endlosen Wochen in der Traumwelt Patagonien bin ich jetzt also wieder in der Zivilisation. Santiago de Chile, mit 5 Millionen Einwohnern die groesste Stadt in Chile (natuerlich auch Hauptstadt) ist jetzt fuer 3 Tage meine Heimat. Die Stadt ist auf den ersten Blick zienlich haesslich, der 2. Blick bringt auch nicht viel Neues und beim 3. Blick entdecke ich wenigstens ein schoenes Altstadtviertel mit einer belebten Plaza. Hier kann ich mal wieder im Strassencafe sitzen, Leute beobachten und Bier oder Nescafé trinken. Auch nutze ich die Zeit, um ein Postpaket mit ueberfluessigen Dingen nach Hause zu schicken (Hallo Mama, ist es angekommen?) und ein paar Postkarten zu schreiben. Es gibt ja Leute ohne PC. Santiago hat zwei kleine Huegel, von denen man einen schoenen Blick ueber die Stadt hat und sogar ein Kino mit aktuellen Filmen. Da ich gestern zum allerersten mal die Oscar-Verleihung live gesehen habe (JLo war wieder einmalig), gucke ich mir Chicago an. War ganz nett, aber ob er wirklich den Oscar fuer den besten Film verdient hat? Ich weiss nicht? Immerhin hat Deutschland endlich auch mal den begehrten Preis fuer den besten, auslaendischen Film bekommen.
Nach 3 Tagen Grossstadt und einer Woche Chile, zieht es mich wieder nach Argentinien. Ich habe mich ziemlich in dieses Land und seine Leute verliebt. Ich habe im Vorfeld garnicht ueber Argentinien nachgedacht und habe nichtmal einen Reisefuehrer mit, aber die Menschen sind so offenherzig, freundlich, hilfsbereit und interressiert, dass ich auch so sehr gut zurecht komme. Und Ausserdem sprechen die Chilenen ein solch schlechtes Castellano, das ich sie nur schwer verstehe und sie mich wahrscheinlich sowieso nicht. Chile ist landschaftlich mit das schoenste, was ich jeh gesehen habe, aber in Argentinien fuehle ich mich einfach mehr willkommen. Ausserdem ist es viiieeel billiger.
Ich kaufe mir also ein Busticket nach Mendoza. Die Fahrt fuehrt ueber einen Pass, der nahe an die 4000er Grenze kommt. Jetzt geht es also rein, in die hohe Andenwelt. Nachdem wir auf chilenischer Seite in steilen Serpentinen hinauf schleichen, uns den Zollformalitaeten hingegeben haben, geht es durch einen Tunnel und wir sind in Argentinien. Und auf der linken Seite, mit einer kleinen Wolkenspitze und schneebedeckt ist ER kurz zu sehen. Natuerlich haelt der Busfahrer nicht an, aber mein Herz rast, meine Haende schwitzen und ich werde innerlich ganz unruhig. Jetzt kann ich Robert F. verstehen. Ich will da auch rauf. DER ACONCAGUA, der hoechste Berg Amerikas. 6962 Meter ! Man braucht rund 20 Tage, manche schaffen es in 12. Aber der Bus faehrt einfach weiter. Ich habe ja auch garkeine Ausruestung fuer Schnee- und Gletschertrekking. Und Bergsteigererfahrung habe ich auch keine. Naja, die Fahrt geht vorbei an einem Skigebiet. Die Haenge sind braun und die alten Sesselliftanlagen schaukeln im Wind. Trostlose Hotels mit geschlossenen Fensterlaeden stehen einsam in der Gegend. Im Winter ist hier vielleicht der Teufel los, aber jetzt bin ich froh, das die Fahrt nach Mendoza geht.
In der Stadt angekommen, lande ich durch Zufall in dem genialsten Hostal bisher. Es heisst CampoBase und Roger, einer der Besitzer geht im Jahr ca. 6 mal auf den Aconcagua. Er fuehrt auch Touren durch. Wenn ich drei Wochen bleibe, das Equipment fuer die Expedition leihe und viel Geld bezahlen, koennen wir rauf. Alles Scheisse, denke ich. Du kommst in 2 oder 3 Jahren wieder und schaffst das alleine (oder mit einem guten Freund. Wer will mit?)
Das ganze Hostal ist ein netter Haufen. Gaeste und Personal. Wir veranstalten Spiele- und Grillabende, gehen die |
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Datum des Eintrags:
16.04.2003 16.18 |
 |  |  | | | henning kati roebbel.h@duraauto-ein.de
http://
| |  | Hallo Bruder,
nach langer Zeit mal wieder ein Lebenszeichen von Kati und mir.
Eins vorweg, deine Berichte sind wirklich super und ich freue mich immer wenn ich was neues von Dir lese.
Leider bin ich ja so schreibfaul, naja Du kennst mich ja.
Die letzten Monate waren verflucht hart bei mir, in der Fa. sehr viel zu tun und streß. Komme kaum mal vor fuenf halb sechs aus der Fa. und das wo ich immer so sieben halb acht anfange, oft ist es auch noch später. Am freitag muß ich ja dann immer puenktlich raus weil es in die Berge geht, ich war seit dem wir uns das letzte mal gesehen haben 3 Wochenenden zu Hause. An einem sind die Rennen ausgefallen und an einem waren Niedersaechsische im Harz. Zur Zeit sind wir in krimml zur Gerloswoche. heute ist mein 62er Skitag. ganz schoen viel gell. Aber leider ueberhaupt nicht erfolgreich, diese Saison passt nichts zusammen, Position auf dem Ski ist ne Katastrophe, die Fitness ist auch nix, und und und.
Egal Spaß macht es trotzdem, obwohl ich teilweise ganz schoen verzweifelt bin. Fehlst mir halt als Betreuer! Ok,hier ist Kati, mich gibt es naemlich trotz des ganzen Skifahrens auch noch. Im Moment habe ich zwar nicht mehr so die Ahnung wie Dein Bruder eigentllich aussieht (62 Skitage!!!) aber mir geht es auch ganz gut. Du hast echt ein großes Talent dafuer einem mit Deinen Berichten Fernweh zu machen, weiter so, ist immer schoen es zu lesen.
Hier ist es dieses Jahr echt total schoen, traumhafter Schnee und super Wetter, und immer hin ueber 700 km fern der Heimat. :-) Nur gut das es hier noch Kirchtuerme gibt! Du weißt schon was ich meine, nicht wahr?
So, jetzt wieder ich! Wuerde dir ja gern noch was von zu Hause schreiben aber so viel ist glaube ich nicht passiert. Vorletzte Woche wurde Benni ueberfahren, der arme Kerl, da wird er schon 13Jahre und dann stirbt er so, schon traurig. papa ist immer total wild auf deine Berichte, ich muß immer alles drucken oder die beiden kommen zu uns lesen und Bilder schauen.
Beim Fußball hat Roller endliche hingeschmissen, zum schluss war es nur laecherlich. Jetzt machen Carsten Raake und Pedro das ganze, aber mit dem Aufstieg wir es wohl nichts mehr.
David ist letzte Woche nach Hildesheim gezogen, schade jetzt werden wir Ihn sicher nicht mehr so oft sehen.
So bis die Tage, Gruß auch von Simon und Roman. Kati & Henning
PS schreib mal wann wir uns in Neuseeland zum Skifahren treffen wollen ( vielleicht kann ich da ja ein paar FIS-Rennen fahren, dann dreht Kati durch, hihi ;-)) |
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Datum des Eintrags:
10.04.2003 10.35 |
 |  |  | | | david davidwarnecke@web.de
http://
| |  | mensch dete,
lass dich doch nicht entmutigen :->
qualität, nicht quantität. die leute die hier klicken, lesen deine berichte wenigstens. besser als tausende von besuchern auf deiner page, denen alles völlig hupe ist.
ich finde die bericht klasse, und außer mir noch ¿ne menge leute die ich kenne.
also: weitermachen & sauber bleiben !!
gruss
david
ps: rest per e-mail... |
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Datum des Eintrags:
09.04.2003 11.35 |
 |  |  | | | Silke silke.leuschner@conti.de
http://
| |  | Hallo Timo!
Prima, auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Person schreibst Du Dir
die Finger wund! Ich hab mich gestern total gefreut, dass ich mir wieder
"Bettlektüre" mitnehmen konnte. Es macht einfach Spaß Deine Berichte
zu lesen. Jan hab ich natürlich gleich heute morgen auf seinen Cousin
angehauen und im ersten Moment war er sprachlos. Dann fiel aber der
Groschen und er wußte bescheid.
Das Deine Seite im Moment nicht so ganz intensiv angesehen wird, ist
mir auch schon aufgefallen! Die wissen alle gar nicht, was ihnen entgeht.
Laß Dich davon bitte nicht entmutigen. Deine Berichte mußt Du einfach
weiter schreiben. Es wäre schade, wenn Du nichts mehr schreibst. Meiner Kollegin hab ich vorhin den Abschnitt mit Jan`s Cousin und die
Geschichte mit Carla und Carlos vorgelesen. Sie war ganz begeistert. Ich
werde auch nochmal bei den "alten Conti`s" etwas Werbung für Dich machen. Übrigens feiert Jenne Meier dieses Jahr seinen 30. Geburtstag!
So, Timo. Jetzt drengelt meine Kollegin, dass wir endlich was essen gehen. Ich freue auf ein neues Lebenszeichen von Dirö
Sei lieb gegrüßt
Silke |
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Datum des Eintrags:
06.04.2003 21.16 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.juanes.net
| |  | Ein typischer Abend in Bariloche
Gegen 19 Uhr treffe ich Marc im Pilgrim. Mariano, inzw. Freund und Stammkellner, zapft schonmal 2 grosse Warsteiner (schmeckt hier nicht, ist aber happyhour beer 2for1 bis 20:00 Uhr) Wir trinken 2, bevor wir um 8 auf Quilmes, ein leckeres arg. Bier, umsteigen. Gegen 21:30 treffen wir uns mit Ricardo, Mariana und einigen anderen im "El Boliche de Alberto - Carne". Hier gibt es "Beef de Lomo con Papas y ensalada mixta" und eine Fl. Vino de la casa fuer 25 Pesos. 3 grosse Filetsteaks, ca 5 cm dick, direkt vom Grill. eine Traumqualitaet. Die beste "Parilla" der Welt!
Mit vollem Bauch und nach einigen Fl. des guten arg. Rotweins, geht es ins "Wilkenny". Ein Pub, indem zw. 12 und 2 der Baer los ist. Hier flirten wir mit den huebschen Kellnerinnen und trinken Fernet-Branca mit Cola. Ekelhaft, aber das In-Getraenk hier. Gegen 02:00 nehmen wir ein Taxi zum "orange-pub". Hoert sich nach Kneipe an, ist aber eine coole Latino-Disco.
Vielleicht kennt Ihr das Feeling. Jan und Arne auf jeden Fall! Fuer Bianca und Johanna: Fast wie im Ipanema. Nach kurzer Wartezeit wird man eingelassen. Es ist stockdunkel, es laueft "Juanes", ein Latino-Rocker aus Kolumbien, man kann die Hitze spueren und riechen. Der ganze Laden bebt und ist eine einzige Tanzflaeche. Das einzige helle Licht schimmert aus der Toilettentuer und von der Bar. Wir gehen rein und bewegen uns mit dem Hueftschwung von Shakira durch die Menge. Es gibt Bier fuer 4 Pesos (1,20 €). Allerdings nur in Literflaschen! Der Laden brennt, die Luft hat mind. 45 Grad, die Frauen sind zahlreich, blutjung und leicht bekleidet. Ein Liter Bier ist viel zu wenig! Bis morgens um 6 singen und tanzen wir im perfekten Latin-Lover-Stil und der Heimweg wird nicht immer alleine angetreten.
Nach fast vier Wochen und einer abschliessenden Nacht im Pilgrim, fahre ich weiter. Ca. 200 KM noerdlich von Bariloche ueber die Strasse der 7 Seenn, nach San Martín de los Andes. Ich bin froh, wieder auf der Strasse zu sein und halte mich hier nicht lange auf. Nach 2 Tagen kaufe ich ein Busticket nach Chile und fahre durch den Vulkan Lanin - Nationalpark nach Pucon. Hier besteige ich den Vulkan Villarica. Ein 2800 m hoher und aktiver Vulkan. 4 Std rauf und 1 Stunde auf dem Hosenboden im Schnee herunter. Hier treffe ich Henning und Anna aus Berlin. Sie sind gerade auf Hochzeitsreise und wie sich herausstellt, ist Henning der Cousin von LKW Kollege Jan Bollmann. So klein ist die Welt. Abends baden wir in heissen Thermen und geniessen den Blick in den suedl. Sternenhimmel bei Bier und Himbeeren.
Morgen kaufe ich mir eine Fahrkarte nach Santiago de Chile und verlasse damit, nach 3 Monaten, Patagonien. Schade, hier haette ich locker ein Jahr verbringen koennen. Aber der Norden, Bolivien und Peru warten. |
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Datum des Eintrags:
03.04.2003 21.10 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.interpatagonia.com/bariloche/fotos_i.html
| |  | Bariloche Teil 2
Marc vermutet durch die Vulkane in der Umgebung, ist sich aber nicht sicher. Minen gibt es hier keine. Er sagt, gefaehrlich ist es vor allem fuer schwangere Frauen, die viel Fisch essen. Die Japaner waeren stark gefaehrdet, weil sie viel Fisch aus S.F. importieren und den hoechsten pro Kopf verbrauch haben.
An den Wochenenden mache ich Bergtouren rund um den Cerro Cathedral. Der Hausberg von Bariloche ist 2388m hoch und der Club Andino unterhaelt hier einige Refugios (aehnlich den Huetten des Alpenvereins). Eine Raftingtour, kl. 3, auf dem schoenen Rio Manso in der Naehe von El Bolson und ein Besuch im patagonischen Museum waren weitere Highlights.
Aber auch die Naechte von Bariloche sind heiss. |
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Datum des Eintrags:
03.04.2003 21.03 |
 |  |  | | | timo timo.walkabout@web.de
http://www.hvra.com.ar/enscbari.htm
| |  | San Carlos de Bariloche
Der Busfaehrt von der Anlegestelle noch ca. 30 min bis nach Bariloche. Die Fahrt fuerht am Suedufer des Lago Nahuel Huapi entlang. Der See ist ungefaehr so gross wie der Bodensee und Namensgeber des umliegenden Nationalparks.
Die Architektur in dieser Gegend hat schweizer Einfluss und so sind die Haeuser (siehe Fotos/link) aus grossen Natursteinen und mit viel Zypressenholz gebaut, haben spitze Giebel und Balkone. Am Ufer des Sees stehen dann auch jede Menge Prachtbauten und Villen. Auf dem Centro Civico kann man sich fuer ein paar Pesos mit einem Bernerdiener vor der Haeuserkulisse ablichten lassen. Natuerlich haben die armen Hunde alle ein Fass um den Hals. So stellt sich der USA-Tourist die Schweiz vor und laesst sich fleissig fotographieren.
Ich checke im Hostel "Condor Andino" ein und suche am naechsten Tag erstmal meine Schule auf. Maleen, die Chefin der Schule begruesst mich und erklaert mir den Ablauf des Unterrichts. Ricardo, soetwas wie der Manager und Organisator, ist zustaendig fuer die Betreuung der "Touristen-Schueler". Abends werde ich von ihm abgeholt und wir gehen ins Wilkenny. In dieser Kneipe treffen wir u.a. Mariana die Schulsekretaerin, sowie Astrid und Nancy meine beiden Lehrerinnen. Alle ausgesprochen huebsch und super nett. Wir haben einen schoenen Abend und am naechsten Tag gehe ich mit Mariana und ihren amigas zum baden. Abends gibt es bei Ricardo ein Assado (Grillen). Am Sonntag besteige ich mit Ricardo und einem Freund den Cerro Campanario (1300m). Laut National Geographic hat man von hier aus einen der schoensten Ausblicke der Welt. Und der Blick auf den See, die Inseln und die Berge ist wirklich gigantisch schoen.
Um 19:00 werde ich "meiner" Familie vorgestellt. Wir klingeln und im Wohnzimmer sind 4 Genearationen der Familie vertreten. Señora Grunstein wohnt allerdings mit ihrem juengsten Sohn Daniel (31) alleine in dem schoenen Haus. Sie ist Italienerin, als Kind nach Argentinien gekommen und hat einen deutschen geheiratat. Alle drei Kinder sind in Argentinien geboren und Star der Familie ist die Enkeltochter Josefina (1).
Señora Elsa ist leidenschaftliche Koechin und zum Essen sind fast immer Gaeste, mind. die Kinder, im Haus. Und Italien hat natuerlich grossen Einfluss auf ihre Kueche. So gibt es zB. lecker Pizza, Fiedeos (Pasta auf argentinisch), Fisch, Milanesas und andere leckere Sachen. Aber auch typ. argentinisches Essen, viel Carne und Empanadas. Jeden Tag bereitet sie andere Nachtische vor, backt Zwetschgenkuchen (der heisst hier auch so), kocht Himbeermarmelade und macht das wohl weltbeste Tiramisu! Auch Ihr Limonenlikoer ist lecker. Also mit abnehmen war hier nichts zu machen.
Der Aufenthalt in der Familie und in Bariloche ist sehr kurzweilig und da ich viel lerne, verlaengere ich meinen Kurs um eine Woche.
Vormittags gehe ich zur Schule, danach werden Hausaufgaben gemacht und es bleibt immernoch genug Zeit fuer Exkursionen. Ich besuche die Colonia Suiza, gehe schwimmen an der Playa Bonita oder trinke Kaffee im Llao-Llao Hotel (leading hotel in the world, Zimmer ab 200 US$) und habe viel Kontakt zu den Locals. Immer wieder bekomme ich Einladungen zu Grillfesten oder zum Pizzaessen "en mi casa". Im Pilgrim, ein angesagtes Irish-Pub, kennt mich inzwischen jeder Kellner und die Maedels begruessen mich mit Kuesschen. Hier lerne ich auch Marc kennen. Ein Meeresbiologe der im Auftrag der US-Regierung die Fische in der Bay of San Francisco auf mercury (Quecksilber) untersucht. In Bariloche gibt es das Centro Atomico, einen kleinen Reaktor mit Forschungslabor. Marc ist hier als Austauschwissenschaftler fuer einige Wochen und hilft den ansaessigen Forschern, bei den Untersuchungen der Fische im Lago Nahuel Huapi. Aehnlich wie in der Bay of S.F. ist der Quecksilber-Anteil in den Fischen dramatisch hoch. Doch im Gegensatz zu S.F. (durch die vielen Goldminen)weiss man hier nicht, woher das kommt. Zumal in Nachbarseen kein mercury vorkommt. Marc vermutet durch die V |
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Datum des Eintrags:
03.04.2003 20.03 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.franks-alpin.de/archive/chile_argentinien_2002/img0058.jpg
| |  | Cruce de Lagos
Von Puerto Montt starte ich morgens um 7:30 zu einer spektakulaeren Tour nach Bariloche. Ueber 3 Seen, durch Waelder und ueber den Paso de Pérez Rosales am Cerro Tronador (3451m) hinueber nach Argentinien. Die Tour schluckt mit 100,- US$ ein fuenftel meiner Monatskasse und daher bin ich auch der einzige Backpacker unter den Reisenden.
Die Fahrt geht durch Puerto Varas, ein kleiner Ort am Lago Llanquihué. Hier haben wir den ersten Blick auf den Vulkan Osorno. Der Osorno ist 2660 m hoch und gilt wg. seines gleichmaessigen Kegel und der schneebedeckten Spitze, als einer der schoensten Vulkane der Welt. Allerdings ist der Blick durch truebe Wolken etwas eingeschraenkt. Die Fahrt geht jetzt weiter durch den Nationalpark Vicente Peréz Rosales zu Wasserfaellen, bei denen sich ein erster klarer Blick auf den Vulkan ergibt. Der Vulkan ist wirklich wunderschoen und hat einen so magischen Eindruck auf mich, das ich in der naechsten Stunde fast einen ganzen Film verknippse. Unser erster See ist der Lago Todos los Santos. In dem kleinem Ort Petrohué steigen wir vom Bus um, auf einen Katamaran. Der See ist fuer mich das schoenste Binnengewaesser was ich bisher gesehen habe und ich aergere mich, dass ich auf dem traumhaften Strand nicht fuer ein paar Tage mein Zelt aufschlagen kann. Die Sonne brennt vom kobaltblauem Himmel, das Wasser hat eine intensive, tuerkise Faerbung, das Ufer ist von hohen Baeum gesaeumt und ueber allem thront der Osorno. Eine bessere Kulisse fuer ein Gemaelde kann man nicht finden. Fuer 3 Std. fahren wir jetzt ueber den See und legen am Ostende in Peulla an. Hier ist Mittagspause fuer 2 Stunden und um 14:00 geht es mit einem Bus weiter. Die Strasse fuehrt jetzt in steilen Serpentinen auf den Tronador hinauf und wir ueberschreiten die Grenze nach Argentinien. In Puerto Frias erledigen wir die Grenzformalitaeten und besteigen das naechste Boot. Wir kommen nach einer kurzen Fahrt in Puerto Alegre, wechseln fuer 15 min wieder in einen Bus und steigen in Puerto Blest auf das letzte Boot. Jetzt geht die Fahrt fuer 2 Stunden ueber den Lago Nahuel Huapi bis nach Puerto Pañuelo an der Llao-Lao (sprich schau-schau) Halbinsel. Hier erwartet uns der letzte Bus nach Bariloche. |
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Datum des Eintrags:
30.03.2003 19.32 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.thpf.de/suedamerikareise/galerie/puerto_montt.htm
| |  | Nationalpark Chiloé
Hier mache ich fuer ein paar Tage eine Wanderung zu einem einsamen Strand mitten im Regenwald. Strassen gibt es nicht. Man muss die 21 KM von der letzten Ortschaft, Cucao, also laufen. Der Weg fuehrt mich durch Duenen, fuer 2 Stunden ueber einen Pazifikstrand, durch ein Dorf der Huilliche Indianer und fuer weitere 2 Stunden durch tiefsten, immergruenen Regenwald. Teilweise geht der Pfad durch dichten Busch und durch Hohlwege. Rechts und links ragen 3 Meter hohe Erdwaelle auf und oben drueber ist ein dichtes Blaetterdach. Hier faellt mir wieder ein, dass ich mal was von Vogelspinnen in Patagonien gelesen habe!
Nach 5 Stunden stehe ich auf einem Hochplateau, vor mir ein einsames Bauernhaus und unten liegt der Traumstrand am Rio ColeCole vor mir. Ich steige den steilen Weg ab und suche mir zwischen den dichten Bueschen einen Zeltplatz mit Blick aufs Wasser. Abends kommt der Bauer und kassiert 1000 Pesos pro Nacht. Ich bleibe 3 Tage, dann geht mir das Essen aus und ich muss leider zurueck. Baden konnte ich auch nicht. Das Pazifikwasser ist hier unten bitterkalt. Aber die Einsamkeit, tagsueber die Ruhe und die Sonne und Nachts der Sternenhimmel mit dem Kreuz des Suedens, haben diesen Strand fuer mich unvergesslich gemacht.
Von Castro aus fahre ich weiter nach Norden. Zurueck auf dem Festland, mache ich Station in Puerto Montt. Die Stadt ist meine erste Grossstadt in Chile. Ich komme Nachts mit dem Bus an. Es regnet und die Hafenstadt ist schaurig duster. Ich fuehle mich etwas in meine Gorch Fock Zeit zurueckversetzt und dadurch natuerlich gleich wohl. Penner, Hunde, dunkle Gestalten, Nutten, bettelnde Kinder und ein leckerer Garstand mit Fleischspiessen fuer ein paar Pfennige, machen diese Atmosphaere aus.
Am naechsten Tag, bei hellem, hat die Stadt auch viele schoene Seiten. Im Fischerei Hafen gibt es wieder unglaubliche Meeresfruechte und lecker Fisch. Ausserdem gibt es hier, nach Buenos Aires, das erste McDonnald-Restaurant. Nach 2 Tagen will ich aber weiter. Es ist der 20.02 und fuer den 24.02. habe ich mich fuer einen Sprachkurs in Bariloche/Argentinien angemeldet. |
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Datum des Eintrags:
30.03.2003 18.54 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.lycos.de/inc/link/treffer.html?URL=http%3A%2F%2Fpopeng.lycos.de%2Fredirect%2F10100188953%2F0%2Fhttp%3A%2F%2Fwww.chile-reisen.com%2Fchiloe.html
| |  | La Isla Chiloé
Die Faehre legt um 14 Uhr von der Mole in Chaiten ab. 6 oder 8 Autos, ein LKW und ca. 5 andere Backpacker sind mit mir an Bord. Mit 7 bis 9 Knoten schippert der Dampfer durch den Golf von Ancud. Abends um 21:30 machen wir im Hafen von Castro, der Inselhauptstadt, fest. Das Anlegemannoever klappt und Fender werden keine benoetigt.
Chiloé ist nach Feuerland die 2. groesste Insel Suedamerikas und ist bekannt fuer fischreiche Gewaesser, grosse Holzkirchen und Pfahlbauten. Im Westen der Insel gibt es noch Indianerdoerfer und dichten Regenwald, den man nur zu Fuss oder auf dem Pferd erreichen kann.
Auf der Suche nach einer Unterkunft in Castro, gehe ich erstmal zur Plaza de Armas, der zentrale Platz fast jeder chil. Stadt, in deren Naehe es fast immer guenstige Unterkuenfte gibt. Doch hier stosse ich auf etwas anderes: Laute Musik, hunderte von tanzenden und feiernden Menschen, Strassenhaendler und Hotdog-Staende. Ich bin mitten in einer Fiesta gelandet. Fast alle Unterkuenfte sind dadurch voll. Aber eine kleine Hospedaje in Hafennaehe hat noch ein Bett fuer mich frei. Ich schmeisse meinen Rucksack aufs Bett und gehe natuerlich nochmal auf das Fest. Eine rauschende Nacht folgt...! Am naechsten Tag regnet es. Trotzdem mache ich mich auf, um die Stadt zu erkunden. Die Kirche von Castro (siehe link oben) ist tatsaechlich beeindruckend. Verdammt gross und aus tausenden Holzschindeln gebaut. Aussen gelb angestrichen und innen in natuerlichem braun gehalten. Am Hafen bzw. der Uferpromenade finde ich die Palafitos. Stelzenhaeuser, die zur Strasse ganz normal aussehen und zur Rueckseite auf Pfaehlen im Wasser stehen. In vielen dieser Haeuser befinden sich Restaurantes. Die Boote der Fischer legen hinten an und bringen den fangfrischen Fisch und Meeresfruechte, die es teilweise nur hier gibt. Ich habe hier Viecher gegessen, von denen ich bisher nichtmal gehoert hatte. Eine Muschelart erinnerte mich stark an das Stueck Gehirn, welches Dr. Lecter in "Hannibal" zubereitet. Lecker!
Doch eigentliches Ziel auf der Insel, ist der Nationalpark Chiloé bei Cucao. |
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Datum des Eintrags:
30.03.2003 18.26 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.tnab.net/Chile/Chp2/CA-3.html
| |  | Mal wieder ist ein Abschnitt verloren gegangen. Dieser Teil jetzt, gehoert also zwischen die beiden letzten Eintraege von mir:
Ich ... komme aus dem Staunen kaum noch raus, so fesselnd ist die Landschaft durch die wir schaukeln. Der Staub der Schotterpiste verdeckt zwar ab und an mal die Sicht, doch das tiefe gruen der Waelder, das rauschen der Fluesse und der strahlend blaue Himmel, machen die Fahrt zum Erlebniss der Extraklasse.
In einem kleinen Ort ist die Strasse von Bauarbeitern versperrt. Wg. Ausbesserungs-arbeiten darf zw. 12 und 16 Uhr niemand die Strasse befahren. Jetzt ist es 12:30 und mein Fahrer ist etwas angesaeuert. Er geht in das Buero der Bauaufsicht und nach 10 Minuten Diskussion und einigen Pesos fuer die Kaffeekasse duerfen wir weiterfahren. Eine alte Frau bekommt das mit und haelt unseren Wagen an. Sie redet kurz mit dem Fahrer und verschwindet wieder. Nach fuenf Minuten ist sie mit drei Kindern und einem Haufen Gepaeck zurueck und wir sitzen zu fuenft auf der Ladeflaeche. Wir stellen uns vor und trotz meiner kaum vorhandenen Spanischkenntnisse, verstehen wir uns recht gut. Die Kinder sind 15, 5 und 4. Die beiden Kleinen sind Carlo und Carla. Supersuess, frech und ich bin eine absolute Sensation fuer die zwei. Wir spielen Telefonieren mit einem Minihandy und als ich mir wg. dem Fahrtwind meine Muetze aufsetze, lachen die beiden sich halb tot. Jetzt wird erstmal gegessen, sagt die Mami und holt Brot, Eier, Orangen, Wurst und Saft hervor. Ich bin herzlichst eingeladen und steuere noch eine Tafel Schokolade bei. Damit bin ich fuer die kleine Carla der absolute Held und sie sitzt jetzt permanent auf meinem Schoss.
Carlo hat irgendwann meine Sonnenbrille auf und ist stolz wie Oskar.
Um 14:00 erreichen wir die Kreuzung nach Puerto Cisness, wo ich absteige und mich von allen verabschiede. Schade eigentlich. Aber mein Weg soll weiter auf der Carretera Austral gehen und Abschied nehmen, von kurzen Bekanntschaften, lernt man bei meiner Art zu reisen. .... |
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Datum des Eintrags:
26.03.2003 03.44 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.cip.physik.uni-muenchen.de/~dunn/c13chaitenberg.html
| |  | Die Kreuzung scheint ideal zum Trampen. Ein Bushaeuschen mit Feuerstelle deutet allerdings auf nicht gerade viel Verkehr hin. Und dann ist da dieses Schild. Es ist 14 Uhr und darauf steht, dass die Strasse bis 16 Uhr gesperrt ist. Von der Baustelle bis hierher war es ca. 1 Stunde. Also mind. 3 Std warten. Na Klasse! Oder wieder laufen_ Bis zum naechsten Ziel sind es mind. 35 KM. Nee, das waere heute nicht mehr zu schaffen. Um 5 Uhr das erste Fahrzeug. Ein LKW, er haelt. Geil und er faehrt bis nach Chaiten. Das sind 500 Km! Ich fahre die komplette Strecke mit und da ich kaum reden kann, kaufe ich beim ersten Tankstop ein sechsertraeger Bier. Das ist internationale Voelkerverstaendigung. Es ist unglaublich wie der Fahrer auf dieser Schlaglochpiste heizt und die Kurven, ohne Ruecksicht auf Verluste, schneidet. Gegenverkehr ist aber zum Glueck selten in dieser einsamen Gegend. Dafuer stehen aber immer wieder Kuehe oder Pferde auf der Strasse.
Um 11:30 Uhr sind wird in Chaiten. Ein kleines Nest am Pazifik und ziemlich im Norden der Carretera Austral. Aber zu sehen gibt es hier nichts. Daher kaufe ich mir am naechsten Tag ein Faehrticket zur Isla Chiloe. Bericht folgt.
Marc der Australier, ich habe ihn schon oefter erwaehnt, hatte auf dieser Route mit seinem Fahrrad einen Unfall. Er hat sich das Bein gebrochen und wurde zurueck nach Coyhaique ins Krankenhaus gebracht. Seine Fahrradreise ist wohl vorbei. Derzeit trainiert er das Krueckenlaufen mit Gips und wird von den Schwestern aufgepeppelt. Er hat Besuch von vielen Einheimischen. Ein Patient aus Downunder ist etwas besonderes in Coyhaique. Er will aber irgendwie weiterreisen. Bloed gelaufen, Gute Besserung Marc.
In die o.g. Zeile "Webseite" setze ich wieder links mit Fotos ein. Wie bisher auch schon. Viel spass damit!
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Datum des Eintrags:
26.03.2003 03.25 |
 |  |  | | | timo timo.walkabout@web.de
http://www.mosplanet.de/journal/bild_coy.htm
| |  | Hallo Silke, Du hast ja recht. Ich bin langsam, aber diese Berichterstattung nimmt viel Zeit in Anspruch. Und aufgrund der geringen Resonanz im Gaestebuch und der "wenigen" Klicks in letzter Zeit, dachte ich, es sei nicht so dringend. Na gut! Liebe Gruesse an alle.
Die schoenste Route in die Einsamkeit!
Coyhaique ist eine 5000 Einwohner zaehlende Stadt, die als Hauptstadt der Region direkt an der legendaeren Carretera Austral, oder auch Camino Austral, liegt.
Inzwischen habe ich den 4. Sonnentag infolge und nutze dies, um ein wenig braeune zu bekommen und liege fast den ganzen Tag im kleinen Stadtpark. Im letzten Hostel fand ich mal wieder ein deutsches Buch, welches ich hier lese, waehrend die Haut langsam zu brennen beginnt. Die Stadt ist recht schoen und hat sogar ein Kino, wo an Wochenenden ein Film gezeigt wird. Bis dahin bleibe ich aber nicht. Der Camino wartet! Und da die Strasse etwas besonderes ist, waehle ich eine besondere Reiseart. Ich will trampen. In Castellano a dedo. per Finger. Seit den 70er Jahren wird an der Ruta 7 gebaut. Die Carretera Austral fuehrt ca. 1200 KM weit nach Sueden und beginnt in Puerto Montt, mein Ziel. Coyhaique befindet sich ca. bei KM 800, also im unteren drittel. Die Schotterpiste geht durch dichten Regenwald, vorbei an traumhaften Seen, Fjorden und natuerlich immer mit Blick auf die schneebedeckten Andengipfel. Mehr als 300 Mio US$ hat der Bau bisher gekostet. Auftraggeber war der Diktator Augusto Pinochet. Aus militaerischen Gruenden wollte er diese Nord/Suedverbindung, paralel zur argentinischen Grenze. Bis dahin war der grosse Sueden von Chile nur ueber das Meer oder ueber Argentinien erreichbar. Ein unhaltbarer Zustand. Die Strasse schlaengelt sich den natuerlichen Gegebenheiten entlang und teilweise muss man ueber Seen oder Meeresarme mit der Faehre uebersetzen.
Ich packe meine Sachen und gehe nach einem kurzem Fruehstueck ersteinmal an den Stadtrand. Unterwegs lerne ich noch schnell die noetigen Vokabeln. Ich muss ja schliesslich sagen koennen, wohin ich fahren will. Obwohl ich das garnicht weiss. Hauptsache nach Norden. Als nach 30 min. ein LKW haelt, schmeisse ich den Rucksack auf die Ladeflaeche und nehme in der Fahrerkabine platz. Yo voy a Puerto Aisen. Ich verstehe nicht was das heisst, aber Puerto Aisen steht auf meiner Karte im Reisefuehrer. Das passt. Vamos! Nach knapp 1,5 Std. Fahrt sind wir da. Ich springe ab und mache mich auf die Suche nach dem Weiterlauf der Strasse. Aber die ist nirgendwo zu finden. Ich frage mich durch und muss erfahren, dass die Verbindung nach Norden 20 KM vor dem Ort rechts abging. Die scheiss Karte im Reisefuehrer ist so stark generiert, dass man den Strassenverlauf einfach durch P.Aisen gehen laesst. Also gut, ich stelle mich wieder an die Strasse und trampe zurueck. Diesmal warte ich laenger. Inzwischen ist es 11 Uhr und endlich bekomme ich einen Lift zur Strassenkreuzung. Hier sitzt aber schon eine ganze Familie und wartet auf eine Mitfahrgelegenheit. Ich gehe einfach ein Stueck vorraus, immer der Strasse entlang. Nach 6! Std "ein Stueck vorrausgehen" und knappen 30 KM haelt das erste Auto und nimmt mich mit. Zwischendurch habe ich mich verflucht und immer wieder Zeltplaetze fuer die Nacht ausgeguckt, letzendlich war es aber ein traumhafter Wandertag in einem spektakulaerem Tal. Immer entlang eines Flusses und ab und an kam ein Bauernhaus mit bellenden Hunden. Der Ort in dem ich abgesetzt wurde, hatte sogar einen Campingplatz. Perfekt! Als ich nach einem Teller Nudeln im Zelt liege, liebe ich diese Welt wieder! Das Fruehstueck beginne ich mit der Frage Bus oder a dedo? Ich entscheide mich natuerlich fuer den Daumen. Und so sitze ich eine Stunde spaeter auf der Ladeflaeche eines Pickups. Inzwischen habe ich die richtige Karte rausgeholt und dem Fahrer gezeigt, wo ich hinwill. Er faehrt in diese Richtung, muss aber vorher links abbiegen. Gute 200 KM kann er mich aber mitnehmen. Die Landschaft durch die wir schaukeln ist beeindruckend. Ich |
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Datum des Eintrags:
24.03.2003 12.39 |
 |  |  | | | Silke silke.leuschner@conti.de
http://
| |  | HalloTimo,
jetzt hab ich mal wieder auf Deine Seite geschaut, aber leider ist nichts Neues von Dir dabei. Egal, jetzt schreib ich Dir mal kurz.
Luna wächst und gedeiht ganz prächtig. Allerdings frißt sie auch wie ein Scheunendrescher. Es kann gar nicht genug sein. Sie hat schon einige Zähne verloren, weil sie auch schon Knochen vertilgt. Ein paar neue Zähne blitzen schon durch, aber der überwiegende Teil ist noch Babygebiss. Du wolltest übrigens wissen, was für eine Art Hund der Ausstralian Shepherd ist. Es ist ein amerikanischer Hütehund. Ähnlich wie die Border Collies, nur nicht so durchgeknallt. Aber warscheinlich hast Du bereits im Internet etwas darüber gefunden.
Jetzt hoffe ich, dass es Dir gut geht und Du viel erlebst und somit bald wieder etwas zu schreiben hast.
Sei ganz lieb gegrüßt und meld Dich bald.
Silke |
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Datum des Eintrags:
10.03.2003 22.19 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://patagoniadream.de/reiseb/patagoni.html
| |  | Vom Eis, durch die Wueste, in den Regenwald!
Fuer den 07.02. (Davids Geburtstag) habe ich mir ein Busticket nach Norden gekauft. Am Abend zuvor verlasse ich das Camp am Cerro Torre und wandere zurueck nach El Chaltèn. Am Dorfrand kann man auf einer kleinen Wiese kostenlos zelten. Ich schlage mein Zelt auf und begebe mich auf die Suche nach einer Dusche. Nach 8 Tagen habe ich das noetig. In einem Hostel werde ich fuendig. Da ich mich zielstrebig und ohne Tamtam umsehe, faellt niemanden auf, das ich hier garnicht wohne. Die Dusche tut gut und hinterher koche ich mir gleich noch ein Essen in der Hostelkueche. Auch das scheint niemanden zu wundern.
Am naechsten morgen sitze ich mit ca. 20 anderen Leuten im Bus. Unter anderem sind 6 Schweizer und Marc aus Australien dabei. Die Fahrt geht ueber die Ruta 40. Ziel ist das 600 KM noerdlich gelegene Grenzoertchen Los Antiguos. Die Ruta 40 ist eine spektaktulaere Waschbrett-, Schotterpiste, die paralel der Anden durch den arg. Teil Patagoniens geht. Der Bus ist selten schneller als 60 Km/h und so koennen wir die vielen Ñandus (Straussenart) und Guanakos (Lama bzw. Kamelart) rechts und links der Strasse beobachten. Die Fahrt geht durch die Pampa schlechthin. Vieles erinnert an das Outback in Australien, nur das der Sand hier grau und nicht rot ist. Bis zum Horizont sieht man nur Staub und Himmel.
Nach 12 Stunden Fahrt kommen wir an. Los Antiguos ist klein und bietet ausser dem Grenzuebergang nach Chile nicht viel. Da es schon dunkel ist, ich muede bin und natuerlich noch keine Unterkunft habe, frage ich gemeinsam mit den Schweizern nach einem Hostel. Wie es der Zufall will, hat der Schwager vom Busfahrer Zimmer zu vermieten. Und, genauso zufaellig, ist der Garten des Schwagers auch der Busbahnhof. Ein 5er Zimmer teile mir mit 2 Maedels aus Spanien und 2 Englaendern. Die Schweizer nehmen das andere Zimmer. Marc ist ein Ort vorher ausgestiegen, er will wieder Rad fahren und Hoelenmalereien besichtigen (das habe ich schon in Australien gemacht).
Am naechsten Morgen kommt ein 9-Sitzer-Toyota-Bus und soll uns ueber die Grenze nach Chile bringen. Allerdings sind wir 13 Personen mit Gepaeck und Fahrer. Kein Problem. Gepaeck kommt aufs Dach und man kann auch zu viert auf einer 3er-Bank sitzen.
Am ersten Grenzposten (es sind immer 2) beginnt wieder eine Stempel- und Zettelorgie. Nach einer Stunde soll es weitergehen, als eine Familie mit drei Kindern und dem Wocheneinkauf zu uns in den rappelvollen Bus steigt. Kompliment an Toyota! Mit 18 Personen kann man mit dem 9-Sitzer fahren. Und das Gepaeck ist auch nur einmal vom Dach gefallen.
In Chile Chico, der erste Ort hinter der Grenze, prelle ich den Busfahrer (er hat keinen Ueberblick mehr bei den vielen Passagieren) und "fluechte" auf einen Campingplatz. Der Ort liegt am Lago General Carretera bzw. am Lago Buenos Aires. Es ist der 2. groesste See in Suedamerika (nach dem Titicacasee, folgt im Mai) und somit der groesste See Patagoniens. Da der See zum Teil in Chile und zum anderen Teil in Argentinien liegt, hat er zwei Namen. Hier zeigt sich einmal mehr die "Einigkeit" dieser Laender. Kurz nach mir kommen Hanni Reto, sowie zwei weitere Schweizer auf den Campingplatz. Hanni Reto aus Luzern sind 2 richtige Globetrotter. Sie haben gerade ihre Jobs gekuendigt und reisen von Feuerland nach Quito. Die beiden haben schon eine 1,5jaehrige Weltreise und viele kleinere Touren hinter sich und haben sich vor 8 Jahren in Guatemala kennengelernt.
In der naehe von Chile Chico verlaeuft die Carratera Austral (auch Camino Austral genannt). Eine legendaere Schotterpiste ueber 1200 KM durch Regenwald, Fels- und Flusslandschaften. Dieser Route will ich weiter nach Norden folgen. Dazu muss ich aber erstmal aus Chile Chico entkommen und das ist nicht leicht. Heute ist Samstag der 08.02. und der naechste Bus kommt am Mittwoch, aber er faehrt nach Sueden. Dumm! Alternative ist eine Faehre ueber den See und dann mit einem Bus weiter nach Coyhaique. Ich kaufe das |
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Datum des Eintrags:
07.03.2003 23.48 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.alpenverein-weimar.de/Tourenberichte/body_tourenberichte.html
| |  | Es wird Zeit weiter zu schreiben. Ich bin ungefaehr 1000 KM zurueck in der Berichterstattung. Was aber bei 5000 KM, die ich zuruecklegen werde, nicht wirklich viel ist. VAMOS!
Ich breche also auf zum Cerro Torre bzw. zur Laguna Torre, ein kleiner Gletschersee, wo sich das Basislager befindet. Der Weg dorthin, fuehrt in einem weiten Bogen um das Massiv herum. Durch einen kleinen Wald, vorbei an zwei schoenen Seen, komme ich nach ca. 3 Stunden an den reissenden Rio "Fitz Roy". Nach einer kurzen Pause und einer halben Salami gehe ich weiter und stehe nach einer halben Stunde im "Campamento Bridwell". Das Basislager besteht eigentlich nur aus einer Holzhuette, einigen Zeltplaetzen und in ausreichender Entfernung ist ein Loch im Boden. Der Rio FitzRoy sorgt fuer fliessend Wasser. Bei GUTEM Wetter, hat man von hier aus, einen herlichen Blick auf den Cerro Torre. Ich sehe anstatt des Berges aber nur eine weisse Wolkenwand. War ja klar, warum sollte ich immer Glueck haben?!!!
Naja, erstmal baue ich mein Zelt auf, dann begruesse ich die Bergsteiger, die sich mit jonglieren, lesen oder Diabolo ueben die Zeit vertreiben. Es sind derzeit vier einzelne Gruppen da. Ein slowenisches Paarchen, vier Spanier, 2 x 2 Oesterreicher und ein Schotte mit einem Englaender. Peter und Much, zwei der Oesis, sowie Alan der Schotte und Kevin der Englaender (lebt allerdings mit Greencard in USA) sind soetwas wie Profis. (Sie sind jedenfalls das ganze Jahr auf/an irgendwelchen Bergen). Sie haben den Cerro Torre schon erklettert und wollen dieses Jahr neue Routen gehen und somit "Erstbesteigungen" versuchen. Kevin und Allan wollen "mal wieder" probieren, die sogenannte Maestri/Egger-Route zu gehen (siehe Vorbericht). Vielleicht sind die beiden ja wirklich die Ersten, die es schaffen. Im Schnitt sind die einzelnen Gruppen 2-3 Monate hier, um die Wetterbedingungen vorzufinden, die man benoetigt. Ich finde meine Woche schon ziemlich lang. Aber im Idealfall brauch man 3 Tage am Stueck ohne Sturm und Wolken.
Charlie und sein Kumpel aus der Steiermark sind schon mehr als 4 Wochen hier und es ging noch nichts. Die vier Spanier sind nach 7 erfolglosen Wochen voellig frustriert. Morgen holen sie ihr Material aus dem Berg und brechen ab. Peter erzaehlt mir, das man bei zu erwartenden "gut Wetter Perioden" in der Nacht um 01:00 Uhr, vom Zwischenlager aus,losklettert und moeglichst ohne grosse Pause durchklettert. Egal ob Tag oder Nacht, man muss zu sehen, dass man den Abstieg bei hellem beginnt. Man ist dann bis zu 40 STUNDEN!!! am STUECK!!! am klettern. Er sagt auch, dass Kraft oder Kondition nicht das Thema sei. Schlimm ist die Muedigkeit und die damit verbundene Unkonzentriertheit. Denn ein falscher Griff oder ein Fehltritt, kann den Tod bedeuten. Und toedliche Unfaelle kommen fast jedes Jahr vor. Bis zur Rueckkehr im Zwischenlager, muss man voll bei der Sache sein. Auch fallende Fels- und Eisbrocken oder Gletscherspalten bieten eine grosse Gefahr.
Dieses Jahr, scheint das Wetter besonders schlecht zu sein. Der Berg konnte in den letzten Wochen gerade 3 mal komplett gesehen werden. Ich hatte dieses Glueck in der kompletten Woche nicht. Scheisse! Es war aber spannend jeden Morgen um 5 aufzustehen, festzustellen das es bewoelkt ist und dann wieder in den warmen Schlafsack zu kriechen, um bis um 09:00 weiterzuschlafen. Ich hatte trotzdem eine schoene Zeit am Cerro Torre. |
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Datum des Eintrags:
06.03.2003 10.59 |
 |  |  | | | eike eike.kirchner@t-online.de
http://
| |  | hallo timo,
gleich jeht es los. der flieger von ffm über nach auckland steht schon bereit.
wir werden samstag morgen dort ankommen und schoneinmal schauen, was da unten so los ist. schade, daß wir nicht parallel dort sind.
meld mich dann von dort unten mal.
dir noch jede menge fun und man hört von sich,
viele grüße von eike |
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Datum des Eintrags:
06.03.2003 09.46 |
 |  |  | | | Silke silke.leuschner@conti.de
http://
| |  | Hallo Timo,
jetzt hab ich eine ganze Weile nicht auf Deine Homepage geschaut und war ganz überrascht, dass da soo viele Berichte von Dir drin sind.
Es macht richtig Spaß, dass alles zu lesen. Allerdings hab ich mir alles
schön säuberlich ausgedruckt und lese es zu Hause.
Ich hoffe, es geht dir gut und alles läuft so, wie Du Dir das vorgestellt
hast.
Bei mir gibt es auch etwas Neues zu berichten! Ich habe mir vor 3 Wochen meinen größten Wunsch erfüllt und bin jetzt stolze Besitzerin einer kleinen Australian Shepherd Hündin namens Luna! Im Moment kann man natürlich noch nicht so ganz viel mit ihr anfangen, aber das kommt.
So, Timo! Jetzt wünsche ich Dir weiterhin alles Gute. Laß mal von Dir hören.
Ganz liebe Grüße aus der Bütt
Silke |
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Datum des Eintrags:
01.03.2003 20.10 |
 |  |  | | | Kickstarter P
http://
| |  | Hallo Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Izzak Loebbel,
seit Ihrer grossen Entdeckung der als ausgestorben geltenden Robbenart in Südafrika Ende 1996 ist uns zu Ohren gekommen, dass Sie erneut eine atemberaubende Expedition in Südamerika leiten! Wir können Ihnen gar nicht sagen, wie stolz wir auf Sie sind, dass ein deutscher Professor unter so schwierigen Bedingungen so große Entbehrungen auf sich nimmt. Hut ab! Wir freuen uns schon auf Ihre nächsten Berichte über die Tierwelt in Chile und Argentinien, die sich sicherlich genau so spannend lesen werden, wie die Thematik der Robbologie!!! Im Namen der gesamten Wissenschaft und Forschung,
hochachtungsvoll, Ihr alter Freund und Verehrer
Kickstarter P |
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Datum des Eintrags:
28.02.2003 00.11 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.andreashutter.ch/docs/img0004.htm
| |  | Cerro Torre - Geschichte eines Mythos
(Auszuge aus einem Trekkingfuehrer Patagonien, die ein bisschen zum Verstaendniss beitragen)
Es gibt wohl kaum einen Berg in den Anden, um den sich derartig viele Legenden ranken wie um den Cerro Torre: Monatelang harren die Bergsteiger zu seinen Fuessen aus, manche nennen ihn verzweifelt einfach nur noch "Torres de las nubes-Turm der Wolken", andere sehen sich in einer Kuehlbox, in der taeglich ein Hunderteuroschein verbrannt wird. Die leichteste Route (29 Seillaengen VI A2-das ist sauschwer und lang!) wird Kompressorroute genannt (warum s.u.). Andere Routen, die sind deutlich schwerer und eine Wiederholung der Maestri/Egger-Route (Angebl. Erstbesteigung)ist immer noch nicht gelungen. Tatsache ist aber auch, dass fuer jeden (mich eingeschlossen), der nur ein wenig empfaenglich fuer alpine Schoenheiten ist, der Cerro Torre als einer der elegantesten Berge der Welt gilt. Wie eine nicht enden wollende Saeule aus Granit steht er da, wie als Zugabe, das Sahnehaeubchen des Eispilzes.
Seine Besteigungsgeschichte gehoert zu einer der dramatischten und fragwuerdigsten der Alpinhistorie ueberhaupt. Im Sommer 1958/59 kamen Cesare Maestri und Toni Egger nach Patagonien. Sie bestiegen den Cerro Torre ueber die Nordwand und erreichten am 31. Januar 1959 als erste den Gipfel. Schluessel zum Erfolg war der Eispanzer auf den fast senkrechten Felsplatten, der eine Begehung mit Steigeisen ermoeglichte. Kaum oben angekommen, schlug jedoch das Wetter um, der Eispanzer verabschiedete sich in die Tiefe und die Mausefalle klappte zu. Haken um Haken mussten die beiden bei schlechtestem Wetter in den Fels treiben, um sich die ca. 1100 Hoehenmeter abzuseilen. In der 5. Nacht am Berg wurde Toni Egger von einer Eislawine getoetet. Cesare Maestri wurde nach 6 Tagen halb wahnsinnig am Berg gefunden. Einen Beweis fuer die erfolgreiche Besteigung gab es nicht.
In den Jahren darauf wurde es ruhig um den Cerro Torre, allerdings nur auf seinem Gipfel. Weiter unten versuchten zahlreiche Expeditionen sich am Berg, alle ohne Erfolg. Als dann noch die Ausruestung von Maestri und Egger gefunden wurde, und zwar nicht mal auf einem Viertel der angeblichen Erstbegehungsroute, wurden Zweifel an der Geschichte von Maestri offen ausgesprochen. War Cesare Maestri wirklich bereits 1959 auf dem Gipfel gewesen? Seine Reaktion wurde selbst ausserhalb der Bergsteigerkreise diskutiert.: Im Sommer 1970, also nach 11 Jahren, kehrte er zurueck nach Patagonien, diesmal ausgestattet mit einem gelben Kompressor der Firma Atlas Copco. Mit seiner Hilfe "schlosserte" er sich diesmal bis zum Gipfel hinauf, den Eispilz liess er jedoch aus. Um allen Nachfolgern noch eins auszuwischen, zerschlug er die letzten Haken unterhalb des Ausstieges, den Kompressor selbst liess er in der Wand haengen (und er haengt heute noch da, daher der Name Kompressorroute s.o.).
Die erste nachgewiesene Besteigung einschliesslich des Eispilzes gelang 1974 Caimiro Ferrari und Mario Conti aus Italien, die Route von Maestri und Egger von 1959 konnte trotz mehrmonatiger Versuche (derzeit versucht wieder eine Expedition diese Route. Dazu spaeter mehr) bis heute nicht wiederholt werden. |
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Datum des Eintrags:
27.02.2003 21.54 |
 |  |  | | | Sascha saschabruhn@web.de
http://sascha.liveshere.de
| |  | Hi Timo, hoffe es läuft weiter so gut für Dich, habe gerade von Arne diese URL bekommen, nachdem ich Ihn fragte ob ihr weiterhin Kontakt haltet. Solltest mal nicht voran kommen...besorge Dir einen Blumenwagen, schmücke Ihn mit Tulpen und Narzissen - spanne einen Ziegenbock davor und reite geradeweg zur Stadt hinaus :-)
Viele Grüße
Sascha |
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Datum des Eintrags:
27.02.2003 19.21 |
 |  |  | | | Mücke Letsche jensiG11@gmx.de
http://
| |  | Hallo Schöner!
Sitze gerade bei Letsche und reden über dich! Hoffen, dir geht es gut!
Hier gibt es nicht viel Neues!
Melde mich die Tage privat.
Makke eine schöne To.
Ach ja, deine Eingebung ist supergut.
Laß uns das im Auge behalten
Bis denne Muck und Lett |
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Datum des Eintrags:
25.02.2003 22.57 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.weltderberge.de/samerika/fitz.htm
| |  | Zurueck im Basislager bzw. an meinem Zelt, hat das Patagonien-Wetter wieder alles im Griff. Es beginnt zu regnen, der Berg ist zu. Yeah, ich hab ihn! Fuer die armen Bergsteiger ist das allerdings Frust pur. Die brauchen 3 Tage schoenes Wetter. (Aber dazu mehr am Cerro Torre).
Ploetzlich sehe ich ein bekanntes Gesicht. Marc, der Australier. Wir haben uns am vorletzten Tag im Torres del Paine, also vor 2 Wochen das letzte mal gesehen. Wir freuen uns beide sehr. Das ist der sogenannte Gringo-Trail-Effekt. Alle gehen ungefaehr die gleiche Route zwischen Feuerland und Mexiko, den Gringo-Trail!
Am naechsten Tag will ich eigentlich frueh weiter zum Cerro Torre. Doch der Regen hat nicht aufgehoert. Im Regen laufen wenn man Zeit hat und ein nasses Zelt einpacken? NEE! Mit einer Gruppe anderer Trekker (Australier, Oesis, Franzosen, Israelis, Amis, Englaender) warte ich im Bretterverschlag auf besseres Wetter. Aber es regnet den kompletten Tag durch. Ein Australier sagt: "could be worse, we could have work!" Und alle haben wieder gute Laune :-) Irgendwann lege ich mich mit Buch und Kopflampe in den Schlafsack und freue mich auf morgen. Denn das schoene hier ist, das es selten 2 Tage am Stueck schlecht ist. Dafuer ist es aber auch selten 2 Tage schoen.
Zum Fruehstueck gibt es Haferflocken und Instantkaffee mit Milchpulver. Danach breche ich auf, um den Cerro Torre zu erobern!
Diesen Bericht schreibe ich in den naechsten Tagen weiter. Wem es vielleicht aufgefallen ist, ich habe in den Feldern Ihre Website, verschiedene Links angegeben. Hier koennt Ihr Fotos bzw. sonstige interessante Infos finden. Da ich keine Digi-cam habe, trotzdem ein Eindruck fuer Euch, wo ich bin.
Seit gestern bin ich sozusagen Sesshaft. Ich mache jetzt fuer 2 Wochen einen Spanischkurs in Bariloche/Argentinien. Habe dadurch Zeit, viel zu berichten. Alles Gute bis die Tage, Euer Timo.
PS. Wie immer von unten nach oben lesen. |
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Datum des Eintrags:
25.02.2003 22.40 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.franks-alpin.de/archive/chile_argentinien_2002/chile_argentinien_pict_part1_2002.html
| |  | Von Calafate aus, geht es ca. 200 KM weiter, in den Norden des Nationalparkes. Hier stehen zwei Berge, die in der Bergsteiger- bzw. Kletterszene Gaensehaut verbreiten.
DER CERRO TORRE und DER FITZ ROY !!!
Die schoensten Berge der Welt sagen viele. Ausgangspunkt ist die kleine Siedlung "El Chaltén". 1985 gegruendet, ist sie wohl nur zum Touristenabzocken vorhanden. Vorher gab es nur die N.P.Verwaltung und einen Bauern, der sein Geld mit Gepaecktransport, per Pferd fuer die Bergsteiger, verdient. Zu den Basislagern, die gleichzeitig auch Campsites fuer Leute wie mich, denen es reicht, am Fusse dieser Berge zu sein, sind, fuehrt ein 4-Tages-Trekk.
Man ist dann ungefaehr auf 800 Meter Hoehe und mitten in der alpinen Welt Patagoniens. (Mit Wind Wetter!!!) Mein erster Versuch die Berge zu sehen, schlug dann auch aufgrund von Wetterproblemen fehl. Hier war auch Robert noch dabei, der aber aus Zeitgruenden zurueck nach Calafate musste. Ich habe mir dann aber noch mal eine Woche Zeit genommen, um einen 2. Versuch zu starten.
Zuerst zum Fitz Roy. Hier hat man in der Regel die groesseren Chancen, da der Berg etwas versetzt zum Eisfeld ("Wetterbringer") ist. Die Wolken bleiben also an den anderen Bergen haengen. (theoretisch)! Der Fitz Roy ragt mit 3375m Hoehe weit aus den Vorlanden der Anden heraus und ist bei klarer Sicht, von weiten aus zu sehen. Zum Basislager auf 700m fuehrt ein Weg 4 Stunden leicht aufwaerts. Man zeltet zwischen Baeumen oder hinter aufgestappelten Holzstaemmen, um sich vor dem Wind zu schuetzen. Ein Bach in der Naehe sorgt fuer Frischwasser. Eiswuerfel inklusive! Ansonsten muss man auch hier alle Lebensmittel reinschleppen.
Als ich ankomme ist zwar schoenes Wetter, doch der Berg is mal wieder in einer dicken Wolkendecke eingehuellt. Diesmal habe ich ja Zeit. Nachdem ich mein Zelt aufgebaut habe, mache ich einen kurzen Trekk in der Umgebung. Nach 2 Std. bin ich zurueck und will mir ein Buchaus dem Zelt holen, als ploetzlich der Himmel aufreisst. Ein Blick die 3000m rauf zum Fitz Roy, er ist da! In voller Pracht, ich kann kaum noch atmen. Jetzt schnell! Regenjacke und -hose, Muetze und Handschuhe, Muesliriegel, Wasserflasche, Fotoaparat und die Stoecke zusammenpacken und dann geht es im Laufstil los. Ich bin so motiviert, das ich den steilen Zickzackweg in 45 Minuten schaffe. Beim letzten mal 1:10! Und ich werde belohnt. Oben angekommen, haben sich alle Wolken aufs Eisfeld verzogen und der Fitz Roy ist mit seinen Trabanten klar zu sehen. Unter mir liegen zwei Gletscherseen in die rechts und links die Gletscher kalben. Ein traumhafte Fotokulisse. Eine Stunde sitze ich geschuetzt in einer Felsspalte und geniesse diesen Anblick. Beim Abstieg tanze ich mehr, als das ich klettere bzw. gehe. |
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Datum des Eintrags:
25.02.2003 22.07 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.schwarzaufweiss.de/argentinien/kurzportrait1.htm
| |  | Unsere naechste Tour ging zum Los Glaciares Nationalpark in Argentinien. Wir nahmen den Bus von Puerto Natales/Chile nach Calafaté. Calafate ist ein kleiner, sehr schoener Ort, der fast ausschliesslich vom Tourismus lebt. Und der Tourismus lebt hier fast ausschliesslich vom Gletschereis. Calafate ist Ausgangsort zum o.g. Los Glaciares N.P., indem die bekannten Gletscher Perito Moreno und Upsala zu finden sind.
Der Perito Moreno Gletscher gilt als das spektakulaerste und schoenste, was Argentinien zu bieten hat. Ich bin da aber anderer Meinung. Man muss sich nur mal an den Straenden, in Kneipen, Discos oder auf der Strasse in den Staedten umsehen. Da ist mindestens genausoviel schoenes zu sehen ;-) !!!
Wir haben aber trotzdem eine Tour durch den Suedteil des Parkes gemacht und natuerlich auch den Perito Moreno besichtigt. Seine Abbruchkante ist ca. 80m hoch, er ist 4 KM breit und derzeit der einzige, wachsende Gletscher der Welt. Er fliesst mit ca. 450 m/Jahr talwaerts. Dadurch brechen staendig riesige Eisstuecke in den Gletschersee "Lago Argentino". Was mit wahsinnigen Donnern und grossen Flutwellen begleitet wird. Ein irres Schauspiel.
Ein ganz anderes Highlight in Calafate ist das Restaurant "Don Diego de la noché". Bis ca. 01:00 Uhr nachts ein normales, gemuetliches Speiselokal, verwandelt es sich danach in einen glutheissen Partybunker (als Gegenstueck zum vielen Eis). Der Name ist Programm. Don Diego, der Besitzer, hat einen schlanken Auftritt von ca. 150 KG Lebendgewicht. Sobald es etwas voller wird(und das wird es immer), holt er seine Gitarre raus, ein Barkeeper spielt Bongotrommel und dann gibt es eine jamsession vom feinsten. spaetestens um 02:00 brennt der Himmel und der Laden platzt aus allen Naehten. Dann wird zu Latin-Rock (viel besser als E.Iglesias) auf den Tischen getanzt. |
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Datum des Eintrags:
25.02.2003 21.44 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://clbariloche.com.ar
| |  | Es ist schon wieder ein Monat vergangen und die Erlebnisse sind nicht weniger geworden. Es wird also, wie von vielen gefordert, Zeit fuer den naechsten Bericht.
Da die letzten 4 Wochen so abwechsungs-reich und sehr unterschiedlich in den Landschaften waren, werde ich die einzelnen Regionen in einzelne Eintraege packen.
Ein kleiner Nachtrag noch zum Torres del
Paine - Trekk, da Stefan ja von den Gletschern schreibt und mir ein Teil verloren ging.
Als wir den John Garner Pass ueberquert hatten (der Tag mit Carla), kam der Wind mit heftigsten Boeen von hinten. Ich schaetze auf 8 Windstaerken. Jedenfalls war es verdammt schwer, festen Stand zu finden. Die kleine Carla, mit ihren 50 Kg und grossem Rucksack, wurde 3x so heftig von hinten weggeweht, sodass wir sie untergehakt vom Pass fuehen mussten.
Allerdings konnte der Wind nicht den traumhaften Blick auf einen der schoensten Gletscher der patagonischen Anden verhindern. Vor uns lag der 22 KM lange und 8 KM breite Grey Gletscher. Man kann diese Dimension an Eis gar-nicht beschreiben.
Bisher habe ich in Europa und Neusee-land schon einige Gletscher gesehen, aber was hier in Patagonien geboten wird, ist einmalig gross und schoen.
Die naechsten 1,5 Tage ging der Weg stetig parralel zum Gletscher. Dort wo der Grey-Gletscher in den gleichnamigen See kalbt, haben wir unsere Zelte auf-geschlagen. Es war schon komisch, als morgens beim blick aus dem Zelt, autogrosse Eisbloecke an einem vorbei schwammen.
Am Abend vorher gab es fatalerweise Bier fuer 2US$/Dose zu kaufen. Robert sagte, das wir eins duerfen. Naja, es wurden schliesslich 8! |
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Datum des Eintrags:
24.02.2003 09.24 |
 |  |  | | | Stefan wulfhoop@freenet.de
http://
| |  | Hi Timo,
wie gehts Dir alter Weltenbummler? Es ist Montags früh um 8:30 bin gerade zur Arbeit geradelt bei herlichstem Wetter. So langsam wirds auch hier ein wenig wärmer - jedenfalls so um Mittags rum. Heute morgen allerdings noch -4°C.
Deine Reisebeschreibungen hören sich echt Klasse an. Da kriegt man echt Lust etwas ähnliches zu machen. Planung für nächstes Jahr ist wieder ne MTB TransAlp durch einen wunderschönen Teil der Schweiz und Italien. Vielleicht kommt auch Henne mit.
Habe mich eben mit einem Kollegen unterhalten, er war im Urlaub und ist heute dne ersten Tag wieder da. Rate mal wo er gewesen ist.
Südamerika - Chile Argentinien - Patagonien - Upsala Gletscher - Torres del Paine Nat¿l Park - Moreno Gletscher - Ushuaia ..
Ich dachte ich hör nicht richtig, er zeigte mir dann noch richtig viel Fotos und hab deshalb jetzt schonmal nen guten Eindruck wie es bei Dir so aussieht. Ihr müßt Euch fast begegnet sein. Was nen Zufall.
Ich hoffe Dir geht es weiterhin gut. Und ich wünsche Dir alles Gute.
Gruß
Stefan Familie |
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Datum des Eintrags:
20.02.2003 10.45 |
 |  |  | | | mella melone78@freenet.de
http://
| |  | moin. moin- du alter weltenbummler.
viele liebe grüße aus hamburg.
super kalt -7°, gefühlte temperatur -20°
hoffe, du bist fit; und geld und futter sind gesichert.
das dein eines jahr dir viel zu kurz vorkommt, kann ich mir schon denken.
du weißt halt mit deiner zeit umzugehen.
ist aber auch nicht schwierig, bei den tollen bildern, die du UNS schon vermittelst, wird es in der realität bestimmt noch 1000 x toller sein.
aber falls die in der conti kein bock mehr auf dich haben, kannste es ja machen wie "unser¿n dieter"
und auch:"deinen weg" ausgeben...
haha ein bestzeller!!
also, fühl dich gedrückt und viel spass noch mit den deutsch-hörenden mädels...
;-)))
tschüssi, deine mella |
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Datum des Eintrags:
18.02.2003 12.57 |
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Datum des Eintrags:
06.02.2003 17.19 |
 |  |  | | | Bianca Zwoll@gmx.de
http://
| |  | Hallo Timo,
habe mich gerade durch deine Reiseberichte "geschmökert" und bin absolut fasziniert von dem was du bisher erlebt hast und wie du es schaffst, für uns "seßhafte" alles so lebendig zu beschreiben. Ich freue mich schon auf Deine nächsten Berichte und hoffe sehr, daß es Dir weiterhin so gut geht.
Fühl Dich herzlich umarmt
Bianca |
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Datum des Eintrags:
03.02.2003 14.09 |
 |  |  | | | david davidwarnecke@web.de
http://
| |  | Die Szene mit der kleinen Maus auf dem Radl sehe ich ganz deutlich vor mir, warum wundert mich das nicht? hehe :]
Weiterhin viel SpacK...
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Datum des Eintrags:
31.01.2003 17.40 |
 |  |  | | | Timo
http://
| |  | Teil 4 Torres del Paine
Unser kleines Lagerfeuer ist ein perfekter Kommunikationsplatz. Es kommen Schweden zum kochen, ein Englaender zum waermen und ein Parkranger zum loeschen!
Die beiden Schweden radeln von Ushuaia nach Stockholm. Der ganze Trip ist in drei Monaten geplant wurden und sie haben das komplette Equipment von verschiedenen Firmen durch Sponsoring bekommen. Allerdings fahren die beiden Schwalbe:-(
Am naechsten Morgen starten wir den 3 Stunden Aufstieg zum Mirador im Valle del France. Heute mal ohne Gepaeck, weil wir den gleichen Weg ja auch zurueck muessen. Wir haben wieder Glueck mit dem Wetter und einen fantastischen Ausblick auf die Umliegenden Cuernos Berge. Atemberaubende Bergwelt Patagoniens, steht im Reisefuehrer. Das stimmt!
Die letzte Nacht im Park beginnt. Ich schreibe noch ein bisschen Tagebuch, lese Bruce Chatwin und esse mal wieder Nudeln.
Robert hat morgen wieder zwei Etappen vor sich. Er war noch nicht auf der "Koenigsetappe" an den Torres del Paine. Er startet also frueh und wir verabreden uns fuer Uebermorgen in Puerto Natales.
ICh beginne meine letzte Etappe zum Ausgangspunkt. Ganz gemuetlich und mal richtig warm. Die Sonne scheint, ich sehe meine naechsten 4 Condore! und bin um 15:15 am Refugio Los Torres. Von hier fuhr vor 15 Minuten der Bus zum Parkausgang, wo der Bus nach Puerto Natales abfaehrt. Scheisse, verpasst. Der naechste ist erst um 19:30 Uhr. Also versuchen zu trampen. Aber wer faehrt hier schon Auto? Nach einer halben Stunde sitze ich auf dem Ruecksitz von einem Ami-Ehepaar. Tim Lisa erwarten ein Baby und sind das typische US-Paar, was hier niemand leiden kann. Mit Creditcard die dicke Hose machen! Aber sie fahren mich bis zum Hostel in P.N. und sind wirklich nett. Unterwegs machen wir noch Fotos und sehen jede Menge Guanakos und Nandus.
Das war also mein erstes Trekkingerlebniss in Patagonien! Weltklasse, mit viel Spass und interessanten Menschen.
Zurueck bei Renato im Hostel ist erstmal eine Dusche angesagt. Die Socken und Schuhe muss ich in den Garten stellen. Warum habe ich nicht verstanden, weil Renatos Spanisch war mit zugehaltener Nase nicht zu verstehen.
Abends bin ich essen gegangen. Lamm am offenen Feuer, all you can eat, eine argentinische Spezialitaet.
Am naechsten Tag habe ich mich mit Robert getroffen. Wir haben ein Busticket nach El Calafate in Argentinien gekauft und den naechsten Trekk geplant. Aber dazu spaeter mehr.
Die besten Gruesse nach Deutschland, Euer Timo |
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Datum des Eintrags:
31.01.2003 17.20 |
 |  |  | | | Timo
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| |  | Teil 3. Ich schreibe jetzt in Etappen, also von unten nach oben lesen.
Am zweiten Tag im Camp Seron lerne ich Marc kennen. Er sieht aus wie ein Ire, rothaarig mit Sommersprossen. Allerdings heisst er McNamarra. Schottisch? Nein, er ist Australier und Lehrer in Adelaide, Suedaustralien. War ich schon, kenne ich, schoene Stadt. Aber Marc hat irische Wurzeln. Also doch! Jetzt faellt mir auf, dass ich ihn schonmal gesehen habe. Und zwar an der Grenzstation auf Feuerland. Er ist naemlich mit dem Fahrrad unterwegs und faehrt Conti Town&Country Reifen!!!
Marc hat sich ein Jahr freigenommen, sein Haus untervermietet und will mit Bus, Zug, Fahrrad und zu Fuss von Ushuaia nach Quito.
Am naechsten morgen ist das Wetter etwas besser. Kein Regen mehr. Ich gehe um 09:00 los, mit Ziel Lago Dickson. Heute muss ich 500 Hoehenmeter ueberwinden und habe ca. 5 Stunden weg vor mir.
Das Refugio Dickson am gleichnamigen See liegt auf einer Halbinsel mit Blick auf den Gletscher Dickson. Ein superschoener Platz. Die Farben hier in Patagonien sind traumhaft. Kraeftiges Gruen, das blaue Eis der Gletscher und die Farbe der Seen ist tuerkies (schreibt man das so?).
Abends kommt auch Marc an den Campamento. Ich goenne mir eine Dose Cola (Jetzt habe ich ja wieder Geld) und erklaere Marc den Umgang mit seinem Benzinkocher. (Wie hat er bisher gekocht?)
Und jetzt kommt der Hammer. Es stellt sich heraus, das der Pass garnicht gesperrt ist, sondern das der Seron-Huettenwirt mist erzaehlt, damit die Leute noch einen 2. Tag bei ihm bleiben. Abzocker-Arsch! Und Uli Simone haben deswegen abgebrochen.
Der Wecker bleibt heute morgen aus. Die Tage sind hier 15 Stunden lang. Dadurch kann man abends lange gehen und braucht nicht ganz so frueh zu starten.
Die Etappe zum naechsten Camp, Los Perros, ist 10 KM lang und fuehrt fast nur durch Wald. Eine sehr schoene Strecke, obwohl es nervt staendig ueber die Windbrueche klettern zu muessen.
Das Lager liegt auf 635 Meter und hat schon wieder was Alpines. Man sieht die Berge wieder, es ist deutlich kaelter geworden, aber das Wetter ist stabil.
Heute lerne ich wieder neue Leute kennen. Vorallem Robert. Er ist Duesseldorfer, studiert Holztechnik in Rosenheim und hat gerade ein Praktikum in Chile gemacht. Er ist ziemlich fit und Bergverrueckt. Und dann ist da noch Carla aus Punta Arenas! Spaeter mehr.
Vor mir liegt die schwerste Etappe des Rundweges. Die Ueberquerung des 1241 m hohen Paso John Garner.
Ich gehe gemeinsam mit Robert. Auf einer matschigen Wiese ueberholt uns Carla. Sie ist verdammt huebsch. Lange schwarze Haare, gruene Augen, klein und sportlich. Robert und ich machen ein paar sprueche auf deutsch. Wie Jungs halt so sind: Ey Timo, lass mal den Hasen vorbei. Ich sage noch zu Robert, das ist wie beim Hunderennen in London, da rennt man ja auch einem Hasen hinterher.
Naja, irgendwann ist sie aber wieder langsamer und wartet auf ihre Freunde (eine Gruppe von 6 Chilenen/in). Der Weg geht steil und steinig vorran. Der Wind kommt superheftig von hinten, sodass man sich mit den grossen Rucksaecken kaum halten kann. Wir machen kurze Pause und treffen Marc, der vor uns gestartet war. Wir sitzen hinter einem grossen Stein und essen, als Carla wieder auftaucht und uns im perfektem Deutsch anspricht. Robert fragt noch, ob sie alles versteht. Als Sie ja sagt, alles, kriegen wir einen roten Kopf und muessen furchtbar lachen.
JAJA!!!!
Die letzten Meter sind verdammt steil und windig. Robert ist der erste, der den Pass erreicht. Kurz darauf folge ich. Oben schneit es und der Wind blaesst uns fast weg. Aber der Blick: HAMMER! Man sieht nur noch Eis. Vor uns liegt der Grey Gletscher. Der Gletscher hat eine laenge von 20 KM und tritt aus dem grossen Inlandeis aus. Er ist bestimmt auch einige Kilometer breit und bestimmt 50 Meter dick. Einfach nur gigantisch.
Wir setzen uns hinter einen Steinhuegel und staunen nur. Dann kommt Carla ueber den Pass. Sie wiegt nur 50 Kilo und wird dreimal umgepustet. Robert und i |
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Datum des Eintrags:
31.01.2003 16.33 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://
| |  | Teil 2
Hier geht es weiter. Gestern hatte ich den Supergau. Ich schreibe mir einen Wolf bei dem unteren Bericht und als ich mir das ganze nochmal ansehe, fehlt der Hauptteil. Da hat doch dieses bes... Gaestebuch eine Zeilenbegrenzung und das steht nirgends. Fangen wir also nochmal an:
Der Aufstieg am ersten Tag ging gleich zu dem Hoehepunkt und Namensgeber des Parkes. Ein Gebirgsmassiv mit drei spitzen Granitfelsen. Den "Torres del Paine". Diese Berge sind aus vulkanischen Aktivitaeten (Magma) entstanden, als sich die Pazifische Erdplatte und die Suedamerikanische Erdplatte getroffen haben. (vor ca. 200 Mio Jahren)
Fuer den Aufstieg brauchten wir inkl. Pause gute 5 Stunden. Gestartet sind Christian und ich in duennen Hosen und Jacke. Die Sonne schien und es war einigermassen Windstill. Nach gut 2 Stunden stetigen bergauf gehen, kamen uns die ersten Leute mit Regenkleidung entgegen. Ein Blick an den Himmel zeigte uns, das es wirklich schlechter wurde. Ich ueberlegte noch, ob ich mal die Regensachen anziehen sollte, als ich auch schon klatschnass war. Der Regen kam innerhalb von Sekunden mit heftigen Windstoessen von vorne. Aber wir sahen schon in einiger Entfernung unser erstes Etappenziel. Das Refugio Chileno, eine Huette in der Christian schlaeft. Nach rund 20 Minuten standen wir bibbernd am Ofen der Huette und trockneten uns. Einen heissen Tee fuer 1 US$ ! haben wir uns auch gegoennt.
Hier kam zum ersten Mal mein "kleines" Problem auf. Ich hatte kaum Bargeld mit in den Park genommen. In der Annahme, ausser Parkeintritt nichts zahlen zu muessen, bin ich mit ein bisschen Kleingeld los. Mein Essen hatte ich dabei und die Campingplaetze sind ja umsonst. Dachte ich bishier jedenfalls.
Den Tee hat Christian bezahlt. Danke!
Als ich wieder trocken war und die Schokolade und Kekse fuer die naechsten Tage gleich mitgegessen waren, machte ich mich auf, den Gipfel "zu stuermen".
Mein Campamento lag noch ca. 1 Stunde weiter oben. Jetzt kam sogar leicht die Sonne wieder. Am Campingplatz, ein kleines Waldstueck auf 700 m Hoehe, angekommen, baute ich mein Zelt auf und ging mit Christian den letzten Teil an.
Zum Mirador, Torres del Paine, ging es ueber eine Steinmoraene steil bergauf. Nach ca. 40 Minuten hatten wir es geschafft. Und: Es schneite, war saukalt und von den Bergen war fast nichts zu sehen.
Also Abstieg ins "Basislager", den Kocher angeschmissen und lecker 2-Minutes-Nudeln gekocht. In einem kleinen Bretterverschlag brannte ein Feuer und ca. 10 Trekker sassen in gemuetlicher Runde. Jeder von uns hatte eine spannende Geschichte zu erzaehlen und wir hatten einen kalten, aber schoenen Abend.
Wie ich von meinem Bruder gelernt habe, ist es in den Bergen wichtig, moeglichst frueh aufzustehen. Also stellte ich mir den Wecker auf 04:30 Uhr!, um den Sonnenaufgang am Mirador mitzuerleben. Ich versprach noch, den Weckdienst fuer Simone zu machen. Simone Uli waren am Abend auch im Bretterverschlag. Nette Leute aus Esslingen und im Verlauf der Tour ganz wichtig fuer mich!!!
Das Aufstehen war verdammt schwer, aber das Wetter schien gut zu sein. Man konnte Sterne sehen. Also keine Wolken?!
Um 5:30 sass ich mit Handschuhen, Muetze und Kamera bewaffnet auf einem Stein auf 910 Meter Hoehe und wartete auf die Sonne. Es war gigantisch schoen.
Ganz alleine an einem Punkt wo in ein paar Stunde 100te von Menschen stehen. Die Sonne kam ueber den Gegenhang und brachte die Torres zum Leuchten. Orangerot fuer ca. 30 Minuten. Als die Sonne den Berg voll eingenommen hatte, Christian war inzwischen auch da, machten wir noch "Beweissfotos" und stiegen ab zum Fruehstueck.
Um 09:00 hatte ich das Zelt und den Rucksack gepackt. Und: Der Berg war wieder in Wolken verhuellt. GEIL, zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Oder der Fruehvogel faengt den Wurm ;-)
Die naechste Etappe ist mit ca. 8 Std angegeben. Mittags treffe ich Uli und Simone wieder. Wir machen gemeinsam Pause. Die 2 haben das gleiche Tagesziel und ich gehe jetzt mit Ihnen weiter. |
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Datum des Eintrags:
30.01.2003 20.58 |
 |  |  | | | Timo Roebbel timo.walkabout@web.de
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| |  | ¡Hola!
Es ist wieder Zeit, um ein Lebenszeichen und einen kleinen Erlebnissbericht abzugeben.
Allerdings sind die letzten Tage so unglaublich erlebnisreich gewesen, das ich noch nicht genau weiss, wie ich das ganze hier in Worte fassen soll.
Aber ich lege einfach mal los. Anfangen werde ich beim Ende meines letzten Eintrages vom 10.01. (s.u.). Ich bin sogar schon mehr als einen Monat unterwegs. Unglaublich, aber ich habe viel zu wenig Zeit. Nicht aufschreien, ich weiss es ja. Ein Jahr, aber was ist schon 1 Jahr? Ich habe Heidi aus Schottland getroffen, eine ziemlich verrueckte Person, die aussieht wie Antje Schimmel (wer sie kennt?!). Naja,
Heidi hatte den gleichen Plan wie ich. Ein Jahr mit dem Roundthewolrd ticket nach Suedamerika, Neuseeland und Australien. Sie ist jetzt seit 10 Monaten nur in Suedamerika unterwegs und
wird wohl nur jeweils 2 Wochen in down under verbringen. Ich hoffe mir geht es nicht auch so. Aber es ist einfach schoen hier.
Ich wollte aber von Chile erzaehlen, bzw schreiben. OK. Erstmal ein bisschen was allgemeines, da Chile ja nicht zu den bekanntesten Laendern in Deutschland zaehlt. (komisch eigentlich)
"Als Gott am siebten Tag der Erschaffung der Erde auf sie hinabblickte, sah er, dass er von allem noch ein paar Reste hatte: Urwald, Wuesten, Flusslaeufe, Kupferberge, Vulkane, Fjorde, Eis und vieles mehr. Da schuetteten die Engel auf sein geheiss all dies hinter einem langen Bergwall - den Anden - zusammen. Und es entstand Chile - das vielgestaltigste Land unseres Planeten. (aus dem Volksmund)
Anhand dieser Sage kann man sich schon ein bisschen vorstellen, wie dieses Land aussieht.
Noch ein paar Fakten: Chile ist 4300 km lang und nur 180 km breit, der hoechste Berg ist 6893 m hoch. Chile hat den trockensten (Norden) und den regenreichsten (Sueden) Ort der Welt zu bieten.
Und zu Chile gehoert auch ein Teil von Patagonien. Patagonien ist eigentlich ein eigenes Land, was sich aber politisch zwischen Argenitinien und Chile aufteilt. Und hier bin ich gerade Unterwegs. Die Landschaft von Patagonien ist einmalig. Patagonien besteht auf der einen Seite aus Fjorden, Bergen und dem groessten, inlaendischem Eisfeld ausserhalb der Polkappen und auf der anderen Seite aus unendlich weiten Ebenen (die Pampa).
Der Wind ist beruehmt und beruechtig. Windgeschwindigkeiten von 100 km/h und mehr sind nicht selten.
Das Campamento hielo sur, das grosse Inlandeis (groesser als Hessen) ist schuld am Wetter: Der Warme Pazifikwind kuehlt sich ueber dem Eis ab und entwickelt dadurch diese unglaubliche Geschwindigkeit.
Wetterprognosen sind fuer Patagonioen auch nicht zu bekommen. Man sagt das man an einem Tag alle vier Jahreszeiten erleben kann - und das jeden Tag.
Das gute am Wind ist aber, das schlechtes Wetter auch ganz schnell wieder weggeweht werden kann. Gutes aber leider auch.
So jetzt aber genug mit Allgemeinen. Ich hoffe ich langweile damit niemanden.
Vobn Punta Arenas bin ich per Bus in die 200 KM noerdlich gelegene Ortschaft Puerto Montt gefahren. Puerto Montt ist ein 3000 Seelen Kaff mit kleinem Hafen und guten Fischrestaurants. Eigentlich touristisch voellig uninteressant, es liegt aber am Eingang vom "Torres del Paine" Nationalkpark und nur von hier fahren die Busse.
Fuer einen Tag habe ich mir noch ein Hostel in P.M. genommen, um meine Sachen fuer die Wanderung zu packen, Karten zu kaufen und alles notwendige vorzubereiten.
Im Hostel lerne ich beim Fruehstueck vor der Abfahrt in den Park, noch Christian kennen. Er ist Luebecker, lebt und arbeitet aber in Stuttgart und reist nach erfolgreichem MBA-Abschluss in Frankreich, fuer 4 Wochen durch Patagonien. Wir verstehen uns recht gut und beschliessen, die erste Etappe gemeinsam zu laufen. Christian uebernachtet allerdings in den Herbergen im Park und macht nur einen kleinen Teil des Rundwanderweges. Genannt das "W". Ein Teilstueck auf dem man die Highlights in drei Tagen abgrasen kann. (Die meisten Touristen sind hier unterwegs).
K |
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Datum des Eintrags:
30.01.2003 19.31 |
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Datum des Eintrags:
28.01.2003 17.56 |
 |  |  | | | Torsten Wolf torsten@humanfortress.de
http://www.humanfortress.de
| |  | Hi Timo,
schön von Dir zu hören. Ein bißchen beneide ich Dich ja, ein Jahr lang durch die Welt zu reisen. Ich muß mich jedoch um die Karriere meiner Band kümmern. Wir sind übrigens nicht mehr bei LMP/SPV unter Vertrag.
Unser Management und unser neuer Verlag sucht gerade ein besseres Label für uns. Sogar ein paar Majors haben schon Interesse bekundet. Mal seh¿n was passiert. Unsere CD müßte in Chile auch erhältlich sein. Aber Du kennst das Teil ja sowieso schon.
Ich habe für Mitte Februar vom Metal Inside Magazin eine Einladung für die Releaseparty von Grave Digger erhalten.
Nuclear Blast veranstaltet für die internationale Presse dafür ein Ritteressen in der Nähe von Donzdorf.
Wird bestimmt cool! Ansonsten gibt es keine News.
Laß¿ bald wieder von Dir hören.
Viele Grüße auch vom Muckel
Torsten |
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Datum des Eintrags:
24.01.2003 14.23 |
 |  |  | | | eike eike.kirchner@eplus.de
http://
| |  | Der Reifenhersteller Continental hat sich die Partnerschaft
mit dem Weltfußball-Verband FIFA für die WM 2006 in
Deutschland gesichert. Das Unternehmen aus Hannover
wird am Dienstag, 21. Januar (11.00 Uhr), offiziell als 14.
von insgesamt 15 Partnern aufgenommen. FIFA-Präsident
Joseph Blatter und der Continental-Vorstandsvorsitzende
Manfred Wennemer werden dann im Beisein des
deutschen OK-Chefs Franz Beckenbauer im Reifenwerk in
Hannover-Stöcken die Unterschriften unter den
Kooperationsvertrag setzen.
Hi Alter, Dein AG gibt mal für das geilste Event gemunkelte 25 mio aus. Find ich genial.
Wie gehts denn so? Ist ja echt spannend, was Du da von Dir gibst.
Hier in Germany ist es regnerisch und mit Sicherheit nicht so prickelnd wie bei Dir.
Aber mein Urlaub wird wohl nächste Woche auch gebucht.
Komme in etwa auf Deine Breitengrad-Höhe, und zwar vom 04.03. an. Mal sehen, ob das alles so klappt. Aber wird bestimmt auch sehr interessant werden.
Dir weiterhin alles Gute und man hört sich,
Beste Grüße vom Rhein, Eike |
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Datum des Eintrags:
20.01.2003 17.17 |
 |  |  | | | Ingo Ingo.Kasten@T-Online.de
http://
| |  | Hi Timo,
so nun hab ich es endlich mal geschafft Dir ein paar zeilen zukommen zu lassen.Ist ja echt cool was Du so erlebst.
Ich werde es weiter verfolgen und bin gespannt was Du noch so alles erleben wirst...
Also bis dahin erstmal.Alles Gute und viel Glück weiterhin.
-Ingo- |
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Datum des Eintrags:
16.01.2003 22.13 |
 |  |  | | | Henning Röbbel roebbel.h@duraauto-ein.de
http://
| |  | Hi Bruder,
es ist kurz nach zehn und ich sitze noch im Buero. Viel zu tun und Carola ist krank.
Eigentlich wollten wir morgen frueh um 4Uhr Richtung Maria-Alm fahren, Westdeutsche Meisterschaften! Aber bis dahin sind ja nur noch 6Stunden und ich muß noch packen. Am WE sind die Rennen und dann machen wir noch ein paar Tage Urlaub. Naechstes WE dann Thueringer Meisterschaften in Steinach. Letztes WE ist alles ausgefallen. hier ist im Moment so richtiges Scheisswetter,bis Sonntag war es schön kalt und Schnee, Montag hat es nochmal ordentlich geschneit und ab Mittag wurde es warm. Im Harz konnte mann in Hahnenklee auf Kunstschnee fahren zumindest bis gestern. Sonntag habe ich suf 5cm Schnee mal ne Runde Langlauf gemacht, war auch nicht schlecht.
So, ich hoffe bei Dir laeuft alles glatt und es geht Dir gut, laß mal wieder was von dir hören.
Paß auf Dich auf, Dein Henning |
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Datum des Eintrags:
15.01.2003 11.50 |
 |  |  | | | Silke silke.leuschner@conti.de
http://
| |  | Hallo Timo,
so alle paar Tage schaue ich mal auf Deine Website und freue mich immer,
wenn von Dir etwas drinsteht.
Leider habe ich im Moment nicht so viel Zeit, aber demnächst bekommst Du
ein paar Zeilen mehr von mir.
Sei ganz lieb gegrüßt
Silke
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Datum des Eintrags:
14.01.2003 15.33 |
 |  |  | | | Stefan wulfhoop@freenet.de
http://
| |  | Hi Timo,
schön von Dir zu hören. Hört sich ja echt gut an was Du in den nächsten Tagen/Wochen so vor hast.
Hie rin Norddeutschland ist derzeit ziemlich schlechtes Wetter . Nachdem wir ungefähr 10 Tage Frost und auch Schnee hatten, schifft es jetzt wie aus Kübeln und scheint so schnell wohl auch nicht aufzuhören. Ich selbst arbeite noch nicht wieder, Torsten Tiller hat an meinem Knie eine Innenmenikusverletzung diagnostiziert, gestern war die OP und jetzt bin ich erstmal 14 Tage krankgeschrieben. Ab morgen beginne ich mit der Krankengymnastik. Bisher fühle ich mich allerdings ganz gut und hoffe, dass der Heilungsprozeß schnell vonstatten geht.
Marco bedankt sich übrigens für sein Geburtstagsgeschenk - gefällt ihm gut.
Birte, Daniel und Marco geht es gut und wir wünschen Dir weiterhin alles Gute und vor allem Spaß
Gruß
Stefan |
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Datum des Eintrags:
11.01.2003 08.42 |
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Datum des Eintrags:
10.01.2003 17.57 |
 |  |  | | | Timo timo.walkabout@web.de
http://www.timos.walkabout.2003.ms
| |  | Da bin ich wieder, hallo an alle zusammen.
Gestern habe ich Ushuaia, Feuerland und Argentinien verlassen. Nachdem ich endlich einen freien Platz in einem Bus ergattern konnte (Hauptreisezeit und die Argentiniern machen Ferien), bin ich
nach 12 Stunden Busfahrt, 2 Stunden Stempelorgie an den Grenzen und 1 Stunde Faehrueberfahrt von Feuerland aufs Festland, in Punta Arenas angekommen.
Punta Arens ist die suedlichste Stadt von Chile. Somit auch die suedlichste Stadt auf dem Festland eines Kontinents.
Wieder ein Eintrag ins Guinessbuch fuer Chile (weiter Folgen).
Die Stadt hat nicht wirklich viel zu bieten, obwohl sie als schoenste Stadt in Patagonien gilt. Bevor der Panamakanal gebaut wurde, mussten hier alle Schiffe vorbei, die an die Pazifikkueste von Amerika wollten. In dieser Zeit war P.A. eine der wohlhabensten Stadte Lateinamerikas und einiges davon kann man heute noch sehen. So zB. grosse Herrenhaeuser und tolle Strassenzuege und Plazas.
Der Hafen ist heute nur noch fuer Schiffsreisende in die Antarktis von Bedeutung. Auch gehen hier die Kreuzfahrer und Kap Hoorn Segler an Land, um Proviant aufzunehmen. Ein Segeltoern um Kap Hoorn ist ja immernoch
mein Traum, allerdings nicht zu bezahlen. Eine Mitreise auf einem Charterbott liegt bei ca. 1000,-- US$ pro Tag/Person. Hammer!
Naja, mir geht es ja auch an Land ganz gut derzeit.
In meinem Hostel, "Backpackers Paradise", habe ich den ersten Deutschen
getroffen. Ein ziemlich verrueckter Schwabe. Er studiert Nautik und hat gerade eine halbjaehrige Weltreise hintersich. Er ist von Moskau bis Peking und dann durch Chile per Eisenbahn und Bus gefahren. Ebenfalls alleine und ohne Sprachkenntnisse in Russland und China. Er konnte nicht einmal einen Zugfahrplan lesen. Kein Wunder bei den Schriftzeichen. Aber er ist heile durchgekommen und hat eine Menge zu erzaehlen. Ihr seht, es gibt noch mehr verrueckte! :-)
Ich werde uebermorgen meine Reise fortsetzen, um nach Puerto Natales zu fahren. Von dort aus gelangt man in einen der spektakulaersten Nationalparks von ganz Suedamerika. Den
Torres del Paine National Park. Hier werde ich ca. 10 bis 12 Tage eine Trekkingroute gehen und die Basislager
der Bergsteiger besuchen. Der hoechste Gipfel ist der 3050 Meter hohe "Cerro Torre Grande". Ausserdem gibt es den "Torres del Paine" (2850), den "Cuernos del Paine" (2600) und den "Paine Chico" (1720) zu sehen. Insgesamt werde ich ca. 180 KM zu Fuss zuruecklegen. Dabei muss ich mein Gepaeck (15 KG) und mein Essen fuer 10 Tage staendig tragen. Das kommt meiner
Wampe hoffentlich entgegen!
Also Freunde, es geht mir weiterhin sehr gut und ich denke an Euch. Schaut weiterhin fleissig auf diese Seite und scheut Euch nicht, mir zu schreiben.
Euer Timo
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Datum des Eintrags:
06.01.2003 20.37 |
 |  |  | | | Kickstarter P
http://
| |  | Es ist schon viel gut! |
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Datum des Eintrags:
06.01.2003 09.39 |
 |  |  | | | David davidwarnecke@web.de
http://geht.dich.nix.an.de/gar-nix.html
| |  | tja miin jung,
nun biste endlich weg - hehe...
freut mich, dass du gut angekommen bist und bisher alles nach plan läuft. lass es dir einfach gut gehen.
zum geburtstag natürlich noch alles liebe & gute nachträglich von mir und tani, auch vom ollen boxxer und eike noch einen gruß!
ich komme die tage mal vorbei und gucke ob du dein zeltchen auch aufgeräumt hast ;)
take care
david |
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Datum des Eintrags:
03.01.2003 18.53 |
 |  |  | | | Denni daniela_friedrichs@t-online.de
http://
| |  | Hi Timo, nun bist Du ganz alleine in der großen weiten Welt und ich konnte Dir noch nicht einmal persönlich "Tschüß" sagen :o(.... Nun ja, den Grund kannst Du Dir ja sicherlich denken und die Weihnachtstage waren dann doch recht kurz...
Alles , alles Liebe noch nachträglich zum Geburtstag...
Habe gerade auch mit Petra telefoniert und soll Dir ganz liebe Grüße bestellen... Ist schon eine genial Idee mit Deiner Homepage, da werde ich bestimmt ganz oft mal reingucken, um zu erfahren, wie¿s Dir so ergeht......
also, paß gut auf Dich auf |
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Datum des Eintrags:
03.01.2003 11.12 |
 |  |  | | | Claudia Hille hille@erb-autozentrum.de
http://www.erb-autozentrum.de
| |  | Hy Timo, ich möchte Dir nachträglich noch alles leibe zum Geburtstag wünschen! Ich hoffe Du erlebst `ne ganze Menge auf Deiner Reise! Die Idee mit der Homepage ist super! Meine Reise nach Vail(colorados) war auch ziemlich klasse. Da können sich alle Ösis,Switzer und Itaker `ne Scheibe von abschneiden!
Bis die Tage, Claudia |
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Datum des Eintrags:
02.01.2003 17.10 |
 |  |  | | | Oliver Graff fam.graff@t-online.de
http://www.seher.com
| |  | Hallo Tino,
ich hoffe du bist gut ins neue Jahr
gekommen und es geht dir gut.
Find ich echt cool und mutig mit dem
Rucksack so eine Reise zu machen.( ich war ja mal bei meinem Schwager im Garten zelten, und da hatte ich schon schiss ). Gerne werde ich deine Erlebnisse aus den Ländern am Schirm mitverfolgen.
Also viel viel Spass und alles erdenklich Gute
Gruss Oli Graff
Seher Hanau |
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Datum des Eintrags:
01.01.2003 17.18 |
 |  |  | | | Timo Roebbel timo.walkabout@web.de
http://www.timos.walkabout.2003.ms
| |  | Hallo zusammen,
erstmal bedanke ich mich fuer die vielen Geburtstags- und Reisegruesse.
Und dann wuensche ich Euch allen natuerlich ein frohes und erfolgreiches jahr 2003.
Ich habe noch nicht wirklich viel zu erzaehlen, da ich ja erst 4 Tage weg bin. Gestern morgen bin ich in Ushuaia auf Feuerland angekommen, nachdem ich die ersten zwei Tage in Buenos Aires war.
Ushuaia ist die "suedlichste Stadt der Welt" und liegt direkt am Beagle Kanal.
Wir haben sonniges Wetter, viel Wind und ca. 15 Grad.
Silvester habe ich mit ca. 15 Leuten aus 8 verschiedenen Nationen gefeiert. Es war eine nette Party mit zuviel Alkohol.
Ich werde hier noch ca. 1 Woche bleiben, um zu wandern und evtl. im Nationalpark "Tierra del Fuego" zu zelten. Danach geht es weiter nach Punta
Arenas/Chile.
Alles weitere folgt. Beste Gruesse aus
Argentinien, Euer Timo
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Datum des Eintrags:
31.12.2002 15.52 |
 |  |  | | | Kirsten & Arne arne.paulus@freenet.de
http://
| |  | Lieber Timo,
zuersteinmal wünschen wir (Kirsten, Kirstens Eltern und Arne) dir alles Gute zum Geburtstag und viel Glück, Gesundheit und Zufriedenheit für dein neues und so aufregendes Lebensjahr. Leider haben wir uns am Tag deiner Abreise telefonisch verpasst. Aber -wie du an dieser email merkst- denken wir an dich! Hoffentlich hattest du bisher eine gute Reise und bist pünktlich angekommen. Kirsten und ich werden am 1.1.2003 wieder nach Berlin zurückfahren. Wir wünschen dir ebenfalls einen guten Rutsch und viel Spaß auf deiner ersten Etappe. Bis bald,
wir bleiben in Kontakt, Kirsten & Arne |
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Datum des Eintrags:
31.12.2002 15.23 |
 |  |  | | | Frank und Petra Klages FrankKlages@t-online.de
http://
| |  | Hallo Timo, herzlichen Glückwunsch zu Deinem 29. Geburtstag wünschen Dir Petra und Frank. Wir hoffen, daß Du nicht nur heute einen herrlichen Tag haben wirst, sondern daß der ganze Trip Deinen Erwartungen (wenn welche vorhanden sind)entsprechen wird. Wir sind natürlich jederzeit empfänglich für Nachrichten aller Art, hier eine für Dich: Holgi (aus HH)heiratet heute. Ciao, bis demnächst Frank |
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Datum des Eintrags:
31.12.2002 13.29 |
 |  |  | | | Fam. Anders M.u.F.Anders@t-online.de
http://-
| |  | Hi Timo,
alles Liebe und Gute zum Geburtstag!
Hat alles geklappt bis jetzt?
Bist Du gut angekommen?
Wir feiern heute mit Stefan, Birte, Daniel, Marco, Susi, Didi, Sophia, Alexander und "uns" den Start ins neue Jahr!
Wir wünschen Dir für deine weitere Reise gutes Gelingen und viel viel viel viel Spaß und halt die Ohren steif!Viele liebe Grüße von den 4 Seesenern!
PS:Einen guten Rutsch ins neue Jahr! |
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Datum des Eintrags:
31.12.2002 13.15 |
 |  |  | | | Marco wulfhoop@freenet.de
http://
| |  | Hi Patenonkel,
alles Gute zum Geburtstag und eine supertolle Zeit auf der Südhalbkugel wünsche ich Dir. Wir werden hier in Seckenhausen mit Papa, Mama und Daniel Sylvester feiern. Ganz toll finde ich das Max und Katharina mit Frank und Martina gekommen sind und ausserdem auch Alexander, Sophia, Susi und Didi hier sind. Heute Nacht werde ich ganz viel Cola trinklen damit ich in meinen 6 Geburtstag gut reinfeiern kann ohne vorher einzuschlafen. Ich hoffe Du findest eine nette Party mit guten Typen (vielleicht sind ja nen paar Mädels dabei) damit Du Deinen Geburtstag auch schön feiern kannst. Ich bin ja mal gespannt was in dem Paket von Dir drin ist. Ich freue mich schon auf morgen.
Viele liebe Grüsse
Dein Marco
P.S. Viele Grüsse auch von allen hier Anwesenden |
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Datum des Eintrags:
30.12.2002 23.35 |
 |  |  | | | Holger Dillei Holger.Dillei@htp-tel.de
http://
| |  | Hallo Timo,
nun ist es soweit und ich freue mich für Dich! Das wird bestimmt ein super Jahr und ich erwarte schon gespannt Deine Berichte. Also halt mich ja immer schön auf dem Laufenden. Immerhin haben wir zuletzt u.a. in Würzburg noch gebührend Deinen Abschied begossen. Hoffentlich hast Du auch alles in die Weste reinbekommen und auch die Zigarren nicht vergessen. Ich wollte Dir noch sagen, daß ich Dich hier bei der Conti nach unserer tollen Zusammenarbeit vermissen werde und sehr darauf hoffe, daß Du in einem Jahr wieder bei der Conti einsteigen kannst.
Liebe Grüße,
Holger |
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Datum des Eintrags:
30.12.2002 19.50 |
 |  |  | | | Marcus Mast info@reifenmast.de
http://
| |  | hallo timo,
auch ich wünsch dir alles gute auf deinem trip und warte schon auf deinen ersten eintrag.
viel glück und ein spannendes jahr.
bis bald |
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Datum des Eintrags:
30.12.2002 12.42 |
 |  |  | | | holger menges h.menges@gmx.de
http://
| |  | hi timo
jetzt ist es ja endlich soweit! hoffe du bist gut angekommen! schreib mal ne karte!
gruß
holger |
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Datum des Eintrags:
27.12.2002 15.10 |
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Datum des Eintrags:
23.12.2002 11.59 |
 |  |  | | | Markus wagmac@t-online.de
http://gibt¿s noch nicht!
| |  | Hi Timo,
find ich echt super, dass Du das jetzt durchziehst! Wuensche Dir eine super Zeit ohne groessere Pannen. Aber die gehoeren ja auch irgendwie dazu ;) Denke mal an uns und komm heile wieder! Meld Dich mal irgendwie, wenn Du Richtung Neuseeland faehrst, vielleicht bekommen wir doch einTreffen hin.
Bis dann...
Markus |
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Datum des Eintrags:
17.12.2002 08.22 |
 |  |  | | | Silke silke.leuschner@conti.de
http://
| |  | Hallo Timo,
nachdem wir uns ja nun leider nicht am Wochenende gesehen haben,
möchte ich Dir auf diesem Wege alles Gute für das kommende Jahr
wünschen. Eigentlich kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschließen. Ich hoffe, dass Du heile wieder hier ankommst und
vielleicht sogar den Weg zurück zur Conti findest...Du weißt ja, was man
über die Reifenbranche sagt...Gummi klebt!
Gib ab und zu mal ein kleines Lebenszeichen von Dir! Du kannst auch ruhig mal eine bunte Postkarte schicken!
Lieber Timo, ich wünsche Dir alles, alles Gute für Dich und Dein Abenteuer.
Fühl dich geknuddelt!
Silke
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Datum des Eintrags:
12.12.2002 10.44 |
 |  |  | | | Axel Schwerdtner axel.schwerdtner@conti.de
http://
| |  | Hi Timo,
ich wünsche Dir jetzt schon mal viel Glück und alles Gute für Deinen Superturn! Grüß die Welt und nutze die Chancen, wenn sie sich Dir bieten, um die Tour noch reichhaltiger zu gestalten, als sie ohnehin schon ist. Auf das Du nach Deiner Heimkehr viel zu erzählen und zu zeigen hast. Aber Hauptsache, Du kommst wieder heile hier an! Also paß gut auf Dich auf und melde Dich mal zwischendurch wenn Du Lust hast.
Halt die Ohren steif!
Viele Grüße
Axel
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Datum des Eintrags:
11.12.2002 09.54 |
 |  |  | | | Maren stephan-lueke@seesen.de
http://
| |  | Mein kleiner Timo,
auch wenn wir uns sonst auch nur einmal im Jahr (Sep.) gesehen haben, ist es jetzt wohl doch was anderes... Ich wünsche dir auf deiner Tour ganz viel Spaß, lass¿ es dir immer gut gehen und pass¿ auf dich auf!
Und bei ¿nem guten Cappuccino denkst du mal an die Kleine, ja?!? :-))
Ganz liebe Grüße und komm¿ gesund wieder!
Bussi, Maren |
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Datum des Eintrags:
10.12.2002 17.55 |
 |  |  | | | Jens Fieback jens.fieback@conti.de
http://
| |  | Hey Timo,
ein Zitat von Salvador Dali: "Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse."
Ich wünsche Dir jede Menge Geheimnisse und deren Entdeckung !
Hau¿ rein Du alte Marine-Krampe !!!
Viele Grüße
Jens |
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Datum des Eintrags:
10.12.2002 14.56 |
 |  |  | | | Dieter dieter.menze@conti.de
http://
| |  | Hallo Timo,
ich beneide Dich um den tollen Törn um die Welt und ziehe meinen Hut vor Deiner Entscheidung, Deinen Job und vieles um Dich herum wenigstens für ein Jahr hinter Dir zu lassen. Meine Guten Wünsche begleiten Dich und ich wünsche Dir gutes Gelingen, immer ein Stück Wurst in der Tasche und viele interessante Eindrücke. |
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Datum des Eintrags:
18.11.2002 21.53 |
 |  |  | | | Kirsten & Arne arne.paulus@freenet.de
http://
| |  | Hallo Timo,
so schade wir es auch finden, dass du so lange weg bist, so sehr wünschen wir dir für deinen walkabout viele schöne Eindrücke, unvergessliche Erlebnisse und einfach viel Spaß in diesem Jahr. Wir freuen uns auf die Geburtstags-Silvester-Wiedersehens-Party Ende 2003! Gute Reise wünschen die Bearleener!!! |
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